Ausgabe 
7.11.1896
 
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Berlin, 5. November. Ueber die finanziellen Er­gebnisse der SonderanSstelluogeu auf der Berliner GewerbeauSstellung 1896 wird berichtet, daß das Unter­nehmenAlt-Berlin" feinen Acttonären wird ungefähr 300 Procent Dividende zahlen können, daß aber die Gesell­schafter der AusstellungKairo" auf eine Dividende nicht rechnen können, aber auch keinen Verlust erleiden werden.

Berlin, 5. November. DerReichsanzeiger" veröffentlicht einen Runderlaß an sämmtliche Dienststellen in Dar-es-Salaam, an die Bezirksämter usw., betreffend VerhaltungSmaß- regeln über die Beulenpest.

Berlin, 6. November. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die in verschiedenen Blättern aufgetauchteu Meldungen über beabsichtigte Erhöhungen der Beamtengehälter als unzuverlässig, da endgültige Entschließungen noch auSstehen.

Berlin, 5. November. Wie dieNordd. Allg. Ztg." constatirt, ist es zutreffend, daß dem Landtage mit dem Erat eine Herabsetzung der Gütertarife der Staats­bahn in Vorschlag gebracht werden wird. Außerdem wird, wie in jedem Jahre so auch in dieser Session eine besondere Vorlage über die Erweiterung des Eisenbahnnetzes und die Vermehrung der Betriebsmittel erfolgen.

Berlin, 5. November. Ueber die Verhandlungen des BundeSrathS, betreffend den Entwurf der Mtlitär- Strafproceß-Ordnung verlautet, daß bis jetzt nicht alle Bundesregierungen mit der Einsetzung des obersten MilitärgerichtShofeS einverstanden find, der in dem Entwurf vorgesehen ist. Auch sonst find dem Vernehmen nach die wesentlichen Principien der bürgerlichen Strafproceßordnung in dem Entwurf durchgeführt. Die Oeffentlichkeit deS Ver­fahrens ist für alle Fälle in Aussicht genommen, in denen es sich nicht um die DtSciplin handelt, um Verstöße gegen dieselben oder Ausschreitungen bei ihrer Handhabung. ES scheint indeß nicht, daß die Verhandlungen im BuudeSrath über den Entwurf schon beim Wiederbeginn der Sitzungen deS Reichstages beendet sein werden.

Breslau, 5. November. Wie derBreSl. Gen-Anz." meldet, ist nunmehr das kriegsgerichtliche Unheil gegen den Lieutenant v. Saurma und den Unteroffizier Ulrich, unter deren Aufficht der Kürassier Walter am 1. August bet Uebungen in der Militär-Schwimmanstalt verunglückte, gefällt worden. Daffelbe unterliegt noch der kaiserlichen Bestätigung, weiche in einigen Wochen zu erwarten ist.

Stettin, 5. November. Der Maler Red din er, der ans der Schiffswerft Vulkan beschäftigt war, ist auf dem Nachhausewege von den beiden Brüdern Heidemann, die als arbeitsscheu bekannt find, überfallen und durch Messer- stiche getödtet worden. Hierauf raubten fie ihm seinen halben Monatölohn im Betrage von 70 Mark. Die Mörder wurden verhaftet. Der Ermordete, der seit drei Jahren verhetrathet war, hinterläßt eine Frau und zwei Kinder.

Hamburg. 5. November. Im Hafen von Calao fand an Bord deS Petroleumdampfers Madelaine eine Explosion statt, wobei fünf Mann getödtet und mehrere verwundet wurden. Der Schaden am Schiff beläuft sich auf über 100000 Mark.

Leipzig, 5. November. Der bisherige Director im Colontalamt, Dr. Kayser, wurde beute Vormittag 9 Uhr durch den Reichsgerichtspräsidenten Dr. v. Oehlschläger als Senatspräsident vereidigt.

Hamburg. 5. November. DerHamb. Corr." erklärt osficiös, daß nur der Reichskanzler, der StaatSsecretär deS Auswärtigen und Graf Schuwalow um die deutsch-russi­schen Geheim-Berhandlungen gewußt haben.

