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auf Bergbau und Hüttenwesen, Industrie und Bauwesen, 6,966.845 aus Handel und Verkehr entsallen. Daneben find noch gezählt für die Abthetlungen „Häusliche Dienste" ein« schließlich der „Lohnarbeit wechselnder Art" 886,807, „Beamte aller Art" und „Freie Berufsarten" 2,835,222. Ohne Beruf und Berufsangabe 3,326,862. .
»• D>8 Zehr 1896 ist ungemein reich en Pilzen. Der unaufhörliche, vielbeklagte Regen hat viel Pilze gezeitigt. Da empfiehlt eS fich besonders, an daS Aufbewahrrn und Einmachen der Pilze zu denken. Am besten eignen fich wohl für diele Zwecke Stein« und Herrenpilze, Morcheln, Champignons, Pfefferlinge. Dor Allem achte man beim Einkäufen derselben darauf, daß die Pilze hart find. Dieselben werben in kaltem Wasser abgewaschen und zum Abtrocknen auf einem Brette an einem schattigen Orte auSgebreitet. Nach zwei Stunden werden die Pilze in einen unbenutzten Thontopf gelegt und mit Kochsalz bestreut. Auf je zwei Liter Pilze rechnet man 8 Löffel Salz. So stellt man den Topf, mit einer Stürze zugedeckl, über Nacht in den Speiseschrank. Am nächsten Morgen hat sodann daS Salz den Pilzen die Feuchtigkeit entzogen und den Topf mit einer schleimigen Waffermaffe erfüllt. In dieser Feuchtigkeit werden die Pilze gekocht und nach Abkühlung in Büchsen gelegt, bis an den Rand mit Saft angefüllt und, wie alle Einlegefrüchte luftdicht verschloffen. Es empfiehlt fich indeffen, recht kleine Büchsen zu wählen, weil bet dem Oeffnen der Büchsen, nach dem Hinzutritt der Lust, der Inhalt allzu leicht verdirbt.
J. TreiS a. b. Lda.. 31. August. Gestern feierte unsere Gemeinde unter großer Betheiligung der Bewohner deö Ortes und der Umgegend das Se bansest. Gegen 3 Uhr Nachmittags versammelten fich am Schulplatz die Mitglieder des Krieger« und Gesangvereins, sowie die gesammte Schuljugend in Begleitung ihrer Lehrer. Der Festzug bewegte fich durch den Ort nach dem romantisch am Walde gelegenen Festplatz. Die Festfeier wurde durch eine von Herrn Lehrer- Kurz gehaltene gedankenreiche Rede eingeleitet, worauf die Schuljugend daS Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles" anstimmte. Der ganze Verlaus des Festes war sehr zu- sriedenstellend, insbesondere ergötzten die Gesangsvorträge seitens der Schuljugend und des Gesangvereins die Festtheil« nehmer. Auch der Aufruf: „Au mein Volk" von Theodor Körner, welchen die Knaben der ersten Klaffe vorgetrageu und den ihr Klaffenführer, Herr Lehrer Gerhard erklärte, fand allgemeinen Beifall. Die angenehmen Abwechselungen, die daS Programm des Festes enthielt, erfreuten Alt wie Jung und Groß wie Klein und kehrte ein Jeder befriedigt am Abend nach Hause.
8. Hangen, 30. August. Dahier ereigneten fich in letzter Zeit zwei Unglücks fälle. Vor wenigen Tagen fiel der hiesige Landwirth Philipp Vogt von feiner Scheuer und zwar so unglücklich, daß er infolge der ferneren Verletzungen einige Tage darauf verstarb. Sodann fiel der Spenglermeistrr Dirlamm dahier, als er an einem Haufe in Langd eine Dachkandel anbringen wollte, herunter und liegt nun, wie es heißt, an schweren inneren Verletzungen krank darnieder.
