Ausgabe 
8.3.1896 Erstes Blatt
 
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Abeudfitzuugeu abzuhalten. stehen sowohl beim Etat der I allgemeinen Finanzverwaltuug, als beim Erat der Staats« fchuldenoerwaltuna größere Debatten zu erwarten, außerdem wird der CultuSetat noch einen erheblichen Theil der nächsten Woche in Anspruch nehmen.

Berlin, «.März. Die Anarchisten Berlins haben unter dem NamenFreie anarchistisch socialistische Bereinigung" eine feste Organisation geschaffen. Don den Mitgliedern werden Beiträge nach Belieben erhoben. Die Bereinigung wird wehr als bisher öffentliche Versammlungen abhalten. An der Spitze der Bereinigung stehen Gustav Landauer, Spohr, PeterSdorff und andere Berliner Anarchisten.

Frankfurt a. M., 6. März. DerFranks. Ztg." wird au» Rom folgende augenblicklich curfirende Minister liste gemeldet: di Rudini Präsidium und Inneres, Ricotti Krieg, BiSconti AeußereS, de Breu Marine, Perazzi Finanzen, Cremona Unterricht, Costa oder GiautureS Justiz und Luzzatti Schatz.

Solu, 6. März. Der römische Correspondeut derKöln. Ztg." meldet, daß sich der König Humbert, trotzdem die Kundgebungen in den letzten Tagen einen großen Eindruck auf ihn gemacht hätten, nur schwer entschließen könne, auf die Fortsetzung deS afrikanischen Feldzuges zu per« zichten. Rudini sei indeffen fest entschlossen, den Krieg nicht weiterzusühreu. Dies sei die Hauptbedingung für Uebernahme deS CabinetS. In gleichem Sinne redete der Reisende Franzoi auf den König ein. Franzoi brachte mehrere Jahre am Hofe Meuelik» zu und wurde in den letzten Tagen zum Könige befohlen, um aus seiner Kenntniß der Dinge Rath zu ertheilen. Franzoi versicherte, daß er den Krieg gegen Abessynien für aussichtslos halte.

Nürnberg, 6. März. Seit gestern Nachmittag striken die Ghpsarbeiter und ©tuccateure. Ein Strike der Horn« und Kammarbeiter steht bevor, falls dieselben nicht die von ihnen verlangten 20 pCt. Lohnerhöhung erhalten.

Loudon, 6. März. Zu den Ereignissen in Italien bemerkt derDaily Telegraph", daß CriSpi' den Todesstoß gegen Italien geführt habe. Der Dreibund sei tobt und kein Minister könne denselben wieder lebendig machen.

Schwurgericht.