Retcheuberg i. v., 5. November. Im R esengebirge herrscht starker Schneefall. DaS ganze Gebirge ist bereits etngeschneit.

Wien. 5. November. Heute Mittag fand in der Hof­burg Pfarrkirche unter großem Prunk die Trauung des Herzogs von Orleans mit der Erzherzogin Maria Dorothea statt.

Rom, 5. November. Alle Angaben über angebliche italienisch-russisch-französische Verhandlungen, betreffend Veränderung der afrikanischen Besitzstände, werden als tendenziös zurückgewtesen.

Paris, 5. November. Der soctalisttsche Abgeordnete Coutant stellte in der heutigen Kammersitzung den Antrag, den Arbeitslosen einen Credtt von 4 Millionen Francs zu eröffnen. ES sei dieser Betrag ebenso hoch wie der für daS Zarenfest. Der Antrag wurde der Budget- commisston überwiesen.

Loudon, 5. November. AuS Peking wird derTimes" gemeldet, die chtnefi'che Regierung habe Verträge unterzeichnet auf Lieferung von zwei Armstrong'schen Kreuzern und vier deutschen Torpedobooten.

Sau Francisco, 5. November. Zwölf mit Getreide beladene Dampfer liegen hier zur Abfahrt nach Europa bereit.

Berlin, 6. November. Der Schnellzug Dresden- Berlin stieß gestern Mittag bei der Station Wendisch- Drehna mit einem Güterzuge zusammen. Personen wurden nicht verletzt, dagegen ist der Materialschaden ziemlich erheblich. ES wurde nach der Unglücksstelle ein HtlfSzug abgelaffen, welcher die Paffagiere abholte. In dem Zuge befand sich auch der österreichische Botschafter.

Posen, 6. November. DemPos. Tagebl." zufolge wurde daS DiScipltnar-Verfahren gegen den DistrictS- Eommtffar Carnap schon vor der Opalenitzaer Affaire ein- geleitet.

Kiel, 6. November. Der in Neu-Münster abzu­haltende freisinnige Parteitag dürfte sehr zahlreich besucht werden, da viele Vertrauensmänner sowie frühere und jetzige RcichStagöabgeordnete SchleSwig-HolsteinS ihr Erscheinen -ugesagt haben.

Rom, 6. November. Der Justizminister hat dieTribuua" wegen deren jüngsten Alarm-Nachrichten über die Lage in Afrika, wodurch die Börse stark beunruhigt

wurde, verklagt. ES wurde constatirt, daß die Reute stark gefallen war, wahrend die Actien der Navigazione Generale, die im Kriegsfälle den Transport von Truppen übernimmt, eine erhebliche Steigerung erfuhren.

Loudon, 6. November. DaS Auswärtige Amt erhielt ein Telegramm von dem Consul in Smyrna, wonach der von Räubern gefangen genommene Engländer War- rioll von diesen freigelaffen worden ist.

CocoUs unö prwhtjkUCff

Vietze«, den 6. November.

* Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 4. November den Probator bet der Oderrechnungskammer Peter Feuerbach und den Finanzaspiranten Wilhelm Wolfschmtdt aus Schotten zu DistrictSeinnehmern der DistrictSeinnehmereien Lampertheim, beziehungsweise Pfeddersheim zu ernennen.

