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• Wies, 1. October. Heute haben sich zwei Ei«» >shrig-Freiwillige, Eduard Kohn und Arthur Purjeh, ul Furcht vor dem zweiten Dienstjahr infolge schlecht ab- zeleg'er OfftzterSprüfuog erschossen.
• Da« PretSanIschreiben der Zeitschrift für Zuueu Deco- mtloH (herauSgegeben von Alexander Koch Darmstadt) zur Erlangung von Entwürfen für einfache, billige, aber ge» lesmackoolle Wohnung«.Einrichtungen hatte folgende« Multal. ES erhielten: 1) Erste Preise L 250 Mk.: Otto Bidet in Darmstadt, Heinrich Kieser in München uud Ar- littet William Müller in Leipzig. 2) Zweite Preise ä 150 Mk.: Hart Gerds in Berlin, Wilh. Zaiser in Mannheim (2 Preise) ®ib W. Michael in Berlin. 3) Dritte Preise L 100 Mk.: Erchitcet van de Sandt in Rotterdam, Architekt William Miller in Leipzig, Heinrich Kieser in München und Karl Siockle in Mannheim.
* Der deutsche Wald. In der letzten Ausgabe der Conlon tr Zeitschrift „Natural Notes" bringt der bekannte Ge» Ithite C A. Daubeny ein Unheil über den Zustand der Korstwirthschaft in Deutschland, baß in dem Zu- gistäabniß gipfelt, Deutschland verdiene in dieser Hinsicht zvkifelloß den ersten Rang. Mehr als 25 pCt. des Landes fnt mit Bäumen bestanden. Preußen besitzt 23 pCt. Wald, ligtgen England nur 4 pCt. Für die Instandhaltung und tzltderung deS Waldes sorgen in Deutschland 12000 Forst- Itate, die für ihren Beruf eine durchgreifende Bildung in eüta dazu nöthigen wiffenschastlichen und technischen Mchern erhalten haben. Daube, y weist auf den bedeuten- im verfall hin, den Länder wie Syrien, Griechenland und EpVien durch Bernachläsiigung der Waldwirihschaft, be- zithangSwetse unvernünftige Ausnutzung des Waldes zur Hn«ehrung der Staatseinnahmen erlitten haben. Es wird ior deutsche Sprüchwort citirt: „Den Wald zu pflegen, Bringt Allen Segen". Der größte Werth der Waldpflege Bchght aber zweifellos in dem Einfluß auf den gesuudheit« Ilten Zustand beß Volkes.
• Wie viel Geldumsatz bringt wohl ein Sonntag in Herl in? Etue Beantwortung dieser Frage ist natürlich «miiiglich. Alle Ermittelungen können nur Stückwerk sein. Mer daß der Umsatz sich zu ganz colosialer Höhe erhebt, »eim das Wetter günstig ist, läßt sich mit Bestimmtheit lagen. Gutes oder schlechtes Wetter bezeichnet ganz sicherlich eine Mehr- oder Minder-AuSgabe von vier Millionen Mark. Du letzte Sonntag bewies daß zur Evidenz. In der Aus- ßillung waren der „N.-Z." zufolge 150,000 Personen,- im Zoologischen Garten 40,000; in der Kunstausstellung 20,000; In den Theatern — eine ganze Anzahl waren total auS- Mfauft — mindestens 250,000; im Grünewald gegen 80,00*0; im Thiergarten (Zelten, Charlottenhof, Lutsenhof re.) 20,000; mit der Wannseebahn wurden gegen 25,000 expe litt. In den Localen der Umgegend (Pankow, Schönhäuser Allee, Hasenheide, Wilmersdorf, Friedrichshain, Tegel rc.) ■rinbtftcnß 100,000. Das macht zusammen rund 460,000 Wersvinen, welche in Erholungsplätzen und VergnüguugS- CicaUm sich befanden. Natürlich tappt jede Schätzung über
die durchschnittlichen Ausgaben t« Dunkeln. Aber die Mta- destauSgabe, für Eiseubahnfahrt und die kleinste Erfrischung ist doch bekannt und unter fernerer Zugrundelegung der feststehenden Eintrittsgelder laßt sich doch sagen, daß der durchschnittliche Mtudestbetrag pro Kopf 2 Mark ist. Wie viele Hunderttausende Unterhaltungen aufgesucht haben, welche in obiger, auf Grund von Ermittelungen angefertigter Zusammenstellung nicht enthalten sind, läßt sich natürlich nur vermuthen. Das aber darf als feststehend gelten, daß der Besuch der billigen Locale annähernd so viel Geld verschlingt, wie der der theueren. Bezahlt doch der Besucher von Tanz- wirthschafteu, in denen sür einen Ruudtanz nur 10 Pfennig gefordert wird, oft 3 Mk. und mehr im Laufe der Nacht, fressen doch die CarousselS, die Würfelbuden und Schießbuden außerordentliche Summen auf, die sich au» lauter Nickeln zusammeusetzen. Regen am Sonntag macht alledem ein Ende. Nur die Theater find mit ihm zufrieden und die Gasthäuser, ob fle nun mit prunkvollen Einrichtungen auf daß beste oder alß Kellerdestillen auf daß lichtscheue Publikum rechnen. Deshalb ist ein verregneter Sonntag geradezu ein Unglück.
