„Lharleh'S Tante", die eine wahre Wallfahrt nach dem Stadtgartentheater hervorgerufeu hat. Bet 25 Grad Hitze ausverkaufte Theaterhäuser und ein von Glück strahlender Theaterdtrector —, allein schon eine Sehenswürdigkeit. Und das hat Charley's Taute gethan, die Herr Wander vom Wiesbadener Hoftheater in dezenter Weise, soweit dteS bei dieser geschätzten Dame überhaupt möglich, zur Darstellung bringt. Die pi&ce de resistance ist die Flucht der Tante vor dem Advocaten Spittigue auf dem — Belociped, ein Tric, der das, wie mau sieht, für den echten Humor em» psängliche Publikum veranlaßte, Freudenthräueu zu vergießen.
• Zürich, 25. Juli. Der Strike in der Heune- berg'schen Setdenfabrik in Zürich-WolliLhofeu kann der „N. Zür. Ztg." zufolge als beendet gelten. Bei der Wiederaufnahme der Arbeit am Donnerstag meldeten sich über hundert Arbeiter, am folgenden Tage kam weiterer Zuzug, so daß die Arbeit sowohl in der alten wie in der neuen Fabrik wieder ausgenommen werden konnte. Den Arbeitern, die sich nicht am Strike leiheiligt haben, hat Herr Henneberg während der ganzen Dauer der Schließung der Fabrik den vollen Lohn auszahlen lasten, uw sie vor einer Schädigung zu bewahren.
£iteratur unb Knnft
— Im Verlag von Emil Roth in Giehen erscheint in den nächsten Tagen: »DaS Grundbuch- und Hypothekenrecht der neuen bürgerlichen Gesetzgebung für das Deutsche Reich. Unter besonderer Berücksichtigung der hessischen und preußischen Gesetzgebung, dargestellt und erörtert von Landgericktsrath Dr. G. Best in Darmstadt." Erster Theil: Grundbuchrecht 8°. 9 Bogen. Preis 2 Mk. DaS Werk enthält eine systematische Darstellung des neuen Grundbuch- und Hypothekenrcchts. Behufs besseren Verständnisses der materiellen Normen verbreitet es sich zugleich über die künftige Gestaltung der Grundbücher, sowie der Grundbuchbehörden und das
Verfahren der letzteren bei Führung der Grundbücher. Durch die vergleichende Berücksichtigung des hessischen und preußischen Rechtes, sowie durch die Beifügung verschiedener erläuternder Formularie» dürste das Werk für die gesammten juristischen Kreise von hervorragendem Jntereste sein. Dies ist umsomehr der Fall, als gerade auf dem Gebiete des Grundbuch- und HypothekenrechteS die Einführung deS neuen Gesetzbuches vielfach fundamentale Aenderungen der bestehenden Zustände mit sich bringt. DaS Werk, dessen zweiter Theil Anfang September d. I. erscheint, sei allen Interessenten bestens empfohlen. _____________
— Mit einem glänzenden ersten Heft führt sich wieder der neue. 45. Jahrgang der »Jllustrirte« ötli* (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) ein. Der Reichthum an Bildern ist ein außerordentlicher. Den Reigen beginnt eine doppelseitige farbige Kunstbeilage nach dem Gemälde von E. Rau: „Noch an schön'n Gruß!" — eine Leistung ersten Ranges, und nicht minderes Lob ist dem einteiligen farbigen Kunstblatt, dem drolligen Genrebild „Erster Versuch" von M. Wunsch, zu spenden. Die sorgfältigsten Holzfchnite aus allen Gebieten schließen sich an. Wer Soldatenerinnerungen ausfriichen will, wer die Berliner Dtenftbotenfrage ftubiren möchte, wen ein packendes Geschichtsbild reizt, oder wer lieber einsam in schöner Natur schwelgt, — sie alle finden für jede Seite ihres Geschmackes reizvolle Bilder. Wer aber gern in tiefsinnigen Räthsel- fragen sich verliert, dem winkt ein köstlicher erster Preis: Ein großes Gemälde im werthoollen Goldrahmen — »Vom Hochgewitier überrascht." — Aus dem reichen Textmaterial, dessen Geist eine Fülle spannender und hochinteressanter Aufsätze au5 allen Gebieten characterifirt, seien nur die leitenden Romane hervorgehoben: „Die Fahrt um die Erde" von Wilhelm Meyer-Förster, ein großer moderner Roman von scharfer Eharacertstik und feinem Humor — und „Das Pharaonenarmband" von A. Groner, eine Criminal- geschichte von stärkster Spannung. Schon dieses eine reiche, vornehme erste Heft läßt ebnen, was der neue Jahrgang (bei dem billigen Preis von nur 30 Pfennig pro He't) in seiner Gesammtheit bieten wird. Das erste Heft ist von jeder Sortiments- und Col- portaae-Buchhandlung zur Ansicht zu erhalten.
Fortschritte der Lebens-Versicherung in Deutschland.
