an fich reihe» würde. Durch feine Souderftelluug fei England im Stande, die Blocade zu vereiteln, jedoch sei die Möglichkeit vorhanden, daß England sich den Schritten der Mächte aoschließen werde, wenn sich die Türkei verpflichte, ihre Truppe» von Kreta zurückzuziehen, die Feindseligkeiten eiuzuftellen und die berechtigten Forderungen der Kretevfer auf der Basis des Vertrages von Haleppa zu erfüllen.
Konstantinopel, 6. August. Die Botschafter haben, veranlaßt durch die Rüstungen der Pforte, den Rath er- theilt, zunächst durch vorzeitige militärische Maßnahme» daS Vertrauen in die friedliche» Absichten der Türkei nicht zu störe». In diplomatischen Kreisen gibt man sich der Erwartung hin, daß die Pforte diese Rathschläge befolge» werde.
Berlin, 7. August. Die Kaiserin ist gestern Abend mit dem Prinzen Heinrich und Gefolge von Casiel »ach Wesel abgereist. Der Kaiser muß daS Zimmer hüten.
Berlin, 7. August. Heute findet hier der 6. Ver- band Stag des Verbandes deutscher uud österreichischer Eisenbahnbeamtenvereine statt.
Berlin, 7. August. Die Frt edwauu ' sche Broschüre über den Fall Kotze wurde Hierselbst gestern wegen Majestät». Beleidigung confiScirt.
Wien, 7. August. Der österreichische Thron- folger traf in den letzten Tagen unerwartet und uuaugesagt zu den Hochwtldjagdeu in Kärntheu ein.
Wien, 7. August. Seit vier Tagen fällt hier unauf- hörlich Regen. Mau befürchtet neue Calamitäten.
Rom, 7. August. Der Papst ist bedeutend wohler und hat gestern daS Bett verlosten. Derselbe empfing Rompolla uud wohnte der Cardinalcongregation bet.
Rom, 7. August. Der „Italia Militärs" zufolge wird Kassa la im October definitiv an die Engländer übergeben werden.
CocaU» und provittjklle».
Gießen, den 7. August.
Von der Universität. In der theologischen und juristischen Facultät wurden gestern die letzten Vorlesungen für daS beendete Semester gehalten.
** Von der Universität. Die PrüfuugScommissiou für das höhere Lehramt hat die mündliche Prüfung von 23 Candidateu gestern abgeschlosten. Nicht bestände» wurde die Prüfung von füuf, bedingt bestanden von vier Candi- daten. Die vierzehn übrigen erhielten zur Hälfte Zeugniste ersten, zur Hälfte Zeugnisse zweiten Grades.
** SteinS Garten. Heute Freitag Abend findet daS letzte Wochenconcert statt, für welches das Trompeter- CorpS des Magdeburgtschen Dragoner-RegimentS Nr. 6 gewonnen wurde. Dasselbe wird ein historisches Programm zur Ausführung bringen, auf welches hierdurch aufmerksam gemacht fei.
** OmuibnS - Verkehr. Nachdem die ASphaltirung der Marktstraße fertiggestellt ist, fahren die Omnibusse wieder in der früheren Weise Marktstraße, Schulstraße, N e u e b ä u e (Umsteigestelle Markt). Für kommenden Sonntag beabsichtigt der Vorstand gelegentlich des JugendsefteS des Turnvereins von Nachmittags 3 Uhr ab wieder einen fortwährenden Omnibusverkehr gleichwie beim Friedens- und Jugendfeft zwischen Markt- uud Phtlosopheuwald einzurichten. Der Stadtverkehr wird deshalb am Sonntag Nachmittag in gewohnter beschränkter Weise gefahren, während die Fahrten nach und von dem Schiffenbergerwald für diesen Tag ausnahmsweise ganz eingestellt werden. Der Fahrpreis beträgt 20 Pfennig.
* • Vergrößerung der SchlachthauSbauteu. Dem Vernehmen nach beschäftigt sich unser Stadtbauamt z. Zt. mit der Vergrößerung der Bauten unseres Schlachthofes.
