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2.8.1896 Erstes Blatt
 
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-j- Heldenbergea i. d. W., 31. Juli. Der hier bei dem Geistlichen Rath, Herrn Decan Brentano, kürzlich zu Besuch eingetroffene Pfarrer a. D. Röder wurde, im Alter von 75 Jahren, vorgestern nach kurzem Kranksein von dem Tode ereilt. Der Verstorbene war dahier geboren, wurde in 1844 Priester, wirkte 37 Jahre laug in Engelthal and lebte seit mehreren Jahren als freirefigntrter Pfarrer zu Aschaffenburg, woselbst ihm erst vor Kurzem sein Bruder, Rendant Röder, im Tode vorauSgiug. R. i. p.

4- Ober beemen (Kreis Schotten), 31. Jult. Bei der hiefigen Postagentur wird in den nächsten Tagen die neue Telegrapheueinrichtung für Fernsprechbetrieb eröffnet werden, mit welcher zugleich eine Unfallmeldestelle verbunden ist.

§§ Bermuthshain, 30. Juli. Der zweiten" Er­klärung und Richtigstellung in Nr. 176, zweites Blatt dieser Zeitung, über den Steuerzettel von sechs Pfennig, ist noch zum Schluß ein Nachtrag zu machen. Der »u^<Correspoudeut scheint die Sache nur einseitig und zwar nach seiner Ansicht behandelt zu haben. Erstens hat derselbe die ganze Sache « die Oeffentlichkeit gebracht, darnach hat Einsender dieses die Sache erst vollständig klar gelegt, nachdem die Geschichte ja doch publik geworden, obschon dieses schon früher hätte von §§ geschehen können. Thatsache ist, daß jeder der beiden M.'s Erben zusammen 2 Mk. 93 Pfg. bezahlt hat, wenn noch Porto extra entstanden ist, welches den Schuldigen nicht avgerechuet wurde, so gehört das hier ja gar nicht zu den Kosten. Die gepfändeten Gegenstände waren richtig bezeichnet, aut soll noch eine Eommode dabei gewesen sein. That* sächlich ist daS Grundstück für die Erben nicht mehr vor- hoaden, denn dieselben haben es nicht mehr, ernteten eS auch nicht und wissen auch von nichts mehr. DaS Einzige war, doß dieser eingeschlagene Weg, um daS kleine Stückchen Erde oon den Steuern zu bekommen, der falsche war. Ob von beiden Theilen die Handlungsweise eine gerechte war, wollen ®'x dahingestellt sein lassen! Einsender dieses geht von der Ansicht aus, Vorkommnisse so zu schildern, wie sie t h a t- lächlich vorgekommeu find, weder nach links noch nach rechts -abzuweichen. (Wir erachten nunmehr die Angelegenheit für erledigt, da sonst die sechs Pfennige, um die sich handelt, noch ein Fäßchen Tinte und einige Pfund Druckerschwärze kosten würden. Red.). >

-n- Gettenau, 29. Juli. Die Voraussetzung, daß sich bei den Nebenbahnbauten in der Wetterau A lt erthurnß- svnde ergeben würden, bewahrheitet sich immer mehr. In Ergänzung unserer Mittheilung vom 24. d. MtS. (Gießener Anzeiger Nr. 174, erstes Blatt), fügen wir hier bei, daß der ge| unbene Menschenschädel fachmännisch untersucht und aus­gesprochen worden ist: er könne höchstens hundert Jahre in dec Erde gelegen haben. Der Eigenthümer des Schädels ist daher sehr wahrscheinlich in den Kriegsjahren 1796 oder 17?97 bei Echzell gefallen und dort beerdigt worden. Die dazu gehörenden Knochenreste beweisen, daß der Mann un* gewöhnlich groß von Körpergestalt gewesen sein muß. Unter­dessen wurden folgende andere Funde gemacht: Mehrere Hufeisen von eigenthüml'ch platter Form. Vielleicht waren Lastpferde, Maulthiere und Maulesel damit beschlagen. Ferner zwei Schalen von hübscher Arbeit, aber aus gewöhn­lichem Töpserthon gefertigt; sodann ein kleiner etwa 15 Ctm. hoher Henkelkrug auS weißlichem Thon. Der Krug ist an bet' Ausflußöffnung Leiber ein wenig beschädigt, die Schalen finid vollständig intact. Interessanter find die Funde, die Im sogen. Büderich gemacht wurden. Um den nothwendigen Au-SfüllungSgrund zu erhalten, wurde ein Acker imBüderich" erworben. Neben der hölzernen Horloffbrücke errichtete der Bauunternehmer eine zweite, Bockbrücke- darüber ist ein schmalspuriges Geleise gelegt, welches auf die große Staats- strcrße führt, auf dieser eine Strecke östlich, dann nördlich läuft und so den Acker erreicht, wo der Grund entnommen wird. Nachdem man etwa einen Tag lang Grund auf dem .drichSacker entnommen hatte, stieß man auf baß Pflaster der Römerstraße, bie von Friedberg über Schwalheim und Melbach nach Echzell führte. Die Pflastersteine wurden auö- gchoben und werden bei unseren Nebenbahnbauten weitere

