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1896
Mittwoch dm 8- Juli
Erstes Blatt
Kt. 158
Amts- «nd Anzeigeblatt für den Urei» Gieren
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Der kreptrten oder getödtetm Thiere
Die Gießener »«»tttewötäller Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
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v. Gagern.
Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme de» Montag».
Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thierarzt festgestellt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Ca- daver.
teressenten unter dem Hinweise einlade, daß Die erscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind.
Friedberg, den 1. Juli 1896.
Der BereinigungS-Commissär:
I. V.: Muhl, Großh. Regierungsassessor.
vierteljähriger Avonnementrprei» st 2 Mark 20 Pfg. mti Bringerlohn.
Durch die Post bezöge«. 2 Mark 50 Pfg.
Ncdaction, Lxpeditto»' und Druckerei:
Schnlstrahe Jt.l Fernsprecher 51.
Die Berufsbewegung im Königreich Sachse«.
In der Zeit großer wtrthschaftlicher und socialer Kämpfe ist eS so lehrreich, auS einem Staate, in welchem die Berufs- zweige der menschlichen Thätigkeit vollzählig und hoch ent- wickelt vorhanden find, einmal die Bewegung in den ver- schtedenen Berufsarten, wie sich solche in den letzten 13 Jahren nach den Zählungsergebnissen vollzog, kennen zu lernen. Sehr charakteristisch ist dabei, daß im Königreich Sachsen sich die Bewegung in den Berufsarten so vollzog, daß der Land- Wirtschaft sich weniger Personen als früher widmen. Während der Antheil der Landwirthschaft treibenden Bevölkerung von 20 auf 15 Proceut zurückging, stieg der Antheil der Industrie von 56 auf 58, der Antheil deö Handels von 12 auf 14, der Antheil des öffentlichen Dienstes von 4,9 auf 5,4 und der Antheil der Berufslosen von 5,1 auf 6,3 Proceut. Nur der Antheil der Personen, die außerhalb ihrer Wohnung häusliche Dienste leisten, ist neben dem der Landwirthschaft noch gesunken. Die folgende Tabelle zeigt die Zahlen der im Jahre 1895 und im Jahre 1882 in den einzelnen Berufs- klassen im Königreich Sachsen beschäftigten Personen._______
Bekanntmachung.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg, hier den allgemeinen Meliorationsplan vom 2. und 3. Feld.
In der Zeit vom 3. Juli d. I. bis einschließlich 17. Juli d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Staufenberg zur Einsicht der Betheiligten offen: 1. der allgemeine Meliorationsplan, 2. Erläuterungsbericht und Prüfungsprotocoll zu demselben, 3. das Protocollbuch, enthaltend das Protocoll über die
Prüfung der beantragten Abänderungen des allgemeinen Meliorationsplanes vom 2. und 3. Felde.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen gegen die Abänderungen des allgemeinen Meliorationsplanes vom 2. und 3. Felde, welche schriftlich einzureichen sind, findet statt Samstag, 18. Juli 1896, Borm. 9«/, bis 10% Uhr, ittf dem Gemeindehaus zu Staufenberg, wozu ich die Jn-
Wslstr telegraphisches Lorrespondmz-Burea»
Berlin, 6. Juli. DaS „Marine Verordnungsblatt" meldet: Der Kaiser theilte durch Ordre vom 1. Juli den Panzer „Kaiser Friedrich III. “ der Marineftation der Nordsee zu.
Berlin, 6. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Namen der Ehrenritter deS Johanniter-Ordens, denen der Herrenmeifter Prinz Albrecht von Preußen am 24. Juli tu der Johanniter-OrdenSktrche in Sonnenburg
AnrtUcher Tbeil.
Bekanntmachung.
betreffend: die Maul« und Klauenseuche.
Die zu Kirch-GönS, Kreis Friedberg, und Nieder- Ofleiden, Kreis Alsfeld, ausgebrocheue Maul- und Klauen- seuche ist wieder erloschen. Die Sperrmaßregeln find aufgehoben.
Gießen, den 6. Juli 1896.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Gießener Anzeig er
Kenerat-Wnzeiger.
