Heß an« Pfungstadt eine Lehrerstelle an der Gemrivdeschute zu Roßdorf, Kreis Darmstadt, übertragen.
• • kmmgelifche Laudelftznode. Die 10. Sitzung der fünften ordentlichen evangelischen Landessynode findet am 13. Oct ob er, Bormittag- 10 Uhr, statt.
• • Schwurgericht. Die Anklage gegen Feist Sommer von Lrainfelb ist nun erhoben. ES handelt sich um Meineid, Betrug und Untreue — nicht aber um Wucher. — Die Verhandlung findet nächste Woche vor den Geschworenen statt.
* • Stadttheater. Unter der Direction Kruse-Helm wurde gestern die Theatersaison eröffnet. Abweichend vom üblichen Gebrauche, ein Lustspiel als Eröffnungsstück zu bieten, wählte die Direction ein Schauspiel, „Der Hütten- befitzer" von G. Ohnet, ein Stück, deffcn sich bietende Schwierigkeiten in der Gestaltung und Verkörperung der darin vorkommenden Lharactere unsere- Erachten- ein Wagniß für ein neu geschaffene-, zum ersten Mal actirende- Personal ist. Die Wiedergabe bekundete jedoch ein fleißiges Ein- studiren und flotte- Spiel. Auf die Leistungen der Darsteller und Darstellerinnen näher einzugehen, behalten wir uns nach Aufführung weiterer Stücke vor. — Heute, Freitag Abend gelangt Mosers Lustspiel „Der Hypochonder" zur Aufführung.
* • Verhafteter Betrüger. Ein von Stuttgart und Gießen aus verfolgter Betrüger Heinrich Burchatz aus Nieder« ziffen bei Koblenz wurde von der Darmstädter Polizei festgenommen. Er hatte Abonnenten für eine sogen. Wettertafel aufgesucht, die angeblich in der Ernst-Ludwigstraße in Darmstadt angebracht werden sollte und thatsächlich einige Abonnenten erhalten, die je 20 Mk. Anzahlung leisteten. E« besteht kaum ein Zweifel, daß Burchatz auch an anderen Orten derartige Manipulationen au»führte.
** Landwitthschaftliche Vereine des GroßherzogthumS Hesien. Als Generalsecretär des LandeSauSschuffeS der land- wirthschaftlichen Vereine im Großherzogthum Hessin ist Dr. Müller-Alzey, bisher Secretär des landwirthschaftlichen Provinzialverbandes für Rheinheffen, berufen worden. Der Landesausschuß der hessischen landwirthschaftlichen Vereine hat gegenwärtig vor Allem die Förderung deS genoffenschast« lichen Kornverkauss und die Belebung und Unterstützung einer rationellen Rinderzucht, besonders im Odenwald und im Vogelsberg, als Aufgaben in Angriff genommen. Der bisherige Generalsecretär Dr. Rodewald ist zum General- secretär der ostpreußischen LandwirthschafSkammer gewählt worden.
W. Aus der Wetterau, 1. October. Die Jägerwitte- rung-regel: „Wie der Hirsch zu Aegidi (1. September) in die Brunft geht, so geht er nach vier Wochen wieder heraus", hat sich bestätigt; am 29. September (Michaeli) bekamen wir trockene, sonnige Witterung, die bis heute angehalten hat. Das letzte Grummet kommt nach Hause — allerdings schwarz und mulwerig. Alle Kräfte werden eingesetzt, um die Kartoffeln nach Hause zu schaffen. Sie haben sich besser gehalten, als nach der vier Wochen anhaltenden Nässe befürchtet werden konnte. An kranken Knollen fehlt ti natürlich nicht. An Wirsing unb Weißkraut tauchen erst jetzt die Rrupen des Kohlweißlings auf. Die Dick- wurzeln haben eine seltene Stärke erreicht. Das Obst, selbst das gebrochene, fängt an zu faulen, eine Folge der langandauernden Näffe- die Hausfrauen werden darauf aufmerksam gemacht, recht oft ihre Vorräthe durchsetzen zu taffen, sonst müffen sie Schaden befürchten.
