rufen sollte, Sachsen die Treue halten und dem Hufe Folge leisten werde. In diesem Sinne fordere er die Kameraden auf, tn den Ruf etnzusttnrmen: Seine Majestät der Kaiser Wilhelm II. lebe hoch! — Der Kaiser erwiderte sofort: Tiefbewegten Herzen- danke er dem König für die huldvollen Worte, er danke für die heute wahrgenommenen vorzüglichen Leistungen de- zwölften Corps. Der König werde nicht allein von den eigenen Landestruppen, sondern von dem ganzen deutschen Heere hoch geehrt. Seine Truppen hätten unter dem Kronprinzen Albert, dem jetzigen Könige, gekämpft und gesiegt, und der ehemalige Heerführer sei den Truppen unvergeßlich. Bon den übrigen Heersührern seien Kaiser Wilhelm der Große und sein Bater heimgegangen, nur König Albert sei noch von den damaligen Heersührern unter unfi. Der Kaiser bittet Gott, daß er den König segnen, schützen und behüten wolle. Diese Bitte erfülle nicht nur die Herzen der eigenen Landessöhne de- Königs, sondern auch die Herzen aller deutschen Krieger. Er fordere die Kameraden auf, In diesem Sinne den Ruf zu erheben: Der Feldmarschall König von Sachsen Hurrah! Wie nach dem Toast de- König- ertönten auch nach den Worten de- Kaiser- Fanfaren und brausende Hurrah-.
Freiburg i. Br., 3. September. Da- Befinden beschwer erkrankten Erzbischof- war gestern unverändert. Die Abhaltung öffentlicher Gebete ist angeordnet worden. Dem Erzbischof wurden auf feinen eigenen Wunsch die Sterbe« saccamente durch den Weihbtschof Dr. Knecht im Beisein sämmtlicher in Freiburg anwesenden Domherren gereicht.
Petersburg, 3. September. Die Leiche de- Fürsten Lobanow wird nach Moskau gebracht. Sie wird am 5. September eintreffen und im Kloster Novo-Spaßky am 6. September bestattet werden.
Warschau, 3. September. Der Generalgouverneur Graf Schuwalow hat gestern einen Schlaganfall erlitten, der eine Lähmung der linken Seite zur Folge hatte. Der Zustand de- Grafen soll ernst, jedoch nicht hoffnung-lo- sein.
Konstantinopel, 3. September. Die Collectiv- Berbalnote der Botschafter, die heute zur Beantwortung der Note der Pforte vom 28. v. MtS. Übergeben werden soll, wird die Versuche der Beschönigung und Rechtfertigung, die in dieser Note gemacht worden find, eingehend widerlegen unter Betonung der erwiesenen Fälle von Indifferenz ober geradezu thätiger Antheilnahme an den letzten Ausschreitungen seitens einzelner Civil- und Militärbehörden, sowie unter Hervorhebung deS Factum-, daß der Pöbel zur Verfolgung der Armenier vorbereitet, aufgeboten und organi- firt worden sei. Die Lage ist zwar zweifellos gebeffert, flößt aber immer noch Besorgnisse ein. Wie von türkischer Seite gemeldet wird, find sowohl vorn Mdiz-KioSk, als vom Großvezir an die hiesigen Civilbehörden, sowie an die in den Provinzen strenge Weisungen ertheilt worden, die Bersolgung der Armenier zu verhindern. — Ein im Garten der englischen Botschaft zu Therapia Wache stehender Matrose gab im Rausche Schüsse in die Lust ab, als gerade zwei GenSdarmen vorrüberritten. Die englische Botschaft gab der Polizeibehörde die Erklärung, daß der Matrose mit drei Monaten Arrest bestraft und nach Malta versetzt worden sei.
Depefch« d>» »>r<M- „Hersls*.
Berlin, 8. September. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist heute früh hier angekommen. Zwischen 11 und 12 Uhr hatte er eine Besprechung mit dem Schatzsecretär Grasen PosadowSkh. Nach 4 Uhr reifte der Reichskanzler wieder ab, um den Kaisermanövern und den Festlichkeiten in Breslau beizuwohnen. Ferner begaben sich heute Nachmittag der russische Botschafter Graf von der Osten-Sacken, StaatS- secretär Freiherr v. Marschall und der deutsche Botschafter in Petersburg, Fürst Radolin nach Breslau zu den Kaisertagen.
