Vereine, die eigertlich sür die Einführung des Turnens in der Schule gesorgt und somit erreichten, daß daS Tunen obligatorisch wurde, daß eS eingeführr wurde beim Militär - die Turnerei sei keine Spielerei, sondern eine Nothwendtgkeit. Darum möchten die Jungen erhalten, waS die Alten erkämpft. Sein „Gut Heil" galt dem deutschen Reiche. — Herr Helm gratulirte im Auftrage des GauauSschufieS, er feierte die Förderer des TurnwesenS und die PreiSturner, die den Ruhm deS Gießener Turnvereins nach außen getragen und brachte ihnen sein „Gut Heil" dar. — Herr Backes gratulirte dem Bruderverein im Namen deS MäunerturuvereinS- derselbe wisse zu wür- digen, waS eine 50jährige Wirksamkeit heiße, welcher schweren Arbeit eS bedurft- die Freude, mit welcher der Turnverein auf sein Wirken zurückblicken könne, theile der Mänuerturn- verein - er wünsche, daß daS Bestreben, die Gießener Turner in einer Turnerschaft zu vereinigen, bald in Erfüllung gehen möge, im Interesse der Turnsache und der Vaterstadt, sein „Gut Heil" gelte dem Wachsen, Blühen und Gedeihen deS Turnvereins. — ES folgte die Darstellung lebender Bilder, zu denen Herr JaSkowSky den Prolog sprach, und zwar in folgender Reihe: 1. Bild: Das unterdrückte Deutschland vor dem Freiheitskrieg, die trauernde Germania und daS deutsche Volk. 2. Bild: Vater Jahn fordert die Jugend auf, sich an Muth und Kraft zu stärken. 3. Bild: Turnerei in voller Entfaltung. 4. Bild: Die Unterdrückung der Turnerei. 5. Bild (DerwandlungSbild): Sieg über die Unterdrückung. Vater Jahn weist die Verläumdung von sich. 6. Bild: Germania fordert die deutsche Jugend zum Kampf auf gegen den Erbfeind. 7. Bild: Körner in der Schlacht. Scene aus dem Freiheitskrieg. 8. Bild: Körners Tod und Steg über den Erbfeind. 9. Bild: Apotheose: Germania krönt die deutsche Turnerschaft, indem sie das Haupt des VaterS Jahn mit einem Etchenkranz schmückt. Die deutschen Brüder von Nord und Süd reichen sich die Hände, die Krieger jubeln Vater Jahn zu, währenddem die deutsche Jugend wieder zu den Lurngeräthen greift. Bet dem letzten Bilde stimmten die Versammelten die „Wacht am Rhein" an.
Herr Löb er nahm hierauf daS Wort, um derjenigen Mitglieder zu gedenken, die sich um den Verein verdient gemacht und denen lt. Generalversammlungsbeschluß die Ehrenmitgliedschaft verliehen worden- er brachte, indem er nach» benannten Herren die Diplome überreichen ließ, auf die Ehrenmitglieder ein „Gur Heil" auS. Die neuernannten Ehrenmitglieder sind: Locomotivführer Fr. Hauß, Com- merzienrath S. Heichelheim, Schreinermeifter Heinrich Helmold, Kaufmann Louis Kattrein, Rentner Dr. A. Mettenheimer, Rentner August Noll, Kaufmann Louis Scharmann, Buchdruckereibesitzer A. Scheyda.
