Hannover und Leipzig 64,20, Görlitz 67,80, Frankfurt a. SD. und Halle 69,60, Breslau 70,80 und Hamburg 79,20 Kilometer. Dieser Expreßzug zwischen Hamburg und Berlin, der die Strecke von 298,9 Kilometer in 3 Stunden 36 Mio. durchfährt, ist zugleich einer der schnellsten der Welt, während die schnellsten Züge überhaupt die Geschwindigkeit von 84 Kilo« meter in der Stunde nicht überschreiten.
J * Hinrichtung. In Prenzlau wurden, wie bereits be- richtet, der Kaufmann Hermann Spring st ein und dessen Schwester, die verwittwete Schmiedemeister Bock, welche am 7. März 1895 die Ehefrau des Springstein mit Strychnin vergifteten, hingerichtet. Springstein, der sich während der Verhandlung sehr cynisch zeigte, wurden noch sechs wettere Verbrechen zur Last gelegt, darunter die Vergiftung seiner Eltern und eines Schwagers, deren Leben hoch der- sichert waren. Die Leichen, welche schon Jahre im Grabe geruht hatten, wurden auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wieder auSgegraben und Spuren von Arsenik in den Körpertheilen gefunden. ES konnte aber nicht mehr mit Gewißheit festgestellt werden, daß die Todesursache auf Arsentkvergiftung zurückzuführen sei. Hinsichtlich der Ehefrau deS Sprtngstein aber blieb jeder Zweifel ausgeschlossen.
* Der Sprecher des englischen Unterhauses, Herr Gully, hat auf der Reise nach Homburg bei der Zollunter, suchung in Köln eine unangenehme Erfahrung gemacht, worüber die „World" ungefähr wie folgt berichtet: „Da Herr und Frau Gully erklärt hatten, daß sie keinen zollpflichtigen Gegenstand mit sich führten, ausgenommen ein Spiel Karten, das ihnen zur Unterhaltung während der langen Fahrt diene, that der deutsche Beamte ihnen in schroffer Weise kand, daß die Karten Contrebande seien, und daß er ihnen ein Protokoll machen müffe. Der Sprecher gab sich dann in seiner parlamentarischen Würde zu erkennen- der Deutsche aber, ohne Rücksicht auf daß erste Mitglied des britischen Parlaments, zwang ihn, mehr als eine Stunde zu warten, bis das Protokoll aufgesetzt und jede Karte ge-
stempelt war- darauf legte er den Reifenden eine Geldbuße auf." So der englische Bericht. ES wäre einem Deutschen gar nicht anders ergangen, wenn er io England eine Kiste Cigarren oder eine Flasche Kölnisch Wasser eingeführt hätte- denn daß Gnlly die Karlen von vornherein als zollpflichtig angegeben hätte, erlauben wir uns durchaus zu bestreiten. Was das angebliche schroffe Auftreten des Beamten betrifft, so wird daS sich schwerlich weiter erstreckt haben, als daß er sich erdreistet hat, sogar den Sprecher des englischen Unterhausrs zollamtlich für einen gewöhnlichen Sterblichen anzusehen.
* Sine Hundstagsgeschichte. In einem Eisenbahnwagen der Linie Sevilla—Cordoba befand sich eine luftige Gesell- schäft, welche einen Todtenschädel, den ein junger Hospital- assiftent seinem Koffer entnommen hatte, unter allerhand Scherzen von Hand zu Hand gehen ließ. Plötzlich bekam ein Student den unglücklichen Einfall, mit diesem Tobten- schädel die Insassen des RachbarcoupsS zu erschrecken. Gesagt, gethan. Der Schädel wurde an einem Stock befestigt, mit einem weißen Tuche drapirt, zum Fenster hinaus und vor das Fenster des nächsten CoupöS gehalten. Die Insassen deS RachbarcoupsS mußten wohl geschlafen haben, da es Nacht war, denn erst, nachdem man mit dem Schädel gegen daS Fenster geklopft hatte, ertönte ein markerschütternder Schrei, dem — tiefste Ruhe folgte. Die Urheber des „Scherzes" ahnten zunächst nicht, welche Wirkung der in dunkler Nacht plötzlich am Fenster erschienene Schädel gehabt hatte. Bet der Ankunst in Cordoba bot sich ein erschütterndes Bild. Don den drei Insassen deS nächsten CoupsS wurde eine junge Dame leblos vorgefunden, eine ältere Frau lag im Starrkrampf auf der Erde, während ein bejahrter Herr in Irrsinn verfallen war. Die Urheber des „Scherzes" haben sich selbst der Polizei gestellt und sehen jetzt ihrer Bestrafung entgegen. — Brr!
