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3.9.1896 Erstes Blatt
 
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Bierslo-ischeS. Der in Belgien erscheinendeBien Social", Mai-Heft, bringt allerlei Aphorismen, denen nach­stehende, daS Bier betreffende Angabe entnommen ist. Die jährliche Erzeugung an Bier in Europa beläuft sich auf sage: 13 Milliarden 800 Millionen Liter t Ein Waflerbahn, der in der Minute 10 Liter durchlaufen Iaht, mühte 2626 Jahre lang, also feit 731 v. Ehr. geöffnet sein, um den See abfltehen zu laffen. Eine Quelle, welche in der Minute 100 Liter lieferte, müßte ca. 1632 aufgethan worden sein, um für 1895, also nach 263 Jahren, daß erforderliche Bier zu liefern. Europa kann sich 37 Millionen 808219 Liter täglich genehmigen, genug, um 100 Springbrunnen, die in der Minute 26 V< Liter geben, auf ein Jahr zu versorgen.

Sin Heines Mißverständnis Kommt da ein Bäuerlein in die Havptrestauration der Nürnberger Landesausstellung, läht sich eine Halbe Bier geben und erkundigte fich nach dem Preis des Stoffes.Die Halbe kostet 20 Pfennig," er­widerte der Kellner.DöS iS viel!" murmelte der biedere Landbewohner.Ja wiffenS, daS ist eben Klofterbräu." DöS iS was anders," schmunzelt der Bauer, trinkt aus und schiebt daS HalbeglaS in die Tasche. Er hatte statt Klosterbräu" verstanden:ES ist'S GloS derbei!"

Jetzt weiß man'S also ganz genau. Dem Flaschenbier- Händler Leiner wurde in derNordweftböhmischen National- Zeitung" vorgehalten, dah er seine Kinder in einer Wanne bade und mit dem Badewaffer in dieser Wanne dann die Flaschen reinige. Auf das hin erklärte er, wie diese Zeitung berichtet, daS Folgende:ES ist unwahr, daß ich die Kinder in der Wanne bade und mit demselben Waffer dic Flaschen reinige: in der Wanne (in welcher eben die Flaschen gereinigt werden) bade nur ich selbst und wird sodann die Wanne sauber (!) mit Seife und Soda gereinigt."

Kräftige Wirkung. Kaufmann (zu einem andern): Die Wirkung des Karlsbader WafferS ist wirklich eminent. Mein Buchhalter kam um zwanzig Kilo leichter zurück!" Zweiter Kaufmann:DaS ist noch gar nichts, mein Kafsirer hat fich einen Urlaub nach Karlsbad genommen und ist über­haupt nicht mehr wtedergekommen."

Fursteuhotels in Paris. Fürstenreisen kosten Geld. DaS beweisen jene Pariser Hotels, vier an der Zahl, welche in der Lage find, fremde fürstliche Persönlichkeiten zu be» Herbergen. In solchen Fällen müffen ste einen größeren Thetl deS Hotels abgesondert der betreffenden Fürstlichkeit und ihrem Gefolge zur Verfügung stellen können. Im All­gemeinen zahlt ein Fürst mit seinem Adjutanten und zwei Kammerdienern etwa 120 Mk. täglich für die Zimmer. Ein Zimmer wird mit 50 bis 60 FrcS., ein Salon mit 200 FrcS. täglich berechnet. Dazu kommen die Mahlzeiten mit Cham­pagner ufw., Wagenfahrten u. dgl., so daß in der Regel eine tägliche Rechnung von 2 bis 3000 FrcS. zusammen- kommt. Da in vielen Fällen Frankreich Gastfreundschaft übt und die Hotelrechnungen für fremde Fürstlichkeiten zahlt, so werden diese Ausgaben gelegentlich bekannt. Exotische Fürsten mit besonderen Liebhabereien müffen höhere Preise zahlen, obwohl fie zumeist weder Wein trinken noch Mahl­zeiten einnehmen, sondern fich mit Reis und selbstgeschlachtetem Hammelfleisch begnügen. Allein die Abnutzung der Möbel und der Zimmer durch den Aufenthalt exotischer Fürstlich­keiten geht so weit, daß die betreffenden Hotels einen Specialtarif aufftellen müffen. So zahlte Frankreich vor einiger Zeit für die Beherbergung eines exotischen Fürsten mit Gefolge aus die Dauer von zwei Wochen nicht weniger als 80,000 Francs.

