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Der Borsitzende des Vereins dankt dem Redner für feinen hochinteressanten, mit reichem Beifall belohnten Bor« trag. An der sich anschließenden DiScnssion betheiligten sich außer den Herren Major Weimer, LandgerichrSrath vr. Müller und vr. Zrmmer die Herren Oberbibliothekar Dr. Haupt und Prof. Dr. Gundermann. Beide betrachten die endlich befriedigende Erklärung deS Wortes ,Pfahlgraben", das von einer älteren Anlage auf die jüngere pfahllose leicht übertragen werden konnte, wie eine Erlösung anl dem seitherigen unbefriedigenden DeutungSzustand- ersterer »nterftützt nubem die gewonnenen Resultate durch Heranziehung deS schrtftsttllerisch'geschichtlichen Elements, wahrend letzterer da» sprachliche Moment — insbesondere da» Vorkommen von „Psahl-'^ und seinen dialectischen Formen in Orts- und Flurnamen — als e.n wichtiges Hilfsmittel in dieser Frage hervorhebt.
Gießen, den 5. März 1896.
•* Religiöse Vorträge. Am Freitag, den 28. v. MtS., sprach Herr Dr. Müller aus Leipzig vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft au» allen Kreisen — der Leib'sche Saal war dicht besetzt — über die Frage: Gibt eS ein Leben nach dem Tode? Der Redner führte in über 1^2 ftünbfger Siebe etwa Folgendes au«: Es war in der jüngsten Zeit allge- weineS Glaubensdogma: wie der Körper, so hört auch der Mensch überhaupt nach d-m Tode auf. Dieser Satz ist eine nothwendige Folge des Materialismus, denn wenn eS keinen Geist gibt, ist eS selbstverständlich, daß es kein Fortleben nach dem Tode gibt. Die materialistische Weltanschauung wurde Mode und ergriff wie eine Epidemie alle Kreise der Gesellschaft. Woher kam diese schnelle und weite Verbreitung? Jede» Organ uud Vermögen verkümmert, wenn es nicht benutzt wird, wenn es sich nicht äußern kann. Der Mensch hat ein Organ für d aü Geistige wie für da« Sinnliche, es ist daS unmittelbare ErfaffungSvermögen des Geistes. Da aber in der neueren Zeit und in der modernen Wissenschaft überall nur die mittelbare Erkenntniß angewandt wird, ist den meisten Menschen dieses unmittelbare Derständniß für den Geist an sich geschwunden. Damit hängt das andere zusammen: Es liegt in dem ganzen veräußerlichten Leben unserer-Zeit, in dem ganzen veräußerlichten Betriebe der heutigen Wiffenschaft und ferner in den GeifteSanschauungen, die von dem Materialismus auSgingen, begründet, daß das persönliche Leben, daS Leben der Einzelnen als Persönlichkeiten ganz zurückgegangen ist. Ein weiterer Grund dafür, daß man jetzt keine Empfindung für den Geist und seine Selbstständigkeit hat, ist die Specialisirung in unserm wiffenschaftlichen Betriebe, die uns den Blick für da« Ganze raubt. Derjenige z. B., der einseitig Naturwiffenschaft stud.rt und auf einem ganz speciellen Gebiet seine Forschungen an» stellt, verliert den Blick für das Ganze der Natur, als solcher, aber auch den Bl ck dafür, roaS jenseits de» Sinnlichen liegt, für das Geistige. Hierin liegt der Grund, daß der Materialismus seinen S'.egeszug durch unsere moderne Menschheit nehmen konnte. Aber der Materialismus hat keinen realen Grund unter den Füßen für seinen obenangesührten Satz. Da» einzige Fundament ist die Abhängigkeit des Geistes vom Körper. Bon dieser Grunderfahrung aus schließt man, daß der Geist auch etwas materielles ist. Die völlige Gleichstellung des Geistes mit dem Körper ist natürlich em Unsinn, denn zur Jdend,tät von Vorgängen gehört die Gleichheit aller wesentlichen Merkmale- daS Geistige hat aber ganz andere Merkmale als daS Körperliche. Ferner behauptet man, der Geist und Gedanke sei nur eine materielle Gehirn- function. Dieser Grundsatz der materialistischen Weltanschauung widerspricht erstens dem Grundgesetz von der Erhaltung der Kraft, daS audfapt, daß die Summe aller Energie und Kraft im