Herr Commerzienrath Heichelheim dankte im Namen der neuen Ehrenmitglieder für die ihnen gewordene Auszeichnung- er verspreche, daß sie auch für die Folge die Turneret fördern wollen und schloß mit einem „Gut Heil" auf die Turnerei. — Der Vortrag der Lieder „Der traurige Bua" und baß „Waldlied" durch den Bauer'scheu Geber ein uud den Männer-Gesangverein wurde ebenfalls mit goßem Beifall ausgenommen, und sprach hierauf Herr Pirr gewiß aus dem Herzen Aller, wenn er den Dank derselben sür die Mitwirkung der beiden Gesangvereine und für ihre Verherrlichung deS Festes in ein kräftiges „Gut Heil" kleidete. — Herr Rupp el brachte die Glückwünsche des Gießener RadfahrvereinS- er wünsche, daß der Turnverein auch noch nach wetteren 50 Jahren blühe und gedeihe und brachte daraufhin den Radfahrergruß „All Heil" aus. — Herr Frutig gedachte der dahingeschtedenen PreiSturner, besonders Ehr. RübsamenS, die Anwesenden ersuchend, zum Andenken derselben sich zu erheben- er gedachte ferner des im fernen Westen weilenden PreiSturnerS Hanstetn und brachte demselben ein „Gut Heil". Redner widmete schließlich den jungen Turnern einen Trunk, sie aussordernd, stets treue Folge ihren Lehrern zu leisten. — Herr Reiber dankte und gratulirte im Auftrage der Gießener Rudergesellschaft, betonend, daß die Ruderer stolz auf die Turner Gießens seien, denn die Ruderer gehörten fast durchweg auch dem Turnverein an. Er schloß mit einem „Gut Heil" auf daS Blühen und Gedeihen des Turnvereins. — Herr Rolof f gedachte der Jugendfeste und ihres Schöpfers, deS Herrn Ehr. Rübsamen, an die Zetten erinnernd, wo die Jugend das erste Mal unter RübsamenS Führung zum Spiel auSzog - seiner Aussorderung, sich zu Ehren RübsamenS zu erheben, wurde allseitig entsprochen. — Herr Ernst Balser erinnerte an die Pflichten, die die Turner ihren Lehrern gegenüber haben, er hob in dieser Beziehung die Verdienste Hausteins hervor und schlug vor, Haustein zum Ehrenmitglied zu ernennen und ihm dies telegraphisch mitzntheilen. — Herr Löber bemerkte, daß über die Ernennung von Ehrenmitgliedern die Generalversammlung zu befinden habe, er glaube aber bestimmt, daß diese im Sinne BalserS handeln werde. — Herr Stieb er brachte dem deutschen Vaterland und der deutschen Freiheit ein „Gut Heil". — Herr Homberg er, als Vertreter der „Wanderer", Gießener Radfahr- gesellschast, rühmte die Einigkeit der Turner und wünschte, daß daS Bestreben derselben, fich zu einer Turnerschast zu vereinigen, auch bei den Radfahrern, die in zwei Lager gespalten, Anklang finden möge. Er bringt ein Hoch auf die Einigkeit zwischen Allen, die dem Sport huldigen. — Herr Löber gedachte hierauf der Einmüthigkeit, die beim vorjährigen 22. Mittelrheinischen Turnfest die Turner beseelte und Anregung zur Gründung einer Turnerschaft gegeben- er gedachte ferner der Verdienste, die fich die Herren Georgi und Helm um die Durchführung deS Festes erworben und brachte auf beide Herren ein „Gut Heil" auS. — Herr Pirr hob die ThStigkeit der Frauen und Jungfrauen sowohl um daS Gelingen turnerischer Feste, wie der Turnerei im Allgemeinen hervor und schloß mit einem stürmisch aufgenommenen „Gut Heil'" auf die Frauen, Jungfrauen und Turnschwestern. — Damit war der officielle Theil des Vorabends erledigt, ohne daß dem vergnüglichen Beisammensein Abbruch gethan wurde- die Versammlung trennte sich erst am frühen Morgen.