* Fräulein Gertrude Vanderbilt, die älteste Tochter von Cornelius Vanderbilt, wurde vor einigen Tagen mit Henry
Whitnry, dem Sohn des früheren MarinesecretärS, in dem Badeorte Newyork getraut. Der Vater der Braut litt noch an den Nachwehen eines Schlaganfalles und mußte in einem Fahrstuhl nach der Kirche gefahren werden. Die Braut bringt ihrem Gemahl 20 000 000 Mark als Mitgift mir.
• Siu fürstliches Brautgeschenk. Nach der Turiner „Stampe" schenkte der Prinz von Neapel seiner Braut ein Armband im Werthe von ungefähr einer Million.
Citerotur un- Kauft
— Nie stirbt Sttrdenteaweisel Heitere Kneipzeitungs- gedichte. Herausgegeben von Karl Ludwig Barthels, Frankfurt a. O. 1896. Verlag von Hugo Andres u. Co. — Der durch feine wtsienschaftlichen Arbeiten bekannte Herausgeber machte die Beobachtung, daß in den Kneipzeitungen studentischer Corporattonen manches formvollendete, schwungvolle, von Humor und froher Laune durchwehte Gedicht zu finden sei, welches wohl verdiente, der Vergessenheit entrissen und einem weiteren Kreise zugänglich gemacht zu werden. ES entstand in ihm der Plan, die besten ihm zugänglichen poetischen Erzeugnisse zu oerössenlltcheo, wozu ihm, besonders auS studentischem Lager, Zustimmung und Ausmunterung zu Thrll wurde; das Ergebnitz ist obige Sammlung. — Dieselbe ist wohl geeignet, Heiterkeit und Frohsinn bei der studirenden Jugend zu erwecken und anzuregen; den „alten Herren" wird sie eine Heb« Erinnerung an schöne, längst vergangene Zeiten feto, sie wird sich in ihr eigenes, sonnendurchglänzteS UniversttätSlaben zurückversetzen, welches ihnen noch in alten Tagen «ine Quelle des Scherzes und heiterer Anecdoten bildet. Aber nicht nur diese werden ein Merkchen, welches Fröhlichkeit verbreitet und zur Lustigkeit anregt, freundlich begrüßen; dasselbe wird in der gesammten Jugendwelt, beiondlls auch unter den jungen Damen, Anklang finden, denn welches jugendliche Herz möchte nicht gerne hinter die Coulissen deS oerlockend- geheimnißvollen, romantischen deutschen Studentenlebens blicken, welches ihm hier in ansprechender Form in seinem ganzen Zauber, wenn man so sagen darf, geschildert wird! — Der billige Preis von 75 Pfg. wird der wetteren Verbreitung des Büchleins nur zweckdienlich sein. _________ ____________________________
deshalb
Submission. ! Fl^en- oder Tintenstift
Die Lieferung von Weißzeug, Bettzeug und Krankenkleidern für die Großherzoglichen neuen Kliniken in Gießen, soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden.
Die Lieferungs-Bedingungen und Musterstücke find auf dem Verwal- tungs-Büreau genannter Anstalt an den Wochentagen Nachmittags von 3 bis 5 Uhr einzusehen.
Offerten mit der Aufschrift „Lieferung von Weißzeug" sind verschlossen bis zum
Montag den 21. Sept. 1896, Mittags 12 Uhr
unter Beifügung von Stoffmustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen.
Zufchlagsftist bis zum 29. Sept. 1896.
Gießen, den 29. August 1896.
Großh. Verwaltungs - Direction der 7728 neuen Kliniken.
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Der Herausgeber dieser Schrift bespricht darin die Vorzüge deS alteren Vogels- bergerrassevieheS, dessen Reinheit durch planlose Kreuzung mst ftemdm Rassen längst verloren und eine ganz entartete Rasse an dessen Stelle getreten ist. Im weiteren zeigt er, wie der verständige Landwirth verfahren soll, um wieder zu der reinen Vogelsberger Rasse iu höher entwickelter Form und vermehrter Nutz, barkeit zu gelangen- Die Schrift ist von bobem Interesse für jeden vorwärts strebenden Landwirt-.
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