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Sonntag den 9 August
Erstes Blatt
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Kenerat-Anzeiger
Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren
Hratisöeitage: Gießener Aamitienökätter
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» falzenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr.
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2. Sämmtliche 9 Uhr auf treiben und Commission
aufzustellenden Thiere find bis Morgens dem Vtehmarktplatze zu Grünberg aufzu- von den Besitzern auf den ihnen von der angewiesenen Ständen aufzustellen. Nur
Gattung auch zu übertragen.
Gießen, den 17. Juli 1896.
Den Vorstand deS landwirthschaftlichen BezirkSvereinS Gießen Carl Jost, RegiernngSrath i. P.
„biden, Gtafiwta
vringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Nedacttou, S^pedtti» und Druckerei:
Schutstraße
Fernsprecher 51.
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end in sonst slls.
Shmpalhie und Beileidsbezeugungen anläßlich deS Unterganges deS Kanonenbootes „Iltis" auszusprechen.
Berlin. 7. August. Die „Nationalzeitung" bezweifelt die Richtigkeit der Meldung, daß der Gesetzentwurf, betr. die Organisation des Handwerks, die Zustimmung de» BundeSrathS unter allen Umständen finden werde. In Süd- und Mitteldeutschland sei daS Jnnungswesen fast Überall voll- tändig auSgestorben, so daß die Zustimmung der betreffenden Staaten zu der Organisation problematisch erscheine.
Berlin, 7. August. Dem angekündigten neuen Colonial.Scandal wird sich der „Volkszeitung zufolge noch ein zweiter anschließen, bei welchem ein englischer Beamter die Hauptrolle spielt.
Berlin, 7. August. Die preußischen Bischöfe werden auch dieses Jahr in Fulda zu gemeinsamen Be- rathungen zusammenkommen. Die Conferenz beginnt Diens- tag den 18. August unter dem Vorsitz deS Cardtnalerzbischofs von Köln.
Bad Ems, 7. August. Prinz Georg von Preußen ist nach beendetem Kurgebrauch nach der Schweiz abgereist.
Wesel, 7. August. Heute Vormittag 10 Uhr fand hier, selbst dte feierliche Einweihung der vom Geheimrath Adler restaurirten protestantischen Willibrodi-Kirche statt. Der Feier wohnte in Vertretung deS Kaisers Prinz Heinrich von Preußen sowie die Kaiserin bei, ferner die Minister v. Boetticher, Thielen, v. d. Recke, dte Spitzen der Militär- und Ctvtlbehörden. Die Kaiserin und Prinz Heinrich wurden vom Pros. Adler, der Geistlich- keit und dem Oberbürgermeister Dr. Fluthgras vor dem Portale der Kirche empfangen. Den Weiheact vollzog Super- intendent Umbeck aus Kreuznach. Im Anschluß hieran sand tm großen Rathhaussaale, wo sür dte Allerhöchsten Herr- schasten an der Stirnseite ein Baldachin errichtet war, Setten» der städtischen Behörden ein Festact statt, bei dem Ober- bürgermetfter Dr. Flnthgraf die Ansprache hielt. Hieraus wurde der Kaiserin und dem Prinzen Heinrich der Ehren- trunk credenzt. Nach Beendigung des Credenzacte» brachte Oberbürgermeister Dr. Flnthgraf ein Hoch auf den Kaiser und dte Kaiserin ans, in das die Festversammlung begeistert etnstimmte. Prinz Heinrich erwiderte sodann auf dte Ansprache deS Oberbürgermeisters Dr. Fluthgras, er danke im Namen deS Kaisers, der herzliche Empfang sowie die ganze EinwethungSseier seien Zeugen der guten Gesinnung der Bevölkerung zum Herrscherhause. Der Prinz leerte den ihm credenzten Becher auf daS Wohl der Stadt Wesel. — Der Feier im großen Rathhaussaale wohnten 70 Personen bei, darunter außer den anwesenden Ministern der Ober- präfident, der Regierungspräsident, vier holländische Geistliche, dte beiden belgischen und holländischen Specialgesandten. Kurz nach IV/a Uhr wurden die Kaiserin und Prinz Heinrich von dem Bürgermeister und vier Beigeordneten an den Wagen geleitet und hierauf erfolgte die Rückfahrt nach dem Dampf- schtff-Landeplatze an der LtPPebrücke. Mittag« erfolgte dte Abfahrt mittelst Salondampfers nach Ruhrort. Vor dem Besteigen deS Dampfers sagte dte Kaiserin Dank sür den herzlichen Empfang und grüßte noch fo lange mit dem Taschentuche, als der Dampfer sichtbar war. Dem Salondampfer folgte ein von der Köln-Düsseldorfer Dampfschifffahrts-Gesellschaft für die übrigen Gäste, Vertreter der Preffe rc. zur Verfügung gestellter Dampfer, welcher indeffen in Ruhrort nicht landet, sondern wieder um 3^2 Uhr in Wesel eintrifft.
