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Mülheim a. Ruhr.
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Ilkan-Apotheke,
Mr. 261
Erstes Blatt
Donnerstag den 5 November
1896
Amts- und Anzeruedlutt fut den Itveis
Rebaction, E^-pcditit« unb Druckerei:
Schutftratzc Zlr.r.
Kcrnsprechcr 51.
Vierteljähriger Aöonncmenlspreiur 2 Mark 20 Pfg. mit Bringrrlohn.
Durch bie Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener Aamittenvtälter »erben bem Anzeiger wvchenilich dreimal hrigelegt.
Der Siebener Anzeiger «scheint täglich, mit Ausnahme de» Montags.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für bm folgenben Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
I OrätisMage: Oießener Kamittenötätter.
Alle Annoncen-Dureaux de» In» und Auslandes nehmen . Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
Anrtlicher- Theil.
Nr. 34 des ReichS-GesetzblattS, auSgegeben den 31. v. M., enthält:
(Nr. 2342.) Zusatzerkiärung zu dem Internationalen Ueberetnkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr vom 14. October 1890. Bom 20. September 1893.
(Nr. 2343.) Bekanntmachung, betreffend die Anzeige- pflicht für die Schweiueseuche, die Schweinepest und den Rothlauf der Schweine. Bom 29. October 1896.
Gießen, den 3. November 1896.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _______________I. B.: Dr. Melior.
Bekanntmachung,
betreffend: Abhaltung der Btehmärkte zu Allendorf a. d. Lda.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Großh. Ministerium des Innern genehmigt hat, daß zu dem am 11. l. Mts. zu Allendorf a. d. Lda. stattfindenden Btehmärkte auch Bieh aus den benachbarten preußischen Orte« aufgetrieben werden darf, wenn diese Orte nicht weiter wie 10 Kilometer von Allendorf entfernt liegen und durch glaubhafte UrsprungSzeugniffe nachgewiesen wird, daß dieselben seuchenfrei find und die Thiere dauernd darin gestanden haben. Thiere von Händlern aus den fraglichen Orten werden dagegen nur dann zugelaffen, wenn fie nach ihrer Einführung in das Großh. Hessische Gebier mindestens sieben Tage in seuchefretem Zustande zugebracht haben.
Gießen, den 3. November 1896.
GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen.
I. B.: Dr. Melior.
Bekanntmachung, betreffend: die Bestellung eines WasenmeisterS für die Gemeinden Bellersheim, Eberstadt und Muschenhetm, sowie der Gemarkungen Hof Güll und ArnSburg.
Der Taglöhner Heinrich Heim zu TraiS-Münzenberg ist als Wasenmeister der Gemeinden Bellersheim, Eberstadt und Muscheuheim, sowie der Gemarkungen ArnSburg und Hof Güll verpflichtet worden.
Gießen, den 3. November 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen.
I. B.: Dr. Melior.
Bekanntmachung,
betreffend: die Abhaltung eines BirhmarktS zu Alsfeld.
Großh. Ministerium des Innern hat die Abhaltung eines BiehmarkreS zu Alsfeld am 18. November l. I. unter folgenden Bedingungen gestattet:
1. Für Auf- und Abtrieb des BteheS ist'den Anträgen des KreiSveterinäramteS gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf.
2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen und Büdingen, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn fie mindestens fieben Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise in seuchenfreiem Zustande gestanden haben, aufgetrieben werden.
Den Großh. Bürgermeistern wird die gewissenhafte Befolgung der bestehenden Vorschriften bei Ausstellung der Ursprungszeugnisse noch ganz besonders zur Pflicht gemacht.
AlSfeld, den 27. October 1896.
Großherzogliches KreiSamt Alsfeld.
I. V.: Ham mann.
Neueste
Wolff« telegraphisches Sor-refpoudem-Vurea».
Berlin, 3. November. Nach der „Nationalzeitung" ist an zuständiger Stelle nichts davon bekannt, daß der Handels- Minister, wie das „Berl. Tgbl." meldete, gegenüber dem Präfidenten des Aeltestencollegiums die Billigung des Schluß - scheine« für LieferungSgeschäfte ausgesprochen habe, bis auf die dann vorgesehene Benutzung von Sachverständigen der Productenbörsen.
Breslau, 3. November. Heute trat hier die 8. Allgemeine StttltchkeitS-Conferenz zusammen, an welcher Vertreter auS allen Theilen Norddeutschlands theil- nahmen. ES wurde über die Ausbreitung der Bewegung, Über geeignete Flugschriften und über die Wohnungsfrage bierathen; ferner über die einschlägige Gesetzgebung, über die
Thätigkeit der Synoden, über das Berhälmiß zur contmen- talen Föderation und über Rettungsversuche an einzelnen Frauen und Mädchen, endlich über unfittliche Annoncen in der Presse und über die Sittlichkeit in der Armee. Abends findet Gottesdienst statt, außerdem find zwei öffentliche Ber- sammlungeu angekündigt.