W. Gießen, den 6. März 1896. Schluß der Verhandlung gegen Nathan Sommer von Crainfeld wegen Meineid.

In der heutigen Verhandlung wurde mit der Berueh- mung der Zeugen Kaspar Dietrich II. und III. von Frauenstein fortgefahren. Sie bekunden übereinstimmend, daß der Schimmel 1891 im Winter oder 1892 im Sommer gelahmt habe.Heinrich Hergenröder von Lichenrod bezeugt, daß der Angeklagte einige Male mit dem Schimmel an seinem Hause vorbei gefahren. Das Thier habe nicht den Berg hinauf gekonnt, es war spatlahm. Es wird nun der Vater deS Angeklagten, Faist Sommer, unvereidet vernommen. Der Zeuge bestreitet, den Kübel gefragt zu haben, als er baß Pferd baß zweite Mal vou ihm über­nommen hat, ob baß Thier lahme. Der Schimmel habe bei ihm nie geschnappt ober gelahmt. Der Zeuge erklärt, ben Eib, ben sein Sohn geleistet, in gleicher Lage selbst ge­schworen zu haben. Die Vereidigung beß Zeugen wirb nicht beantragt. Der Hufschmieb Sebastian Möller von Cr anseld hat ben Schimmel einmal am Borberhuf beschlagen, und die fehlerhaften Hufe babti gefunden, baß Thier habe gelahmt, und habe er den Sommer darauf aufmerksam ge­macht. Es könne 3 Jahre her fein, baß biefeß passirt sei. Daß Pferb habe ber Angeklagte Nathan Sommer selbst zum Beschlag gebracht. Angeklagter bestreitet, mit bem Pserd bei Möller gewesen zu sein. Seb. Müller VI., Schreiner von Crainfeld, Nachbar vou Sommer, bezeugt, daß daß Schimmelpferd fehlerhaft an ben Füßen war, gelahmt habe nicht, roenigftenß kann Zeuge biefeß nicht sagen. Bürgermeister Schmalbach IV. von Crainfeld erklärt, er habe nie etwas Belastendes über Sommer gehört. Der Angeklagte fei allerdings etwas rechthaberisch. Der Pferbe­handel ber Sommers fei unbebeutenb, dagegen fei ber Vieh- hanbel, ben sie treiben, sehr bedeutend. ES folgte nun die Vernehmung der von ber Vertheidigung gdabenen Zeugen. Hirsch Stern von Crainfeld hat am Tage des Verkaufs deS ThiereS an Seipel die Fahrt nach Ulmbach mitgemacht. Der Schimmel habe auf der Tour nicht gelahmt. Leopold Sommer von Crainfeld hat das Thier 1892 für 151 Mk. erworben und nach 14 Tagen weiter verkauft. Daß Pferd war, trotzdem noch jung war, auf den Vorderbeinen ver­braucht. Loeb Stern, Viehhändler von Engelrod, hat ein Mal eine Tour mit dem Schimmel gemacht, das Thier ging dabei sehr flott, mußte aber angetrieben werden. Joseph Joh. Schneider, Leinweber von Herbstein, hat 1893 den Schimmel im Schlitten gefahren, derselbe ging flott und schnappte nicht. Eduard Kröbcr, Gastwirth in Hörb, ist mit dem Schimmel, alß ihn Kröling hatte, nach Wächierßbach gefahren, ging die Tour sehr gut, zwar langsam, aber gelahmt hatte daß Pferd nicht. PH. Wolf von Orb hat den Schimmel von Ey für 130 Mk ohne Wahrung gekauft und denselben für 200 Mk. mit Währung weiter verkauft. Der Gaul habe nur leichte Arbeit get^an. Anton Keiling von Otb hat ben Schimmel von Wolf gekauft, er hatte gehört, daß Thier fei lahm, aber beim Rauf habe er nur em zarteß Auftreten beobachtet, feine Arbeit hat das Thier gethan.

Mathäuß Elsässer in Wiesen in Bayern, der jetzige Besitzer beß Schimmels, erklärt baß Thier für willig und folgsam, fei aber für schwere Arbeit nicht geeignet. Der Beuge benutzt baß Thier zur Felbarbeit. Der Schimmel habe ihm 203 Mk. gekostet, er habe ihn mit 50 Mk. Gewinn ver­kaufen können. August Elsässer in Wiesen in Bayern erklärt, btn Schimmel habe er im leimten Wägelchen selber gefahren, daß Thier fei willig und fei gern gelaufen. Makler Grüne bäum in Ulrichstein ist von Ey aufgeforbert