Q Groß Eichen, 1. October. Nachdem im August d. I. die Molkereigenoffenschast Nieder-Ohmen in dem früheren Jughardt'schen Fabrikgebäude dahier eine Rahmstation zu der in Nieder-Ohmen befindlichen Molkerei eröffnet, folgte heute die Inbetriebsetzung der in größerem Maßstabe errichteten Rahmstation des Molkereibesitzers Herrn Zimmer au- Grünberg. Unmittelbar an der Straße von hier nach Ruppertenrod, da wo der von Höckersdorf kommende Bach dieselbe kreuzt, erhebt sich der schmucke Neubau der Molkerei. Im Inneren äußerst geräumig und practisch eingerichtet, macht derselbe einen vorzüglichen Eindruck. Die maschinelle Einrichtung besitzt alle Errungenschaften moderner Molkereien. Zwei Alfa-Patent-Separatoren mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 5600 in der Minute bewerkstelligen in kürzester Zeit die Entrahmung von ca. 4000 Liter aus der Umgegend zur Lieferung kommenden Milch. Die in Grünberg befindliche Molkerei des Herrn Zimmer verarbeitet ungefähr das gleiche Quantum an Mtlch. Ungemein sinnreich eingerichtet ist die Erwärmung der Vollmilch in der neuen Rahmftation, wie auch der Abkühlung der Magermilch. Eine in einem Seitenbau befi »bliche zehnpferdige neue Dampfmaschine mit getrennter Kesselfeuerung liefert die erforderliche Betriebskraft. Tüchtig geschultes Molkereipersonal sorgt für richtigen Gang deS Unternehmens. Später soll mit demselben auch eine Butterei verbunden werden, wozu die nötigen Räume bereits geschaffen worden find.
-e. Reu - Ulrichstein, 1. October. Monatsbericht ber Arbeiter-Colonie pro September 1896. Ende September 1896 sind in derEolonie stellen-, resp. arbeitslos 34 Mann. Dieselben vettheilen sich auf das Groß- herzogthmn Hessen 5- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Raffel 6, Regierungsbezirk Wiesbaden 3; Provinz Rheinlande 8, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 3, Pro- vmz Brandenburg 1, Provinz Schlesien 2; Königreich Sachsen 1, Königreich Württemberg 1; Großherzogthum Baden 1; thüringische Staaten 1; Ausland: Schweiz 1. Hiervon waren: Arbeiter 15, Anstreicher 1, Bäcker 2, Buchdrucker 1, Eartonagearbeiter 1, Former 1, Kaufleute 2, Krankenwärter 1 , Kürschner 1, Oeconomen 1 , Photographen 1, Maschinenschlosser 1, Schneider 4, Schuhmacher 2. Gearbeitet wurde an 894 Tagen. Im Monat September wurden entlasten 7 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 3, in Arbeit durch eigenes Bemühen 3, wegen ContractbruchS I. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im
Ganzen 3097, dagegen abgegangen im Ganzen 3063 Mann, Reibt Bestand am 30. September 1896 : 34 Mann.
□ Darmstadt, 1. October. Die 9. General-Versammlung des Evangelischen Bunde« trat heute vormittag unter dem Präsidium von Frhrn. v. Münch- Hausen-Berlin zu ihrer zweiten und letzten Haupt-Versammlung zusammen. Der Schriftführer, Eouflstorialrath Dr. Leuschner-Wanzleben, gab da« Erwiderungstelegramm des Großherzogs bekannt und knüpfte an diese sehr gnädige Antwort die besten Wünsche des Bundes für den Landesfürsten und das ganze Großherzogliche Haus. Eine Reihe weiterer Begrüßungen, so vom sächsischen Bischof Dr. Müller in Hermannstadt, vom Präsidenten deS preuß.