* * Vogelsberger Höhenclub. Den Bemühungen des Herrn Dr. Schäffer in Freiensteinau ist es gelungen, eine „Section Freiensteinau" des Vogelsberger Höhenclubs zu gründen. Derselbe zählt bereits 25 Mitglieder, doch hoffen wir, daß diese Zahl noch einst die höchst erreichbare wird. Man beabsichtigt, wie wir hören, die Erbauung eines AuS- sichtSthurmS auf dem WinterSberg durchzusetzen.
• • Zu Amerika verstorbene Heffev. In Columbus (Ohio), am 6. Juli: Peter Schäfer aus Darmstadt. In Dayton (Ohio): Christian Groß aus Rodheim. In New-Uork: Heinrich Wagner aus Friedberg.
* * Postalisches. Zur Verminderung und Erleichterung des BaargeldumsatzeS besteht bei der Reichspostverwaltung feit dem Jahre 1883 die Einrichtung, daß die auf Postanweisungen auszuzahlenden Beträge den Empfängern nicht baar gezahlt, sondern auf deren Giroconto bei der Reichsbank gutgeschrieben werden können. Diese Einrichtung erspart den betheiligten Empfängern die Zeit und Mühe des GeldzählenS für jede einzelne Zahlung, die Aufbewahrung des Geldes uud die Beförderung desselben zur Reichsbank- sie verhindert, waS für die Abholer von Postanweisungen von besonderer Wichtigkeit ist, die Auszahlung der Beträge an Unberechtigte und vereinfacht daS Verfahren insofern, als nicht über den Betrag jeder einzelnen Postanweisung, sondern über alle zur gleichen Zeit überbrachten Postanweisungen zusammen ein Anerkennrniß zu ertheilen ist. Außerdem werden durch das Postgiroverfahren alle Gefahren und Weiterungen beseitigt, welche mit der Geldbeförderung von Stelle zu Stelle, mit der Zählung des Geldes und der Ausstellung vieler Einzelqaittungen verbunden find. An dem Giroauszahlungsverfahren könne» solche Empfänger von Postanweisungen theilnehmeu, welche zu den Girokunden der Reichsbank gehören uud mindestens monatlich 1000 Mk. auf Postanweisungen empfangen. Das Verfahre» kann auch auf solche Personen Anwendung finden, welche zwar an einem anderen als dem mit dem Postgiroverfahren auSgestatteteu Orte wohnen, aber ihr Giroconto bei der Reichsbankanstalt deS letztere» haben. Die mit dem Verfahren verbundene» Vortheile find im Laufe der Jahre von den betheiligten
Kreise» immer mehr erkannt worden, sodaß die neue Einrichtung von Jahr zu Jahr einen erfreuliche» Fortschritt genommen hat. Ende März 1895 bestand die mit nur 91 Theilnehmeru in Berlin ins Leben getretene Einrichtung bereit» an 123 Orten, welchen inzwischen noch 4 Orte hinzu- getreten find. ES betrug die Zahl der Theilnehmer 2178 — 30,7 pCt. der zum Beitritt berechtigten Gtrokunden, die Zahl der jährlich durch Giroverkehr beglichenen Post- auweisungen 6 900 540 = 13,6 pCt. der au den betheiligten Orten überhaupt eiugegangeueu Postanweisungen, die Summe der jährlich durch Giroverkehr beglichene» PostauweisungS- beträge 480 Millionen Mark = 17,2 pEt. der an den be- theiligte» Orte» überhaupt ausgezahlten PostauweifungS- beträge. Hiernach hat der Poftgiroverkehr in der verhältutß- mäßig kurzen Zeit seines Bestehens bereits einen namhaften Umfang erreicht. Jndeffeu ist daS Verfahren noch einer erheblichen weiteren Ausdehnung fähig, da von 7096 zur Theilnahme berechtigten Inhabern eines Giroconto» bei der Reichsbank noch nicht der dritte Theil dem Verfahren beigetreten ist. Durch den Poftauwetsung»-Giroverkehr werden alle beim Baarverkehr betheiligten Stellen entlastet, die Baar- sendungeu vermindert, der Umlauf der Zahlungsmittel beschleunigt. Angesicht» dieser wirthschastlichen Vortheile ist eß in hohem Maße wüuschenswerth, daß die Ueberzeugung von dem Nutzen der Einrichtung noch mehr als bisher in die betheiligten Kreise dringen möge.
