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1896
Donnerstag den L October
Erstes Blatt
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Amts- und Anzeigeblntt füv den Kreis Gieszen
Hratisöeikage: chießener Aamitienökätter
8670
Dr. Göttelmann.
8669
-»nahm« vorn Anzeigen zu der Nachmittag« für de» bUenbcn Lag erscheinenden Nummer bi» Sonn. 10 Uhr.
Vierteljähriger Xlo»»<m<tit5)>r<Uv 2 Mark 20 Pfg. mti Bringerlobn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.
Nedacttan, Exyedtti« und Druckerei:
Kch»tgr«tze Ht.tc Fernsprecher 5L
gegen findet statt: _,a
»reitag, den 16. Oktober ds. Js., Vormittags 9 bis 10 Uhr,
im Gemetndehause zu Staufenberg, wozu ich die Betheiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterschetueuden mit Einwendungen ausgeschlossen find. Einwendungen find schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Actengröße (mindesten- Vt Bogen) einzureichen.
Friedberg, den 29. September 1896. Der BereintgungS-Comwissär:
Im Dorer Kohlengebtet find heute 700 bis 1000 Bergleute tn AuSftaud getreten. Die Ruhe ist bisher nicht 0eftÖr»iom, 29. September. Hiesige Blätter veröffentlichen das nachfolgende, nicht definitive Programm der Der- mahlungSfeier des Prinzen von Neapel. Am 20. October erfolgt die Ankunft der Prinzessin Helene in Bari, am 21. October die Ceremonte des UebertrittS der Prinzessin, am 22. October Ankunft in Rom mit festlichem Empfang. Der Fürst von Montenegro und die Prinzessin Helene nehmen im Lonsulat-Gebäude Wohnung. Am 24. wird die kirchliche und bürgerliche Trauung vollzogen, am 25. ist Vorstellung der Behörden vor der Prinzessin Helene, am 26. findet diplomatische und am 27. militärische Galatafel statt, sowie Festvorstellung iw „Teatro Argentino , am 28. ist große Parade und am 29. October erfolgt die Abreise nach Florenz.
Benrdig, 29. September. DaS Institut fürVölker- recht genehmigte tn seiner heutigen Sitzung die Bestimm- ungen über den Wechsel der Nationalität, sowie über die Nationalität der legitimen und illegitimen Kinder und über die Nationalität derjenigen Kinder, deren Vater einem anderen Staate angehört, als demjenigen, tn welchem dte Kinder geboren sind. , . .
Bukarest, 29. September. Heute früh 9 Uhr fand dem Programmgemäß dte Truppenschau zu Ehren Kaiser Franz Jos es ö auf dem Exercterfeld bet Schloß Catroant statt. ES waren 30000 Mann unter dem Commando deS DtvtsiouS-GeneralS Arion ausgerückt. Der Weg zum Perade- felde war prachtvoll geschmückt, für daS diplomatische LorpS und das Publikum waren große Tribünen errichtet. Der König, tn der Uniform eines rumänischen Generals mit dem I Bande des StephanordenS, ritt dem Kaiser entgegen, welcher dte Uniform eines österreichischen Cavalleria General- mit dem Bande des Sterns von Rumänien trug, und erstattete I den Rapport. Die Monarchen wechselten einen Händedruck. I Neben dem Kaiser ritt die Prinzessin Ferdinand von Rumänien; I die Königin wohnte der Parade zu Wagen bet, ebenso Minister I Sturdza mit dem Grafen GoluchowSki. DaS Wetter ist I bewölkt. _____________
ViPisch« dr- B»re« ,H«r»kL*.
Berlin, 29. September. Der Bundesrath wird, wie dte „Post" entgegen der gestrigen Blättermelduug erfährt, am Donnerstag den 1. October zusammevtreten. ES wird thm sofort der Entwurf der Bestimmungen, betreffend die Einführung der Börseoregister und dte Aufstellung der Ge- sammtliste, zugehen. u
Berlin, 29. September. Dte „StaatSbürger-Zeitung meldet, daß das Verfahren gegen Dr. Peters durch feine Uebersiedelung nach England eine Unterbrechung nicht erfahrt. Dr. PeterS hat seiner vorgesetzten Behörde seinen gegen- wärtigen Aufenthaltsort angezetgt und hält sich zu ihrer Verfügung. So ist er Anfang diese- MonatS einer Bor- ladung seines Untersuchungsrichters, Gehetmrath Schwarz- koppeu, von England aus sofort gefolgt und zu seiner verantwortlichen Vernehmung in Berlin gewesen. Wie da- Blatt weiter erfährt, ist nunmehr auch der Aufenthalt des Bischofs Tucker ermittelt worden. Derselbe hält sich gegenwärtig in Sansibar auf. Seine Vernehmung dürfte in- zwischen bereits erfolgt sein. Ebenso ist es gelungen, den Aufenthalt der übrigen noch ausständigen Zeugen zu ermitteln, so daß der Abschluß des Ermittelnngsverfahreu- in Kürze bevorstrht.
