1»
dorf, itk U
S Madeira, yer, Wermuth pfohlen).
Öwengasse.
iand Schü ben.
aus der 6rc P» Cbetbfd
>ni.
roWtr. i ler Lage, für V nee. Proben 1 m Dieartee 1
stets frisch fotardin.';. 7538 WM-
lause i
isungen benatii' I ht eine BstiTr*-1
’ä£ / Illi!
m und PostauJtiltti
kbthellme, Bueti
SteM tlo^^ 2.50. ' ' 1.80- i(.
St. 235
Der frfe*«: -«»«igle iischeint täghä#, Btt Ausnahme deS Montag».
Die Gießener JsmtlienSlälter ttrDtn dem Anzeiger ^chmtlich dreimal beigelegt.
Erstes Blatt. Dienstag den 6, Oktober_____________________
Meßmer Anzeiger
Kenerat-Anzeiger.
__9«
!3tcrfflj56rigrr Jh6onntui<at5yi cis» 2 Mart 20 Psg dir Vringerlohn Durch die Post btjofi*» 2 Mark 50 P<g.
Rrbachon, Expediki»» und Druckern: AchutaraKt Fr.7« Fernsprecher 51.
Anrts- unb Anzeigeblcrtt für den Ureis Gietzen.
Ansland.
Brüx, 3. October. Die Situation hat an Vir- ichärfung zugenommen. Seiten- der Assiggir Behörden tihb dringend militärische Hilfe verlangt. Zwölf Arbeiter, i it verhaftet worden waren, find wegen Mangel- der Bi« ttije wieder tu Freiheit gesetzt worden.
Kzeroowitz, 3. October. In Nowasielicza ist ein Mcher, angeblich au- dem Kaukasus stammeuder Flüchtling Simon Salarizt verhaftet worden. Derselbe Märte, er agitire für eine Loslösung de- Kaukasus von
-Rlaud.
Krakau, 3. Oktober. Hier wurde ein russischer goUot festgruommen, der wegen Mißhandlung und Nicht« ,Bezahlung feiner Löhnung desrrtirt war. Er sagte au-, hs au- dem gleichen Grunde auch viele andere flüchtig ge«
«em, 3. October. Aus Sicilien laufen Nachrichten iHi wonach In dem Schwefelrevter 2500 Mann die Arbeit tlaß t ft eilt. Dortselbst find auch 140 socialistische und «.mchistische Emifiäre verhaftet worden.
Paris. 3. October. In einem Artikel de- ,Temp- fitiir deu italienisch-tunesischen Vertrag heißt eS: ,.8lamkretch konnte fürwahr keine beredtere und weisere Ein. ton0 zu dem Zaren-Smpfang geben, al- abermals zu zeigen, »s seine erneuten Kräfte und diese werthvolle Freund« Wt nur zur Herstellung des europäischen ConcerieS und bn «esestigung de- Weltfriedens benutzen will."
Pari». 3. October. Der Justiz«, Kriegs« und Marine« Mfter werden dem Präsidenten Faure anläßlich der An« wsmheit deS Zareu in Paris außerordentliche ®e« zi» dtgungSgvorschläge unterbreiten.
Wolffs telegraphische« Lorrespoudenr-Burrau.
! Berlin, 4. October. Einem hiesigen Kaufmann find gtiirra Effecten im Werthe von 130000 Mk. abhanden giheemen.
ui । ■ ' ■■ ■ ■ ■
Innah ntt Don Anzeigen zu der Nachmittag- für den
stlgrnden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
chratisöeikage: Hießener Aamikienökätter.
Alle «nnoncen-vureaux de- In« und AuSlande» nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. October. Die Frage der B eretufach ung bt< Kurtalstils wird, wie die „Poft" erfährt, demnächst tnl Staat-Ministerium beschäftigen.
Berlin, 2. October. Betreffs der Abänderung des anterstützuug-wohusitzgesetzeS In Elsaß - Lothringen haben Verhandlungen zwischen Bevollmächtigten der bikischen und der reichSländtichen Regierung stattgesundeu, die einem Uebeteinkommen geführt haben, welche- dem Wunsche du badischen Bevölkerung entspricht.
