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Nr. 285 Zweites Blatt.
Donnerstag den 3. December
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Seitdem war wieder eine Zeit vergangen. Anna und Sanrad lebten glücklich zusammen. Anna hatte fich in die Pünsche ihres Gatte« gesunden, auch da er fie veranlaßte, iie Gelehrsamkeit an den Nagel zu hängen und sich in der Lirthschast zu beschäftigen, denn fie sah bald, daß er au ieine Frau andere Zumuthung stellte, als einst au die Geliebte. Und wie fie daS Unbehagen wahrnahm, da» ein der« falzen Gerjcht oder ein auSgerifiener Knopf ihrem Gatten bereitete, da legte fie ihre Bücher zur Seite und kochte und Scickte und flickte nach Herrn Konrads Gefallen, und war ihr auch gar nicht leid darum, denn feine Liebe ließ ihr alle Mhe gering scheinen und sein zufriedener Blick entschädigte sie für alles, worauf fie jetzt verzichten mußte.
Corona lebte einsamer, stiller und träumerischer als je.
Da kam wieder einmal der Lenz von den Bergen zu lhal gefahren. Der sandte seine Boten auch in Frau loaonaS Herz, daß es erschauerte von seinem wonnigen Leihen. Wie ein süßeS, liebliches Geheimniß kam der dliütheuduft in ihre Fenster gezogen. Und tu dem frühlings- listigen Schein ersah fie zuerst den Mann, der ihrem Herzen hchlgrstel.
Fe«Meton.
Frauenlikbe.
(Erzählung von E. Eschertch.
(2. Fortsetzung.)
Da verschloß fich Frau Corona ihren Wünschen nicht länger: „Wohl ist eS gegen meinen Nutzen, auf meine ehrlichen Rechte zu verzichten. Wenn aber wahre, aufrichtige Liebe Dich zu Konrad zieht, so nimm ihn. Ich habe ihn nicht geliebt.*
„Unb Du hast auch keinem Andern Dein Herz zu eigen sezeben?" frug Anna theilnehmeud.
Corona lächelte wehmüthig.
„Auch keinem Andern!"
„Arme, arme Corona!"
Er war keiner von jenen blendenden Salonlöwev, die mit Frauenherzen spielen, als seien fie eitler Tand- auch keiner von jenen, die durch künstlich zur Schau getragene Gleichgiltigkeit und Selbstüberhebung Achtung und Beachtung erzwingen wollen. Hell, mild und.fröhlich, wie seine Augen, war sein ganzes Wesen. Die schöne Harmonie seines Aeußeren und Inneren that ihr wohl- seine Stimme klang ihr wie ein Lied aus der Ktnderzett.
Sie hatte ihn kennen lernen bet einem kleinen Ausflug, den fie mit Bekannten nach einem nahe gelegenen Wäldchen unternahm. In dem dort gelegenen Forsthause war fein Heim. Eine zufällige Verkettung von Umständen brachte Herrn Hubert und Frau Corona einander näher. So wurden ste fich gut, ohne daß fie wußten, wie c» gekommen war.'
Aber lange wagten fie nicht, es einander zu vertrauen, und dann geschah's auf andere Weise als gewöhnlich.
Sie hatten fich in der Stadt zufällig auf der Straße getroffen und Hubert gab der jungen Frau nun das Geleit bis zu ihrer Wohnung.
„Nun gehen Sie wieder nach Haufe, um immer still daheim zu bleiben," sagte er mit seiner klangvollen Stimme.
Sie nickte nur mit dem Kopfe.
