Pest, 5. September. Der Abgeordnete Gabriel Ugrov wird heute im Abgeordueteuhause wegen der Wiener Zaren- reise ivterpellireu.
WB. Breslau, 5. September. Der Sonderzug mit den russischen Majestäten tras kurz vor 9 Uhr ein. Am Bahnhofe waren anwesend da- Katserpaar, die Prinzen und die Prinzesfinueu, der Reichskanzler, der Staatssecretär v. Marschall, die Generalität, die Spitzen der Behörden. Die Begrüßung der Majestäten war herzlichst. Da- Abschreiteu der Front der Ehrencompagnte erfolgte unter den Klängen der Rusfeohhmne. Bei der Fahrt nach dem Laudeshaufuhren beide Kaiser und die Katsertuueu tu je einem Wagen, von Tavallerie e-cortirt - die Truppen bildeten Spalier. Es fand lebhafteste Begrüßung durch da- Publikum statt. Das Wetter ist schön.
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Gießen, den 5. September.
•• Der Jahresbericht der Großh. Handelskammer tu Gieße» für das Jahr 1895 bemerkt auf Grund der von den einzelnen Branchen etngelaufeuen Berichte über den Geschäftsgang Folgendes:
Bankgeschäft. Die Ergebnisse des Bankgeschäfts im abgelaufenen Jahre können im Ganzen als befriedigende bezeichnet werden. Eine fast während der ganzen Berichts« Periode andauernde Geldflüssigkeit, sowie die erfreuliche Besserung in manchen Industriezweigen hatte eine mäßige Belebung der Bankthätigkeit im Gefolge. Das kaufende Publikum gab zum Thetl fein, dem heimischen industriellen Effectenmarkte gegenüber beobachtete-, vielfach ungerechtfertigte- Mißtrauen auf- dagegen hat fich dasselbe vor dem SpeculationSfieber in Goldactien — zu dessen Verpflanzung hierher von Loudon und auch von einigen deutschen Börsenplätzen au- Versuche gewacht worden sind — ferne gehalten, sodaß der auf diesem Gebiet gegen Ende 1895 erfolgte EourSfturz hier nicht empfunden wurde. Wir geben der Hoffnung Raum, daß eine weitere Hebung der Industrie und de- Handels zur ruhigen Fortentwickelung des Bankgeschäfts beitragen und daß die Befürchtung Derjenigen fich nicht bewahrheiten möge, welche einzelne der in dem neuen Börsengesetz getroffenen Maßregeln für extrem und geeignet erachteten, den freien Verkehr zu hemmen, sowie Börse und Bankgeschäft in der Erfüllung ihrer wtrthschaftltchen Aufgaben lahm zu legen.
Baumwollwaaren. Nachdem im Herbste 1894 der in unserem letzten Bericht erwähnte heftige Preissturz der Baumwolle endlich sein Ende gefunden hatte, wurde, veranlaßt durch die außergewöhnlich billigen Preise der fertigen Maare, stark gekauft, sodaß die disponiblen Vorräthe und der größte Theil der Production von 1895 rasch an den Mann gebracht wurden. Nach und nach wurde eS auch möglich, die Preise der fertigen Maare zu erhöhen, wenn auch nicht in Parität zur Steigerung des Rohstoffe-, sodaß für die Fabrikanten, die weitgehende Abschlüffe in Garnen zur richtigen Zeit gemacht hatten, da- Jahr 1895 kein ungünstige- war. Der bedeutende Aufschwung, den daS Exportgeschäft im vergangenen Jahre nahm, beschäftigte viele große Fabrikanten für da» Ausland, sodaß die frühere Ueber- productton, die die unnatürliche Geschäftslage der letzten Jahre geschaffen hatte, beseitigt wurde und eher Maaren- mangel als Üeberfluß eintrat; auf diese Meise konnte fich die Befestigung der Preise aufrecht erhalten und in daS Jahr 1896 mit übernommen werden. Die im Ganzen nicht ungünstigen Verhältniffe des Jahre- 1895 haben zweifellos auch den Cousum im Detailgeschäfte gehoben, doch läßt die Erfahrung, daß man stet- nach billigen Qualitäten greift und wirklich gute Sachen fast nicht mehr verlangt werden, annehmen, daß die Kaufkraft der großen Maffe des Volke» noch sehr viel zu wünschen übrig läßt- auch leidet da» Geschäft nach wie vor durch die so sehr gedrückten Verkaufspreise, sodaß ein wirklich entsprechender Nutzen in den kleinen und mittleren Geschäften kaum noch zu erzielen ist. Diese Erscheinung im heutigen Geschäftsbetrieb ist hervorgerufen durch die täglich wachsende Concurrenz an den meisten Plätzen und kann nur durch die weitgehendsten Betrieb»- und Erwerbs- erleichterungrn in ihren nachtheiligen Folgen entkräftet werden. Statt deffen aber bringt die jetzt in Berathung befindliche Gewerbe-Novelle eine ungemeine Erschwerung des Haufir- handelS und daS Verbot des Detail Reisen», Maßnahmen, die viele Tausende von Existenzen untergraben und vernichten werden. Eine DerkaufSweise, die fich seit länger al» 20 Jahren im Volke eingebürgert, sollte nicht plötzlich unmöglich gemacht werden, wie es denn überhaupt nicht leicht zu erklären ist, warum eine ehrliche Art deS Erwerbs, die vielen Leuten Gelegenheit gegeben, sich zu ernähren, zu Gunsten weniger Einzelner verboten werden soll.
