Ausgabe 
1.8.1896 Erstes Blatt
 
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Auf die Eingabe, welche Seitens des Herrn Oberbürger­meisters in Betreff der Verlegung der Oberhessischen Eisenbahndirection an da- Großh. Staatsministerium ge­richtet worden, hat letzteres mitgetheilt, daß diese Eingabe dem Finanzministerium bereits zugestellt sei- zu den in dem Schreiben geäußerten Besorgnissen wegen einer Schädigung der Stabt infolge Wegzuges von DirectionSbeamten sei kein Grund vorhanden. Gießen wird, wie einem Bericht der Darmft. Ztg." entnommen worden, zwei Maschinen-, eine Betriebs- und eine VerkehrSinspection erhalten.

Wie Herr Oberbürgermeister Gn auth zu Punkt 1 der Tagesordnung berichtet, hat Herr Stadtverordneter Bogt der Stadt Gießen eine Urkunde zugestellt, nach welcher er zum Gedächtuiß seiner Schwester Minna Keil, geb. Vogt, eine Stiftung in Höhe von 6000 Mk. mit der Bestimmung errichtet, daß die Stadt das Capital dauernd mit 3f/2 pCt. verzinst und alljährlich zu Weihnachten je 70 Mk. an drei bedürftige unverschuldet tu Noth gerathene Handwerker oder Handwerker-Wittwen vertheilt. Die Gaben sollen nicht als öffentliche Armenunterstützuug gelten. Die übrigen Bestimm­ungen der Stiftung entsprechen im Wesentlichen denjenigen der Bücktngfttftung. Die Versammlung beschloß Annahme der Stiftung und Ermächtigung des Herrn Oberbürger­meisters, dem Stifter Namens der Stadt deren Dank ab- zustattrn.

Das Baugesuch der Firma Heyligenstaedt u. Co. für die verlängerte Ltebigstraße (Vergrößerung der dortigen Fabrikanlage) und dasjenige der Gail'schen Dampf- ztegelet (Errichtung eines Ringofens) wird ausnahmsweise befürwortet.

Widerruflich und ausnahmsweise befürwortet wird das Gesuch des Herrn Wilh. Seipp I. um Erlaubntß zur Er­richtung einer Feldscheuer am alten Feldweg jenseits der Oberhesfischeu Bahn.

Die für nothwendig erachtete Erneuerung der Ueber- führung der Bewässerungsanlage von der Wieseck über den Oberlachgraben an der Plockbrücke soll nach Antrag der landwirthschaftlichen Commission nach Regulirung des Oberlachgrabens vorgenommen und in Röhren auSgeführt werden.

Der Ausbau der Ebelstraße vom Rtegelpfad bis zum Leihgesternerweg hat sich in Folge der durch veränderte Führung der Straße nothwendig gewordenen erhöhten Dammschüttung und vermehrter Auffüllung um 593 Mk. vertheuert, deren Nachbewilligung auf Antrag der Bau­deputation beschlossen wird.

Zur Fortsetzung der Ordnung des st ä dtt s ch e n Ar ch t v s, welche infolge mehrfacher Bauveränderungen im Bürgermeisterei- gebäude unterbrochen werden mußte, werden die früher be­willigten 600 Mk., die bisher nur zum kleinen Theile auf­gewendet wurden, von Neuem in den Voranschlag sür 1897/98 eingestellt.

Der eben im Bau begriffene große Gasbehälter am städtischen Gaswerk macht die Anlage einer neuen Kessel­anlage als Ersatz des vorhandenen, der zur Erwärmung von vier Gasbehältern nicht mehr ausreichend, nothwendig. Die Ver­sammlung beschließt nach Anhörung der hierzu gegebenen Erläuterungen, Ausführung der Anlage und Erweiterung des bereits bewilligten CreditS um 9500 Mk. Auf die Mit­teilung des Herrn Schwall, daß die Arbeiten am Gas­behälter die Anwohner in erheblichem Maße belästigten und es wohl einzurichten sei, daß die Arbeiter Abends 6 Uhr Feierabend machten, bemerkte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß er versuchen wolle, eine Aenderung in der Arbeitszeit herbeizuführen.

Für das Schlachthaus wird die Anschaffung eines größeren WassermefferS mit 50 Millimeter Durchlaß beschlossen.

Der an der Bergstraße (Schiffenbergerweg) befindliche Ventilbrunnen hat nach Mittheilung der Dtrectton des GaS- und Wasserwerks Anlaß zu Klagen und Mißständen gegeben, die fich besonders in der Beschädigung des Trottoirs und des Pflasters wegen Mangels geeigneten Abflusses geltend machten. Da sämmtliche Häuser der Umgebung au die Wasserleitung angeschlossen find, auch der Verkehr fich von der Bergstraße ab- und der neuen Gartenstraße zugelenkt hat, wird der Brunnen für entbehrlich gehalten und dessen Ent­fernung beantragt. ES wird dementsprechend beschlossen und ferner 98 Mk. zu Lasten des GaS- und Wasserwerks zur Herstellung des beschädigten Pflasters bewilligt.

