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5.7.1896 Erstes Blatt
 
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Brüssel ist abermals gestört.

London, 3. Jali. Zwei japanische Dampfer co llt dtrt en am 15. v. M. bet Htroshtna. Einer derselben sank sofort, wobei 126 Personen umkamen. Die neuesten Nachrichten auS Aokohama bestätigen, daß die jüngsten Katastrophen in Japan infolge von Erdbeben und Wasserhosen überaus zahlreiche Menschenleben gefordert haben.

London. 3. Juli. Hundert Soldaten wurden gestern von Portsmouth nach Bridgewater geschickt, wo strtkende Arbeiter Unruhen hervorriefen. Die Truppen wurden mit Steinhagel empfangen, worauf die Strikeuden flüchteten. Wettere Truppen wurden verlangt.

Belgrad. 3. Jult. Der Arnautenführer Zolko auS Zajuse im Wilajet Bitolja überfiel mit etwa hundert Mann das Dorf Beliza und entführte zwei angesehene Serben in die Berge von Debar. Er verlangt 200 Dukaten Lösegeld, andernfalls er die Gefangenen zu ent- haupten droht.

begab sich nach dem Militär-Friedhof von Chawbiere, wo katholische und protestantische Geistliche Trauerreden hielten Die Generäle, Osfiziere und Soldaten defiltrten au den Gräbern und warfen Erde in die Gräber der Protestanten. Weihrauch in die der Katholiken. Um 9 Uhr war die Eeremouie beendet.

Metz 3. Juli. Inzwischen ist der verletzte HoSp ge- storben, He Z°HI bet Opfer 6 beträgt.

Metz, 3. Jult. Der Gemeinderath von Metz hat au die Militärverwaltung ei« Gesuch gerichtet, daß sämmtliche Artillerie»DepotS tu der Stadt uud der nächsten Um» gebung beseitigt und keine neue mehr errichtet werden

Metz. 3. Juli. Freiherr von Kramer, der bisherige Berufsbürgermeister von Metz, ist mit großer Majorität vom Gemeinderalh wieder zum Bürgermeister vorgeschlagen

Bafel. 3. Juli. Der schweizerische Brauer- Verband beschloß die Zurücknahme aller Kündigungen organifirter Arbeiter, falls der verhängte Bier-Boycott in allen Städten bis zum Mittwoch aufgehoben ist.

«raz. 3. Juli. Im ganzen Alpengebiet hat ein Tem- peratu rfturz stattgefunden. Die Voralpen, die Sannthal- Alpen u. f. w. find bis tief herab mit Schnee bedeckt. Biele Flüffe tu Steiermark und Kärnthen find ausgetreten, wodurch große Ueberfchwemmungeu verursacht find.

Brussel, 3. Juli. Die Telephonlinie Paris-

Thoru, 4. Juli. Vor dem Schwurgericht begann gestern die Wiederaufnahme des V erfahrenS in dem Mordprozeß gegen den Stellmacher Koptsteckt aus Zastowin wegen der vor drei Jahren begangenen Erschießung des Baron Göltz. Kopisteck! war hterwegen zu lebenslänglichem ZuchchauS verurtheilt, wurde aber durch das spätere Ge« ständntß eines andern Wilddiebes, diesen Mord begangen zu haben, auS der Haft entlaffen. Die Anklagebehörden glauben jedoch, daß dieses Geständntß nicht auf Wahrheit beruht, weil alle ermittelten Umstände dagegen sprechen.

Hamburg, 4. Juli. Die mit neun Mann besetzte Ham­burger BriggAugust", von Danzig nach Plymouth unter- wegS, ist in der Nähe von DünSkirchen gestrandet. Nachrichten über die Mannschaft fehlen noch.

Hamburg. 4. Jult. Nach demHamb. Corresp." be­zeichnete Ftnanzminster Miquel selbst die Meldung, daß er seine Entlassung nachgesucht habe, da zwischen thm und dem Cultusminifter Meinungsverschiedenheiten be- ständen, für unzutrefiend und nicht denThatsachen entsprechend.