Bierbrauerei. Während die Rentabilität unserer Branche im Braujahr 1893/94 durch hohe Gersten- und Malzpreise, insbesondere aber durch extrem hohe Hopfenpreise sehr beeinträchtigt war, hatte da» BetriebSjahr 1894/95 erfreulicherweise mit bis dahin unbekannt niederen Rohmaterial- Preisen zu rechnen, sodaß die Brauereien mit dem vergangenen Jahre sehr zufrieden sein konnten- durch eine dem Bierconsum günstige Sommerwitterung konnten fast alle Brauereien auch ihren Absatz vermehren. Zu beklagen ist, daß obenerwähnte günstige Momente die Brauereien zu vermehrtem Eoucurrenz- kämpfe anspornten im Ankauf und Pachtungen von Wirth« schäften, Gewährung von Darlehen rc.
Borsten. Nachdem die Hausse de» Jahre- 1894 das Geschäft in russischen Borsten sehr erschwert hatte, gingen die Preise in diesem Jahre allmaltg wieder auf die normale Höhe zurück und der inländische Verkehr wie der Export konnten fich lebhafter gestalten. Die Fabrikanten, die fich bi- daher nur auf die nothwendigsten Bezüge beschränkt hatten, zeigten größere Kauflust und die Umsätze, besonders tn den besseren Sorten zur Fabrikation von Pinseln und
feinen Bürftenwaareu, waren recht belangreiche Pferdeheare, speeiell Schweife, hatten infolge der starken Nachftage, hervorgerufen durch ihre neuerliche Verwendung zur Damen Eon» fecttou, einen bedeutenden Aufschlag zu erleiden und kam e» vornehmlich in fibirischen Provenienzen zu namhaften Ab- schlüffen. Pflanzenfasern verblieben, von kleineren Preis- schwankongeu in mexikanischen Fibre- abgesehen, auf ihre« seitherigen Niveau.
Buchdruckerei. Der Geschäft-gang war im Jahre 1895 ein flotter, namentlich wurde in kaufmännischen Druck- fachen ein recht großer Umsatz erzielt. (Leider lassen die Preise, welche für Drucksachen angelegt werden, keinen dem Aufwand au Mühe und Kosten entsprechenden verdienst, vielfach fehlt im Publikum gerade in Bezug auf Drucksachen, die doch zur geschäftlichen Empfehlung dienen sollen, da» richtige verständniß zur Beurtheilung der Qualität und Ausstattung- e» wird lediglich auf Billigkeit gesehen, nicht nur von Privaten und Firweuinhabern, sondern auch vielfach von de» zur Förderung deS Handels und Verkehr- wie der Industrie und de» Handwerks mit berufenen Institutionen. Ref.) Die von der Reichspostbehörde beabfichtigte Erhöhung de» PostzeitungStarifS hat bei den ZeitungSveriegeru eine lebhafte Erregung hervorgerufen, da dieselbe eine enorme Belastung der billigen Tageszeitungen bedeutet. Wenn auch nicht verkannt werden kann, daß bei den wenigen deutschen Zeitungen mit enorm hohen Auflagen die Reichspoft bei dem jetzigen Tarif nicht auf ihre Rechnung kommt, so ist jedoch nicht außer Acht zu lassen, daß der Zettungsbezug al- solcher der Poft regelmäßige Einnahmen und eine regelmäßige Thätigkeit für ihre Beamten fichert. Eine wesentliche Erhöhung der Bezug-bedtngungen würde eine erhebliche Einschränkung de» Bezüge- der billigen Zeitungen und dabei zugleich auch eine Minderung der Posteinnahmen zur Folge haben, ganz' ab« gesehen von dem Schaden, welcher hierdurch den Zeitung» verlegern erwüchse. Die deutsche Reichspoft hat da» Monopol der Zeitungsbeförderung. Dieses Staatsmonopol sollte deshalb auch allen Staatsbürgern in hohem Maße zu Gute kommen und den Zeitungslesern nicht au» fiskalischen Interessen der Bezug ihrer Blätter erschwert werden. Forts, folgt.