Berlin, 2. October. Wie verlautet, find die Vorarbeiten fit einen Gesetzentwurf betreffs des Pfandrechts der Lauha ndw erker im Reichsjustizamt soweit gefördert, daß bniclbe möglicherweise dem Reichstage gleich nach seinem Zusammentritt zugehen kann.
Berlin, 3. October. In der heutigen Delegieren - Lrri ammlung der nationalliberalen Partei sprach Landtagsabgeordneter v. Eyuern über die allgemeine Politik. In einer vorgelegten Resolution erklärte sich die nationalliberale Partei bereit, dem landwirthschaftlichen Roth» etanbe abhelfen zu wollen, verwirft aber alle extremen Mittel. Abgeordneter Baflermann als Correferent betont, wirthschaft- l iche Gesichtspunkte müßten tu der Partei zurücktreten. Mehrere Anträge, welche den Antrag Kanitz ausdrücklich bekämpfen Men, wurden etugebracht.
Berlin, 3 October. Wie die „Deutsche Tageszeitung" «sühn, hat die Reich-Verwaltung bereit- ihre Maßnahmen silr die Durchführung der Beamtengrhältererhöhung derart getroffen, daß in den eben in der Ausarbeitung bi» Micheu Etat die eutsprecheuden Erhöhungen eingesetzt eaottt.
Frankfurt a. M., 3. October. AuS Karlsruhe wird kr „Franks. Ztg." gemeldet, daß in Sulzbach bei dem Hande eine- Wohnhauses der 72jährtge Vater des Eigen« :^mtT8 des Hauses in den Flammen umgekommen ist.
Kiel, 3 October. Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich hat heute das Commando der zweiten Division de- echn Geschwaders angetreten und auf deu Panzer „König Mhelm" seine Admiralsflagge setzen lassen.
Memel, 3. October. Heute, als am Tage, an welchem cor 80 Jahren der damalige Prinz Wilhelm in Memel zum ersten Male in die Front der Armee eintrat, fand in Gegen« mit des Grafen Lehndorff, als des Vertreters Seiner Mststät des Kaiser-, deS Oberprafidenten Grasen Bi-marck mb anderer hoher Gäste die feierliche Enthüllung des Soifer Wilhelm-DenkmalS statt.
Wiesbaden, 4. October. Der Zar wird von Darmstadt auö zu einem Gottesdienst in der hiesigen russischen Eapelle kommen.
Holtenau, 4. October. Die feierliche Grundsteinlegung der Kaiser Wilhelm Canal-DankeSktrche hat Heun Vormittag nach 10 Uhr stattgesunden.
Bern, 4. October. Nach den bisher bekannten Resultaten der heutigen Volksabstimmung ist anzuuehmeu, daß daß DtSciplinar-Strafgesetz sicher verworfen ist.
Budapest, 4. October. Heute Mittag fand die Ein« weihung Sseier der neuerbauten Franz J'osef-Donau- brücke statt. Die Feier gestaltete sich Überaus großartig.
Leyifch« de« Bure»« „Hersik".
Brüx, 4. October. Infolge der Kundgebungen der Weiksleitungeu, daß diejenigen Arbeiter, welche die Arbeit am Montag nicht wieder aufnebmen, entlasten seien, hofft man am Dienstag den Strike zu beendigen. Der gestrige Tag ist in allen Revieren ziemlich ruhig verlaufen, nur in Maltheuern kam eS zu Crawallen, welche die Truppen rafch unterdrückten.
Rom, 4. October. Die Regierung erhielt die Meldung, NeguS Menelik werde die italienischen Gefangenen bestimmt Ende des Monats freigeben.
Paris, 4. October. Die Dekorationen zu Ehren deS ZaarenpaareS find vollendet. Die Statue der Stadt Straßburg hat zum Zeichen der Trauer eine schwarze elsässische Haube zum Schmuck bekommen.
Paris, 4. October. Nachdem der Figaro bereit- gestern einen heftigen Artikel gegen den Dreibund in Beziehung auf einen Docu-nenten-Diebstohl veröffentlicht hat, bringt heute der „Jour" in einem Artikel eine Erklärung, er werde bezüglich der franco-rusfischen Allianz authentische Dokumente von größtem Jutereffe in Faksimile veröffentlichen. Zwei dieser Documeute seien unterzeichnet. Eines rühre her au- dem Cabtnrt de- König- der Belgier, ein andere- vom König Leopold selbst. Die Dokumente sollen beweisen, daß entgegen dem Dementi Bi-marck- vom Jahre 1888 die deutsche Re- gierung 1887 gegen Rußland intriguirt habe. Selbstver- stündlich werden diese Veröffentlichungen nur deu Zweck verfolgen, sich bei dem Zareu beliebt zu machen.
