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erschienen. Derselbe enthält die Fahrzeiten sowohl der in Gießen einmündenden Haupt«, wie deren Nebenbahnen, sowie ter entfernteren Bahnstrecken- deSgl. die Fahrzeiten der Gießener Omnibusse. Preis 10 Pfg.
* • RetchStagbwahl. Dem Vernehmen nach wird unsere ^eichStagSwahl am 5. November stattfinden.
• • Biehmarkts Bericht. Auf dem gestern zugelaffenev Luh markt war nicht ein Stück Bieh aufgetrieben, so daß r<r zur Untersuchung des erwarteten Auftriebes heraogezogene Aeamten'Apparat unverrichteter Dinge wieder abzieheu konnte.
• * Umgefahre«. Ja der Wallthorstraße wurde gestern Morgen eine Frau von einem Radfahrer umgefahren. Dieselbe erlitt Verletzungen am Brin und mußte fich in ärzt« l che Behandlung begeben.
* * Pateut-Erthettung. Verfahren zur Herstellung guter -Sutter auS schlechter (Zus. z. Pat. 88 522): R. Backhaus ti Lauterbach.
Der Deutsche Pomologe« Congreß beschloß, eine außer« ^deutliche Versammlung im Herbst 1897 in Hamb urg, ferner die nächste ordentliche Generalversammlung 1899 in Dresden abzuhalteu.
Friedberg. 6. October. Die hiesige ObstverwerthungS« Genossenschaft „Wetterau" erhielt auf der zur Zeit statt« svidenden ObstauSstellung in Cassel folgende Preise: 1) Einen c taatSpreiS (große silberne Medaille) für Birnen. 2) Für Änrpackung von Kernobst, welches einen Weg von 500 Kilo« Meter gemacht hat, Mk. 50. 3) Verpackung von Pfirsichen Mk. 20.
Butzbach, 6. October. Hier siegte die national« liberale Liste (Candtdat Dr. Bogt).
Darmstadt, 6 October. In Oppenheim scheint die Miederwahl von Schröder gesichert.
WormS, 6. October. Bet der gestrigen Wahl der Wahl« miinner siegte die n at i onallib er ale Partei, wodurch die Wiederwahl des ft therigen Abgeordneten Nik. Reinhard ge« sichert ist. Die freisinnige Partei hatte Wahlenthaltung pro« rlnmirt. — Im Wahlkreise Groß-Umsta d t erhielt der Kandidat der Antisemiten die Stimmenmehrheit.
Lampertheim, 6. October.'^RechtSanwalt Metz I. (Darm« stadt) wird wiedergewählt.
Mai«,. 5. October. Der hiesige Gewerbeverein hat fich auf dringende Befürwortung mehrerer JnnungS« meister mit einer Mehrheit von zwei Stimmen für den preußischen Gesetzentwurf über die Organisation deS Hand« Werks erklärt. Der Vorstand des Vereins hatte mit allen gegen eine Stimme entschieden die Ablehnung beantragt.
Schwurgericht.
W. Gieße«, den 6. October 1896.
Schluß der Verhandlung gegen den Taglöhner Heinrich Mangold von Raiurod wegen Meineid. Die Aussagen der Zeugen lauten widerspruchsvoll, so daß ein sicherer Anhalt für die Schuld oder Unschuld des Angeklagten nicht gegeben ist. Die den Geschworenen vorzulegenden Fragen lauten: 1) Ist der Angeklagte schuldig, am 14. October 1895 vor dem Schöffengericht zu Alsfeld unter seinem Eide wtffentlich Falsches bekundet zu haben? Hilfsfrage: Konnte die Angabe der Wahrheit gegen den Angeklagten selbst eine Verfolgung wegen eines vergehens nach sich ziehen? 2) Im Fall der Verneinung der Frage: Ist der Angeklagte schuldig, den am 14. October 1895 geschworenen Eid fahrlässig falsch ge« leistet zu haben?