*H. Stadttheater. Es darf wohl als etwas Seltenes betrachtet werden, wenn in Gießen das TrauerspielUriel Acosta" zur Aufführung kommt. Die Direction Kruse- Helm hat uns gestern damit und gleichzeitig mit einem neuen Gaste, Herrn OScar Bohnve vom Kölner Theater, überrascht. Das Stück selbst führt bei wuchtiger Expo- sition, worin sogar noch die Details markig erscheinen, die Geschichte dieses GetsteSkämpferS Uriel Acosta in überraschen- den, überwältigenden Situationen vor Augen. Gutzkow hat in richtiger Erkenntniß und ganzer Hingebung seinen Stoff in das Fahrwasser der historischen Dramatik gelenkt, in der Wirkung jedoch fällt heute manche Schwäche auf, welche bet Entstehung deS Werkes als solche nicht empfunden wurde. WaS nun die Aufführung am hiesigen Theater betrifft, so fand Herr Bohnve in der Hauptrolle Gelegenheit, seine große künstlerische Begabung unter dem lebhaften Beifall deS Hauses zu entfalten. Einem Character, wie dem des Uriel Acosta, eines solchen Helden für Geistesfreiheit, der trotz Anathema feine Ueberzeugung hochhielt, gerecht zu werden, ist eine schwere Aufgabe. Und doch verstand eS der Künstler eine mustergiltige Darstellung dieser Rolle zu schaffen: der Ausdruck der Leidenschaft, deS Zornes und Schmerzes entfaltete sich zu großartiger Wirkung. Den Mit- wirkenden hielt eS doppelt schwer, fich für den Abend zu behaupten- erstens der künstlerisch-reifen Leistung des GasteS gegenüber und zweitens dem Stück als Trauerspiel gegenüber, einer ganz ungewohnten, gerne gemiedenen Bahn. Als daS Beste dürfte wohl die Verkörperung derJudith" durch Frl. Leno angesehen werden. Ihre Wiedergabe zeugte von dem richtigen Erfassen ihrer Rolle und der rühmlichste Vorzug ihres Spieles war daS unerschütterliche Festhalten an dem richtigen Maaß, das der Wirkung die Schönheit verleiht. Ferner war die Leistung deS Herrn Kunert als Rabbi Ben Akiba lobenSwerth- Maske und Spiel entsprachen mit aller Sorgfalt den gestellten Anforderungen. Herr Fritzschler als Arzt de Silva declamirte nicht immer im richtigen ab­grenzenden Pathos, und Herr Goldbach brachte nicht zu einem HerauStreten des CharacterS durch die Sprache, zu einem ausdrucksvollen Handeln deS von ihm dargestellten Ben Jochai- feine Sprache erscheint immer gedämpft, leise, und wirkt dadurch abschwächend. Herr Schröder als Rabbiner de Santos befriedigte. Die übrigen Rollen wurden nach Kräften bestens durchgeführt. Wir sehen der heutigen Wiedergabe desConrad Bolz" in G. FreitagsJourna­listen- durch Herrn Bohnve mit Interesse entgegen.

* Leipziger Sänger. Der Abschiedsabend der Leip­ziger Quartett- und Coucert-Sänger gestaltete sich wiederum zu einem äußerst genußreichen, und schloß fich den vorherigen Darbietungen würdig an. Zeigten auch die Reihen der Zuhörer merkliche Lücken, was wohl auf die gestern Hierselbst stattgefundene Reichstags Ersatzwahl wie auf sonstige Veranstaltungen zurückzuführen sein dürfte, so ließen fich dies die Darsteller nicht verdrießen, sondern wetteiferten mit einander, um fich hierorts ein gutes Andenken zu sichern. Dieses Bemühen fand denn auch die gerechte Würdigung durch stürmischen Beifall seitens der Zuhörer, welcher sowohl den von großer Begeisterung zeugenden Liedervorträgen, wie den, die Anwesenden zeitweilig in die heiterste Stimmung versetzenden humoristischen Vorträgen gezollt wurde, was die Sänger wiederum zu Einlagen veranlaßte, die ebenfalls den wohlverdienten Beifall fanden. Die Darsteller aber können mit Stolz auf den gestrigen Abend zurückblicken und ist ihnen bei ihrer Wiederkehr stets ein herzliches W.llkommen gewiß.

Das Coucert des königlich sächfischen Kammer- und kön'glich preußischen HofopernsängerS Paul Bulß findet hier am Mittwoch den 18. November im großen Saale des GesellichaftS - Vereins statt. DaS Arrangement ist der Mufikalienhandlung von Ernst C hallier übertragen worden.

Steins Saalbau. Mitte dieses Monats wird das Mailänder Scala-Orchester dahier ein Concert ver­anstalten. Ueber das Ensemble wird geschrieben:Gestern Abend concertirte im Saalbau zu Frankfurt a. M. daS Ensemble Mailänder Scala, daS aus einem Orchester von 14 Künstlern, einer Sopranistin, einem Tenor und einem Bariton besteht. DaS Ensemble brachte sämmtliche Vorträge zur besten Geltung. Unter den Solisten ist der Violinvirtuose Fusel la zu nennen, der einen rtefigen Applaus erntete. Ihm steht auf seinem Instrument, dem Piston, Herr Franchini nicht nach. Silberhell perlten die Töne der Concertpolka und glockenrein klangen die hohen Einsätze. Zu erwähnen ist roch daS fertig gespielte Streichquartett von Mendelssohn. Herr Profeffor K. Delli Ponti vom Mailänder Scala- Orchester gewann fich mit seinem auS 14 Künstlern bestehenden Ensemble schnell die Herzen deS beifalllusttgen Publikums. Sämmtliche Orchestervorträge wurden vortrefflich zu Gehör gebracht und fanden dementsprechend de» lebhaftesten Beifall."

WohlthatigkeitS Coucert. Unserem kürzlich gebrachten Hinweis auf daß Coocert der GesangvereineBauer'scher Gesangverein" undMäunergesangverein" dahier, welches

am 29. dsS. M>S. in SteinS Garten stattfinden wird, füge» wir heute die Notiz hinzu, daß der Reinertrag deffelben de« beiden hiefigen Schwesternhäusern zugesührt werben soll, gewiß ein schöner und edler Zweck, der die weitgehendste Unter­stützung seitens deS Publikums verdient. Wer nur einiger­maßen einen Blick in die aufreibende und Verantwortung», reiche Thätigkeit dieser barmherzigen Institute gethan hat, wird gern und mit Freuden sein Scherflein dazu beitragen, daß der klingende Erfolg deS ConcerteS ein befriedigender werde

* Auszeichnung. Auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung wurde tu der Gruppe 19 dem Stenographen Verein GabelS- ber ger und der Stenographen-G esellichaft für ihre stenographische Ausstellung ein Ehrenpreis ertheilt die einzige Auszeichnung, die auf diesem Gebiet verliehen wurde.

* * LaudeSgewerbeverein. Einem Beschluß deS engeren AuSschuffeS des LandeSgewerbeveinS ent'prrchend, hat Großh. Centralstelle für die Gewerbe auf Sonntag, 8. No­vember, eine Berathung des preußischen Gesetzentwurfs wegen Organisation deS Handwerks, sowie der von genannter Centralstelle zur Beantwortung gestellten bekanntenvier Fragen" anberaumt. Dazu find nach Darmstadt etngeladen außer den Mitgliedern des engeren AuSschuffeS 1) sämmt­liche Mitglieder deS weiteren AuSschuffeS deS Landes- gewerbevereinö, welche Handwerker find, 2) je ein Hand­werker aus den OrtSvereinen, welche zur Zeit durch einen Nicht-Handwerker im weiteren Ausschuß vertreten sind, 3) die Vorsitzenden der Ortsvereine der fünf größeren Städte deS Landes, soweit diese nicht schon dem engeren Ausschuß angehören, 4) eine Anzahl der Ober-JnnungSmeister und Vorsitzenden von Berufsvereinen. Alle unter 1 bis 4 Ge­ladenen habenberathende Stimme."

* Aus der guten alte» Zeit. Ein Bescheid deS Land- grafen Ludwig IV. von Hessen (Marburg) dürfte von In- tereffe sein, den dieser Fürst, bekanntlich der zweite Sohn Philipps deS Großmüthigen, am 5. Juni 1589 an die Bäckerzunst der Stadt Grünberg erlaffen hatte. Als näm­lich die Mitglieder dieser Zunft sich bei dem Landgrafen darüber beschwerten, daß ihnen beim Verkauf des BrodeS die auswärtigen Bäcker, insbesondere diejenigen der Stadt Alsfeld, schädigende Concurrenz bereiteten, ertheilte ihnen der Fürst in landesväterlicher Huld und Gnade dieRe­solution", daß ihrer Beschwerde keine Folge zu geben und den auswärtigen Bäckern der Verkauf ihres BrodeS auf den Grünberger Märkten, auch auf dem SamSlagS Wochenmarkt, nach wie vor erlaubt fein solle. Dieser Bescheid enthält die Motivirung:Daß Zünfft in Städten dem gemeinen Mann keine besckwerung, sondern vortheil bringen sollen, wie man den brfindt, daß fast alle Zünfft mehr beschwerlich, als nützlich seien."