Berlin, 3. September. Der Chef des Militär-CabinetS, General v. Hahnke, ist am 1. September zum Chef deS Grenadier-Regiments Prinz Karl von Preußen (2. Brandenburgisches) Nr. 12 ernannt worden.
Berlin, 3. September. Wie die „Post" aus Konstantinopel meldet, warfen gestern Armenier wieder Bomben auf die Truppen tn Galata. Ein Offizier und vier Soldaten wurden getödtet.
Berlin, 3. September. In einer heute Nachmittag vom Vorstand der Germania-Innung einberufenen von etwa 2000 Personen besuchten Versammlung der Bäckergesellen kam eS zu äußerst tumultuarischen ©eenen. Die Versammlung sollte sich Über die bevorstehende Untersuchung der Gesellen auf ihre Gesundheit und Über den Maximal- Arbeitstag aussprechen. Die gesundheitliche Untersuchung wurde entschieden zurückgewiesen, da die Anwesenden meinten, nicht unter Polizeiaussicht gestellt werden zu wollen. Die Bestimmungen Über den Moximal-ArbeitStag wurden als noch nicht weitgehend genug betrachtet. Da der Vorsitzende einsah, daß mit den Gesellen nicht zu verhandeln sei, schloß er die Versammlung, ohne eine Abstimmung vorgenommen zu haben. Dies xief einen colossalen Tumult hervor. Man machte Miene, den Borstandstisch zu stürmen. Rufe auf die Socialdemokratie wurden ausgebracht und es bedurfte geranmer Zeit, bis der Saal entleert werden konnte.
Hamburg, 3. September. Bon dem Wunsche des Zaren, gelegentlich der Reise nach Kiel dem Fürsten Bismarck einen Besuch abzustatten, ist nach dem „Hamb. Corresp." in maßgebenden Kreisen nichts bekannt. Sollte indeß der Besuch erfolgen, so würde die Ankunft des Zaren in Kiel nicht in den Morgenstunden, sondern später erfolgen.
Dresden, 3. September. Kaiser Wilhelm und König Albert begaben sich heute Bormittag vom Residenz- schlosse zur Parade deS sächsischen ArmeecorpS nach dem Truppenübungsplätze bei Zeithain. Die Majestäten fuhren kurz vor 9 Uhr mittelst SonderzugeS nach Röderau, wo bereits eine halbe Stunde früher die übrigen Fürstlichkeiten nebst Gefolge eingetroffen waren, von Röderau ging es zu
Wagen refp. zu Pferd nach dem Paradefelde. An der Parade, die um 10 Uhr begann, nahm außer de« 12. sächsischen ArmeecorpS auch die preußische 4. Cavallerie-Brigade, bestehend auS dem Leib-Garde-Husaren-Regiment und dem 2. Garde Ulanen-Regiment Theil. Da während der Parade Regenwetter eintrat, wurde nach einmaligem Borbeimarsch der Truppen die Parade um 12»/, Uhr abgebrochen und beide Majestäten begaben sich nach Meißen, wo Paradediner tn der AlbrechtSburg stattfand.
Sarmifch, 3. September. Heute vormittag ist etnjTourift an- München in die Höllenthalklamm abgestürzt.
Brüssel. 3. September. Gestern Abend wurde ein leichte», fünf Secunden anhaltende- Erdbeben hier verspürt.
Pari», 8. September. Au- Arras und aus Do nah werden Erdbeben gemeldet, welche gestern Abend 9 Uhr diese beiden Städte heftig erfchütterten, ohne jedoch erheblichen Materialschaden anzurichten. Die Einwohner flüchteten auf die Straße.