-evang. Oberkirchenrath«, vom altkatholischen Bischof in Bonn, auch auS England, Holland und Schweden wurde verlesen- der Eentralau«schuß für innere Mission in Berlin hatte einen Begrüßenden in der Person von Pastor Fitsch von da entsendet. Mit großer Freude und Beifall wurde vernommen, daß Gasthofbesttzer Theobald in Friedberg für die Zwecke deS Bundes 350 Mk., ein ungenannter Fabrikant von da 325 Mk. gespendet und der Ueberbringer der Spende, Director Dr. Weiffenbach den Betrag auf 700 Mk. erhöht habe. Ein württewbergischer Geistlicher, Stadtpfarrer Brecht auS Gerabronn sprach sodann Über „Autorität und Gewissen" in erschöpfender, in reichem Maße anregendster Weise. Er beleuchtete die Wandlung der Autorität vom Ur- christenthum bis zu den Zeiten der priesterlichen und dann der Autoritäts-Kirche und meinte, daß in der christlichen Religion, die ursprünglich frei und priefterloS war, eine olche Rückbildung erfolgt fei, daß wir nach einem halben Jahrtausend die zopfigste, gegliederte aller Hierarchien ihr aufgestülpt sehen, die von Grund auS ihren ganzen Character umgewandelt und verkehrt hat. Vor allem fehle, wenn man die heutigen Zustände betrachte, die erziehende und stützende Thätigkeit der Kirche nach dem Jugend-Unterricht- man müffe deshalb die (Konfirmation, diesen Schwer- )unkt der kirchlichen GewiffenSerziehung, besser unter- und Überbauen, indem man den dem jeweiligen Alter und 93er* ständniß ausgesetzten Schülern nach ComeniuS Beispiel Sitten- und LebenSregeln in die Hand gebe und vom Lehrer verlange, daß er fich um deren Berstävdniß und Befolgung bemühe. Es fehle eben ein feste« Lebensprogramm für das persönliche Leben, wobei die Geistlichkeit durch Beispiel und Mahnung, durch Versammlungen und besondere Gottesdienste vorangehen müsse. Auf diesem Wege könne man die Kirche dem urchriftlichen Ideale wieder annähern. Für die Lösung der heutigen großen Fragen bedürfe eS auch vor allem willenSftarker, ausgeprägter Persönlichkeiten, starker Charactere - wenn diese wieder vorhaßden, brauche eS uns vor den Entscheidungskämpfen mit unseren Gegnern nicht zu bangen. — Zu einer DiScusfion dieser hier vorgeschrittenen hochwichtigen Fragen mangelte eS an Zeit, man ging deshalb sogleich zur Berathuug von drei Resolutionen über. Die erste derselben betrifft die Armenier und heißt eS darin: „Die deutsche Reichsregierung wird es gerechtfertigt finden, wenn der Evangelische Bund dem dringenden Wunsche Ausdruck gibt, daß eS ihrem Einfluß gelingen möge, dem bluttriefenden Schwerte Einhalt zu gebieten, welches über so vielen unserer christlichen Brüder, darunter auch über Tausenden von evangelischen Armeniern, schwebt" — sie enthielt also nichts von der überflüssigen, hie und da geradezu verletzenden Schärfe verwandter Resolutionen beregter Sache. Die andere, wesentlich schärfere Resolution „richtet die Frage an die deutschen Regierungen, daß römische Processionen in Orten consessiouell gemischter Bevölkerung nur auf die Innen- räume der Gotteshäuser oder auf die unmittelbare Umgebung beschränkt werden und warnt die GlaubenSgenoffen aufs Dringendste, nicht durch Anbequemungen und Huldigungen gegen römische Demonstrationen die evangelische Ehre zu verletzen und daS evangelische Bekenntniß zu verleugnen." Eine dritte Resolution spricht sich für Förderung bestehender und Gründung neuer evangelischer G es eilender eine aus. Alle drei Resolutionen wurden einstimmig angenommen und nach einem DankeSschlußwort des Prof. Dr. Nippoldt an das Präsidium von heute und gestern mit Gebet die Generalversammlung geschlossen.
Schwurgericht.
W. Gieße«, den 1. October 1896.
(Fortsetzung.)