Triest. 4. Juli. Der Lloyddampfer und Jndtensahrer Poseidon" erlitt gleich beim Verlafien des hiesigen HasenS einen Schraubenbruch. Er mußte zurückbugfirt und die Ladung gelöscht werden.

thümlichkeiten gründet sich die Eintheilung in Menschen, die selber schieben, und in Menschen, die geschoben werden müffen; diese zerfallen wieder in solche, die sich gutwillig schieben laffen, und solche, die sich nicht gutwillig schieben lassen.

Besondere Etntheilungen finden sich noch in verschiedenen Städten. Hamburgs Einwohnerschaft mag man leicht tn zwei Gruppen gliedern - die Menschen der einen Gruppe pflegen zu sagen:Es ist heute häßlich Wetter", und die der andern antworten darauf:Aber die Luft ist schön". Will man in München von Jemandem herausbekommen, ob er der alrhrimischen, gutbürgerlichen oder der wehr fremden und vornehmeren Hälfte angehört, so braucht man ihn blos nach dem Bierpreis zu fragen. Antwortet er, das Bier koste 12 oder 15 Pfennig oder dgl., so zeigt er, daß er so­zusagenin Halben denkt", daß er mithin der weniger münchnerischen Hälfte angehört. Antwortet er hingegen, daS Bier koste 24 oder 30 Pfennig oder dgl., so beweist er da­durch seine Zugehörigkeit zu der Welt oder Weltanschauung deS MatzkrugeS.

Weniger gemüthlich wird die Sache tn der Politik. Shakespeares Julius Cäsar spricht eine wichtige Unterscheidung auS tn den bekannten Versen:

Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, Mit glatten Köpfen, und die NachtS gut schlafen. Der CassiuS dort hat einen hohlen Blick - Er denkt zu viel: Die Leute sind gefährlich."

Je mehr nun die Politik zur Parteisache wird, desto mehr drängen fich auch derartige und andere Eintheilungen auf, bis endlich die Menschen, wie ein Kritiker unsrer Zu­stande treffend hervorgehoben hat, nur mehr in Parteigenoffen und Lumpenkerle unterschieden werden.

Ist es so beinahe überall ein eigenes Jntereffe, daS diese Blürhen der ZwettheilungSsucht treibt, so wird man eS hoffentlich zum Schluß auch dem Schreiber dieser Zeilen nicht verdenken, wenn er seine liebe Mitwelt vorerst daraufhin betrachtet ob sie seine Zeilen liest oder nicht liest.

H. Darmstadt, 4. Juli. Nach Besuchen io Kopenhagen, Berlin und Wien wird daS russische Kaiserpaar Ende September hier eintreffeo.

Gieße», den 4. Juli.

* Das LaudtagSmaudat deS Herr» Köhler - La»gödorf. Nachdem der Reichstag am 1. d. M. entschieden hat, daß der Ab­geordnete Köhler durch seine Anstellung als Postbeamter seines Sitzes im Reichstage verlustig gegangen ist, wirft fich die Frage auf, ob Herr Köhler auS demselben Anlaffe nicht auch sein Mandat als Abgeordneter der Zweiten Hesfischen Ständekammer verloren hat. Der Artikel 21 der Reichs- Verfassung, welcher dem Beschluffe deS Reichstag- zu Grunde liegt, lauter:Wenn ein Mitglied deS Reichstags ein be­soldetes Rrichsamt oder in einem Bundesstaate ein besoldetes SraatSamt anuimmt :c., so verliert er Sitz und Stimme im Reichstage." Der Artikel 48 de- hessischen Wahlgesetzes vom 8. November 1872 sagt nun: eine Neuwahl hat statt­zufinden,wenn ein Abgeordneter ein besoldetes StaatSamt aunimmr." Wenn in letzterer Bestimmung ein besoldetes Reich Samt aber auch nicht ausdrücklich genannt ist, so ist doch ohne Zweifel ein ReichSamt auch ein StaatSamt und muß umsomehr unter dieser Bezeichnung Inbegriffen werden, alS nach der Erklärung deS hessischen Ministeriums bei Vor­lage deS fraglichen Gesetzes die Bestimmung deS genannten Artikels 48 dem Artikel 21 der Reichsverfaffung entsprechen soll (Beil. 644 zu den landstand. Berh. o. 1872) und zweckmäßig erscheint, um zu constatiren, daß der Abgeord­nete, welchem eine Begünstigung der bezeichneten Art zu Theil geworden ist, fich auch ferner noch deS Vertrauens seiner Wähler erfreut." Auch der AuSschußbericht der Zweiten Kammer (Beilage 648) constarirt die Uebereinstim- mung beider gesetzlichen Vorschriftenim Wesentlichen", wenn dieselben auch in ihrem Wortlaute etwas verschieden sind, und dürfte daher auch daS Landtagsmandat deS Herrn Köhler erloschen sein.