Aus der bekannten statistischen Abhandlung über „Zustand und Fortschritte der deutschen Lebens Versicherungs-Anstalten", welche in
der nächsten Zett für das Jahr 1895 zur Ausgabe gelangen »tr| dürften folgende Ergebnisse allgemeinstes Interesie in anfprtä nehmen.
In der eigentlichen Lebens-Versicherung, alS welche nur die i, erster Linie der Famllienoersorgung dienende Kapttal-Verstcheruo« auf den Todesfall in ihren verschiedenen Formen anzusehen tst würben im vorigen Jabre von den 42 deutschen LebenS-Versicherunas. Anstalten 99,262 neue Versicherungen über zusammen 447,353 230 Mk übernommen. Dagegen schieden 1748 Derstcherungen über 9,164.27:. durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten, ferner 17,042 vn sicherungen über 66,096,251 Mark durch Ableben der Versicherten sowie endlich 29,361 Versicherungen über zusammen 111,515,131 Mx durch Rückkauf und Verfall auS. Der Verficherungsbestand bn 42 Anstalten, der zu Aniana deS Jahres 1895 auf 1,080,466 sicherungen über 4,579,760,569 Mark sich belief, vermehrte sich baba im vorigen Jahre wieder um 51,111 Versicherungen über 260 577,57*; Mark und hob sich dadurch auf 1,131,577 Versicherungen übn 4,840,338,145 Mark. Au fällig gewordenen VerficherungsfumA» sind im vorigen Jahre inSgesammt 74,638,374 Mark, und 65,474,102 Mark für gestorbene Versicherte und 9,164,272 Marth. Lebzeiten der Versicherten zur Auszahlung gelangt. Diefe recht ansehnlichen Ziffern geben von der segensreichen Bedeut^ der Lebensversicherung Zeugniß. Bemerkenswertb ist daß die ält* deutsche Lebens-Versicherungs Anstalt, die im Jahre 1827 gegrünte LebenS.VerstcherungS'vank für Deutschland zu Gotha, zugleich auch den größten Verficherungsbestand aufzuwetien hat, bq also keine der zahlreichen nach ihr gegründeten Ansialten nt im Geschäftsumfang einzuholen vermocht bat. Ihr Versicheruoztz, bestand belief sich Ende 1895 auf 691,689,800 Mark. Die nächii- größte Gesellschaft, die im Jahre 1857 gegründete „Germania- t, Stettin, hatte Ende 1895 einen Ledens Vcrstcherungsbestand och 467.364,723 Mark. Die Mehrzahl der in Frage stehenden 43 deutsch,i LebenS-DersicherungS-Anstalten schließt außer eigentlichen Leden-, Derficherungen auch noch andere, auf das Leben der Menschen bezügliche Versicherungen ab, insbesondere Begräbnißgeld-, Ausstkmr- Unfall- und Renten-Versicherungen. Im Vergleich zur eigentLtfca Lebens-Versicherung sind jedoch alle diese Nebenzweige nur oci untergeordneter Bedeutung, abgesehen etwa von der sparkassrnäbn- lieben sogenannten Arbeiter- oder VolkS.Verficherung, die neuerbinp* auch von einigen deutschen Lebens-VersicherungS Gesellschaften tt größerem Umfange und mit zum Theil überraschend gutem Erfolge ausgenommen.
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Kohlen- und Hoh-Neserung.
Die Lieferung der für das Großh. Provinzial - Arresthaus dahier pro 1896/97 erforderlichen Steinkohlen und des Brennholzes und zwar: ca. lOOO Ceutner reine Stückkohlen, ca. 600 Ceutner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser, beide aus der Grube Mansfeld, und
ca. 30 Rmtr. Tauueu-Scheit- und Prügelholz soll im Wege des öffentlichen Angebots unter den in Anlage A. zu dem Ministerial Erlaß vom 16. Juni 1893 enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten ausgestellten besonderen Bedingungen, welche aus der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft zur Einsicht offen liegen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können, vergeben werden.
Versiegelte Angebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine: Samstag den 8. Auguft 1896, Vormittags IO Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier, Justizgebäude, nieder« zulegen.
Der Zuschlag bleibt 3 Tage vorbehalten. 6619
Gießen, den 17. Juli 1896.
Der Großh. Erste Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen. Dr. Güngerich.
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iu Berlin hat ihre Preise für
Glühkörper (s. g. Strümpfe) herabgesetzt und sind wir daher in der Lage, einen Glühkörper (Strumpf) vom 1. August d. I. ab zu
Mk. 1.40 «anstatt seither M. 1.80) abzugeben, während der Preis eines vollständigen Apparates, wie seither, von Mk. 5.— beibehalten bleibt.
Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß wir vertragsmäßig verpflichtet sind, Auer'sche Glühkörper auch nur für Auer'sche Brenner abzugeben.
Die Glühkörper werden von uns auf dem Preß-Gasapparat vorbereitet, wodurch größere Haltbarkeit und hohe Leuchtkraft erzielt wird.
Gießen, den 28. Juli 1896. 6869
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