Universum conftant ist, und daß alles, alle Ver» Änderungen in der Erscheinung nur durch Wandlung der Der- theUung der Energie hervorgebracht ist im lückenlosen Zusammenhang. Hiernach scheint daS Geistige völlig in der Lust zu schweben. Auch kann sich doch die materielle Gehirn- function nicht in etwas Geistiges umsetzen. Zweitens ist der Begriff der Materie gar nicht so sicher und klar, als daß man auf sie seine ganze Weltanschauung gründen könnte. Wir wiffen gar nicht, waS Materie ist. Es gibt heute neben der mechanischen eine dynamische Weltanschauung, welche den Begriff der Materie eliminlrt. Drittens ist eS den Materialisten ganz unmöglich, auch nur einen psychischen Güsted- vorgang zu erklären. Viertens ist es ein logischer Fehler, wenn man die Thatsache bei wechselseitigen Abhängigkeit ideutifizirt mit einer causa!en Abhängigkeit. Es ist hier nur eine ganz enge Beziehung der Functionen auf beiden Gebieten festgestellt, die aber nicht umgesetzt werden darf in eine ursächliche Beziehung. Schon diese einzelnen Punkte zeigen und, daß der Materialismus w'ffenschaftlich ganz un- haltbar ist. Doch mit der Widerlegung des Materialismus ist keineswegs die Fortdauer des Geistes nach dem Tode bejaht. Vielen Men'chen beweist die Abhängigkeit des GetsteS vom Körper das Gegentheil. Daß der Geist vom Körper abhängig ist, ist eine bekannte Thatsache. Ebenso klar ist die Abhängigkeit deS Körpers vom Geist. So werden z. B. leichtere Krankheiten durch den Willen überwunden, andere und auch schwerere Krankheiten werden auf hypnotischem Wege geheilt. Gerade die Versuche mit Hypnose und Sug. gestion geben uns die Möglichkeit, etwas wenigstens den Geist zu erkennen, wenn es auch völlig unmöglich, das Wesen des Geiste» ganz in seinem Wesen zu erkennen. Wenn z. B. ein bypnotifirteS Mädchen dem Hypnotiseur die allergenauesten unb zutreffendsten Aussagen über eine Person macht, die fern von ihm weilt, so können wir daS nur erklären, wenn wir die Lösbarkeit und Unabhängigkeit des Geistes vom Körper annehmen. Fragen wir ferner den menschlichen Geist selbst, ob eS eine Existenz des Geiste» nach dem Tode giebt. Es ist ganz sicher, daß bi» zum Anbruch der materialistischen Epoche die größten
Denker daran glaubten. Man darf nicht einwenden, daß die Menschen nicht zu allen Zeiten die Gewißheit der Unsterblichkeit hatten. ES ist selbstverständlich, solange sich in grauer Borzeit die einzelne Persönlichkeit noch nicht losgelöst hatte von dem gesammten Leben der Gattung, der Familie und deS Volkes, so konnte sie keinen Instinkt dafür haben. Der Mensch hatte damals nur einen Instinkt für die Gattung. Sobald aber der einzelne sich von der Gesammtheit abhob unb sich selbst, seine individuelle Persönlichkeit ergriff, so sehen wir, daß unmittelbar die Gewißheit der Persönlichkeit mit der der Unsterblichkeit verbunden ist. Je mehr ein Mensch sich erkannt hat in seinem persönlichen besonderen Sein, um so sicherer ist er von der Fortexistenz deS Geistes nach dem Tode überzeugt. Andererseits ist es dann wieder ganz verständlich und begreiflich, daß in den Menschen heut zu Tage, die weder ein Auge für den Geist haben, noch bewußte Persönlichkeiten find, daß in diesen Menschen der Jnstinct für die persönliche Unsterblichkeit nicht mehr zu finden ist. Der einzige Mensch, der eine vollkommene Persönlichkeit war, und an den wir unS deshalb in dieser Frage zu wenden haben, ist Jesus von Nazareth. Deshalb müssen wir von vornherein postuliren, daß bet ihm der Jnstinct für die individuelle Fortdauer nach dem Tobe am klarsten geworden ist. Wenden wir uns an diese Stelle, so bekommen wir mit der wünschens- werthesten Klarheit die Antwort: „ES gibt ein Leben nach dem Tode." Ferner offenbart und Jesus, daß wir alle keimhafte Persönltqkeiten sind, die zur Entwicklung kommen