In die Beweisaufnahme eintretend wird der Bürgermeister und Ortsvorsteher Mühlschwein von Bilde! vor- genommen- derselbe bekundet u. A., daß der Angeklagte daS größte Vertrauen besessen. Am 16. September 1895 ist der Zeuge in« Amt getreten. Am 1. October hat der erste Kaffensturz stattgefunden. Rausch hatte die Aufstellung gemacht, wieviel Geld da fein muhte und der vorhandene Baarvorrath stimmte mit dem Buche überein. AIS dann durch daS KreiSamt auf Veranlassung der Oberrechnungskammer der Fehlbetrag von 7847 Mark festgestellt war, hat der Zeuge sich darüber gewundert, daß da- Manco vom Rechner sofort ausgeglichen wurde und einige Tage darauf eine Revision der Kaffe vor- genommen, wobei fich ein Manco von ca. 9000 Mark heraus- stellte. Der Gemeinderath beschloß, daß der Rechner die Zahltage noch abhalten solle, aber Gelder nur in Anwesenheit eine« GemeinderathSmitgliedeS ein* und auflgeben sollte, während daS KreiSamt verlangte, man solle Rausch sofort absetzen und anzeigen. ES wird beschloffen, den Bankier Jakob Grünewald als Zeugen darüber zu hören, ob Rausch al« Beamter oder als Privatmann den Obligationen Umtausch besorgt hat und deshalb denselben zu morgen Vormittag 9 Uhr zu laden. — Der Zeuge Heinrich Kräuter, KreiSkaffen- rechner von Friedberg, bekundet, daß der Rechner bei der Revision durch einen Beamten der Oberrechnungskammer verschwiegen hat, daß er im Besitz von 30 000 Mark sei, die ihm zum Umtausch der Obligationen au«gehändigt seien. Der Vater de- Angeklagten hat dem Zeugen mitgetheilt, daß der
Sohn ihm au- der von ihm verwalteten Sparkaffe 8000 Mark entwendet habe, um den erst entdeckten Fehlbetrag zu decken. Der Angeklagte bestreitet den Diebstahl- dieser fei au* der Sparkasse unmöglich, denn an die Kaffe könne man überhaupt nur heran, wenn Rechner und Eontrollenr beisammen feien, denn die Lade, worin da- Geld liege, kann nur mh |»C| verschiedenen Schlüsseln geöffnet werden. Der Staat-amvalt stellt den Antrag, zwei Bankbeamte von Sörgel,Parrifiu« fc (h., Genossenschaftsbank Frankfurt a. M., al« Zeugen für mergte zu laben, dem der Gerichtshof entspricht.
Johanne« Fritzel von Vilbel hat die Bücher, dst der Angeklagte geführt, revidirt, sie waren sehr in Unorbnung unb würbe ein Desect von 12000 Mark zu Ungunsten brr Stabt ermittelt. Der Nachfolger be« Angeklagten im Ann, Rechner Dreßler, beponirt, baß in all beu Fällen, wo er Restanten au« bet Amtszeit be« Angeklagten zu Zahlunga ausgefordert, diese Quittung vorgelegt hätten, woran« sich ergebe, daß Rausch die Gelder eingenommen, aber oU 8 c- nähme nicht in die Bücher eingetragen habe. Der Zenze erklärt weiter, er würde das Umtauschgeschäst der Obligationen in die Bücher eingetragen Haden, wenn er al« Rechner der Stadt von dem Bankhaus damit betraut worden wäre. — Zeuge Lotz, Rechner der Felbdereinigung-kaffe, erklärt, ti dem ihm bei feinem Dienstantritt übergebenen Handbuch hätte, mehrere Eingänge gefehlt, die aber auch im Tagebuch nicht eingetragen waren, darunter ein Einnahmeposten von 4000 Dl, dieser Posten ist am 25. April 1894 eingegangen. — Hieraus wird der Beamte der Oberrechnungskammer Heinrich Leonhardt Auer von Darmstadt al« Sachverständiger und Zeuge vereidet. Der Angeklagte behauptet nämlich, Itfr er eine Zahlung be« Laudwirth ten Brink über 500 Mark d« deswillen nicht gebucht, weil er demselben kurz daraus die gleiche Summe als Ueberzahlung zurückgezahlt, sodaß sich beide Zahlungen ausgeglichen. Der Sachverständige erklärt, daß nach den Büchern und Quittungen der ten Brink nieeel» 500 Mark, sondern nur 185 Mark zuviel gezahlt hat. — ten Brink erklärt, als Zeuge vernommen, daß er die Ueberzahlung, die er nach seinen Quittungen geleistet hatte, ca. 500 Mark, vom Angeklagten zurückerhalten hat. Der Angeklagte gesteht in drei Fällen, die er am Bormitta- bestritten, zu, Geld empfangen zu haben, daS er nicht gelndit hat, sodaß auf mehrere Zeugen verzichtet wird.