„Ich hab oft gedacht, wie einsam Ste leben — wie ich- uud auch daran, daß eS fröhlicher sein möchte zu zweien." Er hielt inne, als erwarte er Antwort, da fie aber die Augen nur immer zu Boden gesenkt hielt, fuhr er leiser fort: „Einfach ist wein Wort und schmucklos, wie der Sang meiner Waldvögel- zur Frühlingszeit aber ruft die Schwarzdrossel eine sehnsüchtige Weise und die Gesellin versteht fie und fliegt herzu auf den gleichen Ast. Darf auch ich hoffen, daß ich nicht immer einsam bleiben mußk"
CoronaS Herz wollte aufjubelu vor Seligkeit, aber noch hielt die alte Zaghaftigkeit fie umfangen. Sie fand keine Worte, ihm ihre Gedanken zu künden. Er aber war zartfühlend genug, fie nicht drängen zn wollen. „Wenn ich wieder« komme, sagen Ste mir wohl die Antwort." Dann drückte er ihr herzlich die Hand und ging.
Nun harrte fie sehnlich seiner Wiederkehr- aber die Tage schwanden — er kam nicht. Eine Woche verstrich, er war noch nicht gekommen. Da erhielt fie von Freunden herzerschütternde Kunde.
Ein Windbruch hatte im Forst vielfachen Schaden ge- thau. Als Herr Hubert anderen Tage- nachzusehen ging, war ein in der Wurzel gelockerter Baum nachgestürzt, den unglücklichen Mann in seinem Falle begrabend. Nun rang Hubert auf seinem Schmerzenslager zwischen Tod und Leben.
Frau Corona war, ins Innerste getroffen, zusammengezuckt bei der Schreckensbotschaft, aber fie weinte nicht und jammerte nicht, fie fand feine Zeit zn wetchmüthigen Klagen. ES war, als habe die Wucht deS Schlages fie erstarkt, — in Eile ordnete fie da« Nöthige, dann nahm fie einen Wagen und fuhr zu ihm hinaus.
Wie fie au das Lager des Schwerverwundeten trat, ging ein fchier verklärte» Lächeln über fein bleiche», eingesunkene» Geficht.
Sie aber beugte fich zu ihm und faßte seine Rechte: „Ich bin gekommen, um bei Ihnen zu bleiben."
Und fie hielt Wort- mit der zärtlichsten Aufopferung pflegte fie den Kranken, keine Mühe war ihr zu viel, keine körperliche Anstrengung zu groß, und nur ihr allein hatte Hubert die Erhaltung seine» Leben» zu danken.
Als die Herbstsoone ihre letzten, warmen Strahlen Über- Land warf, konnte er, auf ihren Arm gestützt, zum ersten Male wieder in die freie Luft gehen. Aber seine große, kraftvolle Gestalt war gebrochen, zum Krüppel war er geworden für Lebenszeit und seinem Dienste konnte er nimmer vorstehen. Mit einem ehrenvollen Abschied und einer sehr geringen Pension war er seines Amtes entlasten worden. Da» war zu wenig zum Leben und Sterben und anderen Verdienst zn suchen, erlaubten Hubert seine GesundheitSverhältNifse wenigstens fürs erste nicht.
(Schluß folgt.)
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger.