Der gestrige Sonntag, der eigentlich zum Hauptfesttag bestimmt war, zeigte schon am frühen Morgen, daß er durch ungünstiges Wetter gründlich verdorben werden sollte- eS regnete unaufhörlich, und unter solchen Umständen war an die Durchführung deS Programms nicht zu denken. — Der übliche Weckruf fand um 6 Uhr statt, auch wurden später die infolge der Ungunst der Witterung nicht so zahlreich wie erwartet etntreffenden Gäste herzlich empfangen urfb in RöhrleS Bierhalle, wo die Bauer'sche Capelle herrliche, frische Weisen ertönen ließ, der übliche Frühtrunk eingenommen. Der geplante Festzug, von dem man fich viel versprochen, mußte leider ausfallen, eS beschränkten fich die Turner darauf, unter Borantritt der Capelle Bauer auf dem kürzesten Wege von der Turnhalle, wo ein kurzes Riegenturnen an Stelle des vorgesehenen Schauturnens und der Turnspiele statt» gefunden, nach Steins Garten zu ziehen, dessen Räume, da ein Verweilen im Freien nicht möglich, sich natürlich rasch bis auf das letzte Plätzchen füllten. — Herr Etdmann führte den Vorsitz der großen, besonders von Damen zahlreich besuchten Festversammlung. — Herr Löb er bewillkommnete in schwungvollen Worten die Erschienenen, verbreitete fich hierauf über die Segnungen deS Turnens und dessen Einfluß auf Körper und Geist, auf die Förderung der Geselligkeit und der gegenseitigen Achtung, der Freude und Liebe zum Vaterlande. Er brachte am Schlüsse ein „Gut Heil" auf die deutsche Turnerei aus. — Fräulein Stierle überreichte hierauf, indem sie in schöner Rede und mit poetischem Gruß dem Bestreben des Turnvereins das gebührende Lob gezollt, dem Verein eine von den Frauen und Jungfrauen gespendete prachtvolle Fahnenschleife- Fräulein Stierle gab, mit Hinweis auf die Bedeutung des Turnerzeichens, der vier F, dem Wunsche Ausdruck, daß der Verein auch ferner In seinen Bestrebungen blühe und gedeihe. — Namens des Turnvereins nahm Herr Pirr die Schleife unter Ausdruck des DankeS an Alle, die sich an deren Stiftung betheiligt, entgegen- er nehme die Schleife in Besitz deS Vereins mit dem Versprechen, allezeit eingedenk zu sein der darauf versinnbildlichten Worte: „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei". Allezeit sollten diese Worte dem Verein voranleuchten, eingedenk der Stifterinnen und eingedenk der Feier des 50jährigen Jubiläums. Den Dank für baß gespendete Symbol aber wolle er außdrücken mit dem Rufe: „Gut Heil den Frauen, Jungfrauen und Turnschwestern." — Herr Backes brachte die Glückwünsche deß Männer-Turnvereins, der dieselben Ziele verfolge wie der Turnverein- auch der Männerturuverein wolle sefthalten an der Eintracht und Freundschaft und so überreiche er als äußeres Zeichen dessen dem Turnverein eine Standarte- möge dieselbe allezeit das Zeichen der Einigkeit und brüderlichen Gesinnung sein- alle Zeit vorwärts für Turneret und Vaterland sei baß Bestreben beiber Vereine, er hoffe, daß sie noch oft Gelegenheit haben, ihre Einigkeit zu be thätigen - er forderte die Mitglieder des Männer-TurnvereinS auf, mit ihm einzustimmen in dem Ruf: „Gut Heil dem Turnverein Gießen!"
Herr Löb er erklärte, der Turnverein sei doppelt beglückt, ein so schönes Geschenk erhalten zu haben, die Standarte aber werde die Gießener Turner sammeln und beitragen zur steten Harmonie innerhalb der gesammten Turnerschaft. Er forderte die Versammelten auf, auf das Blühen und Gedeihen des Männer-Turnvereins ein „Gut Heil" auszubringen. — Herr Heidecker, Vertreter des Mittel- rheinkreises, gab seiner Freude über die Einigkeit und daS Zusammenwirken beider Gießener Turnvereiue Ausdruck, er bezeichnete dieses heutige Zusammensein so zu sagen mit Kind und Kegel als ein echtes Turnfest. Dem Wunsche auf ein ferneres Zusammengehen beider Vereine wolle er Ausdruck geben durch ein