sollen. Damit geht Hand in Hand, daß dieser Keim ein ewiges Sein hat. DaS große Wirken Jesu ist eine Fortführung der MenschheitSentwicklung aus die Ewigkeit hin, d. h. der Mensch ist unsterblich. Mit dieser Antwort Jesu stimmt die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen überein, der durch Jesus in Beziehung mit dem lebendigen Gott getreten ist. In dieser religiösen Erfahrung wurzelt unser Glaube an die Unsterblichkeit bed Christud in seinem tiefsten Grund. Es giebt nun aber auch, wenigftend für mich, wie Redner fortfährt, einen Beweis für die Möglichkeit bed Fortlebens unfered Geisted, nämlich die Auferstehung Jesu. Den Hauptgrund, den man gegen sie einwendet, ist der, daß wir diese Geschichtdthatsache nicht mit unserer modernen Weltanschauung vereinen können. Aber widerspricht cs der modernen Weltanschauung, daß ein lebendiger Gott existirt, daß es neben dem ordentlichen uud mittelbaren Wirken Gottes noch ein außerordentliches, unmittelbare» und persönliches Eingreifen Gottes in die natürlichen Vorgänge giebt? Nein. Aber es handelt sich darum, ob wir hier eine Geschichtdthatsache haben. Die Auferstehung ist nicht nur bezeugt in den Evangelien, sondern auch in einem der historisch treuesten Documente, die wir überhaupt besitzen, im ersten Brief bed Paulus an die Korinther. Man hat die Auf. erstehung erklären wollen durch die VifionShypothese, die aber hat zur Voraussetzung eine krankhafte Nervenbelastung. Es ist nun doch ganz unwahrscheinlich, daß die 12 Jünger und 500 andere Menschen, die den Auferstandenen gesehen haben wollen, nervös belastet waren. Die weitere Einwendung, die Visionen steckten an, ist noch nicht nachgewtesen. Wir sind deshalb gezwungen, die Auferstehung als ein geschichtliches Factum anzunehmen. Wenn aber einmal die Schranken de» Todes durchbrochen wurden, so ist der Durchbruch vom Tod zum Leben überhaupt möglich. — Der Vortrag wurde, wie alle vorhergehenden, mit größter Spannung augehört und mit herzlichem Beifall ausgenommen. Er wird sich, wie auch die früheren Vorträge, nicht so leicht im Gedächtnlß der Zuhörer verwischen, denn er bot wieder eine Fülle von anregenden Gedanken. Mit ihm schließt der Cyclud. Aufrichtigsten Dank folgt Herrn Dr. Müller bei seinem Weggang für feine tiefgehenden geistvollen Vorträge und mit dem Dank verbindet sich die Bitte und der Wunsch: Auf Wiedersehen in unserer Stadt, hoffentlich schon im nächsten Winter!
** DaS Pilsener vier wird billiger. Diese Botschaft dürfe in den weitesten Streifen lebhafter Sympathie begegnen. Der Preis dieses Bieres wurde durch ein von den beiden Pilsener Brauereien geschickt geschaffenes Monopol dis jetzt in ziemlicher Höhe gehalten. Nun wird im Juni eine dritte Brauerei in» Leben treten, die ein Eartell mit den beiden andern ablehnte. Die beiden älteren Gesellschaften wollen in Folge dessen einen Concurrenzkampf mit der neuen aufnehmen und sie, obgleich diese schon billigere Preise in Aussicht gestellt hatte, noch unterbieten. Außerdem droht aber den Pilsener Brauereien von München her eine gefährliche Concurrenz, da auch dort eine Brauerei in der Gründung begriffen ist, die ein dem Pilsener ebenbürtiges Fabrikat erzeugen soll. (Wir denken übrigens, daß sich das in Gießen gebraute Pilsener auch mit In Concurrenz stellen kann.) Die Furcht der Pilsener vor der Concurrenz ist so groß, daß sie ihre Preise in einem Augenblicke herabsetzen, der eher zu einer Preissteigerung veranlassen könnte. Die Staatsbahnen haben nämlich die Transportpreise für das Gebinde beträchtlich erhöht. _____________
n. Friedberg. 4. März. Der hiesige Vorschuß- und Creditverein erzielte im abgelaufenen Jahr einen Reingewinn von 46,040 Mk. 73 Pfg. Die Einnahmen und Ausgaben erreichten die Höhe von je 12,239,627 Mk. 66 Pfg. Die Mitgliederzahl beträgt 1073.