I vielfach Sparsamkeit wahr. Redner platdirt weiter für eine Reichs- finanzreform, denn die Freiheit de« Reiches, über die Mittel der Etnzelstaaten einfach zu dtSponiren, fei nicht sonderlich wünschenS- werth. Wenn ein fester Automat bestehe, so werde gerade d«S die Sparsamkeit fördern. Zu neuen Steuern werde allerdings nirgends Neigung bestehen. Sehr nothwendig sei ein Schutz der Landwirth- schast gegen Eindringen von Viehseuchen. Mit Schweinen könne uns unsere Landwirthschaft hinreichend versorgen, auch ohne daß eS der russischen Einfuhr bedürfe. Und sollten wir etwa, bloS um den Handel mit dem lieben Nachbar aufrecht zu erhalten, tuber- culoses Vieh hereinlasten? Weiter berührt Redner den Hamburger Strike. Ob da schlechte Behandlung mttgespielt habe, wisse er nicht, Thaisache aber sei, daß englische Agitation dahinter stecke, sogar englische Capitalisten. (Gelächter bet den Socialdemokraten). Mau kennt ja die englische Selbstsucht, und unsere Arbeiter feien sehr schlecht berathen, wenn ste im Interesse der englischen Rheder Hamburgs Handel und ihr eigenes Interesse so schwer schädigten. Die Hamburger Polizei habe sehr recht daran gehandelt, als ste fest zugriff und Tom Mann auswtes. BedauernSwerth sei das starke Anschwellen des Penstonsetats, besonders im Interesse der Offiziere selber, die sich nachher in subalternen Stellungen behelfen müßten. BesoldungSverbesterungen seien namentlich geboten .für akademisch gebildete Beamten, so Sanitätsoffiziere, Militärpfarrer. Wie hoch seien schon jetzt im Gegensätze zu jenen die Gehälter von Kanzlei- beamtm in Reichsämtern. Wenn auS dem Rückgang der Börsensteuer zu schließen, daß die Beziehungen zwischen Privatleuten und Börse nachlteßen, so sei ihm daS nur lieb. Ferner seien auch die Getreidehändler im Lande nur froh, daß sie das Getreideterminunwesen an der Berliner Börse losgeworden seien (Lachen links). Daß es, wie man behaupte, durch BundesrathS-Verordnung den landwirthschaftlichen Brennern erlaubt sein sollte, Mats zuzumatschen, könne er noch nicht glauben, denn das wäre auch wirthschastlich ganz falsch. Für da« Zuckersteuergesetz sei er nicht mit verantwortlich; sein eigener Gesetzentwurf würde der Landwirthschaft sicher geholfen haben, aber mit Hilfe der Linken habe ja das Gesetz in dritter Lesung eine ganz andere Fassung erhalten (Lachen links). Aber auch in dieser Fassung habe unS das Gesetz keine Ueberproduction gebracht; höchstens k önne man sagen, eS lägen in demselben die Keime der Ueberproduction. An dem Preisdruck sei nur die ausländische Producttonssteigerung und die Speculation, namentlich in Paris, schuld. Das Zuckerproductionscartell sei durchaus berechtigt, da nur eine Productionsbeschränkung helfen könne. WaS die Marine anlange, so wollten auch seine Freunde keine uferlosen Pläne und keine Wellmachtspolitik auf diesem Gebiete. Aber in gewissem Sinne sind wir doch auch hier Weltmacht, wir müssen unseren Handel schützen und bedürfen dazu einer ausreichenden Kreuzeiflotte. Wie sehr berechtigt es ist, die Frage «ufzuwerfen, ob man schon in diesem Jahre alleS an neuen Schiffen bewilligen soll, das zeigen die Erfahrungen an dem R.paraturbau vom „König Wilhelm-. Darüber sagt die Ueberstcht pro 1895 96, um die Etatsüberschrettung von 770000 Mk. zu rechtfertigen, ausdrücklich, es seien noch während der Arbeit Aenderungen io Folge fortgesetzter neuer technischer Erfahrungen nothwendig geworden. Meine Freunde werden in der Commission sorgfältig prüfen und alles nicht Nothwendtge auf später verschieben.
Colonialamtsdirector v. Richthofen dankt für die freundliche Aufnahme, die seine Ernennung gefunden, und bedauert, daß entgegen der Annahme Richters, die PostetatS keine Ausgabe in sich
weniger als 32 Millionen. (Heiterkeit links.) Ja, wenn ich Ihnen in der Commission AlleS mitlhellen werde, werden sie selber sagm, die Sache bekommt ein ganz anderes Geficht. (Heiterkeit links.) Für die Worte deS Vorredners über den „Iltis" danke ich ihm herzlich. Auch ich habe jene Aeußerungen in soctaldemokrattfchm Blättern gelesen, aber wir glaubten, diese Sache nicht zum Anlaß von Erörterungen in der Presse machen zu sollen. Ueber die Ursachen deS Unfalls wisten wir wenig; er kam ganz unerwartet. Die Mannschaften find ihrem Etdschwur treu geblieben; ste haben, als sie keine Rettung sahen, mit einem Hoch auf den Kaiser geendet. Und wenn Jemand sagt: Warum haben die Leute nicht in ihrer letzten Stunde Gott angerufen? sage ich: gerade so handelt nur ein wahrer Christ. (Lachen bet den Socialdemokraten.) Wenn ste ihren Kaiser vor Augen hatten als die ihnen von Gott gesetzte Obrigkeit, so hatten ste nicht minder ihren Gott vor Augen. Das waren Helden und der Reichstag und mit ihm das ganze Land wird ihnen gewiß die Palme des Steges zuerkennen. Es ist daS ein leuchtendes Vorbild für die ganze Marine. (Beifall.) Wenn ich (zu den Socialdemokraten gewendet) glauben müßte, daß Ihre Presse die Ansicht der ganzen Partei vertritt, so müßte ich den Glauben an die Menschheit verlieren. (Beifall.)