* Bon der Universität. In dem Bericht über die aka- demische PreiSverth eilung vom 1. Jult ist ein Der- sehen zu berichtigen. Der Bearbeiter der linguistischen Preis- aufgabe heißt Joseph Köhm, stud. phil. dass. auS Kastel bei Mainz.

** Preisvertheiluug. (Telegramm) Für die Wormser Eisenbahnbrücke sprachen die Preisrichter den ersten Preis der Firma Har kort-Duisburg, den zweiten Preis der Nürnberger Brückenbau Gesellschaft zu.

Der Ausschuß des landwirthschastliche» BezirksvereinS hat beschlosien, am 27. August gelegentlich deS Grünberger VtehmarkceS daselbst eine Thterschau abzuhalten und find dazu 500 Mk. für Preise bestimmt. Diese 500 Mk. ver­teilen fich wie folgt: Für den schönsten Bullen Simmen- rhaler oder Vogelsberger Raffe je 45 Mk., je 1 Preis zu 40 und 30 Mk. und 2 Preise zu je 20 Mk., für Rinder und Kühe je 2 Preise ä 35, 30, 25, 20 und 15 Mk. und 5 Preise ä 10 Mk. Diese Preise sind nur für Thtere auS dem Kreise Gießen bestimmt. Man erwartet, daß die Stadt Grünberg und die Sparkaffe daselbst ebenfalls einen Betrag hergeben, um damit Prämien für Vieh au« anderen Gegenden zu stiften. Ferner wurden 500 Mk. aus der Kaffe des BezirkSvereinS bewilligt zu Beihülfen von nicht unter 60 Mk. für Gewunden, welche Bullen nut zur Reinzucht von Timmenthaler oder Vogelsberger Vieh verwenden, wobei im Concurrenzfalle die ärmeren Gemeinden bevorzugt werden sollen. Zir Hebung der Ziegenzucht wurden 100 Mk. be- willigt, welche tn Beträgen von 20 bis 25 Mk. zur An- schaffung von Böcken rein Schweizer Raffe an einzelne Ge- meinden gegeben werden sollen.

* Der Fernsprechverkehr zwischen Gießen, Nauheim, Friedberg und Frankfurt wurde mit dem gestrigen Tage eröffnet.

* Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September. Während der Ferien werden nur in Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen erlassen. Fertensachen sind: Strafsachen, Arrestsachen und die eine einst- wellige Verfügung betreffenden Sachen, Meß- und Markt- fachen, Streitigkeiten zwischen Vermiethern und Mtethern von Wohnungs- und anderen Räumen wegen Ueberiaffung, Benutzung und Räumung derselben, sowie wegen Zurück- dehaltung der vom Miether in die Mtethräume eingebrachten Sachen, ferner Wechselsachen und Bausachen, wenn über Fortsetzung eines angefangenen Banes gestritten wird. Auf das Mahnverfahren, da« Zwangsvollstreckungsverfahren und das Concursoersahren sind die Ferien ohne Einfluß.

* Pfarrer Familieucouferenz auf dem Hoherodlkopf. Am Mittwoch den 8. Jult, Mittags 1 Uhr findet auf dem Hohe- rodSkopf eine Familienconferenz der Geistlichen des Deca- natS Schotten statt. Die Tagesordnung lautet: l.Vor- trag des Herrn Prof. D. Köstlin auS Gießen überRob. Schumann, der Tondichter deS deutschen Hauses." 2) Musi- kalischer Theil.