Verwendung finden, vier starke Pfähle aus eichen Rundholz, je anderthalb Meter von einander entfernt, wurden aufgedeckt. DaS Herzholz der Pfähle war, weil weicher, verfault,- daß übrige Holz ist noch fest. Zwei römische Kupfermünzen, in der Größe und Stärke eineß Markstückes, wurden gestern gefunden. Auf der einen Seite zeigen die Münzen Spuren von Bildern, die erst näher untersucht werden müssen. Eine andere Münze von gelblichem Blech, nur auf der einen Seite mit einer Figur und mit Buchstaben versehen, warf der Finder (angeblich!) weg, weil doch nichts dran wäre. Möglicher­weise ist dies das werthvollste Stück gewesen, das biß jetzt gefunden wurde. Endlich erhielt Einsender gestern auf dem Arbeitsfelde den Fuß einer starken Terrafigillata-Vase, auf der die Buchstaben BIRIVSF eingepreßt find. Wer ent­ziffert diese Schriftzeicheu? Der Todtenschädel, der Krug und bie Schalen sollen bemnächst nach Darmstabt abgeliefert werden. Da man mit Aufdeckung der Römerstraße erst den Anfang gemacht ist, ist anzunehmen, daß weitere interessante Gegenstände zum Vorscheine kommen werden.

Mainz, 31. Juli. Vor der Strafkammer beß Lanb- gerichtß stauben heute brei jugendliche Straßenräuber, der 14jährige Ludwig Bucher, der 13jährige Konrad Dahlen und der 13jährige Gustav Winter ans Mombach. Die noch schulpflichtigen Burschen haben am 27. April einer Anzahl Knaben im Mombacher Walde mit Gewalt die Taschenmesser abgenommen, mit diesen alsdann die Knaben bedroht und ihrer särnrntlichen Habseligkeiten beraubt. Das Gericht er­klärt, ein Exernpel statuiren zu müssen, um den seit Jahren im Mombacher Walde verübten Excesseu ein Ziel zu setzen. ES verurtheilte den Bucher zu zwei Wochen, den Dahlen zu fünf und Winter zu drei Tagen Gefängniß wegen räube- rischer Erpressung.____________________________________________

Auszug cm» den Stunde»uints*egrfte*«

der Stadt Gießen.

ttttffltbote.

Juli: 28. Heinrich Theodor Rühl, Friseur dahier, mit Bertha Ernestine Wilhelmine Bender hierselbst. 28. Eugen Philipp Funk, Gerichts-Assessor zu Mainz, mit Wilhelmine Erckmann hierselbst. 29. Adolf Heinrich Klingspor, Fabrikant dahier, mit Frida Amalie Franziska Emilie Buderus zu Lollar. 30. Otto Richard Frenzel, Kürschner dahier, mit Emilie Luise Karoline Johanna Christine Marie Elisabeth Hohmeier, geb. Gail, Wittwe des Eisenbahn-Kanzlisten Friedrich Hohmeier dahier.

OtbOttIM*

Juli: 20. Dem Restaurateur Christian Riegelmann ein Sohn. 21. Dem Premterlieutenant Maximilian Brack ein Sohn, Friedrich Wilhelm Carl Alfred. 22. Dem Viceieldwebel Ferdinand Hetz eine Tochter. 23. Dem Metzger Georg Ruthsatz eine Tochter, Minna Marie. 23. Dem Schmied Franz Gantz ein Sohn, Franz Joseph. 24. Dem Hoboist Wilhelm Andrä ein Sohn, Friedrich Wilhelm Paul Victor. 24. Dem Untoersttäts-Professor Dierk BehrenS eine Tochter. 24. Dem Schreiner Georg Vetth eine Tochter, Marte.

