Ausgabe 
3.12.1896 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Giessen

r ll,uiere:

1118 Haug,

10870

fi & Sohn.

8681

ÜRtudllCIt,

U 2,-pr^lMIM 2,40 do.

_ 2,50 do.

", 2-3 do.

2,10 do.

2,40 do.

» 5'~ s°

. 3,80 J*

2,20 ta.

2,50 d°.

. 8,50 »»

ib Originalität.

& Lüdke

jetzlar.

osshandlung-

gen, Schleiern

Bändern.

d Echarpes

BaUblwnen.

Ibandochnh«'

I Taschentücher, off Söhn®

20. 1086^

Rt. 285 Erstes Blatt. Donnerstag de» 3» December

1896

Drr ffUftever Anzeiger «scheint täglich, mit Ausnahme bei Montags.

Die Gießener A>««itte»StLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelrgt.

Gießener Anzeig er

Kenerat-Wnzeiger.

Vierteljähriger Adon nemcntspreiL r 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expcditio» und Druckerei:

Schutstraße Ar.7.

Fernsprecher 51.

Zlnrts- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

chratisöeitage: Hießener Aamikienölätter.

Alle Annoncen-Lureaux des In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

2lmtlid?cr Theil.

Bekanntmachung,

betreffend: Abhaltung der Viehmärkte im Kreise Gießen.

Mit Rücksicht auf die starke Verbreitung der Maul» Mb Klauenseuche in den Kreisen Friedberg, Alsfeld, Gießen Ä*b den benachbarten preußischen Kreisen hat Großh. Mi- msterium des Innern die Abhaltung von Viehmärkteu 6m Kreise Gießen im Monat December verboten.

Gießen, am 2. December 1896.

Großherzogltches Kretsamt Gießen.

v. Gagern.

vekamltmachung,

betreffend: die Maul» und Klauenseuche.

In der Gemeinde Angenrod, Kreis Alsfeld, ist die ttoul* und Klauenseuche auSgebrochen und Gehöftsperre verfügt worden.

Gießen, den 30. November 1896.

Großherzogltches Kretsamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

betreffend: die Maul- und Klauenseuche.

Unter dem Rindvieh deS Johannes Oehler zu Roth, »reis Marburg, ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. GS ist deshalb Gemarkungssperre angeordnet worden.

Außerdem find die Gemeinden des Kreises Marburg: Sloth, Wenkbach, Argenstein, Wolfshausen, Fronhausen, Ober« Valgern, Holzhausen, Stedebach, Niederwalgern, Kehna, Ober- Weimar Dorf, Oberwetmar GutSbezirk, Ntederweimar und Sifselberg als Beobachtungsgebiet im Sinne des § 59a der NandeSrachSinstruction vom 27. Juni 1895 (RrichSgesetzblatt Leite 373) und zwar vorläufig btS zum 11. December d. I. etuschließltch bestimmt.

Bis dahin dürfen Wiederkäuer, einschließlich Fahrvieh und Schweine, aus diesem Gebiet nicht auSgesührt werden mb ist der Durchtrieb solcher Thtere durch das Beobachtung-- gebiet verboten. AuSnahmegeftattungen find bei den be- treffender, OrtSpolizeibehärden unter Vorlage einer thierärzt- ltchen Bescheinigung über den Gesundheitszustand der auszu» führenden Thiere zu beantragen. Die thterärztliche Untersuchung « unmittelbar vor dem Trankport stattfinden.

Au der den Viehhändlern durch § 2 der Anordnung des $errn Regierung« Präsidenten zu Cafiel vom 16. Juli 1896 lklmtsblatt Seite 185) auferlegten Verpflichtung wird hierdurch selbstverständlich nichts geändert.

Gießen, den 1. December 1896.

Großherzogltches Kretsamt Gießen, v. Gogern.

Gießen, den 1. December 1896.

: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Falle einer Mobil» machung.

Die

Krvtzh. Kreis-Schulcommiffiou Gießen

an die Schulvorstände de- Kreises.

Sie wollen die Lehrec oder Schulverwalter einklassiger schulen, welche militärpflichtig find, darauf aufmerksam suchen, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobil- »rchung innerhalb 8 Tagen bet uns einzureichen find, später einlaufende Gesuche können nicht berückfichtigt werden.

In den Gesuchen ist anzugeben:

1) Ctvilstelluog,

2) Bor- und Zunamen,

3) Militärcharge und Truppengattung,

4) Genaue Angabe des TruppentheilS, Regiment, Com­pagnie 2C., bei welchem der Eintritt erfolgt ist und Datum des letzteren,

5) Bezirk des LandwchrbataillonS.

Bet Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher -W uns reclawirt haben, bedarf es keiner Meldung.

Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allein» sichende Lehrer zur Reclamation berechtigt find, wollen Sie benachrichtigen.

v. Gagern.

Wolff» telegraphische« Sorresvendenr-Bmeau.