♦* * Stiftungen uud Vermächtnisse. Im Lause deS zweiten Quartals 1896 sind vom Großherzog u. A. nachstehende Stiftungen und Vermächtnisse bestätigt und hiernach die betreffenden Behörden zu deren Annahme ermächtigt worden: Schenkung der evangelischen Kirchengemetnde zu Geiß-Nidda an die evangelische Kirche zu Affolterbach, bestehend in einer Orgel im ungefähren Werthe von 300 Mk. - Schenkung des evangelischen Vereins zu Bürgel an die evangelische Kirche zu Bieber für den KircheubaufondS, im Betrage von 200 Mk. - Schenkung der Ehefrau Heinrich Breimer zu Frankfurt a. M. an die Gemeinde Beerfelden zur Unterstützung Ortsarmer, im Betrage von 3000 Mk.- Schenkung des Simon Blad aus Büdesheim, wohnhaft in Berlin, an die Stadt Bingen zur Unterstützung junger aufstrebender Talente von Personen beiderlei Geschlechts auf dem Gebiete der Kunst, Wiffenschaft uud des Handwerks, im Betrage von ca. 300,000 Mk.- Vermächtniß der Wtttwe des Pfarrers Voglers zu Hühnlein an die evangelische Kirche daselbst mit der Bestimmung, daß die jährlichen Zinsen daraus an die Armen dieser Gemeinde vertheilt werden sollen, im Betrage von 200 Mk.,- Schenkung der Gebrüder Simon und Max Neu zu Darmstadt an die israelitische ReligtonS gemeinde daselbst als Grundstock für ein zu errichtendes jüdisches Krankenhaus, im Betrage von 1000 Mk. - Vermächtniß der Frau Dr. Stanelli Wtwe. Franziska, geb. Perchel, zu Wiesbaden an die evangelische Kirche zu Bodenheim—Nackenheim, im Betrage von 500 Mk.- Vermächtniß der Lehrerin Luise Steuernagel zu Mainz an den evangelischen Ktrchenbauvereiu daselbst als Beitrag zur Er bauung einer zweiten evangelischen Kirche, im Betrage von 250 Mk.- Schenkung des evangelische» KtrchenbauvereinS Groß-Steinheim an die evangelische Kirche daselbst für den Ktrchenbaufonds, im Betrage von 228 Mk. 69 Pfg.- Schenkung deS Oberamtsrichters, Geh. Justtzraihs Hempel in Lauterbach an die evangelische Kirche zu Wening» für die Einrichtung der Kirchenheizung daselbst, im Betrage von 500 Mk. - Schenkung des Simon Blad aus Büdesheim, wohnhaft in Berlin, an die Stadt Mainz zur Unterstützung junger aufstrebender Talente von Personen beiderlei Geschlechts auf dem Gebiete der Kunst, Wiffenschaft und des Handwerks, im Betrage von ca. 300,000 Mk.- Schenkung des Theodor Erckel in Frankfurt a. M. an die Gemeinde Neu - Isenburg zur Beschaffung von Kleidern für Confirmandinnen, im Betrage von 1000 Mk. - Vermächtniß deS Ober-Appella- tionS- und KaffationSgerichtSrathS, Geheimerath Dr. Joseph Röder zu Darmstadt an die Stadt Mainz zur Unterstützung von ohne ihr Verschulden in Noth geratenen Mainzer Familien, im Betrage von 10,000 Mk.- Vermächtniß der Privatiu Luise Harteneck zu Darmstadt an das städtische Krankenhaus daselbst, im Betrage von 1000 Mk.- Schenkung deS Majors a. D. Hallwachs an die Stadt Darmstadt zur Unterhaltung eines ErbbegräbniffeS, im Betrage von 600 Mk.- Schenkung eines Ungenannten an die evangelische Kirche zu Zwingenberg zur Ausschmückung des Innern der Kirche, im Betrage von 250 Mk. - Schenkung der Friedrich Philipps Wtwe., Anna Katharina, geb. Kahlbach, zu Trebur an die evangelische Kirche daselbst mit der Bestimmung, daß die Zinsen daran» jährlich an die Ortsarmen vertheilt werden sollen, im Betrage von 200 Mk. - Schenkung der Oskar Tscherning Eheleute zu Hetlbronn an die Realschule in Wimpfen zur Verwendung für Schulzwecke, im Betrage von 300 Mk.