Juli: 24. Franz Joseph Gantz, 18 Stunden alt, Sohn von Schmied Franz Gantz dahier. 25. Anna Noll, geb. Kauth, 62 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Georg Stoll zu Espa. 26. Moses Grünebaum, 49 Jahre alt, Weinhändler zu Mainz 26. Franz Carl August Stegeletz, 62 Jahre alt, Gepäck Expedient t. P. dahier. 26. Philipp Wagner, 42 Jahre alt, Maurer von Krofdorf. 30. Bertha Rau, geb. Heyer, 79 Jahre alt, Wittwe von Großh. Hess. Steuerrath Philipp Rau von Seligenstadt. 30. Käthchen Sell, 4 Monate alt, Tochter von Redacteur Wilbelm Sell dahier.

A«r;«g aus den «irchenbücheen

der Stadt Gieße«.

Evangelische Gemeinde.

Lukasgemeinde.

Den 18. Jult. Karl Ernst Louis Urbach, Küfer, und Katharine Becker, Tochter deS verstorbenen AckersmannS Johann Jakob Becker zu Wolfgrube.

etanftt.

Matth SuSgemeinde.

Den 26. Juli. Dem Kaufmann Wilhelm Frohnhäufer ein Sohn, Hermann Karl Georg, geboren den 24. Juni.

MarkuSgemeinde.

Den 26. Juli. Dem Locomottvheizer Friedrich Marheinecke ein Sohn, Heinrich Bernhard Karl, geboren den 18. Juni.

Denselben. Dem Handelsmann Heinrich Schäfer ein Sohn, Georg Jakob, geboren den 1. Mat.

Denselben. Dem Schreiner Karl Andreas Schreier ein Sohn, Joseph Karl Roberr, geboren den 29. Mat.

Denselben. Der Wittwe des am 16. Jult d. I. verstorbene« Taglöhners Heinrich Hopp ein Sohn, Friedrich Karl, geboren den 17. Juni.

LukaSgemetnde.

Den 26. Juli. Dem Schreiner Karl Kliffmüller eine Tochter, Karoline Eltse, geboren den 10. Juni.

Denselben. Dem Locomottvheizer Arnold Handloscr eine Tochter, Ella Margarethe, geboren den 13. Juni.

Denselben. Dem Kaufmann Friedrich Leo eine Tochter, Eltse Minna Johanna Christine Antonte, geboren den 30. Junt.

JohanneSgemeinde.

Den 26. Juli. Dem Schuhmacher Heinrich Etzelmüller eine Tochter, Bertha Elisabeth Johanna, geboren den 27. Juni

Militärgemeinde.

Den 26. Juli. Dem Vtcefeldwebel Johann Karl August Roschlau ein Sohn, Heinrich August Julius, geboren den 1. Jult.

Beerdigt«.

MarkuSgemetnde.

Den 28. Juli. Franz Karl August Stegeletz, Gepäck-Expedient in Pension, verhetrathet, 62 Jahre alt, starb den 26. Jult.

Schrffsnuchpichten.

Norddeutscher Lloyd, tu Gtetzen vertreten durch die Agenten Earl L00S und I. M. Schulhof.

Bremen, 3O.Juli. (Per transallantifchen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. 1

Bremen, 30 Juli. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Roland, Cavilän v. Bardeleben, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. _________________________________

Pcrfcbr, Ca«6< unb VsUswirthichaft.

eutttt, 1. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0 95-1,10 Hühnnrter pr. St. 0 4, 2 St. 1213 4, Enteneier 6 4, 2 St 0 Gänse-- eter pr. St. 00-00 4, Käse pr. St. 5-10 4. Käsematte pr. St. 3 4. Erbsen pr. Lite, 17 4, Linsen pr. Liter 28 4. Tauben pr. Pa« X 0,60 bis 0,90, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,20, Hahnen pr.Stück X 0,60-0,90, Enten pr. Stück X 1,60-2,00, Gänse pr. Pfund x 0,00-0,00, Ochsenfletsch pr. Pfd. 70-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 6468 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 50 biß 664, Schweine- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr- Pf^50-00 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 btt 8,00 JL, Weißkraut pr. Stück ü-00 4, Zwiebeln pr. ®wtnet X 5,000.00, Milch pr. Liter 16 4, Kirschen pr. Pfund 1525 4.