Rttrerschlag und Investitur ertheilt. ES befinden fich unter denselben Staatsminifter v. Köller, Chef der Reichscanzlet Freiherr von WilmowSky, Vortragender Rath im Auswärtigen Amte, Graf v. Pourtalös und StaatSsecretär Graf PosadowSkh.
Bremen, 6. Juli. Die Rettungsstation Buesum tele- graphirt: Am 5. Juli wurden von dem am Buschsand gestrandeten Fischkutter Nr. 3228 der Capitän Griebel und drei Personen durch daS Rettungsboot „Buesum" gerettet.
Straßburg, 6. Juli. Wie dem „Straßb. Tgbl." aus Mülhausen i. E. gemeldet wird, hat der BezirkSprästdent von Oberelsaß die Wahl des Reichstagsabgeordneten Bueb zum Mttgliede des GemeinderatheS der Stadt Mülhausen nicht bestätigt, weil Bueb keine Steuern bezahlt.
Odde, 6. Juli. Der Kaiser unternahm gestern Nachmittag einen Spaziergang. Er nimmt heute daS Frühstück am Lotefoß ein, wohin er fich mit der Reisegesellschaft mittelst CarriolS begibt.
Reval, 6. Juli. Gestern fand zu Ehren der deutschen Seeleute ein Ball statt, dem auch der Gouverneur bet- wohnte. Der Capitän zur See Thiele, Commandant de- SchulschiffeS „Stosch", brachte etnenToaft auf KaiserNikolauS II. auS, der Hafen-Commandant von Reval, Admiral Wilken, toastete auf Kaiser Wilhelm II.; hierauf faud ein Tanz statt, an dem die deutschen und russischen Seeleute theilnahmen. Heute gibt der deutsche Viceconsul Koch ein Festeffen zu Ehren der deutschen Seeleute.
Figuera», 6. Juli. Zahlreiche französischeBürger- meister kamen in einem Verguügungszuge hier an und wohnten dem Stiergefecht bei. Die Menge begrüßte die Gäste freundlich. Die Stadt gab ein Bankett, bei welchem der Bürgermeister von Ftgueras in einem Toaste das französische Volk verherrlichte. Ein sranzösischer Bürger- meister dankte und toastete auf die französisch-spanische Allianz.
Rio de Janeiro, 5. Juli. Gestern Abend platze vor dem Spielhause eine Dynamit-Bombe, worauf das Haus von bewaffneten Personen angegriffen wurde. Eine Anzahl Personen wurde getödtet und verletzt. Man glaubt an ein Einverständniß mit der Polizei.
Berlin, 6. Juli. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern in Alt-Auffee eingetroffen.
Berlin, 6. Juli. Freiherr von Hammerstein wird die gegen ihn erkannte Zuchthausstrafe in der Strafanstalt Moabit verbüßen. Seine Angehörigen sollen fich mit einer diesbezügltchm Bitte an den Minister des Innern gewandt und dieser seine Zustimmung dazu ertheilt haben.
Berlin, 6. Juli. Nach einer Mittheilung des Auswärtigen Amts hat General Simon Sam seine Wahl zum Oberhaupt der Republik Haiti dem Kaiser angezeigt.
Berlin, 6. Juli. Wie daS „Kl. Journ." mitiheilt, ist in Sachen Hermann Friedmann bereits am 16. Juni Seitens der Staatsanwaltschaft gegen 17 zum Thetl bisher als hochachtbar bekannte Berliner Firmen das Strafverfahren wegen Wucher eingeleitet worden.
Berlin, 6. Juli. Trotz der ungünstigen Witterung hatten fich gestern ca. 90,000 Personen in der Gewerbe-Ausstellung etngefunden. Auch die Restaurateure haben ein ganz gutes Geschäft gemacht.
Frankfurt a. M-, 6. Juli. Die „Franks. Ztg." meldet aus Gera: Die Broschüre „Wilhelm II., die Revolution von oben" rc., welche dieser Tage in Zürich erschienen ist, wurde wegen der darin enthaltenen MajestätSbeleidiguugen c o n f i s c i r t.