* Deutscher uud Oesterreichischer Alpeuvereiu Seettou Gießen. Am vergangenen Donnerstag, den 2. Juli, hielt die hiesige Section des Deutschen und Oefterreichischen Alpen- vereinS ihre MonatSsitzung ab. Zunächst schilderte Herr E. Scho m bürg in dem zweiten seiner Dorträge über den Harz diesmal den landschaftlich schöneren Theil desselben, den Unterharz. Neben der touristischen Würdigung der be* suchenSwerthesten Punkte seiner Heimath gab er geschichtliche Ausblicke über die interessante Entwickelung und Wechsel deS territorialen BcfitzthumS deS Hauptdynastengrschlechtes deS Harzes nn) berührte speciell die quer über das Hochplateau fÜhrendeSprachgrenze,dieScheidung der beiden Völkerftämrne der Thüringer am Südharz und der alten Sachsen am Nordrande desselben. Ihre durchweg vermiedenen Sitten und Gebräuche, ihre Sprache und ihr Sagenschatz, fanden eine eingehende Würdigung. Alsdann wurden im geschäftlichen Theile des Abends die beim Herannahen der Reisesaison sich häusenden

Eingänge und Besprechungen erledigt. AuS der reichhaltige» Tagesordnung erwähnen wir nur, daß ein Anschlag an- schwarze Brett der hiesigen Universität nach dem Vorgangs der Sectionen Berlin, Leipzig und München beschlosien wurde, nm die Herren Stndirenden auf die durch Anregung deS AlpenvereinS gebildeten Studentenherbergen im Alpengebiete aufmerksam zu machen und sie zu näherem Bescheide Über practische Winke für ihre Alpeutouren zu den Dereinsabende» etnzuladen. Mit Freuden wurde begrüßt, daß durch An­meldung von fünf neuen Mitgliedern der Verein die stattliche Zahl von 115erreicht hat. Schließlichwurdenoch bieouf diesen Sonntag festgesetzte und von Gießen über Climbach, den A-PenkipPel, Allendorf a. d. Lumda, Leydenhöfer Kopf führende Tour dahin abgeändert, daß man al- Schlußpunct der Wanderung den Staufenberg, nicht aber, wie im Sectionstourenberichte angegeben ist, Fronhausen wählte, daß ferner erst um 7 Uhr abmarschirt werden soll. So wird nach den vorher­gegangenen frischkühlen Tagen hoffentlich beste- Touristen­wetter die Mitglieder aufmnntern, sich zum Section-ausfluge am Sonntag früh 7 Uhr vor dem Wallthore einzufindeu.

* Der Fechtverdaud Gießeu Lahr hält fein diesjährige- Sommerfest am Sonntag den 5. Juli auf derSchönen Au-ficht" ab. Nebst Coucert und Tanz finden Kinderspiele mit Prei-vertheilung statt; auch ist ein große- Doppel- Carouffel aufgeschlagen worden, sodaß eS an Abwechselung nicht fehlt. In Anbetracht deS edlen Zwecks, den der Ver­ein verfolgt, wünschen wir demselben zahlreichen Besuch, vor allen Dingen aber heiteren Himmel.

* Herein zur Züchtung reiner Hunderasse». Freitag Abend fand imHotel Kaiserhof" eine Vorbesprechung zur constituirenden Versammlung eine-Vereins zur Züch­tung reiner Hunderaffen in Gießen" statt. Der Umstand, daß fich bereite eine größere Anzahl von Herren al- Mit­glieder angemeldet hat, beweist, daß einem allgemein ge­fühlten BedÜrfniß der Hundeliebhaber und Hundefreunde entgegengekommen wird. Daß eine gute Kenntniß von Raffen, wie der Verein es anstrebt, von entschiedenem prac- tischen Borthell ist, wird Niemand bezweifeln, da ja raffe­reine Hunde stets hohe Preise erzielen. Als Beispiele mögen dienen: Der schwarz-rothe DachshundJsolani Forst" wurde von seinem jetzigen Besitzer (Gras Wurmvrand) für 2000 Mk. erworben. Ein kurzhaariger brauner Vorstehhund auS dem Zwinger Hoppenrade wurde von Herrn Commerzienrath Krupp in Esten für 1000 Mk. gekauft. Für einen stichel- haarigen VorstehhundSento" deS Herrn Neddermann, Straßburg, wurden von einem Belgier vergebens 1500 Mk. geboten. Ebenso für den Fox.Terrier-RüdenEric II." 5000 Mk.- desgleichen für den schwarz-rothen Dachshund Schlüpfer" 2000 Gulden (österr.). Die drahthaarige HündinSenta" des Herrn Huber in Straßburg kostete 800 Mk. 2C. 2C. Der Verein bezweckt, neben dem Studium der Rasten vor Allem feinen Mitgliedern die Gelegenheit zum billigen Erwerb reinrassiger Hunde thettS durch Ankauf durch den Verein, theil« durch GratiS-Berloosung unter die Mitglieder zu verschaffen. Der geringe jährliche Beitrag (es find 3 Mk. vorgesehen) sowie sonstige Vortheile dürften unbedingt eine große Mitgliederzahl sichern. Außerdem beabsichtigt der Verein, den Jniereffen der Herren Jäger durch Veranstaltung von PrüsungSsuchen und PreiSschliefe« entgegenzukommen. Es sei darauf hingewiesen, daß die dem­nächst stattfindende Generalversammlung noch daS Nähere bekannt geben wird.