** General • Versammlung des gejammten Taunusclubs. Morgen Sonntag findet in Wetzlar Vormittag» 11 Uhr im „Deutschen Kaiser" die 14. ordentliche General«Versammlung de- Taunus-Clubs statt. Außer der Neuwahl des Central-AuSschusseS und einer Bewilligung von 500 Mark zur Unterhaltung des Farbensystem» stehen Anträge der Zweigvereine Eronberg, Königstein, Falkenstein, Hofheim und Weilburg auf der Tagesordnung, welche Zuschüsse verlangen zur Errichtung von Baulichkeiten an hervorragend schönen Punkten ihrer Umgebung. Vormittag 97t Uhr ist ein gemeinsamer Spaziergang der Theilnehmer über den Hauserberg—Garbenheimer Warte—Schöne Ausficht geplant, dem fich nach dem um 2 Uhr im Schützengarten stattfindenden Mittagessen eine Besteigung der Ruine KalS- munt und Gartenconcert im Schützenhaus anschließt.
Laudesgewerbeverei». Die diesjährige General- Versammlung der Mitglieder deS LandeSgewerbeverein» wird zu Darmstadt voraussichtlich am 5. oder 6. October abgeholten werden- nähere Bestimmung wird mit der Tagesordnung demnächst bekannt gegeben werden. Die gelegentlich dieser Generalversammlung ftattfindende Ausstellung von Zeichnungen und Schülerardeitcn der erweiterten und anderen Handwerkerschulen der Provinz Starkenburg, sowie der Fach- schule zu Erbach wird in den Räumen der Landesbaugewerk- schule und des neuen Dienstgebäudes der Großh. Centralstelle veranstaltet werden.
•• Organisation der Handwerker. Die Großh. Central« stelle für die Gewerbe veröffentlicht folgendes: Nachdem der Antrag Preußens wegen Organisation des Handwerks in den Nrn. 34 und 35 des „Gewerbeblattes" unter dem Titel: „Entwurf eines Gesetzes, betr. die Abänderung der Gewerbeordnung- veröffentlicht worden ist, während die Nrn. 36 und 37 deS „Gew'.rbeblattö" daS Wichtigste aus der be- treffenden Begründung bringen, ist uns eine Aeußerung der Vorstände der OrtSgewerbevereine, sowie auch ein» zelner Mitglieder deS LandeSgewerbeveretnS bis spätestens 10. October d. I. darüber erwünscht: 1) ob ein Bedürfntß zum Erlaß so eingehender Bestimmungen zur Herbeiführung einer Zwangsorganisation für daS Handwerk im Großherzog- thum anzuerkennen «st, 2) ob die Bestimmungen des Gesetz- entwurfs geeignet find, eine Besserung in den Verhältnissen deS Handwerks herbei zu führen, 8) welchen Einfluß der Entwurf, wenn er Gesetz würde, auf den Bestand deS LandeSgewerbevereinS äußern wird, 4) im Falle der Der« neinung der Fragen 1 und 2, welche anderen Maßnahmen etwa zu ergreifen sein würden, um baß, was der Entwurf hauptsächlich erstrebt: genossenschaftlicher Zusammenschluß deS Handwerks und bessere Ausbildung der Lehrlinge für ihren Beruf — zu erreichen.