kräftiges „Gut Heil". — Herr Allmen- röder brachte die Glückwünsche des Wetzlarer Turnvereins und überreichte dem Turnverein Gießen eine Fahnenschletfe, die Sympathie betonend, die Wetzlar stets für Gießen habe- die Gießener Turner hätten den Wetzlarern gegenüber stets treue Kameradschaft bethätigt, er hoffe, daß dies auch für die Folge so bleibe. Sein „Gut Heil" galt dem Turnverein Gießen. — Herr Reichwein brachte die Glückwünsche der Nauheimer Turner und überreichte dem Turnverein Gießen ebenfalls eine Fahnenschletfe. — Die vierte Fahnenschleife überbrachte Namens des Marburger Turnvereins Herr Pabst- er hob den schönen Stand der Turnsache in Gießen hervor, wünschend, daß Gießen stets an der Spitze deß Gaueß Hessen marschiren möge. Sein „Gut Heil" galt dem Gießener Turnverein. — Herr Reallehrer Wämser-Butzbach brachte, nach kurzem Eingehen auf die Entstehung deß Turnens und die Turnfeste in Hessen, die Glückwünsche der Turner Butzbachs, die Gießener Turner als treue Kameraden feiernder hoffe, daß, eingedenk ihrer Vergangenheit, sie stets vorwärts streiten und die zwischen Gießen und Butzbach von jeher bestehende Freundschaft immer enger fich schließe, diesem Wunsche gelte sein „Gut Heil". — Herr Herbert erklärte hierauf, daß auch die inacliven Turner nicht umhin gekonnt, zu Ehren und Andenken des heutigen Tageß etwas zu thun- er habe den Auftrag, mitzutheilen, daß die inactiveu Turner einen Barren für den Turnverein und in Anerkennung der bisherigen guten Leistungen der Damenriege dieser eine Gangschaukel gestiftet. Er hoffe, daß Turner und Damenriege auch ferner sich thätig zeigen und bringe er auf deren ferneres Blühen und Gedeihen ein „Gut Heil" aus. — Herr Löber nahm hierauf nochmals das Wort, um Allen, die durch Glückwünsche unb Angedenken den Gießener Turnverein geehrt, dessen Dank abzustatten- ihnen allen, wie denen, die zum Gelingen des Festes so hervorragendes geleistet, gelte sein „Gut Heil!" — Herr Eidmann theilte hieraus mit, daß der Turnverein Overstein, woselbst seiner Zett Gießener Turner den ersten Preis errangen, dem Gießener Turnverein ein Bild, das Panorama ObersteinS darstellend, übersandt habe. — Hierauf sprach Fräulein Noll tm Namen der Damenrtege Herrn Turnwart Wigandt für seine Bemühungen und seine Arbeit, die er der Damenriege gewidmet, den Dank au» - alß äußeres Zeichen dieser Dankbarkeit über
reichte sie Herrn Wigandt eine goldene Uhr. — Herr Wigandt dankte den Damen sür daS schöne Geschenk- er habe nicht mehr gethan, wie seine ihm als Turnwart zukommende Schuldigkeit, er werde dieselbe auch ferner thun- dem Dank aber für daS schöne Geschenk gebe er Ausdruck durch ein „Gut Heil" auf die Damenrtege. — Herr Albert sprach alS Vertreter deS Turnvereins Büdingen dessen Glückwünsche auS, er schloß seine Ansprache mit einem „Gut Heil" aas Gießen und seine Turnvereine.
Nach 7 Uhr hatte die sogenannte akademische Feier ihr Ende erreicht und entwickelte sich nunmehr, soweit die gx deckten Räume von SteinS Garten dies zulteßen, ausgelassenste Fröhlichkeit. Daß in Folge deS ungünstigen Wetters nich, nur der Feftzug beeinträchtigt wurde, sondern auch die str den Abend vorgesehenen Veranstaltungen: Fackelretgen der Damenriege, Pyramiden, lebende Bilder a. s. w. und sogn der ersehnte Tanz ausfallen muhte, wurde lebhaft bebauen, doch fanden fich die zahlreichen Festtheilnehmer mit der nich zu ändernden Thatsache so gut wie möglich ab. Wir schließe unfern Bericht mit einem „Gut Heil" auf baß fernere Blühen und Gedeihen, daS fernere segensreiche Wirken bei Turnvereins Gießen. Möge das 50jährige Jubiläa» dazu beitragen, die edle Turnerei zu fördern und zu be« festigen und erhalten den guten Ruf, den die alte Turner« ftadt Gießen, seit es Turner gttbt sich zu wahren gewußt' Nochmals „Gut Heil!"