Ruhrort, 7. August. Am Denkmalsplatze trafen die Kaiserin und Prinz Heinrich in vierspännigem Wagen mit Spitzenreiter um 2« Uhr ein. Prinz Heinrich trug große AdmtralSuniform. Die Toilette der Kaiserin bestand aus einem hellblauen Kleid, dunklerem Mantelet, gelber HalSrÜlche und Hut mit gelben Rosen und weißer Reiher- aigrette. Im Gefolge befanden sich Geh. Rath v. LukanuS, die Minister v. Bötticher und Thielen, sowie RegterungS- präsident von Rheinbaben. Zum Empfang waren erschienen die Damen Frau GerichtSräthin Carp, Frau Ww. Hantel, Frau Bürgermeister Bemme, Frau Landrath Hammacher. Dte Tochter des GerichtSraths Carp überreichte der Kaiserin ein prachtvolles Orchtdeen-Bouquet. Währenddem ertönten Fanfaren und Glockengeläut. Nach der Vorstellung einiger Stadtverordneten durch den Oberpräfidenten Raffe fand ein Cercle im Kaiserpavtllon statt. Dann erklang der Festgesang : „Heil Kaiser Wilhelm II." und hieraus dankte der Vorsitzende des Denkmals-AuSschuffeS, AmtsgerichtSrath a. D. Carp, in erster Linie sür die Anwesenheit der Kaiserin und deS Prinzen Heinrich. Redner sagte wörtlich: Als am 18. Januar 1871 im Spiegelsaale deS alten sränkischen KönigSschloffeS zu Versailles der große Kanzler Bismarck die Kaiserproclamation verlas, da jubelten auch wir und fangen mit dem großen Dichter: „Vorbei dte katferlofe, dte schreck-
preiswürdige Thiere werden prämttrk und zwar: a. Bullen im Alter von 1 bis 2*/a Jahren, b. Rinder, welche sichtbar trächtig und
c. Kühe, die sichtbar trächtig sind oder frisch gekalbt haben.
Diese Thiere müffen selbst gezüchtet oder znm Zweck der Zucht mindestens 2 Monate vor der Preisverthetlung erworben worden sein und folgenden Raffen angehören:
a. Bullen dürfen nur der reinen Vogelsberger oder der reinen Simmenthaler Rasse angehören.
b. Mutterthiere ebenfalls nur der reinen Vogelsberger Raffe. Mutterthiere, welche eine weiße Färbung am Euter zeigen, werden erst in zweiter Linie prämiirt.
c. Mutterthiere der reinen Simmenthaler Rasse- sowie auch dann, wenn solche wenigstens ausgesprochen des Simmenthaler Typus find.
Unter sonst gleichen Verhältnissen erhalten selbst- gezüchtete Thiere bei der Prämiirung den Vorzug. Hinfichtlich der Bullen Simmenthaler Rasse ist urkundlich nachzuweisen, daß solche entweder direct aus dem Simmenthal eingeführt worden sind oder daß dieselben anS einer Reinzucht stammen.
An Preisen werden aus VereinSmitteln gewährt:
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Simmenthaler Rasse Vogelsberger Rasse
Alle Annoncen.Bureaux deS In- und AuSlandr- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Bekanntmachung.
Der landwirthschaftliche Bezirksverein deS Kreises Gießen wird
Donnerstag den 27. Auguft 1896 auf dem Viehmarktplatze zu Grünberg gelegentlich des DiehmarkteS eine Diehpreisvertheilnng veranstalten, für welche die nachstehenden Bestimmungen getroffen sind:
I. Bezüglich der von dem landwirthschaftlichen Bezirks- Verein zur Ausführung der Biehpreisvertheilung zur Verfügung gestellten Mittel in dem Betrage von 500 Mk.
1. An der Ausstellung können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, be-
Wolff» telegraphische« Eorrespondenr-Bure«.
Berlin, 7. August. Wegen Beleihung deS Getreides durch die Reichsbank ergingen auf Antrag von Landwirthen zwei vom 29. Juli und 1. August d. I. battete Antwort- chreiben deS ReichsbankdirectoriumS, die den preußischen Bankanstalten zur Kenntniß gebracht find und von der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht werden. Die Antwortschreiben führen die Bedingungen auf, welche die Reichsbank bezüglich der Begründung und Erhaltung des rechtswirksamen Pfandbesitzes sowie hinsichtlich der Revision und Conservirung des PfandobjrcteS stellt.
Berlin, 7. August. Die Abendblätter melden: Der Kaiser unternahm gestern und heute einen Spaziergang im Schloßparke von WilhelmShöhe.