Berlin, 29. September. Zur Berathung gemein- samer Interessen versammelten sich die Vertreter von 73 preußischen Städten heute Mittag 12 Uhr im Stadtverordoeteu'Saale de- RathhauseS. Dte meisten Städte sind durch ihre Oberbürgermeister, Stadtverordneten- Vorsteher, sowie theilweise durch mehrere Mitglieder de- Magistrats oder Stadtverordneten - Delegationen vertreten. Auch der 13. preußische Provinzial-Städtetag hatte Delegirte abgeordnet. Oberbürgermeister Zelle eröffnete dte Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er dte Erschienenen zunächst herzlich willkommen hieß und dann Wetter au-führte: Schon bei der ersten Versammlung war e- uns klar, daß es uns weit entfernt sei, die Interessen der Städte anderen Interessen eutgegenzustellen. Wir wollen keine Sonderbündler : fein; wir wollen uns über dte Interessen unserer Städte gegensetttg toformtrrn und die Oeffentlichkeit aufklären. Wir wollen daneben allerdings auch unberechtigte Forderungen, welche sich gegen die Städte erheben, zurückweisen. Wir find der Meinung, daß wir nicht mit Sonderbestrebungeu da» StaatS-Ganze fördern. Indem wir diesen wichtigen Thetl der Bevölkerung, den wir zu vettreten haben, stützen und
Alle «nnoncen-Bureaux de« In- und «u-lande» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
Nerreste
Wolff» telegraphische» Sorrespoadeoz-Bare«».
Berlin, 29. September. Dte „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Sin Artikel der „Deutschen Tageszeitung" vom 12. d. MtS., welcher sich mit dem BeschaffuugSwesen der Militärverwaltung besaßt, enthält in mehrfacher Hinsicht Un- richtigkeiten. ES trifft nicht zu, daß dte Proviantämter sich bei ihren Beschaffungen nach dem Börsenpreise des nächsten Börsenplatzes richten; vielmehr werden bet Bemessung der Setten» der Intendantur festgesetzten PreiSgreoze außer den Marktpreisen benachbarter Magaziuorte auch dte von anderen Proviantämtern angelegten Preise, zwar auch Börsenpreise, mit berücksichtigt. Sie bilden aber nur einen Thetl der Unterlage, auf Grund deren sie den thatsächlichen Verhältnissen thunlichst entsprechende Preisfestsetzung erfolgt. Ferner kaufen die Proviantämter grundsätzlich frei Magazin innerhalb der gestellten PreiSgreuze nach Maßgabe der günstigsten Angebote und Beschaffenheit der Maare. ES trifft nicht zu, daß hierbei tu der Regel von dem zulässigen Höchstpreise die Fracht vom VerkaufSorte zum Börsenorte tn Abzug gebracht wtrd. ES ist nicht richtig, daß den Proviantämtern Provisionen gezahlt werden, sofern die Beschaffungskosten unter der höchsten Preis- grenze gehalten find; vielmehr find dte unter gewissen Voraus- setzungen zuständigen Taotiömen seit dem Jahre 1889 tn Wegfall gekommen.
Kronbergi.X., 29. September. Kaiserin Friedrich legte heute Vormittag, als am Jahrestage ihrer Verlobung und der Eonftrmatiou des Kaisers Friedrich, den Grundstein zu einem Eronberger LandkraukenhauS.
Prag, 29. September. AuS Dux, Brüx und Komotau sind hier Nachrichten eingegaugen, denen zufolge unter der Arbeiterschaft aufwieglerische Druckschriften verbreitet werden.
Bekanntmachung,
betreffend: Feldberetnigung in der Gemarkung Staufenberg. In der Zeit vom 2. bi- einschließlich 15. October d. I.
und zwar an jedem Tage, auch den Sonntagen, von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 6 Uhr Nachmittags, liegen auf dem Gemetndehause zu Staufenberg die Arbeiten deö 3. Abschnittes vom 2. und 3. BereinigungSbezirk der Gemarkung Staufenberg, nämlich:
6 ZutheilungSkarten,
2 Bände ZutheilungSverzeichuifle,
2 Bände Gütergeschoffe,
da» Abschätzungsverzetchniß der Obstbäume nebst Zu- sammenstellung,
daS Protocollbuch
zur Einsicht der Betheiligteu offen.
Tagfahrt' zur Entgegennahme von Einwendungen hier-
Bekanntmachung.
betneffend: Feldberetnigung in der Gemarkung Garbentetch.
Nachdem von mehreren Betheiligten der Antrag auf Mbereinigung der Gemarkung Garbenteich und die Anlage ron Wegen in den Baumftücken gestellt worden ist, und nach- hm dieser Antrag von der Großh. Oberen landwirthschaft- Wn Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete ot. Commissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden IH, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der betheiligteu Sc mdeigenthümer über den erwähnten Antrag auf
DienStag, 13. October 1896, Nachmittags 1—L Uhr,
ii das Gasthaus zum weißen Roß zu Garbenteich bestimmt.
Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, welche in der an- kenumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch «üoria Bevollmächtigte abstimmen (die Vollmachten müssen Naubigt sein), werden als für das Verfahren stimmend «igesehen. , , . . . _
Bezüglich der Abstimmungsberechttgung wtrd auf Att. 7 dr« Gesetzes vom 28. September 1887 verwiesen; ins- brsisndere wird ausdrücklich bemerkt, daß Ehemänner nur b-ziLglich ihres eigenen und des gemeinschaftlichen Grund- Mnchums stimmberechtigt sind; bezüglich des Grundeigen- lhmms der Ehefrau steht dieser das Stimmrecht zu, dem Ehe- m.im nur dann, wenn er hierzu schriftlich bevollmächtigt ist.
Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Be- Migungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihr,er Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Be- Mmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift In Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt.
Friedberg, den 21. September 1896.
Der Commiffär zur Leitung der Abstimmung: Dr. Göttelmann, Großh. Kreisamtmann.
Bekanntmachung,
betreffend: Feldberetnigung in der Gemarkung RüddingShausen.
In der Zett vom 7. bis einschließlich 20. October d. I. liegen auf dem Gemetndehause zu RüddingShausen folgende Acten und Karten, nämlich: -
1. der allgemeine Melioration-plan,
2. daS Wiesenmeliorationsproject nebft Erläuterung»- ö-richt und Prüfungsprotocoll zu demselben, zur Einsicht der Betheiligten offen.
Tagsahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt:
Mittwoch, de« 21. Oktober 1896,
Vormittags 10 bis 11 Uhr, im Gemeindehause zu RüddingShausen, wozu ich die Be- theiligten unter dem Anfügen einlobe, daß die Nichterscheinen- den mit Einwendungen ausgeschlossen find.
Einwendungen find schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Actengröße (mindestens Vr Bogen) ein
zureichen.
Friedberg, den 29. September 1896. Der BereiuigungS-Commissär: Dr. Göttelmann.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Der
Wltwr Anzeiger scheint täglich, »i Ausnahme bei
Montag«.
Dir Gießener
ribtn dem Anzeiger olch«ttlich dreimal bcigeltgt
Amtlicher Tbeil.
Gießen, den 1. October 1896.
4ett.: Ersatzwahl tut 1. ReichStagSwahlkreise de» Groß- herzogthum».
AS Großherzogliche Kreisamt Gießen
« «die Grohh. Bürgermeistereie« des KreiseS.
Nachdem laut Ihrer Anzeige dte Wählerlisten in rubricirtem gdxiffe ausgestellt sind, weisen wir Sie an, Montag den 5. in6 Dienstag den 6. October in ortsüblicher Weise bekannt I taten zu lassen, daß diese Listen von DouüerStag de« 8. Oktober biS Donnerstag den 15. Oktober d. I., leibt Tage sowie auch Sonntag den 11. October einschließlich, I euf dem Gemeinbehause bezw. in beut etwa sonst von Ihnen jinfüU bestimmten Locale zu Jedermann- Einficht auSgelegt seien und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Voll- jaul igkett der Listen innerhalb acht Tagen nach Beginn der Auslegung bei Meidung des Ausschlusses bei Ihnen toryibrtngen seien. Au den genannten acht Tagen find die Wem Vormittag- von 9 bis 12 Uhr und Nachmittag- von 2 dl» 5 Uhr offen zu legen.
Die Entscheidung über die Einsprachen gegen die Richtig- teit wnb Vollstänbigkett ber Wählerlisten hat, sofern bie Er- innevung nicht von Ihnen al- begrünbet erkannt wirb, nach tRotgabe beS Art. 48 II pos. 6 beS Gesetzes vom 12. Juni 1871 (Reg. Blatt Nr. 29, S. 268) burch bett Krei-auSschuß , ju (i folgen.
Nach Ablauf ber für bie Offenlegung bet Wählerlisten Mb zugleich für Reclamationen gegen btese festgesetzten Frist »ecken Sie baher, sofern Einsprache« erhoben «ud tiefe nicht von Ihnen durch Berichtigung der Wihlerlisten sofort erledigt worden find (wobei He dSrünbe etwaiger Streichungen oder Nachträge am Rand her!Liste unter Angabe deS Datums der Berichtigung von Jhnun kurz zu vermerken find), die Acten unverzüglich mit Begleitbericht an uns einsenden. Andernfalls sehen wir dis Montag den 19. Oktober unfehlbar Ihrem verSchte darüber entgegen, daß die Wählerlisten, nach vorauS- ttgvngener ortsüblicher Bekanntmachung am 5. und 6. k. Mts., dm Donnerstag den 8. October bis Donnerstag den 16. October I. I., beide Tage einschließlich, offen gelegen fabelt und daß Erinnerungen gegen die Richtigkeit und Voll- fiSnidigkett der Listen nicht erhoben, bezw. von Ihnen erledig^ tooitben find.
Wegen der weiter vorzunehmenden Schritte werden wir iimmächst verfügen. Schließlich sprechen wir die bestimmte ßtwartung au-, daß Sie unsere Anordnungen auf da- Püokt- Ichfte besorgen.
v. (Sagern.