Witterungsbericht aus der Sommerfrische. Montag: Localer Regenschauer. Dienstag: Schauerlicher Localregen. Mittwoch: Regnerisches Schauerlvcal. Donnerstag: Localer Schauerregen. Freitag: Schauerliches Regenlocal. Samstag: Regnerischer Localschauer.

Verkehr, unb VeU-wirthschaft.

4- Nidda, 1. September. Der gestrige Viehmarkt war ziemlich mit Rindvieh und sehr gut mit Schweinen befahren. Bei der gleichzeitig erfolgten Prämttrung wurden je 105 Mk. für schöne Kalbinnen und Bullen, in Beträgen von 20 bis 4 Mk., vertheilt, worauf eine Verlooiung von Vieh, lsndwirthschaftlichen und anderen GcbrauchSgegenständen vorgenommen wurde; die Hauptgewinne bestanden tu 12 Stück Rindvieh, wovon als erster Preis eine statt­liche Kalbin nach Michelbach kam.

Pommersche Hypotheken Aettea vank. Wie «iS dem Jnseratenlheile unserer heutigen Zeitung erfichtltch, werden die am 1. October er. fälligen Pfandbrief-Coupons bereits vom 15. Sep­tember er. ab etngelöst.

Wöchentliche Ueberstchl der TsdeSMe in Gieße».

35. Woche. Vom 23. August biS 29. August 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterbli4kcitSriffer: 18,08, nach Abzug der Ortsfremden 6,78°/«.

Kinder

ES starbeu an: Zosammen: Erwachsene:

im vom

Lungenschwindsucht Bruchschadm

1 1

2 (2) 2

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

(2) -

KrebS

1 (1) 1

(1)

*

Lungenentzündung

Verunglückung durch Sturz

1 1

1 (1) 1

(1)

Diarrhöe

1

1

Diphtheritis

1 (1)

1 (1)

Summa: 8 (5) 6 (4) 1 1 U)

»nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auSwärt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Witternugsbericht vom L September.

Außer dem Haupikern des hohen Druckes im Nordosten deS Erdthetis, der an Intensität noch gewonnen hat, lagern secundare Maxima über West- und Südost-Europa. Auch in den eontinentalen Lagen besteht relativ hoher Barometerstand. Ein flaches Minimum erstreckt sich von Süd-England ziemlich wett ostwärts bis zur mittleren Elbe. Dasselbe beeinflußte beute Morgen auch die nördlichen Thelle Süddeutschlands und war daselbst der Himmel bedeckt. Im südlichen Bayern dagegen bestand im Allgemeinen heitere Witterung. Die Temperatur-VertheUung hat sich gegen gestern nur wenig geändert.

»oaavSstchttiHe etttrnmet

Noch wolkiges, im Süden meist heitere«, allgemein jedoch wärmeres Wetter.

Temperatur der Lahn «nd Luft nach Reaumur gemessen am 2. Septbr., Mittags zwischen 11 und 12,U(it: Waffer 13, Lust 12°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Arbeits-Vergebung.

Am Samstag den 5. Sep­tember l. Js., Nachmittags 5 Uhr, werden im Gemeinde­haus zu Garbenteich folgende Arbeiten im Wege mündlichen An­gebots vergeben:

veranschlagt zu Mk.

Erdarbeiten.....50.84

Chausfirungsarbeiten . . 299.45

Pflasterarbeiten. . . . 185. Gießen, den 1. Septbr. 1896.

Der Kreisingenieur:

Stahl. 7790

Das Grummetgras von der cameralfiscalifchen Sorauwiese wird Montag den 7. Septbr., Nachmittags um 2 Uhr, in der Wirthschast des Herrn Schäfer zu Daubriugeu versteigert.

Treis a. d. L., den 1. Sept. 1896. Großh. Oberförsterei Treis a. d. L.

Amendt. 7789

Versteigerung.

Die Fr. Frey'fche Mühle zu Lollar, in guter Lage, vor mehreren Jahren neu erbaut, mit vorzüglichen Einrichtungen für Waffer- und Dampf betrieb versehen, soll mit den vor­handenen großen und schönen Oeco- nomiegebäuden und dem die Hofraithe umgebenden, in bester Cultur befind lichen, Garten- und Wiesengelände Montag den 12. Octbr. d. I.,

Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier öffentlich meistbietend versteigert werden.

Lollar, den 31. August 1896. Großherzogliches Ortsgericht Lollar.

C. Geißler. 7799

Empfehlungen.

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