•• 3» Amerika verstorbene Hessen. Jenera, O., Heinr. Heldmann, 90 Jahre alt, au» Lautern. Newark, N. I., Ludwig Pritsch, 50 Jahre alt, aus Nieder-Beerbach. Rockwell, Jova, Henry Gtldner, 78 Jahre alt. Belle- ville, Jll., Frau Eleonore Löw, 82 Jahre alt, auS Groß-Umstadt und John Adam LooS, 73 Jahre alt, au» Guntersblum. Stratfort, Ont. Canada, Frau Marga- retha Schellenberger geb. Reiber, 85 Jahre alt, aus Queck bei Schlitz. Calltcoon Depot, N. U., Frau Margaretha Gottschall geb. Fromm, 62 Jahre alt, aus Flonheim. New Kork, Fritz Schell, 64 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt. Saginaw, Mich., John Deibel, 67 Jahre alt, aus Mteseck.
W. Ans der Wettera», 4. September. Die Ob stpretse haben im Laufe der zu Ende gehenden Woche in erfreulicher Weise angezogen, daher dürfte eS fich empfehlen, mit dem Abschlüsse von LieferungSvelträgen langsam zu thun und vorsichtig zu sein. ES steht fest, daß die Obsterträge in Württemberg mäßige find, wodurch lebhafte Nachfrage bei
I un» nach Kelterobst sein wird. Hauptsache aber ist, daß die Obstproducenten sehr sorgfältig bei der Obsternte zu Werke gehen und möglichst feine» Tafelobst au-sortiren, denn dafür strhen äußerst günstige Preise in Aussicht. Die kleine Mühe bei der Obsternte und die Zeitversäumniß werden fich reichlich lohnen. — Die Mittheilung de» „Gieß. Anz." Aber baumartige Sonnenblumen und deren Anpflanzung trifft auch für unsere Gegend zu. Einsender hat eine ansehnliche Menge von Samen geerntet, der ein treffliches Del gibt und ein vorzügliche» Geflügelsntter ist. Das Eierlegen der Hühner wird durch verfüttern von HeliaMhussameu bedeutend gefördert und die Hühner erhalten durch dieses Futter ein glänzendes Gefieder. Schon mancher Züchter hat sich dadurch schöne Preise auf GeflügelauSstellungen geholt.
□ Bellersheim. 4. September. Unser Dorf ist seit lange wegen seine» schönen Obstes, daS hier wächst, weit und breit bekannt. Während an vielen anderen Orten der Obstsegev in diesem Jahr ein recht bescheidener ist, fiehr man auch Heuer hier^viele Bäume voll des herrlichsten Obstes hängen. Freilich liefern Zwetschen und Birnen auch hin einen geringen Ertrag, eine um so reichere Ernte aber steht bei Aepfeln in Aussicht. Es ist eine Lust, die jetzt schon fast vollständig entwickelten, der Reife entgegengehenden Früchte an den Bäumen zu sehen. Man ist hier schon längst davon abgekomwen, nur minderwerthige Sorten, wie Schafnase und | bergt, zu Pflanzen, sondern richtet sein Hauptaugenmerk auf die Pflanzung guten Tafelobstes, welches bei sorgsamer Pflege der Bäume sehr einträglich ist. Zu wünschen ist, baß man mit der Obsternte nicht zu sehr eilt. Die Früchte gewinnen j durch längere- Hängenlassen an Gewicht uob an Güte ganz bebeutenb, ebenso ist bie Haltbarkeit in diesem Fall eine weü größere. In manchen Jahren hat man burch polize licht Anordnungen baß zu frühe Einernten be» Obste» zu verhüten gesucht. Solche Anorbnungen find gewiß gut, wenn auch nicht immer leicht durchführbar wegen der verschiedenen Reifezeit der einzelnen Sorten. Die Obstzüchter füllten auch ohne jene in ihrem eigenen Interesse baß Obst tüchtig au», reifen lassen. Der Prei» verspricht ein hoher zu werben, sodaß unsere Landwirthe auf eine schöne Einnahme au» Obst hoffen dürfen, wa» um so erfreulicher ist, al» die Preise der übrigen landwirthschaftlichen Producte recht niedrig sind. Gute» Tafelobst war stet» ein gesuchter Artikel und wird tfl voraussichtlich aucu jetzt wieder werden. Für Lesöpfel wurden in diesen Tagen 3,50—4,00 Mk. pro Malter bezahlt.