Hamburg, 3. November. Der Strike der Motorführer ist als beendet zu betrachten. Fast sämmtliche Führer nahmen im Laufe des Nachmittags die Arbeit wieder auf. Die Direction bewilligte einen Theil der Forderungen.
Wien, 3.,November. Herzog Louis Philipp von Orleans traf heute Mittag hier ein und wurde auf dem Bahnhofe vom Kaiser Franz Josef empfangen. Nach herzlichster Begrüßung fuhren beide nach dem Schlosse Schönbrunn.
Budapest, 3. November. Die Millenium--Ausstellung ist heute Mittag in Anwesenheit sämmtlicher ungarischer Minister, sowie de- gemeinsamen Kriegs- und FinanzministerS, der Spitzen der Civil- und Militärbehörden und eines zahlreichen Publikums geschlossen worden.
Paris, 3. November. Mehrere hundert Arbeiter der Schlachthäuser der Borstadt La Billette find in den Ausstand eingetreten. Die Großschlächter trafen Maßnahmen, damit die Fleischversorgung der Hauptstadt ungestört bleibe.
Petersburg. 3. November. Der Finanzminifter hat die zollfreie Einfuhr derjenigen ausländischen Erzeugnisse, welche für die im Jahre 1897 in Kiew stattfindende landwirthschaftliche Ausstellung bestimmt find, unter der Bedingung gestattet, daß der Zoll für die die russische Grenze passirenden Erzeugnisse bis zu ihrer Rück- beförderung von der Ausstellung interimistisch hinterlegt wird.
Belgrad, 3. November. König Alexander ist heute Abend hier wieder eingetroffen. Er äußerte mehrfach seine Befriedigung über den herzlichen sympathischen Empfang Seiten- des Königs Karol und des rumänischen BolkeS.
Newyork, 3. November. DaS Wetter ist freundlich in den Oftftaaten, ebenso in Westen bis nach Minnesota, wo etwas Schnee gefallen ist. Im Süden ist daß Wetter klar, ausgenommen Louisiana, Georgia und einige Theile von Tennessee, wo Regen droht. Aus einigen Orten wird berichtet, daß um 9Vz Uhr Vormittags bereits die Hälfte der erwarteten Stimmen abgegeben war. Nach einer Depesche aus dem Fort Wayne (Indiana) wären Anzeichen dafür vorhanden, daß die Golddemokraten für Mac Kinley stimmen. ____________
Depeschen de8 Bureau „Herold".
Berlin, 3. November. Der Kaiser hörte im Neuen Palais heute Morgen von 9 Uhr ab den Vortrag tue« Staatssekretär« des Reichsschatzamts, Grafen von PosadowSky, und empfing um 10 Uhr den KriegSminister v. Goßler zum Vortrag. Nachmittags gedachte das Kaiserpaar gegen 2 Uhr nach Berlin zu sahren und der heutigen Vorstellung von „Renaissance" im Berliner Theater betzuwohnen. Gegen 10y2 Uhr will der Kaiser die Reise nach Schlesten antreten. Wegen der ungünstigen Witterung haben ter Kaiser und die Kaiserin die Abficht aufgegeben, an der heutigen Hubertusjagd im Grünewald theilzunehmen.
Berlin, 3. November. Das Staat-Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Borfitz des Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 3. November. Das polizeiliche Verbot der Sonntags-Versammlungen auf Grund der Poli- zei-Verordnung vom 10. October wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Die Einberufer aller Versammlungen, die am 1. November infolge polizeilicher Intervention nicht ab- gehalten werden konnten, beabsichtigen, die RechtSgiltigkeit der Verordnung in Bezug auf das BersammlungSwesen anzufechten. Bis zur Entscheidung der Frage durch die Gerichte werden die Berfammlungen a«f die Nachmittagsstunden verlegt werden.
Berlin, 3. November. Der Berliner Arbeiter- Beretn verhandelte gestern Abend flbtr die aufgelösten Quidde'i'cken Versammlungen. In dem einen Fall hat der Polizeipräsident die Auflösung als zu Recht bestehend an erkannt und in dem anderen Falle steht die Antwort noch aus. Sobald anch der zweite Bescheid eingegangen fein wird und dieser dem ersten gleich lautet, soll eine Deputation sich direct an den Minister deS Innern wenden. Gleichzeitig soll im Wege der Eivilklage der Rechtsanspruch deS Schadenersatzes durch alle Instanzen durchgeführt werden.