W. Gießen, den 2. October 1896.
Heute Vormittag wird in der Sache Rausch fortge- fahren. Konrad Wiesenstein, Pflastermeister in Leistadt, will ca. 120 Mk. Rest fordern für ©runbarbeftrn, die als gezahlt gebucht find, die er aber nicht erhalten habe. — Der Angeklagte kann über den Fall keine Erklärung abgeben. — Der Zeuge Kreistechniker Jungmana*vildel bestätigt, daß er die Gesammtrechnung Wiesenstein« zur Zahlung angewiesen habe. — Heinrich Möb« von Nieder- Mörlen erklärt, daß er nicht sagen könne, von Rausch u* einen Pfennig betrogen worden zu fein. — Der Sachverständige Auer erklärt, daß nach den vorhaadenen Büchen an den Zeugen MöbS 40 Mk. mehr gezahlt fein sollen, al» von diesem Quittungen vorhanden.
Der Zeuge Alexander Will-Vilbel war eine zeit- lang und zwar 1894 Schreibgehilfe bei dem Angeklagten, welcher den Zeugen verdächtigt hatte, daß dieser jbm vielleicht Quittungen, die er noch nicht gebucht, entwendet Haden könne. Der Zeuge versichert, daß er Quittungen nicht an fich genommen, Rausch habe dieselben in der Regel Abend» in dem Kaffenschrank verwahrt.
Der Zeuge Bankier Gr un e w al d - Gießen betontet, daß daS QbligativnSgeschäft mit dem Rechner Rausch nnr in dessen Eigenschaft al« Rechner der ®abt Vilbel zewachi fei. In der Bekanntmachung, betreffend die Einziehung ttx alten Obligationen, ist die Gemeindekafle als dritte Zahl' stelle angegeben. —- Der ehemalige Bürgermeister Hinkel- Vilbel erklärte, daß kein GemeinderathSdeschluß dahin er- gangen fei, daß der Rechner al« solcher nichts mit dem Loi- vertirungSgeschäft deS alten AnlehenS zu thun haben i«üe. wie es der Angeklagte zu seiner Bertheidigung angiebt. Trotz* dem ist der Zeuge der Anficht, daß der Angeklagte al» Privatmann bei der Sache mitgewirkt, und nicht al» Beamter. Staatsanwalt Koch fragt den Zeugen, ob er ernstlich die Ansicht habe, daß das EonvertirungSgefchäft der Stadt Vilbel nicht durch die Gemeindebücher zu gehen hättet Der Zeuge ist darüber im Zweifel.
Dermifd?tcs*
• Lastet. 1. October. Oeconomierath Späth-Rixdorf eröffnete als Vorsitzender den von über 200 Theilaehmero besuchten vierzehnten Congreh deutscher Pomolvgen vo Ob ft zücht er. Zugegen waren Vertreter der StaatSrege- rungen Preußen«, Sachsen« und Heffen-Darmstadt«. U« 10 Uhr wurde die großartige Allgemeine deutsche Obstbau- auSstellung im Orangerieschloß durch Dberbflrgennewr Wefterburg eröffnet. Die Versammlung wurde von &<• Oberpräfidenten Magdeburg begrüßt.
* Aachen. 1. October. Anläßlich be« 25 jährigen JtM" läum« seiner Fabrik schenkte Eommerzienrath Säppner fünfzigtaufend Mark, deren Zinsen den Arbeitern zu kommen sollen. ,, „ e
♦ Plane«, 29. September. Der Geschäit«gehilft «• V Kautzsch hatte in einer Dorsschänke die Aeuherung gethan „Die dümmsten Soldaten werden zu Unteroffizieren i | • macht." Da« sächsische KciegSminifterium hat fich veranlaßt gesunden, gegen Kautzsch Strafantrag wegen v letbiguug ber Unteroffiziere beS 12. «rm cor« zu stellen, mit bem Erfolg, baß ber Genannte j 50 Mk. Gelbstrafe vom hiesigen Landgericht verurtheil w
• Bremen. 1. October. Der Lloyd ermäßigte, » » infolge des Hamburger Vorgehen«, btn preis nach Newyork für Postdampfer auf 140 Mk., M Schnelldampfer beträgt er noch 150 Mk., der 3®“® prei« nach Baltimore 140 Mk.
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