Zurich, 5. October. Das Rechnungsgesetz wurde mit etwa 210000 Stimmen gegen 170000 Stimmen angenommen. Da- Btehhandelgesetz und das Militär» DiSciplinargesetz wurde verworfen.
Wien, 5. October. Gestern starb in Hecking Prinz Josef Arenberg im Alter von 64 Jahren.
Taruopol, 5. October. Die Ortschaft Szczuradin wurde durch eine Feuersbrunst total eingeäschert. 118 Häuser, darunter die Prodstei, die Kirche und Schule, sind medergebrannt. 700 Menschen campiren im Freien.
Pari«, 5. Oktober. Wegen der Zarenfeier bleibt die.B örse am Dten-tag geschloffen.
Paris, 5. Oktober. Cardinal Richards Hirtenbrief an den Diöcesan.CleruS schreibt Gebete für die russische Kaiserfamilie und sür die Einigung der beiden großen Nationen vor.
Cherbourg, 5. October. Wegen deS anhaltenden Regen» Wetters wird das Zarenpaar während feines hiesigen zehnstündigen Aufenthalts das Arsenal nicht verlassen. Unter der Bevölkerung herrscht dieserhald eine allgemeine Enttäuschung ; die Zarin wird aus Gesundheitsrücksichten dem vom Präsidenten Faure angebotenen Diner fern bleiben.
Athen, 5. October. Die in Makedonien publicirte Kundgebung des Sultans fordert die Christen zur Ruhe und zur Nichtunterstützung der au- Griechenland kommenden Aufrührer auf. ES fei bereit» eine Commission mit der Ausarbeitung von Reformen beschäftigt.
_ CckaUs »n- Provinzielle-.
Stehen, den 5. Oktober.
* Dienstnachrichten. Se. Köuigl. Hoheit der Groß» Herzog haben Allergnädigft geruht, dem Vorstand des Polizeiamts Gießen Poltzeiamtwann Frtedriq v. Bech» told den Dieustraug eines KreiSamtmauuS zu ertheilen.
Ernennung. Se. Königl. Hoheit der Großherzvg haben Allergnädigst gemuht, den Steuercontrolleur Steneraffeffor Balthaser Klo öS zu Darmstadt zum Rintamtmaun de» Rentamts Alsfeld zu ernennen.
*♦ MMiLtdiinstnachrichten. vr. Bogel, Stabsarzt der Landwehr 2. Aufgebots vom Landwehr Bezirk Gießen, wurde der Abschied bewilligt.
* Landtagswahl. Nach Auskunft der Bürgermeistere» stad in die Wählerliste zum Landtag 2573 Wähler eingetragen, darunter sind 13 Wähler auf Reklamation nachgetragen und ein Name gestrichen.
*♦ Schwurgericht. An Stelle der sür Mittwoch den 7. October ausfallenden Verhandlung gegen Johanne- Becker Ehefrau au- Heidelbach kommt an diesem Tage zur Abur» theilung die Sache gegen Ludwig Rnppel au- Rebge-Haia wegen Verbrechen- wider die Sittlichkeit. Am Montag den 12. October beginnt dicVerhandlung gegen Feist Sommer von Crainfeld, für welche 2—3 Tage tn Aussicht genommen find.
•• Die erste öffentliche Wählerverfammlung, welche aus Anlaß der bevorstehenden Reichstagswahl gestern Nachmittag in Steins Saalbau stattfand und vom Verein der deutschfreifinnigen Volkspartei einberufen war, war fehr zahlreich besucht. Nachdem Herr Rechtsanwalt Metz die Versammelten, sowie insbesondere den Candidaten der Partei, Herrn Prof, vr. Stengel aus Greifswald, begrüßt, ertheilte er demselben da- Wort.