n. Vo» der Nidda. 4. März. Die jungen Gänschen werden eben, wenn sie kaum dem Ei entschlüpft sind, mit 1 Mk. 20 Pfg. bis 1 Mk. 50 Pfg. per Stück bezahlt. Händler haben allerdings auch schon junge Gänse, welche bereits flügge sind. ES sind hier namentlich einzelne Orte, in welchen die Gänsezucht stark betrieben wird. Man läßt daselbst die Gänseeier von Hühnern audbrüten, in denen man die Brutlust künstlich geweckt hat, weil man dabei nicht daS Ende der Legethätigkeit der Gand abzuwarten braucht; denn es liegt im Interesse der Züchter, recht bald markt- fähige Waare zu haben. Je früher die Gänse nämlich schlachtbar sind, desto theurer werden sie in Frankfurt bezahlt. Da den Leuten nicht immer besondere geeignete Räume
zur Verfügung stehen, trifft man die junge Gesellschaft sammt ihrer Stiefmutter gar oft, namentlich an rauhen Tagen, im warmen Wohnzimmer. — Die Preise für die Zucht ferkel sind in letzter Zeit in die Höhe gegangen. Im Handverkauf werden für bad Stück 6 btS 8 Wochen alter Ferkel, je nach Qualität, 10 bid 14 Mk. gegeben. Märkte wurden seither wegen der Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten. — Dad Pfund Schlachtgewicht der fetten Schweine bezahlen die Metzger eben mit 44 bid 46 Pfg. Der Ladenpreis beträgt in den einzelnen Orten 50 bid 55 Pfg. für bad Pfund. — Dad Kartoffelgeschäft gewinnt jetzt, da die Witterung den Transport erlaubt, allmählig Leben. Für feinere Sorten zahlt man bid zu 5 Mk. für das Malter, geringere Sorten gelten 3 Mk. Die eben In den Handel gebrachten Kartoffeln müffen ohne Tadel fein, denn sie sollen al» Steckkartoffeln Verwendung finden. — Auch da» Heu ist eben ein viel umgesetzter Artikel. Der Gentner wird mit 2 bi» 3 Pik. bezahlt. In der letzten Heuernte galt der Gentner 1 Mk., mitunter noch weniger. Ed wird also hieran ein ganz hübscher Gewinn erzielt.
0. Aus Oberhesseu, 1. März. Verschiedene öffentliche Blätter brachten kürzlich die Nachricht, daß in unserer Provinz der Glaube an Hexen noch nicht erloschen sei. Ein Beispiel, das sich kürzlich zutrug, beleuchtete diesen traurigen Wahn in eigenthümltcher Weise. Dem Schreiber dieser Zeilen kam irn vorigen Jahre ein Fall vor, welcher bewies, wie sehr der Aberglaube über Hexen, böse Geister, Unholde, Alpdrücken, Berufen oder Behexen von kleinen Kindern, Verderben von Vieh noch im Volke steckt. ES bedurfte der größten Anstrengung, zwei irregeleitete Frauenzimmer wieder auf den rechten Weg zu bringen, und nicht viel hat gefehlt, so wäre ein gewaltiger BeleidigungS- und VerläumdungS- prozeß entstanden. Die meisten Anhänger des HexenglaubeuS finden sich auf dem Lande unter den älteren Bauersfrauen, welche noch in den dreißiger Jahren, ober auch etwa» später die Schule besuchten. Damals wurde noch wenig Naturgeschichte und Naturkunde in den Schulen gelehrt. Wer ordentlich lesen, schreiben und die vier Specie» rechnen konnte, war ein kleiner Gelehrter. Noch viel verbreiteter al» der Hexenglaube ist der Glaube an dad Sympathiebrauchen bei gewissen Krankheiten und Gebrechen. So wird z. B. die Mundfäule meistens durch Blasen und Sympathiebrauchen auf dem Lande curirt. Neffelsucht behandelt man ähnlich. Hautausschläge, Umlauf an Fingern, Geschwüre u. dgl. m. heilt man durch Blasen und Sprüche kluger Männer, unter denen Wasenmeister, Schäfer