worden, ihm beim Pferdekaus zu helfen. Unter welchen Be« diugungen ber Handel geschlossen, wisse er nicht mehr. Es wirb ber Zeuge Ey vorgerufen. Derselbe erklärt, von ber Post wegen Betrugsversuch entlassen worben zu fein, außerdem 6 Monat Gefäugniß erhalten zu haben. Die Zeugenvernehmung ist damit beendet. Thierarzt Nuß er­klärt alß Sachverständiger, daß sich bei dem Pferd seit dem zweiten Jahre ein Zwang- und Flachhuf gebildet habe, der nur allein am ordentlichen Gebrauch ber Borderfüße ab­hielt. Der Sachverständige glaubt, daß jeder Bauer die ab­norme Hufbildung beß Pferde» hätte sehen müssen. Dieser Fehler fei zu vermindern, wenn ein entsprechender Beschlag aufgelegt wird. Professor Dr. Pflug erklärt, am ver­gangenen Dienßtag daß Pferd in Wiesen gesehen und unter­sucht zu haben. Daß Thier hat sogenannte Rehhufe, ter linke Vorderhuf ist ein Rinnhuf, der rechte ein Dollhuf. Daß Pferd war link» lahm- die Hinterhnfe waren vernach­lässigt. Daß Pferd resp. dessen Hufe sind nicht hochgradig verbildet. Nach dem Befund ist daß Thier feit dem zweiten Jahr durch eine Entzündung lahm gegangen und ist nach den Zeugenaussagen einmal besser gewesen. Bei Seipel hat eS durch eine Anstrengung einen Rückfall erhalten. Die Frage, ob der Angeklagte hat wissen müssen, warum daß Pferd lahmt, ob er den Fehler gekannt hat, sei schwer zu sagen; er glaube nicht. Allerdings mußte jeder Mensch sehen, daß baß Thier am orbnungßmäßigen Gebrauch seiner Borbersüße gehinbert gewesen. Tlnerarzt Remy schließt sich bem Gutachten seinrß Collrgen Nuß an. ES wirb nun vom Vorsitzenden an die Geschworenen die Frage ge­richtet, ob der Angeklagte schuldig deS wissentlichen Mein­eides. Auf Antrag der Brrtheibigung wirb noch für ben Fall ber Verneinung ber Frage bie Hülfsfrage gestellt, ob ber Angeklagte sich beß fahrlässigen Falscheibeß schuldig gemacht. Nachmittag» um 5 Uhr begannen die Plaiboyer». Staat»« anwalt Koch führt ben Geschworenen zuerst ben in Rebe stehenben Pferdehandel vor, kommt dann auf ben Prozeß Seipel - Sommer und weist darauf hin, baß der Schimmel, wie zahlreiche Zeugen in ber Beweisaufnahme bekundet, ge­lahmt habe zu allen Zeiten. Trotzdem hat der Angeklagte baß Pferb ein guteß Pferb, ein braves, ein stolzes, reines unb klare- Thier geheißen, allerdings nur so lange, wie eS fein Vater im Stall hatte und er es Jemand aufhängen wollte. Der Angeklagte hat leichtsinnig gehandelt, als er den ihm vom Landgericht Hanau aufgegebenen Eid leistete, er durfte diesen Eid nicht leisten, denn er wußte, daß daS Pferd infolge eines Huffehlers lahmte, folglich hat er einen wissentlichen Meineid geschworen- er bittet die Geschworenen, feinen Ausführungen zu folgen unb ben Angeklagten schuldig zu sprechen beß wissentlichen falschen Eibe». Der Der- theibiger Rechtsanwalt Katz plaibirt auf Freisprechung seines Clienten. Es gehe nicht an, künstlich etwas in bie Aussage, bic der Angeklagte auf Erfordern der Civilkammer m Hanau beschworen, hinein zu interpretfren. Der Angeklagte habe nicht geschworen, sei ihm unbekannt, daß baß Pferd lahme ober daß am Gebrauch seiner Vorderfüße gehindert sei, btefeß brauchte ja gar nicht beschworen zu werden, denn daß wußte daß Hanauer Landgericht bereits. Der Dertheidiger verliest nun bie Eibeßaußsage beß Sommer, wonach er be­schworen, baß er nicht gewußt habe, baß baß verkaufte Pferd Zwangs- unb Flachhuf habe unb daburch an bem orbentlichen Gebrauch seiner Borbersüße behindert gewesen. Durch die Beweisaufnahme fet nicht das Mindeste bewiesen, baß sein Client tiefen Fehler, auf den es allem anfommt, gekannt habe. Wenn er alß Bertheidiger bie Nebenfrage gestellt, so habe er nur seine Pflicht als Dertheidiger gethan, aber seiner Meinung nach mußten die Geschworenen beide an sie ge­richtete Fragen verneinen. Nach kurzer Replik, welche ber Staatsanwalt bamit schloß, daß er den Geschworenen erklärte, der Angeklagte gehöre tn'ß Zuchthaus unb wenn sie bie Frage auS § 153 beß R -Str.-G. wegen wissentlichen Mein- eibeS nicht mit Ja beantworten würden, dann sollten sie bie zweite Frage nur ruhig auch verneinen. Der Dertheibiger legte nochmals seinen Stanbpunft bar, worauf sich bie Ge- schworenen nach geschehener Rechtsbelehrung durch ben Dor- sitzenden zur Berathung zurückzogen. Daß Resultat der halb­stündigen Berathung war die Bejahung der ersten Frage wegen wissentlichen Meineides. Staatsanwalt Koch bean­tragte darauf eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren unb 5 Jahre Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte. Rechtsanwalt Katz hob alle oorliegenben MilberungSgründe hervor und bat, bei Zumessung ber Strafe möge der Gerichtshof wesentlich heruntergehen unter bie vou der Staatsbehörde beantragte. Der Gerichtshof verurtheilte ben Angeklagten zu 3 Jahren Zuchthaus, Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Zeit von 5 Jahren unb sprach bem Angeklagten außerbern bauernb bie Fähigkeit ab, vor Gericht alß Zeuge ober Sachverständiger funfltren zu können. Um 9 Uhr war bie Sitzung beenbet.