§§ Herchenhai», 1. September. Die hiesige Gemeinde« jagd wurde heute auf weitere sechs Jahre verpachtet. Zwei Engländer, die Herren Dillemnth und William Hartmann, haben dieselbe für den jährlichen Preis von 150 Mk. gepachtet- der seitherige Pachtpreis belief fich auf 180 Mk. Der Minder-Erlö- hat feinen Grund darin, daß weitere Steigliebhaber fich nicht eingefunden hatten. Genannte Herren haben außerdem noch zwet Gemeindejagden gepachtet, nämlich die der Gemeinden Bermuthshain für 251 Mk. und Grebenhain für 585 Mk.
§ Au» dem Ohmthal, 4. September. Bri den gegen« toärtig abgehaltenen Grummetgras«Ver st eigerungen auf den Domantal. und Communalwiesen werden erheblich höhere Beträge erzielt, al» im vorigen Jahre- fie über« treffen die vorjährigen oft um ein Drittel de» Preises. Dabei ist der Grasbestand durchschnittlich eiv viel schlechterer, als im vorigen Jahre. Doch muß erwähnt werden, daß das unaufhörliche Regenwetter der letzten Tage im Verein mit der warmen Temperatur den Graswuchs bedeutend gefördert hat. Während sonst um diese Zeit bei gewöhnlichen Verhältnissen die Grummeternte ihrem Ende zuging, hat fie jetzt noch keinen Anfang genommen. Diese Verspätung wird verursacht durch den ungewöhnlich späten Gnswuch» und daS zur Grummeternte ungünstige Wetter. — Unter den Erzeugnissen des Gartens liefern bie Bohnen ben reichste» Ertrag- man pflückt jetzt noch Körbe voll Bohnen. Früher würben bie Bohnen allgemein zerschnitten uub in Fässer bezw. Bottiche eingemacht, jetzt findet aber eine andere Art der Couservirung immer mehr Verbreitung. Man kocht die Bohnen ganz ab, trocknet fie im Backofen ober an der Sonne unb bewahrt sie trocken auf. Im Winter liefern bie so bereiteten Bohnen ein Gericht, bal in geschmacklicher Hinsicht bie nach der früheren Weise eingemachten Bohnen bei Weitem übertrifft.
A Ober Ohme», 4. September. Der hiesige Milch- fuhrmann Pf. holte in Grünberg einen Wagen voll Dielen, bestimmt zur neuerbauten Rahmstation brß Herrn Zimmer bei Groh-Tichen. Beim Auflaben ber D eien bekam der Fuhrmann, der fich auf dem Wagen befand, bal Neber- gewicht und stürzte von dem sehr hoch auf Rädern liegen« den Milchwagen rücklings herab zu Bober. Die durch den wuchtigen Fall erhaltenen Verletzungen find ber Att, daß ber verletzte längere Zeit ba» Bett hüten muß.
E. Echzell, 4. September. Kürzlich brachte ber „Gieß. Anzeiger" bie Nachricht, baß auf einem Baume in Nieder- Mockstadt eine blühende Blume zu sehen sei. Das ist noch gar nichts dagegen, daß in einer unserer Nachbargemeinben ein Storchnest zu sehen ist, auf welchem v er bis fünf Fuß hohe Pflanzen emporgewachsen sind. Meister Langbein, der Kinderbringer, war in diesem Jahre etwas später erschienen, al» sonst. Er begann seine Behausung in Stand zu fetzen, aber auf einmal verschwand er wieder. Bald darauf kam prächtiges Grün zum Vorschein, welches nach und nach die oben bezeichnete ansehnliche Höhe erreichte. Man glaubt, daß eS Disteln wären, die den bloSbeioige» Storch in die Waden gestochen und ihn zur Flucht ge« nölhigt hätten.
-h- Altenstadt, 4. September. Ein interessanter Vor- fall bietet gegenwärtig den Stoff zu Unterhaltung in unserer Gegend. In Rodenbach war gestern infolge Fütterung mit frischem Stoppelklee bei einer dem Schuhmacher Berg gehörigen Kuh sehr bedenkliche Aufblähung (Trommelsucht) eingetreten. Alle versuche, die Gase aus dem Magen • nach oben zu entleeren, erwiesen fich als völlig resultatloS
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