Berlin, 3. November. Gegenüber der Mittheilung der „Berl. Polit. Nachr.", daß dem Reichstage alsbald die Vorlage, betreffend die Aufbesserung der Beamten-
geh älter, zugehen werde, erfährt die „Post", die bezüglichen Vorarbeiten find noch nicht filr baß Reich und für Preußen abgeschloffen. DaS Priucip der Gleichzeitigkeit der GehaltSausbefferung im Reiche und in Preußen wird auch fernerhin festgehalten werden.
Frankfurt a. M., 3. November. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte einstimmig dieBorlage des Magistrats, den Vertrag mit der Trambahn-Gesellfchaft zum 1. Januar 1898 zu kündigen und behufs Einführung electrischen Trambahnbetriebes einen Wettbewerb auS- zuschreiben.
Frankfurt a. SR., 3 November. Die „Franks. Ztg." meldet auS München: Der engere Ausschuß der deutsche« Volkspartei in Bayern hat eine energische Agitation sür die Gothaer Petition gegen daß Duellunwesen in die Hand genommen. In der nächsten Zeit soll hier eine Volksversammlung zur Erörterung dieser Petition und der Frage der Militärstrafproceßordnung einberufen werden.
Königsberg i. Pr., 3. November. Der Fortschritts- Verein Waldeck beabsichtigte hier am Freitag eine Volks- Versammlung zu veranstalten, in welcher der Fall Brüsewitz erörtert werden sollte. Wie der „Ostpr. Gen.« Anz." erfährt, ist dem Verein von sämmtltchen Saalbefitzern der Saal verweigert worden. Infolge deffen findet die Versammlung in Klein KartuS statt. Der Verein beabfichtigt, ein eigene- Local zu erwerben.
Budapest, 3. November. Die israelitische Gemeinde in GaszecS erhielt vom Grafen Theodor Andrasstz ein Geschenk von 20,000 Gulden. Dieselben find zum Erbauen einer Synagoge bestimmt.
London, 3. November. Der Berliner Professor Dr. Robert Koch wird der „Morning Post" zufolge nach Afrika abreisen, um die Rinderpest zu studtren.
Konstantinopel, 3. November. Nachrichten auS Astp in Arabien zufolge schreitet dort die Pest langsam fort. Die verseuchten Ortschaften werden von einem Militärcordo« eingeschloffen.
Berlin, 4. November. In einem neuerdings in einer Streitsache wegen Uebertretung deS VereinSgesetzeS ergangenenen Erkenntniß des Kammergerichts ist außgeführt, daß der in Betracht kommende Verein als ein Verein anzusehen sei, der bezwecke, auf öffentliche Angelegenheiten ei«- zuwirken. Zur Begründung heißt eß in dem Erkenntniß, daß die Agitation für die socialistische Partei, deren Ziel der Umsturz der StaatSverfaffung, der Gesetzgebung und der socialen und religiösen Verhältnisse der Gegenwart seien, eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezweckt, indem die verfolgten Ziele daß öffentliche Interesse berühren.
Berlin, 4. November. Die „Nat.'Ztg." bestätigt, daß der frühere ReichStagSabgeordnete Dr. Böttcher von der Leitung der „Nationalliberalen Eorrespondenz" iurfltf getreten ist und ein bisheriger Redakteur der „Nat.-Ztg.",Dr. Mohr, dieselbe übernommen hat.
Berlin, 4. November. DaS Befinden deS General- Gouverneurs von Warschau, Grafen Schuwalow, hat nach neuerdings hierher gelangten Privatnachrichten ein« ständige, wenn auch langsame Befferung erfahren.
Paris, 4. November. In der Deputirtenkammer beantwortete gestern Minister Hanotaux die Interpellation deS Deputirten Cochin über die Ereignisse in Armenien. Die Erklärung, welche der Minister verlas, machte trotz der wiederholten Versprechungen, daß man eS au Energie nicht fehlen lassen werde und trotz des Hinweises auf den Zarenbesuch nur geringen Eindruck. Nur einige Bänke nahmen dieselbe beifällig auf.
WB. Newyork, 4. November. Mac Kinley wurde mit 242 Stimmen zum Präsidenten gewählt.
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Gießen, den 4. November.
*• Ernennung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den practischen Arzt Dr. Hermann Ch riftian Tjaden auS Norden zum KreiSasfi- stenzarzte bei dem KreiSgesundheitsamte Gießen, mit Wirkung vom 1. November I. I., zu ernennen.
*• Auszeichnung. Se. König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Formermeifter bei der Firma Buderuß in Lollar, Konrad Wolf zu Lollar, dem Arbeiter in der Schirmer'fchen Tabakfabrik zu Gießen, Heinrich Rodenhäuser II. aus Wreseck und dem Maga- zinarbeiter bei der Firma Blavcjour in Mainz, August Weigand zu Mainz daß Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen.