München, 7. August. Dritte und letzte allgemeine Sitzung des internationalen PsychologencongreffeS. Dr. Franz Brentano (Wien) sprach zur Lehre über die Empfindung. Er führte aus, daß man von einem Empfindungsraum sprechen müsse. Jedenfalls müffe in einer Art räumlicher Kategorie das JndividuationSprincip der finnlichrn Qualität erblickt werden. Qualität für Qualität erweise sich in diesem SinneS- raum undurchdringlich. Die Multiplicität bestehe ohne Zweifel wirklich. Dr. Hermann Ebbinghaus (Breslau) sprach über eine Methode zur Prüfung geistiger Fähigkeiten und ihre Anwendung bei Schulkindern. Im Anschluß an die vom Breslauer Magistrat angeregte Untersuchung über die Wirkung fortgesetzter Unterrichtsstunden auf die Aufnahmefähigkeit der Schüler führte er aus, daß man erst eine richtige Methode habe suchen müssen. Weder die Anwendung der RechnungS- probe, noch der Gedächtnißprob^ erweise sich als geeignet. Am besten könne man die geistige Fähigkeit und Leistungsfähigkeit durch eine Combinationsprobe prüsen, indem man den Schülern ein ihrem Auffassungsvermögen angepaßtes Lesefiück vorlege, in welchem Worte und Silben fehlen, die der Schüler ergänzen müsse. Er werden noch zwei Vorträge folgen und dann der Congreß geschloffen werden.
Lille, 7. August. Infolge des zwischen den Arbeitgebern und den Gießern der hiefigen Metallwaarenfabriken getroffenen Abkommens nehmen die Gießer die Arbeit wieder auf. Der Strike ist definitiv beendet.
Brest, 7. August. Präsident Faure besichtigte heute Vormittag die Truppen und begab sich sodann zum Frühstück nach der Handelskammer. Er schifft sich heute Nachmittag zur Flottenrevue ein.
Christiania, 7. August. Der Herausgeber des „NorSke Landbladet", welcher sich nach Spitzbergen begeben hat, theilt in einem Telegramm aus Spitzbergen vom 4. ds. Mts. mit, Andrse, der, wenn der Wind nicht bald günstiger werde, den Ballon einpacken und bis zum nächsten Jahre warten wolle, habe drei Brieftauben von Bären-Eiland, drei von Hornfnnd in Spitzbergen und fünfzehn von dem Aufsteige- platze abgesandt.
Petersburg, 7. August. In Gegenwart des Ministers des Innern fand heute die Grundsteinlegung deS ersten städtischen Arbeitshauses zur Erinnerung an die Geburt der Großfürstin Olga statt.
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Berlin, 7. August. Wie au» Kassel gemeldet wird, kehrt Prinz Heinrich morgen Abend von Essen nach Kiel zurück. Die Kaiserin sährt gleichfalls morgen Abend mittelst Sonderzuge» von Essen nach WilhelmShöhe.
Berlin, 7. August. Dem „Berl. Tagebl." zufolge ist von einer Demission deS Reichskanzlers an ein- geweihter Stelle nichts bekannt. Der Reichskanzler ist gestern ia bestem Wohlsein von Aussee zunächst nach München gereist und dürfte am SamStag oder Sonntag wieder in Berlin eintreffen. Es sei allerdings nicht ausgeschloffen, daß er auf der Reise nach Berlin WilhelmShöhe berühre, um dort dem Kaiser Vortrag zu halten.
Berlin, 7. August. Die Vorstellungen deS „Gehängten" im Paffage-Panopticum sind polizeilich inhibirt worden.
Berlin, 7. August. Zu den Verhaftungen in der An- gelegenste des Attentats gegen den Polizeiobersten Krause wird gemeldet, daß das Vorverhandlungsverfahren bereits in den Händen des Untersuchungsrichters liegt, der auch die Verhaftung der Frau Gürtler anordnete. Ob die Vor- Untersuchung zu einer Anklage führen wird, läßt sich vor- läufig noch nicht übersehen.
Berlin, 7. August. Präsident C leveland hat, wie wir erfahren, den amerikanischen Botschafter in Berlin, Uhl, telegraphisch beauftragt, dem Deutschen Kaiser seine
Der Gießener JUqciger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-.
Die Gießener Itamitienvläller »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
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Gefunden: 1 Ring, 1 Armband, 1 Atlas, 1 Hand- schuh, 2 Kinderschuhe, 1 Taschentuch, 1 Badehaube, 1 Henkel- körbchen mit Inhalt, 1 Paar Turnschuhe, 1 Haarkamm, 1 Fischernetz, 1 Hundehalshand und 1 Hundekette.
Gießen, den 8. August 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
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Zusammen 15 Preise in dem Betrage von 300 Mk.
II. Bezüglich der von der Stadt Grünberg zur AuS- fiihrung der BiehpretSvertheilung zur Verfügung gefreuten Mittel in dem Betrage von 200 Mk. gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch sollen auS diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen wohnende Züchter bei Vorführung dort preiswürdigem Vieh mit Prämien bedacht werden.
III. Es bleibt dem Ermeffen der PrämiirungScommission überlassen, die bestimmten Preise innerhalb deS Gesammt- bttrageS je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder


