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mit Wirkung vom 22. Januar 1896, am 16. Januar 1896 der MMtLranwärter Fußgendarm Adam Eipp aus Gimbsheim.
*• Die Ausrüstung der Persoueuwageu 4. Klaffe mit Lihbünkeu ist nunmehr aus den preußischen Staatsbahnen vollstLndig durchgeführt. Da eS im Interesse des reisenden Publikums erwünscht erscheint, daß die gleiche Einrichtung auch bei den preußischen Privatbahnen getroffen werde, hat bet Minister der öffentlichen Arbeiten die Eisenbahncommiffare veranlaßt, den Vorständen der ihnen unterstellten Privat« bahnen ein gleiches Vorgehen zu empfehlen. Sie sollen hm bis zum 2. Mat berichten, wie fich die Vorstände zu dieser Anregung gestellt haben.
•• Altersrenten. Ansprüche auf Bewilligung von Altersrente find seit dem Inkrafttreten des Alters- und JuvaliditätSgesetzeS erhoben 339,687. Bon diesen wurden 269,450 anerkannt und 58,570 zurückgewtesen, 3360 blieben unerledigt, während die übrigen 8307 Anträge auf andere Weise ihre Erledigung gefunden haben. Die Zahl der An- spräche auf Invalidenrente betrug 219,095. Davon wurden 156,027 anerkannt, und 44,140 zurückgewiesen, 8620 blieben unerledigt, während der Rest anderweitig erledigt wurde.
Handel mit Bieh nach Lebendgewicht. Der deutsche Laudwirthschaftsrath hat in seiner am 3. d. Mts. in Berlin adgehaltenen Plenarversammlung folgende Resolution angenommen: „Der deutsche Laudwirthschaftsrath wolle erklären : 1) Die auf der Couferenz vom 6. und 7. November 1895 in Berlin unter Betheiligung von Vertretern des Deutschen LaudwirthschaftsratheS gefaßten Beschlüsse, betreffend a. die einheitliche Normirung des Begriffes Schlachtgewicht, b. die Eintheilung der Qualitätsgruppen unter Fortfall der gegenwärtig gebräuchlichen Classification, find als zweckmäßig anzuerkennen: 2) ES ist anzuftreben, daß, wo und so lauge uoch nach Schlachtgewicht gehandelt und notirt wird, die Notirung einheitlich an den betreffenden Viehmärkten auf der unter 1 bezeichneten Grundlage vorgenommen wird. 8) Der deutsche LandwirthschaftSrath erklärt indessen, daß grundsätzlich der Handel und die Notirung nach Lebendgewicht elS der dem Interesse der Landwirthschast entsprechende avzu- sehen und mit allen Mitteln zuzustreben ist. Er erklärt fich deshalb für die in der genannten Conferenz in Bezug auf Handel und Notirung nach Lebendgewicht gefaßte Resolution vud beschließt: den deutschen StaatSregierungen unter Darlegung der für den Handel nach Lebendgewicht sprechenden Gründe die Bitte vorzutragen: überall nach Analogie der in dem preußischen Gesetz über die Errichtung der Land- wirthschaftskammern enthaltenen Vorschrift deS § 2 Abs. 4 zu veranlassen, daß den landwirthschaftlicheu Interessen- Vertretungen geeignete Mitwirkung bei der Verwaltung der Märkte und den PreiSnotirungen gesichert werde. Den landwirthschaftlicheu Centralvereinen ist nochmals dringend zu empfehlen, a. in ihren Bezirken für die Einführung deS Lebeodgewtchthandels, b. für die Beschaffung von Gemeindewaagen in ollen ländlichen Gemeinden zu wirken."
** Bolksheilpätten Bereiu vom Rothen Kreuz. Im Anschluß an die über daS ganze Reich verbreiteten wohlorgani- sireen Vereine vom Rothen Kreuz, zu denen bekanntlich auch die zahlreichen Vaterländischen Fraueuvereine, ferner die bayerischen und badischen Frauenvereine, die Olga«, Albert-, Alice-, Marien-Frauenvereine u. s. w. gehören, bildet sich zur Zeit unter dem Ehrenvorsitz der Gemahlin deS Reichskanzlers, Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Hohen- lohe-SchillingSfürst, und unter dem Vorsitz des Kammerherru D. von dem Knesebeck ein Volksheil st ätten-Verein vom Rothen Kreuz, der seine Thätigkeit dem dringend noehwendigen Kampfe gegen die Schwindsucht durch Errichtung von Heilstätten widmen will. Dem Verein sind bereits eine größere Anzahl von Personen aus allen Theilen deS Reiches beigetreten. Zum Zweck localer Thätigkeit sollen die Bereinsmitglieder, welche zunächst der Centralstelle in Berlin ihren Beitritt erklären, baldmöglichst zu selbstständigen Ortsgruppen vereinigt werden. Wie außerdem aus dem eben erschienenen Aufruf hervorgeht, steht der Verein bet seinen Arbeiten in Verbindung mit den leitenden Persönlich- .keiten des Reichsversicherungsamts, Gesundheitsamts, der Milttär-Medicinal-Abtheilung uud anderen bei der Heil- siättevfrage interessirten Stellen. Infolge des Entgegenkommens dieser, sowie deS Central«ComiteS der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz wird es möglich sein, unter Benutzung transportablen Kriegsmaterials schon am 1. Mat d. I. für 200 Heilbedürstige auf fiScalischem Terrain bet Berlin eine Heilstätte zu eröffnen, in welche in erster Linie Der-
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sicherte der staatlichen Versicherungsanstalten ausgenommen werden sollen. Eine wissenschaftliche Commission wird den Betrieb überwachen und Erfahrungen darüber sammeln, ob eS möglich und zweckmäßig ist, auch an anderen Orten ähnliche Anstalten zu errichten. Der Verein nimmt Damen und Herren auf bei einem Mindestbeitrag von 3 Mark. Zuwendungen an Geld uud Materialien werden an den Schatzmeister Herrn LouiS Raven«, Berlin C, Wallstraße 92/93, erbeten. Nähere Auskunft ertheilt im Uebrigen der Schrift- führer Dr. Pannwitz, Stabsarzt beim Kaiserlichen Gesundheitsamt, Berlin Charloitenburg, Kantftraße 149. Wir wünschen den gemeinnützigen Bestrebungen deS Vereins den besten Erfolg. DaS Rothe Kreuz wendet fich damit im Jahre der Erinnerung an seine Thätigkeit in dem großen Kriege einer neuen, für daS Volkswohl hochbedeutsamen Friedensaufgabe zu.
♦♦ Eine Ueberficht der Anstellungen, welche der Allgemeine deutsche Lehrerinneuvereia im Jahre 1895 bewirkte, dürfte für unsere Leser von Interesse sein. Durch baß Centralbureau der Stellenvermittlung und die mit demselben verbundenen Agenturen in Deutschland wurden im verflossenen Jahre 508 Stellen besetzt, und zwar war die eine Hälfte derselben Schulstellen, die andere Erzieherinnenstellen in Familien. Bet freier Station wurden 300 bis 2000 Mk., ohne freie Station 720 bis 1800 Mk. JahreSgehalt gezahlt. Die Gehälter wuchsen mit den nachzuweisenden Fähigkeiten, besonders mit den Leistungen in fremden Sprachen und Mufik, und mit dem Alter der Lehrerinnen. So betrug daS Durchschnittsgehalt der jüngsten Erzieherinnen 440, das der ältesten 670 Mk., daS DurchschnittSgehalt der jüngsten Lehrerinnen 900 Mk. ohne freie Station, das der ältesten 1240 Mk. Im Ganzen erhielten im Jahre 1895 788 Mitglieder durch den Verein Stellen, nämlich 508 durch daS Leipziger Centralbureau und die mit demselben verbundenen Agenturen in Deutschland, 200 durch den Verein deutscher Lehrerinnen in England, 70 durch den Verein deutscher Lehrerinnen in Frankreich und 10 durch den Verein deutscher Lehrerinnen in Italien. Diese Erfolge verdankt der Verein der sachverständigen Arbeit der Lehrerinnen, welche die Agenturen als Ehrenämter übernehmen. Da der Verein an 10,000 Mitglieder zählt, ist es ihm auch möglich, die rechte Lehrerin in die rechte Stelle zu bringen. Eltern, Schulvorstände und Lehrerinnen können daher nur gewinnen, wenn sie fich in Stellenangelegenheiten an die Centralleitung der Stellenvermittlung, Leipzig, Psaffendorferstraße 17, wenden.
Nidda, 4. Februar. Sicherem Vernehmen nach geht die Wirthschaft in dem gut renommirten Gasthaus „Zum Gam- brtnuö" dahier pachtweise an einen Gießener Restaurateur in Kürze über.
Vilbel, 5. Februar. Durch genaue Bücherrevision wurde festgestellt, daß sich die Unterschlagungen von Gemetude- gelderu seitens deS verhafteten GemeindeetnnehmerS Hermann Rausch auf 14000 Mk. belaufen.
Büdingen, 3. Februar. Gestern wurde am hiesigen Platze eine GenossenschaftS-Molkerei gegründet und ist für deren Betrieb bereits die Darenburg'sche Mühle zu einem billigen Preise erworben worden. Zum Director der Genossenschaft wurde Herr Fr. Fendt dahier, zu dessen Stellvertreter Herr Bürgermeister M äs er-BUcheS und als Rechner Herr Georg Appel von hier gewählt. An Milch sind biS jetzt 1750 Liter pro Tag gezeichnet, doch wird sich dieses Quantum bis zu der Anfangs Mai vorgesehenen Betriebseröffnung jedenfalls noch beträchtlich erhöhen.
Oppenheim, 2. Februar. Seit gestern haben hier die Todtengräber ihr Amt niedergelegt. Die Ursache ist folgende: Die Bürgermeisterei hatte die erledigte Stelle eines Friedhofaufsehers zur Neubesetzung ausgeschrieben. Neben verschiedenen anderen Leuten hatten fich auch die vier Todtengräber um den Posten beworben, in der festen Hoffnung, daß einer der ihrigen für die Stelle ausersehen würde. Der Gemeinderath hat nun in seiner letzten Sitzung als Aufseher den Handarbeiter M. Monat erwählt, welcher seiner Zeit die Tochter deS früheren Frtedhofaufsehers ge- heirathet, später nach seiner Heimath verzogen, und nun seit 11/, Jahren wieder hier ansässig ist. Darüber sind die Todtengräber erzürnt, begaben sich gestern Morgen gemeinschaftlich zur Bürgermeisterei und kündigten ihre Demission an. Hoffentlich wird die Sache beigelegt, damit von den guten Oppenheimern keiner gezwungen ist, leben zu bleiben.
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■ Saga», 3. Februar. Ju der hiesigen Stadtverord- netenfitzuug gab, so schreibt die „BreSl. Ztg.", Stadtverord- netenvorsteher Rentier König folgende Erklärung ab: Dem Färbermeister König hterselbst sei der Kroneuorden 4. K affe verliehen worden. Er habe ihn aber ablehnen müsse«, da ein Ehrenbürger der Stadt Sagan sich nicht claifificirerr lasse. Eß sei ihm nicht würdig erschienen, in dieser Beziehung mit Subalternbeamten 2. Klasse (vielleicht 7. Rangklasse) auf eine Stufe gestellt zu werden, nachdem er 45 Jahre als Stadtverordneter und fast 30 Jahre als Vorsteher nach besten Kräften gewirkt. Warum man ihn nicht als „Rentier" und „Ehrenbürger" bezeichnet, sei ihm nicht bekannt. Die Versammlung erklärte durch Bravorufe ihr Einverständnitz.
* Mannheim, 5. Februar. In Neckarau suchte der Taglöhner Kahr mann seinen eigenen 8jährtgen Sohn zu erhängen. Waldarbeiter verhinderten die Ausführung des Verbrechens.
♦ Preßburg, 5. Februar. Bet dem Bäckermeister Friede, der schon seit längerer Zett durch einen Schuß verletzt war, wurde heute mit Hilfe der Röntgen schen Strahlen die Kugel gefunden und entfernt. Bisher war eß den Aerzten nicht gelungen, den Sitz des ProfictilS zu entdecken.
Citeratur unfc Xnnft
— Bei Paul Neff Verlag in Stuttgart erscheint und kann durch alle Buchbandlungen bezogen werden: Ehr. Ar. Griev'4 Englisch-Deutsches und Deutsch - Englische» Wörterbuch. Zehnte Auflage, mit besonderer Rücksicht aut Aussprache undElymo- loflie neu bearbeitet und vermehrt von Dr. Arnold Schröer, ao. Professor der engl. Philologie an der Universität Freiburg i. B. Circa 160 Bogen gr. Lex. Octav in 42 Lieferungen ä 50 Pfennig. F. H. Hedley, Professor der englischen Sprache an der Wiener Handelsakademie schreibt über das Werk wie folgt: Mit Freuden begrüße ich hier ein Wörterbuch, das durch die treffliche Neubearbeitung Seitens des tüchtigen Philologen Dr. Arnold Schröer, aus der Asche des einst vorzüglichen, aber nun veralteten Grieb'lchen Wörterbuches hervorgegangen ist. Die große Uebersicktlichkeit in der Anordnung, welche es ermöglicht, das gesuchte Wort rasch und leicht zu finden, macht diese neue Auflage sowohl für den Anfänger, als auch für den Kenner der Sprache geradezu zum Ideal eines Wörterbuches. Als besonders rübmenswerth erwähne ich die Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit, mit welcher die Behandlung der Aussprache des modernsten Englisch durchgeführt ist, die zweckmäßige Veranschaulichung der Etymologie, die feinsinnige Ausscheidung veralteter, und Aufnahme neuer Wörter, und last not least — die schöne Ausstattung des ganzen Werkes Seitens des Verlegers. — I. Wright, Professor der Universität Oxford, schreibt: The workmanship of this Dictionary is most excellent in every way. "When it is finished it will certainly be the best work of its kind and I shall etrongly recommend it to my countrymen.
Verkehr, Canb* rrnd Volkswrrthfchaft.
ftimbttr», 5. Februar. Fruchtmarkt. Rother Weizen */& 13,75, weißer Weizen X 13.20, Korn 9.65, Gerste X 8.50, Hafer JL 6.05.
— Die Pommersche Hypotheken Actie« Bank in Berlin übersendet uns ihren Geschäftsbericht pto 1895 und stellt von demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jedem Pfandbrief- Besitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle i« Gieße».
5. Woche. Vom 26. Januar bis 1. Februar 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 find. 1600 Mann Militär).
Sterbltchkeitsziffer: 6,78 o/oo-
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr:
Bronchitis 11 — —
Darmcatarrh______2________j—■2 — _
Summa: 3 1 2 —
Gottesdienst in der Synagoge.
Samstag dm 8. Februar:
Borabmd 5 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, Sabbat Haus gang 615 Uhr.
Gottesdienst der iSraelittschen Religionsgesellschaft.
Freitag Abend 510 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausaang 623 Uhr. Wochengottesdimst Morgms 646 Uhr, Abends 8 Uhr.
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Dienstag den 11. Februar, Nachmittags 5 Uhr, hält Großh. Landgenchtsrath Seeger im Be- rathungszimmer der 1. Civilkammer einen Vortrag über „neue Reform bestrebungen im Strafrecht" ab, wozu sämmtliche Gerichts- und Regie- rungs-Accefsiften, sowie -Assessoren eingeladen sind.
Gießen, den 6. Februar 1896. Der Präsident Großh. Landgerichts.
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