Nidda, 30. August. Bei den Wafferleiiungsarbeiten in hiesiger Stadt wurde gestern Nachmittag ein mit Sandsteinen eingefaßter vormaliger Springbrunnen in der Graben-
straße aufgedeckt, deffen Alter auf Jahrhunderte zurück zu führen ist. Auch fand man wieder eine Anzahl sonderbar geformter, alter kleiner Hufeisen, mit welchen vermuthllch Kriegspferde beschlagen gewesen find.
R. Reichelsheim i. W., 31. August. Zum tiiertcnmale feit der Bahnbau Friedberg — Salzhausen—Nidda begonnen worden ist, ereignete fich in dem Basaltsteinbruche, der zwischen hier und Blofeld liegt und der eine bedeutende Maffe Lhaus- firungSmaterial liefern muß, ein UnglückSfall. Dieser scheint ernster auSzufalleu, als die drei ersten Unfälle, bei denen die Betroffenen nach einiger Z-it wieder arbeitsfähig wurden. Bei dem letzten Falle brachen Steinmaffen, die unterhöhlt waren, zu frühe los und ein schwerer Brocken traf einen Arbeiter an den Kopf. Vier stark blutende Wunden zeigten sich bet dem Beschädigten, der sogleich ohnmächtig wurde. Heftiges Erbrechen trat ein und so oft der Verwundete etwas zu sich nimmt, tritt wieder Erbrechen ein. Starke Gehirnerschütterung, sagen die Aerzte und geben wenig Hoffnung auf Rettung des Schwerverletzten.
Friedberg, 1. September. In der Stadtkirche, die sich jetzt in der Renovation befindet und die in rein gothischem Stile ausgeführt ist, wurden vor einigen Tagen in den Gewölben alte spätromanische Gewölb- und Wand« malereien mit reichem Figurenwerk unter dem Putz auf- gesunden. Die Gewölbe werden jetzt freigelegt. Diese sehr schwierige Arbeit ist dem Maler Georg Hieronimus hier übertragen, der bereits hiermit begonnen hat. Die Wiederherstellungsarbeiten selbst, zu denen das Großh. Ministerium 100,000 Mark bewilligt hat, find dem Herrn R. Opfermann, Architeet in Mainz, zugewiesen worden. Man hofft, in vier Jahren die Kirche dem Gottesdienste wieder über« geben zu können.
-o- Aus dem Nordosten OberheffeuS, 31. August. Mehrere an der äußersten Peripherie des Schwalmthal-Sänger- bundeS wohnhaften Verelie find der zu großen Entfernung von den meisten ZusammenkunftSorten und des Mangels der zur Ausgleichung solcher Unbequemlichkeit geeigneten Verkehrsmittel wegen aus jener Verbindung ausgetreten und beabfichtigen nun — soweit eß die geographische Lage der betreffenden Orte zuläßt — fich einem in dem hiesigen Theile unserer Provinz neu InS Leben zu rufenden Sängerbünde anzuschllehen. An der behufs Berathung über die Gründung eines solchen auf Anregung des Gesangvereins zu Schlitz nach Lauterbach anberaumten Versammlung beteiligten sich in corpore außer dem schon erwähnten Verein die Gesangvereine Liederkranz'Lauterbach, Liederkranz«Maar und Sänger- krelS.Landenhausen, durch Deleglrte der Gesangverein HebloS und Liederkranz Alsfeld. Als erste und Hauptaufgabe deS neu zu gründenden Bundes ist nicht die Förderung des Kunst-, sondern vielmehr des schlichten BolksgesangeS zu betrachten. Es wurde hierauf die Gründung eines Sängerbundes für die hiesige Gegend einstimmig befchloffen. Auch wurde sofort eine Commission mit dem Entwurf der Statuten beauftragt, welche biß um Weihnachten l. I. fertiggestellt sein sollen, um nach vorheriger Zusendung an die einzelnen in Betracht kommenden Vereine schon im nächsten Frühjahr einer enbglltlg beschließenden Delegirten - Versammlung vor« gelegt werden zu können.