Paris, 3. September. Da- „Journal deS DebatS" meldet au- Rom: Die Verlobung des Prinzen von Neapel mit der Prinzessin Helene von Montenegro wird in confervativeu Kreisen fortdauernd heftig kritisirt. Die „Gazzetta di Venezia" spricht von der zukünftigen römischen Kronprinzessin tn solchen Ausdrücken, die sich der Correspondeut deS „Journal des DebatS" scheut wiederzugeben. Der Correspondeut fügt hinzu, Frankreich könne mit Recht über die Verlobung in Brsorgniß sein, denn dadurch bringe da- Hau- Savoyen in russische Kreise.
London, 3. September. Wie aus New York gemeldet wird, wurde Lihuug-Tschang beim Besteigen deS Wagens durch Zuschlägen der Thür die rechte Hand eingeklemmt und ein Finger derselben stark verletzt.
Konstauttuopel, 3. September. Die Lage war hier gestern vormittag unverändert. Zur Beruhigung der Türken läßt da» Palai» daS Gerücht verbreiten, daß der französische Dampfer Gironde mit den Erstürmern der Ottoman-Bank in den Dardanellen angehalten worden sei. — Der Ministerrath tritt in den nächsten Tagen zur Besprechung der Lage zusammen. An Veränderungen im Ministerium glaubt man nicht. _______________
Berlin, 4. September. Der 18 jährige Handlungsgehilfe Bruno Ebert versuchte in Tegel seine 22jährige Geliebte Clara Ahrend auf deren Wunsch durch zwei Schüsse zu tödten. von dem versuche, sich selbst zu töbten, würbe er abgehalten. Der Zustand deS Mädchens ist sehr kritisch. Der Thäter wurde verhaftet.
Berlin, 4. September. Auch die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Veröffentlichung des „Hamb. Corresp." über Mißhelligkeiten in Deutsch-Süd w est-Afrika als auf Erfindung beruhend.
Spandau, 4. September. In der hiesigen Geschützgießerei explodirte im Ofen eine zum Einschmelzen bestimmte, noch nicht crepirte Granate unter furchtbarer Detonation. Der Arbeiter Lorenz wurde schwer verletzt und verlor ein Auge. Zwei andere Arbeiter wurden leichter verletzt.
Altona, 4. September. Der norwegische Kohlendampfer „Iduna" bohrte unterhalb Blankenese ein unbekanntes Segelschiff in den Grund. DaS Schicksal der Besatzung ist unbekannt.
Rom, 4. September. Menelik exercirt die Artillerie ein und trifft noch andere Vorbereitungen zum Kriege gegen Italien.
Roubaix, 4. September. AchtAnarchisten wurden verhaftet, welche Nachts mehrere hundert Maueranschläge mit der Inschrift: „Tod dem Zaren" angeheftet haben.
WB. Dresden, 4. September. Der Kaiser, Prinz Heinrich und der Prinzregent von Braunschweig sind um 9 Uhr 30 Min. nach BreSlau abgereist. Auf dem schlesischen Bahnhofe fand herzlichste Verabschiedung von dem König und dem Prinzen Georg statt.
WB. Kiew, 4. September. Das russische Kaiserpaar ist gestern Acend unter begeisterten Kundgebungen der Bevölkerung nach BreSlau abgereist.
. CoceUs nnö provinzielles,
Sießen, den 4. September.
* * Berzeichniß der am 3. September auSgeloosten Geschworenen. 1. Wilhelm Völzing IV., Groß-Felda. 2. Heinrich Weiß II., Nieder-Breidenbach. 3. Wilhelm Streb, Griedel. 4. Johannes CarlL III., Nieder-Ohmen. 5. Victor v. Oven, Hungen. 6. Otto Robert, Grünberg. 7. Ludwig Falk, Friedberg. 8. Ernst Kotz, Atzenhain. 9. Beumhard, Domänen» rath, Gedern. 10. Ludwig Racks, Gießen. 11. Wilhelm Becker IV., Kesselbach. 12. Max Heß, Friedberg. 13. Bernhard Hofmann VIII., Ranstadt. 14. Karl Brück, Gießen. 15. Karl Filsinger, Weißmühle bei Rabertshausen. 16. Georg HyronimuS, Friedberg. 17. Gustav Schwarz, Friedberg. 18. Charles Jame» Wilson, Altenschlirf. 19. Georg Stoll Hl., Gettenau. 20. Ferdinand OhmeiS, Ober-Erlenbach. 21. Hrch. Schuchard, Herchenhain. 22. Peter Josef Ruhl, Herbstein. 23. Friedrich Fendt, Büdingen. 24. Junker, Fürstl. Bau- meister, Ortenberg. 25. Konrad, Heinrich, Christian Jhring, Lich. 26. Johanne- Enders IV., Münzenberg. 27. Philipp Müller, Ober-Hörgern. 28. Johannes Leun VIII., Großen- Linden. 29. Adolf Busch, Gießen. 30. Ludwig Sehbold, Nieder-Eschbach.