Wiesbaden, 6. Juli. Die Kaiserin Friedrich ist heute Mittag 1 Uhr zum Besuche deS Königs von Dänemark hier etugetroffeu. Dieselbe nahm bei demselben daS Frühstück cm und besuchte später die Ridder'sche Haushaltungsschule. Die Kaiserin fährt heute Nachmittag nach Cronberg zurück.
Elberfeld, 6. Juli. Auf der zu Elberfeld gehörigen Bahnstation „Am DöppeSberg" faud gestern Abend IO1/» Uhr ctn Erdrutsch statt, wodurch zwei Geleise gesperrt wurden. Ein Geleise konnte bereits wieder frei gemacht werden. Bei den AufräumungSarbeiten ist die größte Vorficht erforderlich.
Leipzig, 6. Juli. Heute fand vor dem DtSciplinarbof deS Reichsgerichts die Verhandlung gegen den Assessor Wehl an statt, der am 17. Januar d. IS. von dem Dis- ciplinargericht zu Potsdam zu einer Geldstrafe von 500 Mk. verurtheilt worden ist. Gleichzeitig hatte daS Gericht auf dessen Verletzung in ein anderes Amt mit dem gleichen Range erkannt. Der Vertreter des auswärtigen Amtes, LegattonS- rath Rohde, legte Berufung gegen dieses Unheil ein. Dieselbe wurde heute verworseu, wodurch daS Potsdamer Urtheil bestätigt wird.
^Berufsjgrup p e
Landwirthschaft, Gärtnerei, Thierzucht Textilindustrie Baugewerbe Bekleidung und Reinigung Handelsgewerbe Ohne Beruf Oeffentlicher Dienst Metallverarbeitung Verkehrögewerbe NahrungS- und Genußmittel Holz- und Schnitzftoffe Maschinen, Werkzeuge re. Steine und Erden Berg- und Hüttenwesen Papier und Leder Beherbergung und Erquickung Häusliche Dienste rc. Typographische Gewerbe Forstwirthschaft und Fischerei Chemische Industrie Fette, Oele rc. Kunst und Kuostgewerbe Versicherung Zweifelhaft
Die Kopfzahl der landwirthschaftlichen Bevölkerung ging sonach in diesen 13 Jahren von 578592 auf 540830 zurück, die Kopfzahl der Berufsgruppe „häusliche Dienste" von 53584 auf 45655. Ju allen übrigen Berufsgruppen hat fich die Kopfzahl erhöht, in den meisten sogar sehr erheblich, so namentlich im Baugewerbe, in der Metallverarbeitung, dem Verkehrögewerbe, dem Handelsgewerbe und dem öffentlichen Dienst. Infolgedessen hat fich auch die Reihenfolge der Berufsgruppen nicht unwesentlich verschoben. Obenan, als zahlreichster Beruf, steht zwar noch immer die Landwirthschaft. Ihr folgt, wie bisher, die Textilindustrie, dann daS Baugewerbe, daS Bekleidungsgewerbe, der Handel und der öffentliche Dienst.
Deutfcbe» Reich.
Darmstadt, 6. Juli. DaS Großherzogltche Paar mit den Prinzessinnen ist auS Rußland hier eiu- getroffeu.
Tabelle
über die in der Gemeinde........vom .... 18 . .
bis .... 18 . . crepirten oder getödteten Thiere.
Bekanntmachung.
Infolge Verfügung Großh. Ministeriums deS Innern und der Justiz vom 27. v. MtS. ist die Abhaltung des für den 13. und 14. Juli l. IS. geplanten Vieh- «arkteS zu Ulrichstein unter der Bedingung genehmigt, daß nur Thiere aus unverseuchten Orten der Kreise Schotten, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Friedberg und Büdingen, Thiere »oh Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens 7 Tage in uuverseuchten Orten fraglicher Kreise iu seuchefreiem Zustande zugebracht haben, aufgetrteben werden dürfen.
Schotten, den 1. Juli 1896.
GroßherzogltcheS KreiSamt Schotten.
Schönfeld.__________________
Gießen, am 8. Juli 1896.
Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen « die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf a.d.Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Oroßen-Linden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Ach, Muschenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Raberts- hausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe.
Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der. in unserem Augschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spalte „Bemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadavers nicht zu
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Ausländer nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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