ReiSkircheu, 5. November. Bei der heutigen Reichs- tagSwähl entfielen auf Meinert 8, Stengel 13, Köhler 0, Scheid manu 39 Stimmen. Wahlbethetltgung war schwach.

0 Hattenrod, 5. November. Bei der Reichstag»- Wahl erhielten Meinert 1, Stengel 7, Köhler 32, Scheide­mann 13 Stimmen.

4 - Nidda, 5. November. Bei der heutigen Reichs- tagßersatzwahl haben von den 466 Wahlberechtigten nur 186 abgestimmt. ES kamen auf die nachbenannten Candidaten folgende Stimmen: GutSpächter Meinert (ntl.) 51, Prof. Dr. Stengel (frf. BlkSp.) 48, PH. Köhler (Sntis.) 42 und Redacteur Scheidemann (Soc.) 40, während 5 Stimmzettel für ungültig erklärt wurden. Die gestern Abend im Saale Zum GambrinuS" ftattgefundene Wählerversammlung der antisemitischen Partei war stark besucht. AlS Redner waren hierbei ReichtagSabgeordneter Zimmermann auS Dresden und Candtdat Köhler von LangSdorf aufgetreten.

Lauterbach, 3. November. Die gestern Abend in der Angelegenheit der Errichtung einer höheren Schule am hiesigen Platze im GasthausZum Anker" hier einberufene Versammlung war gut besucht. ES gab sich ein regeS Jntereffe für die Sache kund und die Bebürfnißfrage wurde lebhaft betont. Gleichzeitig wurde aber auch in der an­erkennendsten Weise auf die seitherige erfolgreiche Thätigkeit deS Leiters deS hiesigen PrivatinftitutS, des Herrn Ober- pfarrrrs Kull mann, hingewiefen, dem zu Ehren fich die Versammlung von ihren Sitzen erhob. Bestimmte Beschlüsse wurden noch nicht gesaßt, sondern vorläufig eine Commlssioa gewählt, der die weiter in dieser Angelegenheit zu unter­nehmenden Schritte überlaffen wurden. Drmst. Zig.

-b- Aus dem Oberwalde, 5. November. Das Streu­laub wird bei uns gesucht und erzielt hohe Preise. Die Leute werden daS Stroh zum Füttern heranziehen, weil daS Grummet verdarb, darum sieht man fich nach anderen Streu- stoffen um. ES verlautet, eine Waldbahn solle nach dem nächsten großen Bahnhofe gebaut werden, um unsere Forst- producte dem großen Weltverkehre zugänglich zu machen. Der Vogelsberg ist unerschöpflich an Holz und Steinen, er würde Außerordentliches in dieser Beziehung leisten. Die buchenen Treppentritte auS Vogelsberger Hölzern fangen au, einen weitverbreiteten Ruf zu erlangen.

Darmstadt, 5. November. In der Nähe von Eberstadt wurde gestern die schreckl'ch zugerichtete Leiche eines auS diesem Orte gebürtigen Mädchens im Walde aufgefunden. Der Leib war ausgeschnitten und der Körper auch in anderer Weise verstümmelt DaS Kind wurde seit ca. 10 Tagen vermißt. Seine Stiefmutter soll angeben, fie habe geglaubt, eS habe fich zu Verwandten nach dem benachbarten Pfung­stadt begeben. Hoffentlich gelingt eS, diesen schrecklichen Mord aufzuk ären.

Kleia-Krotzeuburg, 5. November. Dem Landwirth Ferdi­nand Fuchs aus unsrer Nachbargemeinde Kahl wurde während verwichener Nacht aus seinen Stallungen eine werth- volle trächtige Kuh entwendet und wurde dieselbe in Keffelstadt wieder entdeckt. Ein dortiger B-wohner hatte daS Stück Vieh, welches einen Werth von 250 Mk. reprä-