Jahresbericht der Grotzh. Handelskammer In Gießen für das Jahr 1895. (Fortsetzung.) Als die bekannten Bestrebungen der Agrarier nach Verstaatlichung der Getreideeinfuhr in Gestatt des sogen. An tra g s Kanitz im Reichstag zur Erörterung und Abstimmung kamen, nahm die Kammer Veranlassung, ihre ablehnende Stellung in einer Eingabe, die am 2. April und erneut am 27. Decernber 1895 bei dem Reichstag eingereicht wurde, darzulegen. Die Kammer kam
nach ausführlichen Darlegungen in der Eingabe zum Resultat: Der Antrag Kanitz ist praktisch nicht durchführbar, In feiner Tendenz verwerflich, ohne dauernden Nutzen und in seine, Folgen unheilvoll und uncontrolirbar. Daher unsere obige Bitte an den hohen Reichstag.
Die Währungsfrage gerieth im verflossenen Jahre in eine lebhaftere Bewegung durch den im Februar ©eitenl des Abgeordneten von Kardorff und Genossen im Reichstag eingebrachten Antrag: Der Reichstag wolle beschließen ao die verbündeten Regierungen das Ersuchen zu richten, dieselbe, wollen baldthunlichft Einladungen zu einer Münzconseren, ergehen lassen behus» internationaler Regelung der Währung», frage. An der einmütigen Abwehr de» deutschen Handel». Raube» gegen diesen Angriff auf die bestehende Währung beteiligte sich auch die Kammer.
Mildem Entwurf eine» Börseugesetzes, der am 3. Decernber dem Reichstage zuging, konnte die Kammer sich nicht einverstanden erklären.
Der Entwurf eine» Gesetzes, bett, die Pflichten der Kaufleute bei Aufbewahrung fremder Werth, p ap iere, wurde im Juni 1895 veröffentlicht und ging de« Reichstag zusammen mit dem Entwurf des Börsengesetzes an 3. Decernber 1895 zu. Die Tendenz des Gesetze» ist za billigen, ohne daß man gerade mit allen Einzelheiten einverstanden zu sein braucht. Jn»besondere ist die Bestimmung de» § 1: „daß diese Werthpapiere unter äußerlich erkennbarer Bezeichnung jedes Hinterlegers ober Verpfänders gesondert von den eigenen Beständen und von denen Dritter ausza- bewahren find" im Interesse des soliden Bankoerkehrs durchaus berechtigt, wenn auch zugegeben werden kann, daß der Reichsbank und größeren Bankhäusern dadurch gewisse Schwierigkeiten erwachsen werden. Diese sind jedoch nicht so groß, daß sie nicht durch vermehrte» Personal, Controllmaßregelo u. s. w. leicht gehoben werden könnten, und dürften nicht die Veranlassung sein, diese unbedingt nölhige Bestimmung fallen zu lassen. Nach wie vor muß zum Schutz gegen etwaige Unterschlagungen der Angestellten gestattet sein, Mäntel- und CouponSbogen der Depot» getrennt aufzubewahren, aber ander Art der Aufbewahrung muß der Besitzer erkennbar sein. DaS sogen. Sammel-Depot erscheint nicht zulässig.
Die Kammer verharrte tn der schon in früheren Jahren eingenommenen ablehnenden Stellung gegenüber jeglichen die Margarinefabrikation einschränkenden gesetzlichen Bestimmungen, indem sie die Berechtigung der Margarine- fabritation darin begründet sieht, daß dieselbe ein billige» und gesundes BolkSuahrungSmittel schafft. Wie im Jahre 1894 eine bezügliche Eingabe der Handelskammer zu Frankfurt a. M. unterstützt wurde, so befürwortete die Kammer im Berichtsjahre eine die ganze Materie tn ausführlicher Weise behandelnde Petition deS Köntgl. Commerz-Collegtum» zu Altona.