Schatzsecretär Graf PosadowSki vertheidigt Richter gegenüber die von ihm vorgeschlagene Ftnanzreform, deren Nothwendig- keit keine Dialectik htnwegdisputiren könne, denn die Einzelstaaten wüßten jetzt nie, welche Forderungen stellt das Reich, könnten also niemals eine geordnete Finanzwirthschaft führen. Den AnlethefondS gebe er im Reiche preis. ES genüge, wenn man in guten Jahren Schulden tilge und in schlechten den Anleiheweg in höherem Maße belaste. (Richter ruft: Da sind wir ja ganz einverstanden.) DaS von ihm oorgeschlagene Jinanzreformgesetz sei jedenfalls kein Automat. Was die Zuckersteuer anlange, so habe deren Reform dem Reiche überhaupt nichts einbringen sollen, sondern nur der Landwirthschaft Hilfe bringen. Aburtheilen über diese Reform dürfe man nach so kurzer Zett noch nicht und er bedauere, daß selbst Interessenten sich zu abfälligen Urthetlen hätten hinreißen lassen. Es stehe auch noch gar nicht fest, daß der Preisrückgang beim Zucker eine Folge des letzten Reformgesetzes sei. Richters Vorschlag, die Ausfuhrprämien ganz fallen zu lassen und die Consumabgabe dementsprechend zu ermäßigen, sei unausführbar. Denn daran sei nicht zu denken, daß die jetzt exporttrten 10 Millionen Doppelcentner mit einem Schlag auf den inneren Verbrauch übergehen könnten, und das wäre doch nöthig, wenn nicht der Rübenbau schwer geschädigt werden solle. Unsere Zuckerindustrie sei allerdings eine Treibhauspflanze, aber das lasse sich eben nicht mit einem Schlage ändern. Was die Postverwaltung anlange, so werde die Heraufsetzung des einfachen Briefportogewichts von 15 auf 20 Gramm viel zu sehr aufgebauscht, zumal die Kaufl ute mit 15 Gramm auskämen, weil sie aus sehr dünnem Papier zu schreiben pflegten. (Heiterkeit.) Ueber das Zeitungsporto herrsche zwischen ihm und dem Staatssecretär von Stephan bereits Einoerständniß und er hoffe, es werde demnächst eine Vorlage gemacht werden können. Im Milttäretat seien die Neubauforderungen nicht ungewöhnlich hoch, für Kasernen nur siebzehn Millionen. Der Marineetat enthalte eine geringere Belastung der Zukunft, als der vorige.
Abg. Paasche (nl) will nach dem, was der Schatzsecretär gesagt, nicht mehr auf die Zuckeisteuer etngehen. Im Ganzen gebe vorliegender Etat nicht zu so scharfer Kritik Anlaß, wie derselbe sie gefunden. Trotz seiner Höhe nehme man doch bei den Ansätzen
Deutscher Reichstag.
>87. Plenarfitzuug. Dienttag, den 1. December 1896.
Die erste Lesung deS Etats wird fortgesetzt.