Hierauf nahm Herr Staatsanwalt Zimmermann das Wort, an Hand der Thatsachen ausführend, daß der Angeklagte wiffentlich falsch geschworen habe. Der Herr Staatsanwalt bittet daher, die erste Frage zu bejahen, die gestellte Hilfsfrage aber zu verneinen. Was die zweite Frage betrifft, so behauptet Mangold selbst nicht, daß er fahrlässig falsch geschworen.
Der vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Weidig, warf zuerst die Frage auf: Hat der Angeklagte auch wirklich das beschworen, was man ihm nachsagt? von den 15 Zeugen hat dies nur ein Zeuge behauptet und dieser könne sich irren. So streng wie der Herr StaatSauwalt die Sache hinstelle, dürfe man eS mit dem, war unter Eid gesagt wird, nicht nehmen, denn wenn man jedes falsche Wort, welches unter Eid gesprochen, aber gar nicht zur Sache gehört, unter An
klage stellen wolle, dann würde der Vertreter der Staatsbehörde viele Anklagen wegen Meineid zu erheben haben. Auch der Vertheidiger ist der Meinung, daß die Htlfsfrage rund zu verneinen sei. Der Vertheidiger ist der Ansicht, die vorliegende Sache sei überhaupt kein Gegenstand einer Meineidsanklage.
Der Herr Staatsanwalt ist der Ansicht, e- komme gar nicht darauf an, ob die Bekundung wichtig ist oder nicht, die der Zeuge unter Eid macht. Hat er gelogen, so muß er bestraft werden, denn sonst würde die Rechtssicherheit bedenklich erschüttert werden.
Auch der Herr Vertheidiger tritt nochmals für seinen Clienten ein. Die Geschworenen sollten nicht nach dem Buch« staben des Gesetzes urthetlen, sondern sie sollten den gesunden Menschenverstand gelten laffen, sie sollten richten nach der That.
Nach erfolgter Rechtsbelehrung verkündet der Obmann der Geschworenen, Herr Fabrikant Busch«Gießen, den Wahrspruch derselben, der dahin lautet, daß sämmtliche Schuldfragen verneint seien. Hierauf wurde der Angeklagte frei- gesprochen.
W. Gießen, den 7. October 1896.
Heute Vormittag wurde verhandelt gegen den 40 Jahre alten verhetratheten Taglöhner Ludwig Ruppel von Hergersdorf, beschuldigt des Verbrechens wider die Sittlichkeit. Die Staatsbehörde wird vertreten durch Herrn Staatsanwalt Zimmermann. Die Vrrtheidigung führt Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr. 9 Zeugen und 1 medicintscher Sachverständiger find zu hören. Nach dem Anklagebeschluß ist der Angeklagte beschuldigt aus § 173 und 174 des R.-Str.-G. Ruppel ist vorbestraft. Die Verhandlung findet unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit statt.
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W. Gießen, 7. October. Auf dem heutigen Ochsenmarkt war ein einziger Ochse von Staufenberg aufgetrieben, der unverkauft wieder in die Heimath zurückbefördert wurde. — Der Auftrieb in Schweinen belief sich auf 100 bis 120 Stück. Käufer waren wenige am Markt. Gehandelt wurden: Ferkel, 6 Wochen alt, mit 18 bis 22 Mark, 12 Wochen alt mit 30 bis 36 Mark pro Paar. Fettoieh erzielte 46 bis 48 Mark pro Centner Schlachtgewicht. — Dreiviertel deS Auftriebes blieb unverkauft.
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Geh. Prof. 0. LIEBREICH, Berlin. „ Therapeutische Monatshefte," Juni, 189«.
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Berücksichtigend die Natur der wohlbekannten ungarischen Bitterwasser- Quellen, ist es der medicinischen Facultät offenbar von Wichtigkeit in autoritativer Weise versichert zu sein, dass die Exploitirung der Quellen in einer für therapeutische Zwecke zuverlässigen Weise geschieht, und nicht nur vom commerziellen Standpunkte aus gehandhabt wird. Aus diesem Grunde sind die Quellen, aus denen das ,, Apenta" Wasser gewonnen wird, unter die ausschliessliche Controlle der Königlich Ungarischen Chemischen Versuchsanstalt (Ministerium für Ackerbau) zu Budapest gestellt worden.
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