Witteruugsbericht vom 31. Juli.

lieber Nordwesten und Nord-Europa lagert hoher Druck und namentlich über den britischen Inseln ist das Barometer wieder stark gestiegen. Auch im Südwesten des ErdtheUS, sowie auf einem räumlich eng begrenzten Gebiet über Süd- und Südost-Bayern hat sich noch relativ hoher Barometerstand erhalten. Sonst steht gan- Europa unter dem Einfluß niederen Druckes und sind wehrfach flache Minima zu erkennen. Indessen sind die Druck Unterschiede sehr gering und die Witterungsverhältnisse bebalten dementsprechend fast allenthalben ihren unbeständigen Character. Im südlichsten Deutsch­land ist unter leichtem Föhn-Einfluh thetlweisc Aufklaren eingetreten. Im übrigen Süddeutschland war der Himmel am Morgen noch bedeckt. Die Temperaturen sind im Allgemeinen nur wenig verändert.

Bei wechselnder Bewölkung wieder etwas wärmeres Wetter. Gewitter nicht ausgeschloffen.

Temperatur der Lahn und Lust nach Reamnur gemessen am 1. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17», 8, Luft 15</2°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

__ $>tir Haarpflege Die rationelle Pflege des Haupthaares und die gehörige Einsalbung deS Haarbodens mit einfachen reinen betten empfiehlt Prof. Bock dringend in feinem Buche vom kranken und gefunden Menfchen. Als ein vorzügliches Mittel zum Einreiben des Haares ist die ärztlich empfohlene Rotzmarkpomade zu be­zeichnen, welche, mild parsümirt, nach den damit wiederholt gemachten Erfahrungen nicht nur zur Erhaltung gesunder Haare dient, sondern hauptsächlich auch bei Haarerkrankung und zur Kräftigung des Haar­wuchses unübertreffliche Dienste leistet, auch das Ausfallen der Haare verhindert, so lange noch nickt die HaarsSckchen und HEkeiwe (Papillen) abgestorben find. Gleichzeitig fei auf das erhältliche doppel geläuterte reine Roßmark aufmerksam gemocht, welches al« sehr stärkende und heilkräftige Einreibung vielfach empfohlen und von Aerzten anerkannt worden ist. (Siehe Inserat in heutiger Nummer.)

Versteigerungen. *

Versteigerung.

Dienstag den 4. August l. I.,

Nachmittags 2 Uhr

ttdüetgern die Unterzeichneten Neu­stadt 5 5 (früher Bramm) gegen Brarzahlung:

I) 1 Ptanino, 1 Verticow, 2 Wand­spiegel mit Trumeaux 1 Sopha mit 2 Sesseln, 2 Commoden, 9 Eichenholz- unb Rohrstühle, 1 Serviertisch, ein Nipptischchen, 1 ovalen Tisch und einen anderen, 2 Nachtschränkchen, 1 ge­stickten Ofenschirm, 1 Hängelampe mit Zügen, 1 Schaukelsessel, 1 Regu­lator, 1 Schreibtisch mit Briefregal, 1 Waschtisch, 1 einthürigen Kleider- schrank und mehrere Bilder.

Alles bessere Sachen.

$)i 1 Pianino und ein eichenes Büffet (beides noch neu), mehrere Salat-, Fisch-, Tranchtr- und Butter- und Käse - Bestecks , 4 Tortenschaufeln. 2 Etuis mit 6 Löffeln, 12 porzell. Waflereimer, 41' Dutzend Crystall- Eompottteller, 60 desgl. Compott f(büffeln, 13 Kaffeeservice, 2 Laden­schränke , 1 Ladentheke, 2 Sopbas, 1 Spiegelschrank, mehrere Oel- gemälde, 6 Etchenstämme, 1 Pferd und andere Sachen.

Oie Versteigerung ad. 1 findet pstiimmt, &*. 2 voraussichtlich theil- pilsse statt.

Bor«, Engel,

Gerichtsvollzieher. 6985

Verderben

Sie sich Ihr Haar ja nicht mit scharfen, svirituösen Mitteln, da dieselben statt den Haarwuchs zu zu fördern, den Haarboden «.Wurzeln) vertrocknen und verdorren und selbst das üppigste Haar zum Absterben bringen. [6978

Prof Bock empfichlt in feinem Buche vom gefunden und kranken Menschen zur Stärkung und Kräftigung, sowie gegen daß Ausfallen der Haare, den Gebrauch möglichst reiner Naturfette. Als etwas ganz Vorzügliches ist die reine, ärztlich empfohteue. Überall bewährte, die grStzte« Erfolge erzielende und ge­setzlich geschützte

Rossmarkpomade

zu bezeichnen.

RetueS, doppelt geläutertes

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