Berit», 1. December. DrrReichSanzeiger" veröffent» -W die AuSführungSbesttmmung en zurGewerbe-

ordnung, die am 1. Januar 1897 in Kraft tretenden Bestimmungen, betreffend den Geschäftsbetrieb der HandluogS» reisenden und den Wandergewerbebetrieb der Ausländer. DerReichsanzeiger" veröffentlicht ferner den BundeSrathS« beschluß, bett, die Ausnahmen vom Verbot der Sonntags- arbeit im Betrieb der Tonuenmälzereten.

Berlin, 1. December. Eine Petition des Vorstandes des preußischen Städtetages an den Landtag, betreffend daß Dieusteinkommen der Lehrer, richtet fich gegen die Bestimmung, daß die AlterSzulagekaffen erhalten bleiben sollen. Sowohl gegen die Beschränkung dieser Bestimmung auf vereinzelte Stadtgemeinden, als auch gegen den Grundsatz der Zwangskaffen werden Bedenken geltend gemacht. Auch die Beseitigung der bisher bestehenden^ Gleichmäßigkeit der StaatSbeiträge für Stadt und Land verstoße ohne Noth gegen die geschichtliche Entwickelung des Volksschulwesens. Schwer bedenklich ferner sei die Bestimmung über die Berechnung der Dienstzeit der Lehrpersonen, die weit über das Bedürfntß hiuauSgehe und die Lehrer ohne Noth in der Freizügigkeit beschränke. Endlich erklärt die Petition, wenn die Unter­stützung der Volksschule durch das Gesetz geregelt werden solle, müffe dies im Ganzen und nicht stückweise geschehen. Jedenfalls müffen diejenigen Bestimmungen wegfallen, wo­durch der den größeren Gemeinden gesetzlich zugeficherte StaatSbeitrag geschmälert wird, die AlterSzulagekaffen eiu- geführt und die ganze Dienstzeit der Lehrer angerechnet werden sollen.

Hamburg. 1. December. Der Verein Hamburger Rheder hat das Schreiben betreffs eines Schiedsgerichts, mit dem Ausdruck besten Dankes für die freundliche An­regung dahin beantwortet, daß der Verein das Schreiben zur weiteren Veraulaffung an den Arbeitgeberverband über­wiesen habe. Bet der Ausdehnung, die der Ausstand ange­nommen habe, seien außer den Rhedern und Stauern die Ewerführer, die Kornumstechrr, die Lagerhausgesellschaft, die Speicheretbetriebe und die Elbdampfergesellschaft betheiligt. Demnach könne nur die Gesammtheit der Unternehmer über den Vorschlag entscheiden.

Hamburg. 1. December. Es heißt, heute Nachmittag werde eine größere Anzahl der Maschinisten tu den Aus­stand treten. Der Ausstands-Ausschuß hat außer dem SchleppdampferKehrwieder" einen wetteren Dampfer und sechs Motorbarkaffen für den AusstandSdtenst gemtethet. Heute Vormittag ist die erste Unterstützung an 7000 Schauerleute, Kohlenarbeiter und Quaiarbeiter gezahlt worden. Die Ober­länder Schiffer haben beschlossen, die Arbeit nicht nieder- zulegeo. Die Bagger haben beschlossen, wöchentlich 3 Mk. in die AuSstandSkaffe zu zahlen. Nach demEcho" find jetzt 14,500 auSstäudg.

Bremen, 1. December. Der Vorstand der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft sieht den letzten Versuch, auf der Grundlage deS bisherigen ständigen ArbeitSverhältniffeS zu einer Eloizung mit der Arbeiterschaft zu gelangen, als gescheitert an und wird in dieser Richtung keine Ver« Handlung weiter führen. Wegen anderweitiger Verhandlungen rief der Vorstand zunächst daS EinigungSamt deS hiesigen Gewerbegerichts an, da er nach dem bisherigen Verhalten der Lohncommtsfion von einer unmittelbaren Verhandlung keinen Erfolg mehr erwartet.

Karlsruhe, 1. December. DerKarlsruher Zeitung" zufolge hat der Großherzog den Professor Adolf Kußmaul in Heidelberg zum Geheimeroth 1. Klaffe und den außer­ordentlichen Profeffor Dr. Fleiner zum Hofrath ernannt.

Bafel, 1. December. Die hiesige Arbeitervereinigung verthtilt in allen Herbergen an Arbeitslose und zureisende Kunden gedruckte Warnuogen vor der Anwerbung nach Hamburg.

Wien, 1. December. Beider Specialdebatte über den Gesetzentwurf, betr. die Regelung der Bezüge der Hochschul-Professoren erklärte der Unterrichtsminister Frhr. v. Gautsch, die Regierung habe nicht au eine Erhöhung der Collegirngelder gemacht. Die Regierung vertrete die Interessen von etwa 600 Professoren gegen einige durch höhere Collegieugelder begünstigte Professoren. Der Minister schloß seine Rede, die Einwilligung der Regierung zu einer wesentlichen Erhöhung der Bezüge hänge davon ab, daß daS HauS seine Zustimmung zur Verstaatlichung der Collegien- gelder ertheile.