Gelegentlich der RetchStagS-Debatten über das Gesetz zum Schutze der Waarenbezeichnungen, sowie in der öffentlichen Erörterung dieses Gesetzentwürfe» wurde dem verlangen nach einer Verallgemeinerung deS dem Waarenzeichengesetz zu Grunde liegenden Gedanken» „Schutz gegen unlauteren Wettbewerb" wiederholt und dringend Au»druck gegeben, und schließlich vom Reichstag an die verbündeten Regierungen daS Ersuchen gerichtet, „baldigst einen Gesetzentwurf Vvrzu- legen, durch dessen Bestimmungen dem unlauteren Wettbewerb in Handel und Verkehr im weiteren Umfang entgegengetreten wird." Im Januar 1895 wurde der Entwurf eines Gesetze» zur Bekämpfung de» unlauteren Wettbewerbs veröffentlicht. Die Kammer stimmte auf dem hessischen Handelskammertag am 17. Februar 1895 für den Gesetzentwurf mit gewissen Mod.ficatiouen, ebenso auf der Plenarversammlung deS deutschen HandelStageS. Inzwischen ist der Entwurf am 27. Mai 1896 Gesetz geworden.
In einem vom Großh. Ministerium deS Innern und der Justiz geforderten Gutachten äußerte sich die Kammer dahin, daß zur Beseitigung der bei der jetzigen polizeilichen Beaufsichtigung deS MaßwesenS hervorgetretenen Mißstände daS geeignetste Mittel fei, die Einsühruug der periodischen Nachaichung dergestalt, daß an Stelle der bisherigen zeitweisen Revisionen, iu bestimmten Zwischenräumen sämmtliche Maße neu gealcht werden und nur die mit dem Stempel der jeweilig letzten Aichuug versehenen Maße gütig find, daß die Kosten der Aichuug möglichst auf die Selbstkosten herabgesetzt und die Strafen gegen die gutgläubigen Besitzer vorschriftswidriger Maße eingeschränkt werden.
• • Landtagswahl. Wie uns mitgetheilt wird, soll von bestimmter Seite Herrn Oberbürgermeister Gnauth dahier eine Kandidatur als LandtagSabgeordueter au- getragen werden.
• • Hohes Atter. Für viele unserer Leser dürfte eS von Interesse sein, zu erfahren, daß die Wittwe Kling, Schwiegermutter des Herrn I. Trapp, Steinstraße 53 dahier, nächsten Sonntag den 6. d. MtS. ihr neunzigstes Lebensjahr vollendet. Dieselbe erfreute sich bi» vor einem halben Jahre seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Sie entsinnt sich z. B. noch ganz gut, wie durchziehende rusfi'che Soldaten 1813 ihren Vater mißhandelten, weil er für dieselben nicht genug Schnap» herbeischaffen konnte. Fran Kling hat in hiesiger Stadt eine Tochter, vier Enkel und sieben Urenkel. Möge ihr ein ungetrübter Lebensabend belieben sein.
• • Bahn frevel, vorgestern Nachmittag, al» der von Wetzlar kommende 5 Uhr-Zug das Bahnviaduct an der Kleiulindeuer Straße passirte, wurde von der Straße her ein Stein gegen den Zug geworfen und eine Glasscheibe im Packwagen zertrümmert.
• • Diebstahl. Einem hiesigen Wirth wurden gestern Mittag zwischen 12 und 1 Uhr aus einem Mausardenzimmer mittelst Erbrechens eineSPults 6 0V Mk. g e ft ob len. Der That verdächtig wird ein junger, fremder Mensch be zeichnet, welcher sich kurze Zeit tu der Wirthschaft aushiell und ein Glas Bier trank.
— Wie »eit bas Recht der Persönlichkeit gegenüber der photographischen Kunst geht, ist bei der heutigen verbrei-
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