* Eine rusfifch ftavzöfische Alliavzpostkarte ist in Paris hergestellt worden. Die Karte zeigt in Buntdruck die Bilder des Zarevpaareß, weniger portraitähnlich zwar alß vielmehr in äußerst schmeichelhafter Ausführung, uud über Beiden schwebt ein Brustbild Faureß, umgeben von Lorbeerretsern. Wqhreud der Zar in goldstrotzender bunter Uniform abgebildet ist und die Kaiserin in pelzverbrämtem Purpur- gewande mit lang herabwallendem Haupthaar, trägt Herr Felix Faure den schwarzen Frack, und nur ein breites Ordensband legt sich neben der eleganten kleinen weißen Cravatte über daß tadellose Chemiset. Unter den drei Por- trätß find zwischen Lorbeerzweigen die Fahnen Rußlandß und Frankreichß entfaltet.
* Verschämte Andeutung. Am Postschalter erscheint ein jungeß, hübscheß Mädchen und fragt schüchtern erröthend den diensthabenden Beamten, ob kein Brief unter „W. H. 30" angelangt sei. „Llebeßbrief oder Geschäftßbrief?" fragt der stetß zu einem Scherz aufgelegte Beamte. Tief erröthend antwortet die Kleine: „Geschäftsbrief!" Da sich kein Brief unter der obigen Chiffre vorfindet, entfernt sich daß Mädchen, kommt jedoch nach einiger Zeit zurück, klopft an daß Fenster und flüstert noch heftiger erröthend: „Bitte, möchten Sie doch so freundlich sein und auch einmal unter den Liebesbriefen nachschauen?"
IChrdylictye Anzeige« de* Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag, den 4. October. 18. Sonntag nach Trinitatis. I« der Stadttirche.
Vormittag» 91/* Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein.
Vormittag» 9»/i Ubr: Pfarrer Dingeldey.
vormittag» 11 Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinde: Pfarrer Dingeldey.
Sonntag den 11. Oktober: Feier de» «entedauttestes; diesem Sonntag wird in allen Gottesdiensten eine Collecte erhoben für den Fond» zur Erneuerung der Stadtkirche.
Bon Sonntag den 11 October, Erntedoukfest, an werden Abend» gotteSdlenstc um 6 Uhr gehalten.
Am Montag und Dienstag, den 12. und 13. October d. I-, beginnt der C»nste«ra«de«««terricht für die im Jahre 1897 zu eonfirmirenden Kinder unserer vier Gemeinden. Am Montag sund Donnerstag findet für die Knaben, am Dienstag und Freitag für die Mädchen Confirmandenstunde statt.
Die Anmeldung zum Confirmandenunterricht für die Matthäus», MarcuS», Luca», und Militärgemeinde wird von den Pfarrern der betreffenben Gemeinden Montag den 5. und Dienstag den 6. October, jedeSmal Vormittags von 11 bis 1 Uhr und Nachmittag» von 6 bis 71/, Uhr, in ihren Wohnungen entgegengenommen. Für die JohanneSgemeinde wird noch besondere Bekanntmachung erfolgen-
»ath,lischt «e»ei»be.
(Nachdruck ohne Genehmigung untersagt.)
SamStag den 3. October.
Nachmittag» von 3—7 Uhr und Abend» um 8 Uhr Gelegenhett zur hl. Beichte.
Sonntag den 4. October. Rosenkrauzfest.
vormittags von 6>/> Uhr an Gelegenheit zur hl. Beicht«;
, um SV» Uhr erste hl. Meffe; gemeinschaftlich« heil. Eommunion.
, um 7V» Uhr AuStbetluna der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweite hl- Messe:
„ um 91/. Ubr Hochamt mit Predigt; t
Nachmittags um 51/, Uhr Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen- _ ..
An den Wochentagen ist täglich um SV» Uhr des Abends Rosenkranzandacht mit Segen-
Schiffrnachvichten»
— Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie- ta Antwerp en ist laut Telegramm am 30. September wohlbehaltenM Newyork angekommen.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen ö er treten durch bi« Agenten teil Loo» und I. M. Schulhof.
Bremen, 1. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutsch« Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehatten ta Newyork angekommen.
WitterrrrrgSbericht vom 1. Oetober.
Die Luftdruck-Vertheilung bietet im Großen und Ganzen das gleiche Bild wie am Vortage. Zwischen zwei Depresstonsgebieten, einem flacheren über Süd-Europa und einem verhältnißmähig tiefen im äußersten Norden verweilt ein breiter Rücken hoben Barometerstandes von Westen ostwärts bis nach Rußland. Ueber Centtal- Europa befindet sich ein gegen Süden gerichtetes Druckgefälle und bauert dementsprechend in Süddeutschland das trübe und stellenweise regnerische Wetter fort, doch lagen die Temperaturen heute Morgen meist etwa» höher als gestern.
VoeausstSUiS« «ttUtmtet
Zunächst noch wenig Aenberung.
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Bekanntmachung.
Der Spar- uud Borfchußvereiu, eingetr. Genossensch m. wdtschr. Haftpflicht, zu Treis a. d. Lda. zahlt für alle Eiulage- lktpißalieu bei demselben vom 1. Januar 1897 an »«/, °/0 Zinsen.
Treis a. d. Lda., am 30. September 1896. 8719
Der Director: Der Rechner:
________H. Becker VI.__________I Becker VI._________
Spar und Leihkasse Gießen.
Mittwoch den 7. Oetober fällt wegen baulicher Arbeiten im BiretniUocal der Zahltag ans.8730
Mt. SchlachthMS.
Freibank. 8704
Heute uud morgen:
Ochfensteisch
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