. - v0, D^8c.lr?J<0er <cons.): Die von Richter berührte Ent-
laffung der Minister ist ein Recht der Krone und unterliegt keiner Kritik. Wir Conservatioen bedauern freilich, daß ein solcher Minister wie Herr Bronsart v. Schellendorf unS hat verlassen müssen. (Lachm ltnkS ) Was Richter gegen unS Agrarier in Bezug auf das Zucker- steuergesetz auSführte, ist ganz unzutreffend. Dieses Gesetz ist durchaus nicht so zu Stande gekommen, wie wir eS wünschten. Wenn gestern gesagt wurde, die finanziellen Fragen der Handelsverträge für das Reich seien ausgeglichen, so will ich daS zugeben, aber für die Land- wtrthschaft sind die Folgen der Verträge nicht ausgeglichen. (Sehr richtig I rechts.) Im Gegensatz zu anderen Regierungen kann die unsrige unsere Landwirthschaft nicht schützen, eben wegen der Handelsverträge, deren Hauptfehler in der Meistbegünstigung liegt. Wenn letzt die Etsenbahnoerwaltung Vorschriften über Verwendung von Margarine erlassen hat, so erinnere ich daran, daß wir gerade solche Vorschriften beim Margartnegesetz verlangten, aber vergeblich. Der BesoldungS.NachtragSetat hat unsere Sympathien. Ein Thetl meiner Freunde wünscht, daß mit den BesoldungSoerbesserungen für die Offiziere pari passu auch der Resolution des Reichstages betreffend warmeS Abendbrod für die Mannschaften stattgegeben wird. Auch wir wollen keinen Stillstand der Socialreform, aber wir wollen sie allerdings nicht fortgeführt wissen in dem Sinne der Bäcker-Verordnung, auf dem Wege des Normalarbeitstages. Beim Nordostsee- Eanal ist die Verwaltung zu theuer, die electrische Beleuchtung der ganzen Strecke ein Luxus. Was die Marine anlangt, so wird in dec Commission näherer Ausschluß zu geben sein über die Vermehrung der Mannschaften durch Beibehaltung der jetzt auf den Panzerschiffen befiadlichen Seeinsanterie aus dem Lande und Ersatz derselben durch Mannschaften der Matrosendiviston auf den Schiffen. Die starke Erhöhung der einmaligen Ausgaben für die Marine erregt auch bei uns starke Bedenken. Dazu erscheint es uns fraglich, ob dir Werften für so starke Bauten leistungsfähig genug find, und was fpäter aus den Werftarbeitern wird, wenn der Umfang der Schiffsbauten wieder nachläßt. Redner widmet dann den Braven vom „Iltis" warme Worte. Aeußerungen, welche von einer Seite über diese Braven noch nach dem Tode laut geworden wären, erweckten Abscheu. (Lachen bei den Socialdemokraten.) Bei der kurzen Lebensdauer der Schiffe müsse mindestens ein größerer Theil der für Schiffsbauten geforderten Summe auf das Ordinarium gebracht werden. DaS Extraordinarium müsse möglichst entlastet werden. Im Interesse der Schuldentilgung hätten seine Freunde im April der lex Lieber zugestimmt, aber auf die Dauer werde es auf diese Weise nicht gehen. Denn wenn das Reich in schlechten Zeiten auf die Einzelstaaten zurückgreife, müßten diese auch in guten Zeiten erhalten, was ihnen vom Reiche gebühre.
Staattsecretär Holtmann berichtigt zunächst eine Angabe deS Vorredners: nicht vier, sondern nur zwei Schiffe der Sachsen- klasse seien gegenwärtig im Bau. Der Vorredner rechne irrthüm- lich die in Reparatur befindlichen Sachsenschiffe mit. Eigentlich müßten jährlich 10 pCt. des Werthes der Marine als Ersatz gefordert werden, also, da die Marine etwa 320 Millionen repräsentier, 35 Millionen. In diesem Etat fordern wir aber unter 45 Millionen nur 20 Millionen für Ersatz, also 12 Millionen