- Vermächtniß des LaudwirthS Philipp Jacob SDbenauer VI. zu Nieder-FlörShetm an die evangelische Kirche daselbst, mit der Bestimmung, daß die Zinsen daraus alljährlich an die ältesten und die bedürftigsten Einwohner dieser Gemeinde vertheilt werden sollen, im Betrage von 600 Mk. - Schenkungen an die evangelische Kirche zu Beuern und zwar: a. von Ungenannten in dieser Gemeinde zur Einrichtung einer Kirchenheizung, im Betrage von 343 Mk. 92 Pfg. - b. deS evangelischen Pfarrer« Vogel zu Beuern, sowie von Ungenannten in dieser Gemeinde und von auswärts zur Errichtung einer Kleinkinderschule, im Betrage von 1928 Mk. 65 Pfg. - Schenkung des Rentners August Kautzmann zu Deidesheim an die Gemeinde Groß-Rohr» | heim mit der Bestimmung, daß aus den Erträgniffen alljährlich am Todestage seines Vaters, des verstorbenen Lehrers Johanne» Kautzmann (31. März), an die Kinder der dritte» Schule Bretzeln zu 10 Pfg. baß Stück vertheilt werden sollen und ein etwaiger Ueberschuß den würdigsten Armen der Gemeinde zugute kommen soll, im Betrage von 500 Mk. - Schenkung bcß Zabig Gröbel unb besten Söhne Hermann, ’ Bernhard uud Albert an die Ludwig» uud Elise Gröbel-
Stiftung in Friedberg im Betrage von 2000 2Rt; Schenkung der Wtttwe bcß Consulß Georg Adam Wiener, Elisabeth, geb. von Bechtold, zu Darmstabt an daß Mathilden- Laubkrankeuhauß daselbst, im Betrage von 200 Mk.- Schenkung des Oberförsters Bückmg in Büdingen zu Gunsten der Armen der Gemeinde Romrod, im Betrage von 2000 Mk.- Schenkung des Fabrikanten, Landtagsabgeordneten Euler in Bensheim an die Stadt Bensheim zu Gunsten der Armen, im Betrage von 10,000 Mk.- Vermächtniß des in New York verstorbenen Johann Endlich aus Ebcrstadt, KretS Dar», stadt, an die evangelische Kirche daselbst zur Unterhaltung der Gräber seiner Eltern, im Betrage von 412 Mk. 32 Pfg.
•• Mauoverseuduugeu. Au» Anlaß der bevorstehende, Herbstübungeu wird darauf aufmerksam gemacht, daß auf eine sichere, unverzögerte Beförderung an die Offiziere, Bea«rv und Mannschaften der manövrirende» Truppen geridnttti Postsendungen nur dann zu rechnen ist, wenn dieselben ewr genaue und deutliche Aufschrift tragen. Zur genauen Aus. fchrift gehört außer Angabe de» NameuS und beß Dienst, grabeß beß Empfängers bie Bezeichnung beß Trupperttheiles — Regiment, Bataillon, Compagnie, EScabrov, Batterie, Colonne rc. — unb waß besonberß wichtig ist, bie Angabe beß stäubigen GarnisonorteS beß Empsäugerß. Nur wenn ber letztere auf ben Senbungeu verzeichnet ist, vermögen die Poftanstalten bie Zuführung ber Senbung an ben Empfänger ohne Zeitverlust zu bewirken. Die Abresfirung muß bemnach im Wesentlichen so erfolgen, als ob ber Empfänger die Garnison gar nicht verlosten hat. Die Angabe im Manöver- terraiv ober bie Bezeichnung eines MarsctquartierS als Bestimmungsort ist zu vermeiben. Besonbers wirb barauf aufmerksam gemacht, baß auch bei ben an die Offiziere und Militärbeamten gerichteten Senbuvgen bie genaue Bezeichnung beß Truppentheiles erforberlich ist. Senbungen auß ben Garnisonorte selbst finb gleichfallß mit bem Garnisonorte zn bezeichnen.
♦♦ Erbarmt Euch der Kettenhunde, gebt regelmäßig reichliches und gutes Futter unb in ber heißen Jahreßzeit täglich öfter frisches Master - haltet streng auf größte Reinlichkeit in unb neben ber Hütte - stellt bieselbe im Sommer an einem schattigen Platze auf - beschafft eine lange Kette und breites, nicht drückendes Halsband, damit sich die armen Gefangenen wenigstens möglichst frei bewegen können. In gleicher Weise sorge man für die Zughunde.