und Gurschmiede eine hervorragende Rolle spielen. Manche dieser Naturärzte verschreiben auch Recepte, auf denen Sternanis, Eibisch, Fenchel unb ähnliche Arzneipflanzen zu einem ungefährlichen Thee ver- sinigt erscheinen. Gegen bad Berufen und Behexen der kleinen Kinder schützen Zettelchen, die unter Anrufung der drei höchsten Namen in ein Läppchen eingenäht und von dem Kinde auf der Brust getragen werden müffen. Dem behexten Vieh werden heute noch eigevthümlich beschriebene Zettelchen in dem Futter zu freffen gegeben. Vor zwei Jahren brachte der „Gieß. Anz." eine Erzählung „Die Hexe von Singen- heim" - darin war der Hexenglaube als nichtig unb ver- bammungSwürbig hingestellt. Die Erzählung hat unter dem abergläubigen Landvolks bedeutenden Eindruck gemacht, und viele bekehrt. Es werden aber noch Jahrzehnte vergehen, bis der Hexenwahn ganz verschwunden ist. Gegen diesen schädlichen, mitunter sogar gefährlichen Aberglauben muß noch mehr mit Wort und Schrift angekämpst werben. Wer den Berus bazu fühlt, unb bie Befähigung bazu besitzt, sollte mit seinen Gaben nicht hinterm Berge halten.
Schiff-ncrchvichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Gerl Loos uno I. M. Schulhof.
Bremen, 2. März. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampscr Halle, Eapt. I. Roben, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyoik angekommen.
Literatur
— Die Kritik, Wochenschau des öffentlichen Lebens. Herans- gegeb.n von Karl Schneidt. 3. Jahrgang. Preis vierteljährlich 5 Mk. Einzelne Nummern 50 Pfg. Probenummern durch jede Buchhandlung zu beziehen. Kritik-Verlag, Berlin NW., Louisen- firaße 36. Nr. 74 vom 29. Februar 1896 enthält unter Anderem: Stumm. Römisches ober deutsches Recht von Dr. L. Kublenbeck. Die drei Stufen der Religion von Ottomar Beta. Hieb und Stich von Mephisto. Der Philosophie eine Gasse von HanS von Gumppen- berg. Der Fall Weinaartner von Daul Ertel re.
Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gieße».
9. Woche. Vom 23. Februar bis 29. Februar 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkrrtSziffer: 31,64, nach Abzug der Ortsfremden 22,60o/gc.
Kinder
Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
ES starben an: Zufammeu:
Erwachsene:
im
vom
1. Lebensjahr:
2.-15. Jahr:
Lungentuberkulose
4 (1)
4 (1)
—
—
Gelenktuberkulose
1 CD
1 (1)
—
—
Lungenentzündung
3 (1)
2 (1)
1
—
Bronchitis
1
1
—
Schlagflutz
1 (1)
1 (1)
—
—
Herzfehler
1
1
—
——
Lungenerweiterung
l
1
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—
Unbekannte Krankh.
2
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2
Summa:
14 (4)
10 (4)
2
2
Wenn man das Gutachten des Herrn Dr. G G. Wtttstein in München über das von Carl Rettet hergestellte Haarwasser liest, so wird man unwillkürlich zu der Ueberzeugung gelangen müssen, daß man es hier mit einem Mittel zu thnn hat, daS nicht nur keine nachtheiligen Folgen auf die Haare, sondern einen wohlthätigen Einfluß auf das Wachsthum derselben ausübt. Diese Beobachtung wird nunmehr seit mehr als 28 Jahren ganz allgemein bestätigt und hat sich das Wasser in Folge besten, unter Berücksichtigung deS enorm billigen Preises einer geradezu abnormen Nachfrage zu erfreuen. Dasselbe ist in den durch Anzeigen veröffentlichten bekannten Verkaufstellen jederzeit zu hader'.. 423


