Ausgabe 
5.6.1896 Zweites Blatt
 
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3. Im Fall der Verneinung der Frage 1, ob de« An- geklagten ein fahrlässig falscher Eid zur Last fällt.

Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Katz, stellt den A«trag, auf Grund der §§ 158 und 163 weitere Fragen an die Geschworenen zu stellen. Der Gerichtshof zieht sich hierüber zur Berathung zurück. Nach Wiedereintritt in den Saal eröffnet der Vorsitzende aufs Neue die Beweiserhebung und coustatirt Weiteret aus den Acten. Hierauf werden den Geschworenen folgende Fragen vorgelegt:

1. Hat der Angeklagte vor dem Amtsgericht Schotten am

17. Februar 1896 wissentlich ein falsches Zeuautß abgelegt?

Für den Fall der Bejahung der Frage 1:

2. Konnte die Angabe der Wahrheit eine Verfolgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens nach sich ziehen?

Auf Antrag der Vertheidiguog:

3. Hat der Angeklagte, bevor eine Anzeige gegen ihn er. folgte, oder eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet und bevor ein RechtSuachtheil für einen Anderen aus der falschen Aussage entstanden war, diese bet der- jenigen Behörde, bei der sie abgegeben war, widerrufen?

Im Falle der Verneinung der Frage 1:

4. Hat der Angeklagte vor dem Amtsgericht Schotten am

14. Februar fahrlässig ein falsches Zeugniß abgelegt?

5. Hat der Angeklagte, bevor eine Anzeige gegen ihn er« folgte oder eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet und bevor ein RechtSnachtheil für einen Anderen aus der falschen Aussage entstanden war, diese bet derjenigen Behörde, bet der sie abgegeben war, widerrufen?

450

750

An-

Die Ausführung folgender Bau­arbeiten und Lieferungen, nämlich:

steinfabrik, Korn bei der Schönen Aussicht,

Korn am Launsbacher Steg,

Weizen am Wismarer Weg, schwedischen Klee bei dem Blausteinw.,

Wiese daselbst,

Badetücher, Badehauben, Badeanzüge, Badehosen

Montsg den 15. Juni d. I.,

Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.

Er umfassen:

a) MaurersSteinsetzer -Arbeit.

Beseitigung abgängiger Bordsteine, 326 lfde. Meter,

Versetzen neuer Bordsteine auf Beton, 1142 lfde. Meter,

Versetzen von Bandsteinen, 72 lfde. Meter,

Versetzen von Straßensinkkasten, 4 Stück.

Herr Staat-anwalt Koch plaidirte auf Schuldig im Sinne der ersten Frage uud führte an der Hand der ve. weiSaufnahme aus, daß der Angeklagte einen glatten Mein, etd geschworen, ebenso sei eS zweifellos, daß, wenn der An. geklagte die Wahrheit gesagt hätte, dieses gleichbedeutend mit der Selbstbezichttgung eines vergehens gewesen wäre, darum sei auch die zweite Frage von den Geschworenen zu bejahen, von einem Widerruf durch den Angeklagten könne hier gar nicht die Rede sein, denn er habe ja nichts zurück zu nehmen gehabt, er habe ja daS Wesentlichste, was er von der Sache gewußt, verschwiegen.

Herr Rechtsanwalt Katz ist im Gegensatz zum Staats, anwalt der Meinung, daß der Angeklagte nie und nimmer wtffeotlich falsch geschworen habe. Der Mann hat vor dem Amtsgericht Schotten alles das beantwortet, wonach er ge. fragt wurde,- so feine juristische Unterschiede zu machen, wie der StaatSanwalt es verlange, das könne man von einem Menschen, der auch etwas schwer von Begriff sei, wie mehrere Zeugen bekundet, nicht verlangen. Der Angeklagte konnte nicht wiffe», daß eS besonders auf das Annageln der Karten bei seiner Vernehmung ankomme, hat doch selbst der ihn ver­nehmende Richter darauf kein Gewicht gelegt; denn hätte er dies gethan, so hätte er den FritzgeS auch danach gefragt. Aber der Vertheidiger ist auch der Meinung, daß sein Client fahrlässig, nicht falsch geschworen habe und daß auch die Ge« schworeoen, nachdem sie die Frage wegen Meineid verneint haben, die vierte Frage wegen fahrlässigem Falscheid ver- neinen können. Sollten sie aber gegen alles Erwarten dennoch die vierte Frage bejahen, so habe doch die von dem Vor-

Die diesjährige Emte von ca. 38/< Morgen Korn bei der Blend.