□ Ruppertenrod, 6. August. Zu unserer Mittheiluog über ben bemerkenSwerthen Schaben, welcher von Raben in unserer Gemarkung verursacht wird, ist ergänzend nachzutragen, daß es keinesfalls an unserer Gemeindeverwaltung gelegen ist, wenn dem Uederhandnehmen ber Raben Seitens ber Jagbbefitzer, benen ber Abschuß rechtmäßig in erster Linie zusteht, nicht bester entgegenzuwirken gesucht wird. AuS ber Gemeindekaffe wirb für jeben gelieferten Raben eine Vergütung von 20 Pfg. bezahlt, gewiß ein entsprechen- ber Betrag. Wenn nun beste» ungeachtet die Jäger sich doch nicht mit dem Abschieben der Raden beschästigev, st geschieht dies aus dem Grunde, weil die Jagd auf Raben um diese Zeit nur sehr wenig von Erfolg begleitet ist. Der Rabe ist eben ein so vorsichtig kluges Thier, daß et aui größerer Entfernung als Schußweite de» Jäger vo» eine« anderen Manne genau zu unterscheiden weiß. Er sucht deshalb bei Zeiten die sichere Weite auf unb ber Jäger hat bat Nachsehen. Jrn Winter bagegen, wo ber Hunger ben Rabea weniger vorsichtig sein läßt, kann man seiner leichter habhaft werben. Arn besten ist wohl eine Verrninberung ber 9?oben ba zu erzielen, wo sie, z. B. in Ober-Ohmen, ihre allabendliche Sammlung habe» unb oft zu Tausenben eriche'nen. Hierbei bürste allerbingS durch Gift mehr zu erreichen sein ols durch Schrot.
f Usenborn, Kreis Büdingen, 6. August. Nächst« Mittwoch findet in hiesiger evangelisch - lutherischer Gemeinde das Missionsfeft statt.
♦ Karlsruhe, 6. August. Premierlieutenant v. Goeler- Ravensburg vom Lützow Regiment iu Rastatt, commanbirt zur Kriegsakademie und jetzt beim hiesigen Leibdragoner. Regiment, stürzte heute früh bei einer Felddienstübung st unglücklich vom Pferde, daß er einen Schäbelbruch erlitt unb sofort tobt war.
• Ulm, 29. Juli. Vier Strolche haben gestern Früh nach ber „Schnellpost" einen frechen Streich beim Ruhe- thal ausgeführt. Einer berselben gab sich als Polizeiwachl- meister aus, bie anberen spielten die Fahnber, alle waren mit Prügeln bewaffnet unb es sollen Personen angelalten unb „im Namen beS Gesetzes" einer Leibesvisitation unterworfen worben fein. Ein Mann soll sich haben entkleiden müffen, bie Habe wurde ihm als „verdächtig" abgenommen. Der Betreffende soll, nachdem er von den „Polizisten* notirt war, „vorläufig" wieder entlasten worden und in bie Stadt geeilt sein, um auf der nächsten Polizeiftati* Anzeige zu erstatten. Nuu wurde eine wirkliche Razzia ausgeführt und eS gelang, die Strolche noch rechtzeitig 1° erwischen, die nun geschloffen in die Stadt transportirt wurden.
• Schwugglerlist. AuS Triest wird folgende» Se- schichtchen erzählt: Seit einigen Tagen pafsirte hier jeden Nachmittag ein Kindermädchen mit einem dichtverhangenen Wägelchen die Miramarstraße, um am selbe» Nachmittage/ wenn die Sonne noch mit versengender Gluth herabschien, in die Stadt zurückzukehren. Die Verzehruugßsteuerbeamten, die natürlich alle Vorgänge auf der Straße mit begreifliche* Jutereste verfolgen, konnte» fich beß Mitleibeß mit dein kleine» Wurm, ber alle Tage in der größte» Hitze spazieren
geführt wurde, nicht erwehren. Aber auch ein Verdacht regte fich in ihnen und dieser Tage hielten fie daß Kindtt> mädcheu, sowie eine dem Wagen folgende Frau, auscheineu» die „Mama" beß Kleinen, an, unb erbaten fich die Erlaubnis,
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