Paris, 1. December. Hebet die aus Wien gemeldete Betäubung deS Ptinzen Etnst Windischgtätz in Bizz avona wird auS Ajaccio vom heutigen Tage berichtet: Am Sonntag früh 9 Uhr stellten fich 3 Manner in dem be» treffenden Hotel ein und verlangten den Prinzen zu sprechen. Der älteste der Männer drang mit Gewalt in das Zimmer de» Prinzen und verlangte Geld. Der Prinz tief seinen

Arzt und beauftragte ihn, einiges Geld auS einet Geldtasche zu nehmen. Der Mann tiß die Geldtasche, in welcher sich 4000 Francs befanden, an sich und entfernte fich. Der österreich-ungarische Consul hat sich nach Bizzavona begebe» und in Gemeinschaft mit den Verwaltungsbehörden und den gerichtlichen Behörden Maßnahmen zur Ergreifung der Diebe getroffen.

Loudon, 1. December. Der AuSstand der Arbeiter der Schiffswerft Gray u. Comp. in West-Hartlepood dauert fort. Nahezu 2000 Arbeiter feiern. ES find Ver­handlungen behufs Beilegung des Ausstandes im Gauge.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 1. December. Der Kaiser und die Kaiserin werden heute Abend der Erstaufführung von Wildenbruch» Kaiser Heinrich im Berliner Theater beiwohnen.

Berlin, 1. December. Von Mitgliedern auS allen Parteien unterstützt, hat der Abgeordnete von Schenken- dorf (ul.) im Abgeordnetenhause einen Antrag eingebracht, die StaatSregterung aufzuforderu, dem FortbildungS- fchulweseu künftig eine größere Beachtung, insbesondere durch vermehrte Staatsmittel zuzuwenden.

Berlin, 1. December. Heute Mittag 1 Uhr wurden die beiden Vicepräsideuten des Herrenhauses vom Kaiser in Audienz empfangen. Der Kaiser drückte sein Beileid anläßlich des HinscheidenS deS bisherigen Präfidenten des Herrenhauses, Fürsten zu Stolberg, auS. Gleich darauf wurde auch baß Präsidium deS Abgeordnetenhauses vom Kaiser empfangen.

Berlin, 1. December. Die FregattenStein",Moltke" undGneisenau" sollen zum Schutze der deutschen Staatsangehörigen im Winter im östlichen Mittelmeer kreuzen.

Berlin, 1. December. Die Mörder des Justizrath Levy, Werner und Große, wurden heute zu je 15 Jahren Gefängniß verurtheilt.

Bremen, L December. Gestern Abend lehnten neun­hundert Strikende daS Angebot der LagerhauS-Gesell- schäft ab. Der Sinke dauert fort.

Wien, 1. December. Heber die Verhandlungen der Mächte bezüglich der Türket berichtet dieNeue Freie Presse": England schlug vor, dem Sultan eine voll­ständige Durchführung deS Reform-Programms zu empfehlen und sich über die Zwangsmaßregeln für den Fall der Ab­lehnung durch den Sultan zu einigen. Die Regierungen in Berlin, Wien und Rom nahmen den Vorschlag an. Rußland stimmte dem ersten Punkte zu, lehnte aber die Zwangsmaß­regeln ab.

Rom, 1. December. Die Gerüchte über ein zwischen dem Vatikan und der serbischen Regierung abge- schloffeneS Concordat find unrichtig. Man versichert, der Papst habe nur den serbischen Katholiken seinen Schutz zn- gesichert.

Aotwerpen, 1. December. Die Polizei erhielt Befehl, den englischen Agitator Tom Man bei feiner Ankunft sofort auszuweisen. Dieser Befehl erstreckt sich auf alle aus­ländischen Personen, welche agitatorisch in Sachen de» Ham­burger StrikeS auftreten wollen.

London, 1. December. Der Präsident der internationalen Arbeiter-Vereinigung erließ eine Proklamation zur Samm­lung von Geldgaben für die S trikenden in Hamburg.

London, 1. December. Wie verlautet, ist die Frei­lassung James ons angeordnet. Jndeffen gestattet sein Gesundheitszustand einen Transport nicht.

Bradford, 1. December. Ein ungeheurer Brand vernichtete in der letzten Nacht einige große Fabrikgebäude und Magazine. Der Schaden übersteigt 200000 Pfund Sterling.

Petersburg, 1. December. DieNowostt" bestätigen, daß zwischen Frankreich und Rußland ein vollständige» Einvernehmen bezüglich der türkischen Frage herrscht.

Warschau, 1. December. Das Befinden des Grafen Schuwalow ist neuerdings äußerst kritisch.

Warschau, 1. December. Die Synagoge zu Czenstochan war am letzten Samötag der Schauplatz einer großen Panik, welche durch einen falschen Feuerlärm hervorgerusen wurde. In dem Gedränge wurden zahlreiche Personen verwundet.

Berlin, 2. December. Zn der Beisetzung des Fürsten zu Fürstenberg wird sich von hier der Präfideut des Union» Club Prinz Christian Kraft zu Hohenlohe nach Donau­eschingen begeben. Ebenso reifen Prinz Alexander Hohen­lohe, Prinz Max Hohenlohe und Graf Schöuborn dorthin.