Mainz, 31. August. Für die von hier nach WormS kommenden beiden Bataillone deS Jas. ReglmenkS Nc. 118 werden, wie mitgetheilt wird, baß 2. Bataillon btß Regiments Nr. 88 von Diez unb baß 3. beß Regiments Nr. 87 von Hanau hierher verlegt werben.
Mainz, 31. August. Vor einigen Tagen durchlief alle Zeitungen die Mtttbellung, baß bei Laubenheim ein 16 Jahre altes Mädchen von zwei Handwerksburschen überfallen, beraubt unb In ben Rhein geworfen worben sei. Wie eS sich nun nachträglich herausstellt, ist an ber ganzen Geschichte kein wahres Wort. DaS Mäbchen hat alle Be- Hörden getäuscht.
Dertetyr, unb VsU-wirttzlchaft.
«teße«, 1. September. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochmmorkt kostete: Butter pr. Pfb. X 0,90-1,05, Hühner eie, pr. St. 6 A, 2 St. 00- 0 H, Enteneier 0 2 St. 0 H, Ghffe-
eier pr. St. 00—00 Käse pr. St. 5—8 -A, Käsematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liter 15 Linsen pr. Liter 26 A, Tauben pr. Paar X 0,50 biß 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 dis 1,00, Hahnen pr. Stück X 0,50-0,85, Enten pr. Stück X 0,00-0/ 0. Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochs.nfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh« und Rindfleiich pr. Psd. 64-68 H, Schweinefleisch pr. Psd. 56 btß 66 4, Schweine- fletsch, gesalzen, pr. Psd. 70 A. Kalbfleisch pr. Pfd. 60—00 A» Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00 Ml 6,50 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A, Zwiebeln pr. Centner X 3,50—4,00, Milch pr. Liter 16 *
Witterungsbericht vom 3L August.
Die Luftdruck-Verthetlung gestaltet sich heute viel gleichmäßiger als in ben letzten Tagen, da« Maximum im Nordosten hat noch an Intensität gewonnen. In Central-Europa ist der Barometerstand etwas gesunken; da aber gleichzeitig über dem übrigen Erbt heil eine Zunahme des Luftdruckes eingetreten ist, haben die gestern noch bestehenden Luftdruckunterschiede zwischen dem Nord^und Südfuße der Alpen sich ausgeglichen und ist demnach in vüddeutschland, zumal in den südlichen Thellen deffereS Wetter eingetreten. Von der nordwestlichen Depression hat sich nur noch eine flachere über Süd» England und über dem Canal erhalten. Dir Temperaturen find meist etwas gestiegen.
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Von Morgen- unb Abendnebeln abgesehen meist heiteres und etwas wärmeres Wetter.
Temperatur der Lahu und Luft nach Reaumur gemessen am 1. Septbr., Mittags zwischen 11 und 12115t: Wasser 13, Luft 15°.
Rübsamen'fche Badeanstalt.
Verfälschte schwarze Seide.
Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage : Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald unb hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wirb und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mtt Farbstoff erschwert), unb hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegen« satz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die ber verfälschte« nicht. Die «eideusadrike« 61. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen au Jedermann unb liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 24
Faselochs.
Donnerstag den 3. September l. I., Vormittags IO Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, abgängiger Faselochse meistbietend versteigert.
Allendorfa Lda., 29. August 1896. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. ____________Rein.________7735
Donnerstag den 3 Sept. L I,
Nachmittags 2 Uhr, im »tlblet* zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung:
1 Partie Nutzholz, 15 Gentner Heu, 1 Pferd, 1 Metzger wagen, 1 Handkarren, 2 Hobelbänke, 1 Nähmaschine, 1 Büffet, 1 Secretär, 1 Berticow, 1 Consol, 3 Kleiderschräuke unb sonstiges Mobiliar; ferner
1 Zweirad (mit Pneumatik), zwei SophaS, 1 Sopbatlsch, 1 Anzahl Milltärmützen, Bilder ic.
Versteig, theilw. bestimmt, insbes. Abf. 2. 7764________S«gel. Gerichtsvollzieher.
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