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a. Arbeitslohn . . . b. Materialienlieferung

3) Steinhauerarbeit . .

4) Zimmerarbeit . . .

5) Dachdeckerarbeit. . .

6) Klempnerarbeit . . .

7) Schreinerarbeit . . .

8) Schlosserarbeit . . .

9) Glaserarbeit....

10) Anstreicher, und Tape­zierarbeit .....

11) Innere Einrichtung. .

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soll öffentlich vergeben werden. ___

schlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsicht auf. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Sams­tag bett 6. Juni, Vormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen.

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b) Pflaster- unb Chauffirarbeit.

Pflasteraufbruch . . rd. 740

veranschlagt zu Erdarbeit.....

Maurerarbeit

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Kaufmännischer Verein

Giessen.

Beitrag für unterstützende Mitglieder . . ordentliche Mitglieder . . . EinttittSgeld nur für Letztere.

Wetzlar, den 29. Mai 1896.

Der Kreisbaumeister: W. Witte. 5151

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Fußböden, empsiehlt

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Ireitag, den 5. Juni,

Nachmittags 2 Uhr,

im Pfau (Neustadt 55) zu Gießen wer­den durch den Unterzeichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigert:

eine Parthie Weißzeug (Tisch-, Bett- und Hand­tücher, Servietten, Bett­bezüge, Hemden re.), fast noch neu, eine größere Parthie Colonial-undSpielwaaren, mehrere Schließ- uud Wasch­körbe u. s. w.

Versteigerung bestimmt.

5196 Engel, Gerichtsvollzieher.

Gießen, den 1. Juni 1896. Das Stadtbauamt.

Schmandt. 5152

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Verdingung.

Die für die laufende bauliche Unterhaltung der Gebäude des städtischen Hospitals erforderlichen Maurer-, Dachdecker- uud Weistbiuderarbeiteu sollen

Samstag den 13. Juni,

Bormittags 11«/, Uhr, öffentlich verdungen werden.

Arbeitsbeschreibung und Beding, ungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf dem vor­geschriebenen, bei uns erhältlichen Formular sind bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlags- frift 14 Tage.

Gießen, am 28. Mai 1896.

Das Stadtbauamt.

Schmandt. 5060

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Ümpflasterungen . . neues Goffenpflaster . Chauffirung (neu) . . Herstellung v.Kiesbanketen c) ASphaltirnngen.

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Zuschlagsfrist 14 Tage.

stunden oorgeuommene Sonst arir an» aul e daß der Angeklagte vor demselben

tr die eidliche Deposttion gemacht In » v°llständigt habe, bevor eine Lei!' stattet oder eine Untersuchung gegen unb bevor ein RechtSnachtheil für einen falschen Aussage entstanden war. Ehe anx hat sein Client seine Aussage berichttgt, nnb bittet, alle diese Umstände bet Abwägung b,< in Rücksicht zu ziehen. Nach sehr lebhafte selten» des Vertreter» der Staatsbehörde ttai diger noch einmal sehr warm für die 8ernehuJ* unb vierten Frage ein, unb wiederholte im d» Schuldfrage wegen fahrlässigen falscheo^?*^ unbedingt die Frage fünf von der Jury beiah^k t,, Nach sehr eingehender Rechtsbelehrung Geschworenen zur Berathung, die eine halbes '' ' zurück. Da» Lrgebniß, welche» al» Dbntann? kaut Otto Schäfer Büdingen verkündete Frage wegen wissentlich falschen Eide» nen/enn L? ' Geschworenen fanden den Angeklagten des fabrUH^ Tide» für schuldig und verneinten die au» S 18.3 eL*1. : R-Str.-G. an sie gerichtete fünfte Frage, burivL* lahuug der Angeklagte straffrei hätte ausgeben Staatsanwalt Koch beantragte hierauf, aus 9 sangniß zu erkennen, Herr RecktSanwalt RIB b4 milderes Strafmaß. Der Gerichtshof erkanme 2 ?.'! ' Gefängniß. '

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Vom 3» Juni ab verkaufe ich:

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