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Gießen, 7. März 1896.

** Kirchliche Tieustnachrichteu. Se. Kgl. Hoheit ber Großherzog haben Allergnäbigft geruht, am 29. Februar den von bem Frhrn. Schenck zu SchwemSberg Rülfenrod auf bie coangcl. Pfarrstelle zu Ober Breidenbach, Decanat AlS- felb, präsentierten Pfarrverwalter Georg Stock zu Ober- Breidenbach für diese Stelle zu bestätigen.

** Postpersoualuachrichleu. Versetzt find: der Post- Inspektor Apel von Darmstadt nach Oldenburg, ber Tele- graphenamtScassirer Langbein von Straßburg (Elsaß) nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Postinspectorstelle bei der Kaiserlichen Ober-Postdirectiou, der Oder-PostdircctiouS- fecretär Richter von Darmstadt nach Celle behus» Ueber­nahme der Postcassirerstelle daselbst, der Postjecretär F ritzel von Metz nach Darmstadt behusS Uebernahme einer Bureau- beamtcnstelle 1. Klaffe bei der Ober-Postdirection, der Ober- Postassistent Kaufmann von Mannheim nach Darmstadt, der Ober-Telegraphenaffistent Müller von Cöln (Rhein)

nach Mainz. Ernannt ist zum Ober-Postasfistcnten der Post- assistent Pitz in Rastel (Rhein).

* ettaffemmetoerbanblnug. Gestern verhängte die Strafkammer über eine unnatürliche Mutter eine harte, aber gerechte Strafe. Die Ehefrau beß Taglöhuers Sack II. von Gießen wurde zu 21/» Jahren Gesänguiß vernrtheilt und sofort in Haft genommen, weil sie ihr vierjähriges außer­eheliche» Kind In haarsträubender Weise mißhandelt hatte. Der Erste Staatsanwalt Dr. Güngerich erklärte, die Bestialität, mit welcher die Angeklagte systematisch ihr Rtnb behandelte, grenze nahe an Mordversuch.

Echliersee'r Bauerntheater. Auch die gestrige Aus­führung:Der Ausgestoßene" war in jeder Beziehung eine wohlgelungene und bot allen Mitwirkenden wieder Gele­genheit, ihr ganzes Können im schönsten Lichte zu zeigen. Morgen Sonntag wird da» urwüchsigste aller Bauernftücke,Daß Haberfeldtreiben", zur Aufführung gelangen und «st wohl auzunehmen, daß an diesem Tage ein vollkommen aus- verkaufte» Haus Parole fein wird, zumal auch durch Zu­fügung eineß billigen Platzeß Mancher veranlaßt werden wird, in» Theater zu gehen, der sonst zu Hause bleiben müßte.

* Schlierfee'r Bauerntheater. Für die Sonntags- Vorstellung ist, um die wirklich vorzüglichen Leistungen der Schlierfee r allen Sck'chten der Bevölkerung zu­gänglich zu machen, ein dritter numerirter Sitz­platz für den mäßigen Preis von 1.20 Mark geschaffen. Gleichzeitig wird am Sonntag, an welchem die Theaterkasse schon um 3 Uhr geöffnet wird, kein Aufschlag erhoben, sondern e» werden zum Borverkaufspreise BilletS abgegeben werden. Diese Vergünstigung gilt nur für den Sonntag, am Montag (Herrgottsschnitzer) gelten die bekannten Presse und Plätze.

* * Jubiläum. Heute find eS 25 Jahre, daß der Arbeiter Friedrich Bechthold auS LaunSbach im Geschäfte de» Herrn H. Mettenheimer, in Firma Mettenheimer und Schultheiß, thätig ist. Demselben wurden vom Prinzipal und dem Personal Geschenke und Glückwünsche zu seinem Ehrentage überreicht. Möge bem Jubilar vergönnt fein, noch lange seinem Beruf nachgehen zu können.

Oeffeutliche Volksversammlung. In Folge der Der- sammlung wegen desGießener DolksdabcS" fällt die für Dienstag beabsichtigt gewesene Monats - Versammlung beß Freisinnigen Verein» au», dagegen wird Rechtsanwalt Meißner-Frankfurt demnächst in öffentlicher Volks Ver­sammlung überPolitische Fragen der Gegenwart" sprechen.