* * Fußball« Sport. Am SamStag Nachmittag s/46 Uhr sand auf dem Trieb ein Fußball-Match statt zwischen ein« Marburger Senioren-Mannschaft und der Junioren Manuschasl des hiesigen Gymnasiums. Die Gießener Mannschaft sochr zum ersten Male einen derartigen Wettkampf aus, während die Marburger Mannschaft, die zu einem Theile auS Eng^ ländern besteht, eine bedeutende Routine hat und alß et« sehr gute Mannschaft gilt, da sie über ein vorzügliches Material verfügt. Dem gegenüber stand Gießen von vornherein zurück, außerdem litt rs unter dem schlechten Wetter, da der strömende Regen den Boden außerordentlich glatt machte, woran die Gießener absolut nicht gewöhnt »artu. Daß weiße Coftüm, in dem Gießen spielte, nahm dann auch bald Erdfarbe an, da so mancher in oft geradezu gefährlich aussehendem Sturze den Boden berührte. DaS Zusammen« spiel der Marburger war großartig und lediglich dadurch siegten sie, denn maß die Individualität der Spieler anbetrifft, so stand Gießen mit seiner leichten Mannschaft ihnen keines- wegS nach. Im Gegentheil, man muß die Gewandtheit, Ausdauer, Geschicklichkeit und den Muth unserer jungen Kämpen bewundern - trotzdem sie von Anfang an unter der ungewohnten Mißgunst deS Wetters zu leiden hatten, trotzdem sie sich als Junioren jüngsten Datums, die gestern kämpfendr Mannschaft hatte vorher nur einmal zusamenspielen könnt«, einer routtntrten Mannschaft gegenüber befanden, die ihnen auch nicht zum Wenigsten durch die „Schwere" ihrer Leute überlegen war, ließ ihr Eifer nicht einen Augenblick nach. Es war wirklich ein herzerfreuender Anblick, unsere Gießener Jugend zu sehen-bald gingen die leichten forwords in brillanter Pace vor, bis sie schließlich doch von den schweren deS Gegners abgefangen wurden, bald gestaltete sich daS Spul zu einem wirkenden „Fußgemenge". Nicht gerade angenehm fiel es auf, daß Marburg mit Schienbeinschützern spielte, w» Gießen ohne solche antrat. ES wäre wohl in der Ordnung gewesen, daß Marburg diese abgelegt hätte. Gießen scheint aber auf derartige HülfSmittel keinen Werth zu legen, unb wir haben auch nicht gesehen, daß einer der Gießener auch nur einmal auS Furcht, einen scharfen Tritt zu bekommen, den Ball refüfirt hätte. Das Resultat deS P/aftünbiflen Spieles war: Marburg 7, Gießen 1 Goals. Aber schon nach helf-timo machte eß fich geltend, daß Gießen auß dem ersten Theile des Spieles etwas gelernt hatte, denn während der Gegner im ersten Theil 5 Goals machte, kam er iw zweiten mit aller Anstrengung nur zu.2 Goals.
Trotz des Regens hatte fich ein MßereS Publikum ei» gefunden, daS gespannt dem interessanten Match zuschaute, und der freudige Beifall, der so oft zu Ehren der Gießener erscholl, kann unseren jungen Spielern der schönste Lohn, die beste Anerkennung dafür sein, daß sie gestern mit brillantem Schneid gespielt haben. Nun, hoffentlich werden wir auch bald Gelegenheit haben, zu berichten, daß ihre Bemühungen von einem positiven Siege gekrönt sein werden.
Nach der Anzahl der Zuschauer, die fich trotz deS ftrfr wenden Regens eingefunden, nach ihrem AuSharren unb ihren freudigen Beifallskundgebungen zu urtheilen, findet unsere junge Fußball-Mannschaft allseitige Sympathien, und daS ist den jungen Leuten zu gönnen, denn daS Spiel bietet ihnen Gelegenheit zu neuer prächtiger Erholung, zur Abhärtung und Stählung deß Körpers.
* * Sin Wnrstdieb. Ein Arbeiter entwendete am SamStßß Abend in einer Metzgerei in der Bahnhofstraße zwei Leber« Würste, wurde aber bei dieser Arbeit gesehen und ihm die Beute wieder abgenommen.
• * Rohheil. In der SamStag Nacht überfielen nn» bekannte junge Leute in der Frankfurterstraße einen auf de« Heimwege befindlichen Bahnbediensteten und mißhandelten ihn derart, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
* * Sine Menge Rohheiten find in den letzten beide» Nächten begangen worden, namentlich wurden in der Ludwig' straße mehrere Kellerfenster eingestoßen, die Drahtgitter weg' gerissen und fortgeworfen usw. Such auf der MäuSbnrß wurde mit einem Stein im zweiten Stock eines Hauses eine Fensterscheibe eingeworsen.
• • Mangelhafte Waagen. Eine am vorigen Freitag i» den DerkaufSläden der Stadt vorgenommene polizeiliche Revision der Waagen und Gewichte förderte immer wieder eine Anzahl alter, längst verworfener Gewichtsteine zu Tage, die beschlagnahmt wurden. Auch Gewichte ohne gesetzliche» Eichungsstempel fanden fich vor.
n. Srünberg, 1. August. Zur fahrplanmäßigen Zeit setzte fich heute auf der Nebenbahn Grünberg—Londorf der
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