Herr Stengel (lebhaft begrüßt) hob einleitend die früheren freundnachbarlichen Beziehungen, wie das Verständ- niß für freiheitliche Bestrebungen in der Stadt Gießen her- vor, dankte sowohl den Parteigenoffen wie den Gegnern für ihr Erscheinen, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß der be- vorstehende Wahlkampf mit ehrlichen Waffen durchgefochten werde und nur das eine Ziel im Auge behalten werden möge: da- Beste für daS deutsche Vaterland und die Menschheit. Was von den Gegnern besonders die Antisemiten betreffe, so hätten diese längst erkannt, daß vr. Böckel, der früher unter Triumph den Wahlkreis durchzog, nicht der Manu sei, die Interessen de- Volke- zu verfechten- auch der einstige Vertreter Gießens im Reichstage, Pickenbach, sei verschwunden. Redner erklärt, nicht seiner Professur wegen, die ihn in Beziehung zu Gießen als UniverfitätSstadt bringe, zu candidireu, er habe den ehrenvollen Auftrag zur Caudi- datur angenommen, da er da- Vertrauen seiner Gießener Freunde habe, obgleich eß ihn auch reize, Vertreter der Univerfitat-stadt, zu der auch er Beziehungen habe, zu werden. Die Frage, warum Gießen ihn, einen Beamten, aufstelle, erkläre er dahin, daß im April d. I. die Regierung eine Verfügung an die Barnten erließ, wonach fie sich aller gegen die Regierung gerichteten Bestrebungen zu enthalten hätten- da er nun der Ansicht fei, daß die Beamten nicht nur da- Recht, sondern auch die Pflicht hätten, für ihre Ueberzeugung einzutreten, so bezeichne er seine Aufstellung al- die beste Antwort auf diesen Regierungserlaß- er werde sich dadurch nicht beeinflussen lassen, obgleich er in seiner Eigenschaft als Professor und Beamter nur einen vorgesetzten in der Person deS Herrn UnterrichtSministirS kenne. Sein Amt als Lehrer des Romanischen habe ihn mit anderen Nationen zusammengesührt, dies setze ihn aber in die Lage, betreffs des Fühlens und Denkens anderer Nationen die Ansichten unserer Diplomaten, wie fie sich namentlich in den Zeitungen äußern, zu corrigiren und fein objektives Unheil tu der großen politischen Körperschaft, dem Reichstag, zur Geltung zu bringen - er halte auch dies sür seine Aufgabe. Als Arbeiter deS Staates glaube er auch Stellung nehmen zu dürfen im Kampfe zwischen Arbeitern und Arbeit» ßebern, eß dürfe Niemand die Arbeiter drücken, letztere sollten aber auch nicht die Arbeitgeber als Diejenigen ansehen, die sie drücken, eß müsse beiderseitiges Verständniß für die jedem Theile obliegenden Verpflichtungen vorhanden fein, man solle die Verhältnisse aller Bürger zu einander zu bessern und zu sördern suchen. Herr Prof. Stengel con- ftatlrt iw Verlaufe seiner weiteren Darlegungen, daß die freisinnige Partei jederzeit eintreten werde für Erhaltung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts, daß fie entgegentreten werde jeder Beeinflussung, ebenso trete fie ein für volle Versammlungsfreiheit, wie fie in Hessen bestehe, für Gewährung der freien Meinungsäußerung- ferner trete die Partei auf gegen Verhetzung einzelner Parteien und Entrechtung derselben durch Ausnahmegesetze- die Verfechtung des volkßthümlichen Rechte-: Gleichheit für Alle, scheide die freisinnige Partei von den Antisemiten, deren Agitation in Verfolgung anderer zu verwerfen sei. Redner wendet sich weiter gegen den Duell-Unfug, bezüglich dessen er glaube, daß ihm der Kaiser entgegentreten werde, wenn einmal das Volk die Beseitigung deS Duells entschieden verlange, auch dem Studeoten.Durll sei entgegeuzutreten, wie dem Hervor- treten des Reserveoffizierwesens in der Studentenschaft. Auch sür die realen Interessen des Bolkeß müsse die freifinnige Partei eintreten, deshalb sei die Volkßkrast zu schonen und solle der Kriegsdienst nicht zum Selbstzweck gemacht werden- dem Steuerzahler klinge das hohe Lied biß Soldatenstande»