* Eisenbahnwesen. DerFrkf. Gen.-Anz." berichtet: Eine für die Reisenden außerordentlich zweckmäßige Einrichtung wird jetzt in den Eisenbahnzügen mehrerer Strecken erprobt. Dieselbe soll verhindern, daß Reisende über das Ziel ihrer Reise hinauSfahreu, da es häufig vor- komrm, daß der AuSruf der Station überhört wird. Zm diesem Behufe ist nun ein Apparat conftruiit, der die Stationen anzeigt, und in den einzelnen Wagenabtheilen angebracht ist, sodaß er jedem Reisenden sichtbar ist. Dieser Station»», anzeiaer functionirt derartig, daß in demselben bei Abgang beß Zugeß von einer Station ein kleine» Schild erscheint, welches ben Namen beß nächsten Haltepunkte» anzeigt, und so lange sichtbar bleibt, bi» ber Bahntrain bie angezeigte Station wieder verläßt. Hiernach stellt der Anzeiger dann von selbst auf automatischem Wege die nächste Haltestelle ein. Der Apparat ist so sinnreich conftrutrt, daß er sich für alle Bahnstrecken brauchen läßt. Die Täfelchen, welche bie Halte­stationen anzeigen, sind nämlich in dem Apparat nicht be­festigt, fonbern werben vor Abgang des Zuge» in denselben eingestellt und später ebenso wieder entfernt. Die ganze Einrichtung entspricht einem Bedürfmß, welche» sich in öen Kreisen de» Publikum» schon längst fühlbar gemacht hat.

$ Ruppertenrod, 6. März. Wie im vorigen Jahre zu Ende März, so hatten wir auch in dieser Woche ein Früh- lingßgeroittcr. Man vernahm wiederholt starke» Donnern, ohne indessen, es war am Tage, auch den Blitz zu bemerken. Dem Gewitter find Überaus heftige Stürme und starke Regen­güsse gefolgt.

x Wettfaasen, 6. März. Ein hiesiger 17 jähriger Bursche, der in Shrmbshaufen als Knecht diente, hat sich in einem Holzschuppen erhängt. Was ben jungen Menschen in ben Tod getrieben, ist unerfindlich.

R. Berstadt, 5. März. In diesen Tagen weilten dahier einige Herren an» Friedberg und Melbach, welche für die Actienzuckerfabrik Wetterau in Friedberg an ber gegenwärtig im Bau begriffenen Bahnlinie Hungen-Friedberg ein Stück Gelände erwarben zu dem Zwecke, an hiesiger Haltestelle eine Niederlage für Zuckerrüben zu errichten.

i Langd, 4. März. Ein hiesiger, auf der Briketts- Fabrik Trai»-Horloff beschäftigter Arbeiter ertrank bei Trais Horloff in ber Horloff.

§ Langd, 3. März. Bei ber heutigen Verpachtung ber hiesigen Gemeiubejagd würbe ber frühere Pachtprei» (366 Mark) erzielt.

§§ Rieder Ohmen, 6. März. Einen in unserer Gegend sehr seltenen Vogel, einen wilden Schwan, erbeutete dreier Tage ein hiesiger Jagdbesitzer in der Nähe unsere» Orte#. Der Schwan war bereit» angrschvffen und abgemagert, tn seinem Magen fand sich nur Riefelerbe vor. Der Schwan wurde einem Präparator zum Ausbalgen übergeben.

Eingesandt.

Ltch, 6. Mär» 1896.

Gestern Abend hielt im Hetland'jchen Saale da» für da« Hefen Sommer abjuhaltende Sängerfest erwählte Fest 6ornttt eine Sipung ab, in welcher defchlosten wurde, tafe da» Fest am 19. und 20. Jul» d. I. auf der iogenannten Gäns-eidwiese abg-halten werden toll. Wenn man auch alle» Weitere gern bem 6omil6 überläßt, so hätte man doch bei Abstimmung über die Platzsrage ben betreff en ben Gesangverein, der doch vor allen Dingen berufen ist. im Falle einer llnterbilanj den Geldbeu el aufjumartrn, fragen refp. an der Ab­stimmung theilnehmen lassen sollen, zuu al der gewählte Festpion viel

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