* In Amerika verstorbene Hessen. Dunktrk, N. Y., Frau Jane Miller geb. Sahm, 85 Jahre alt, auS Sel­ters. Union Hill, N. I., Frau Eva Maria Gölz, aus Oderhesten. LouiSville, Ky., Wilhelm Fischer, 71 Jahre alt, aus Sickenhofen. New Baden, Jll., Peter KrauS, 67 Jahre alt, auS Auerbach. Elgin, Jll., Carl Schäfer, 24 Jahre alt, auS Offenbach a. M.

** Der Getteidemarkt. (Berichtswoche vom 27. Juul bis 3. Juli). Die meist guten ErnteauSfichten in allen Korn- ländern Europa- und die deshalb eingetretene Unlust der Müller und Händler, vor der erwarteten reichlichen neuen Ernte große Posten alten Getreides zu kaufen, haben die Preise für alle Getreidearten in letzter Woche abermals etwa« herabgedrückt. Doch fanden bet billigeren Angeboten alle Sorten Käufer, sodaß schließlich die Preise fich immer wieder befestigten. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen (je nach Qualität und per 20 Gentner) für 140 bis 157 Mk., Roggen für 108 bis 115 Mk., Gerste für 108 bis 165 Mk., Hafer für 118 bis 146 Mk., Mais 00 bis 00 Mk.

♦♦ Wie fich die Delailreiseudeu zu helfen ttlffe», beweist, tote auswärtige Blätter melden, die Massenversendung von Postkarten mit bezahlter Rückantwort und den vor- gedruckten Worten an die Kundschaft:Ich ersuche Sie, mich mit Ihrer Collection zu besuchen". Die mit solchenEin­ladungen" versehenen Reisenden werden auch nach Jnkraft- treten der Gewerbenovelle unbehindert weiterDetail" reifen können.

* Strafe für Weiopautscherei. Bekanntlich haben vor Kurzem mehrere hessische KreiSämter auf die schwere Gefahr für den Weinbau und den reellen Weinhandel aufmerksam gemacht, welche auS der gegenwärtig im großen Umfang be­triebenen Derfälschung deS Weines durch dessen Ver­schnitt mit Rosinen-, Trester, Hefen- und Kunftwein droht. Da eS nur in den seltensten Fällen gelingt, die Verfälschung durch chemische Untersuchung festzuftellen, so sollen die Bürger- melftcreien auf diejenigen Händler und Producenten ein scharfes Auge haben, welche Trestern-, Rosinen- und Kunstwein be­ziehen, solchen aber angeblich nicht vertreiben. Diese- Bor- gehen dürfte nach unserer Ansicht nicht viel helfen. Die Redaction der New-YorkerHesien-Darmstädter Zeitung" bemerkt hierzu:Die beste Strafe für diese fluchwürdigen Gesellen, die solchegemachte" Brühe für Rebensaft der- kaufen, wäre der Zwang, sich jeden Tag in ihrem eigenen Giftfabrikat einen kräftigen Rausch zu holen. Ein Katzen­jammer nach einem solchenKunstweinrausch" wiegt die schönste Zuchthausstrafe auf und wäre jedenfalls der einzige

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Bremen, 2. W. 0 Schnelldampfer Lahn, W io Bremen, ist gestern 5 W wgckommen.

Bremen, 2. Juli, ßostdampser Crefeld, Cap in Bremen, ist heute 7 Ilh engdommtn.

Bremen, 3 M. [ Postdmnpfer München, Gapi, io Bremen, ist gestern 11 Hi «gekommen.

Da Postdampfer ,3Din. trptn ist laut Telegraum Vhlladrlyhir rngekommen.

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