Zur Fortsetzung der GaS- und Wasserleitung zwischen der Pumpstation und dem Bahndamm in der West­anlage, die sich infolge Erbauung einer Schuldtenerwohnung und demnächstiger Unterführung deS Bahndammes nöthig gemacht, wird Genehmigung ertheilt, dcsgl. zur Fortsetzung der Wasserleitung nach der Obermühle an der Rod- Heimer Straße, nach dem Valentin'schen Neubau daselbst und nach dem Schiffeuberger Thal, zum An­schluß an die dortigen Häuser und au das Kauffmann'sche Fabrik-Etablissement. Zur Verstärkung der alten Wasser­leitung in der Matgasse werden 130 Mk. bewilligt.

Die deutsche Kleinbahn-Gesellschaft zu Berlin, welcher die Concesston zum Bau einer Kleinbahn von Gießen nach Rodheim u. s. f. ertheilt wurde, hat ein neues Project vorgelegt, nach welchem in Gießen ein besonderer Personen­bahnhof angelegt werden soll. Bekanntlich war geplant, die Bahn, welche eine Fortsetzung nach der Margarethenhütte finden soll, auf dem jetzigen Viehmarktplatze einmündeu zu lassen. Nach Darlegung der Kleinbahn Gesellschaft bietet aber die Anlage eines Bahnhofs auf den Viehmarktplatz der un­günstigen Curven- und SteigungSverhältnisse wegen solche Schwierigkeiten, die den Verkehr von Personenzügen beein­trächtigen, daß es die Gesellschaft für empfehlenswerther hält, einen besonderen Personenbahnhof auf der Südseite von Oswalds Garten (entlang der Gail'schen Mauer) zu errichten. Ein kleines Stationsgebäude würde, wie aus den von Herrn Oberbürgermeister Gnauth gegebenen Erläuterungen hervorgeht, ungefähr vor der Spieß'schen Wirthschaft zu errichten und Vorkehrungen sür eine

I OmuibuShalteftelle zu treffen fein; das Passireu der Züge durch den Neustädter Viaduct würde fich allerdings nur j unter jedesmaliger Absperrung für Fuhrwerke auSfÜhreu lassen, was bet vier- bezw. achtmaliger Durchfahrt täglich eine erhebliche Störung des FuhrwerkSverkehrS nicht zur Folge haben würde. DaS Gesuch der Gesellschaft um Anlage eines besonderen Personenbahnhofs auf der be­zeichneten Stelle des Oswalds Garten, welcher, nebenbei be­merkt, als Platz bet großen Festltchkettea ohnedies nicht mehr tu Betracht kommen kann, hatte die Baudeputatiou nach Er­wägung einer Reihe für und gegen sprechender Gesichtspunkte befürwortet unter der Bedingung der Weglassung eines dritten Geleises und Vorlage genauer Pläne. Herr Beigeordneter Georgi bemerkt dazu, daß er Unzuträglichkeiten fürchte wegen des gerade am Neustädter Thor starken FuhrwerkS­verkehrS; er habe Bedenken gegen die Führung der Bahn durch den viel zu engen Main Weser Viaduct. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß er fich die Schwie­rigkeiten nicht so groß vorftelle, auch sei er der Ansicht, daß fich über kurz oder lang der Ersatz der engen Ueberführung der Matn-Weser-Bahn durch eine weitere in Eisenconstruction nöthig machen werde, wodurch der Straßenverkehr Übersicht- ltcher werde; die Lahnbrücke würde durch Anlage von je zwei Meter breiten ausgekragten Fußstegen erheblich verbreitert und biete dann die jetzige Steinbrüftung den Fußgängern Schutz vor dem Fuhrwerk. Herr Wallenfels hält ebenfalls die Anlage des Bahnhofs auf Oswalds Garten für miß­ständig, dies geführte den Verkehr an der Durchfahrt durch den Bahndamm. Herr Scheel spricht sich auch gegen das Pasfiren der Kletnbahnzüge durch den Main-Weser-Viaduct aus, durch BahnhofSanlagen aufs Oswalds Garten würde auch der Marktverkehr gehemmt. Herr Schmal! ist gegen die Durchfahrt, er würde, falls der Viehmarkt fich durchaus nicht zur Anlage eines Bahnhofs eigne, dafür stimmen, daß der Bahnhof dann jenseits der Lahn, auf der Sette des FeldschlößchenS, angelegt werde, das Passiren deS Neustädter ViaductS sei für Fuhrleute jetzt schon schwierig, man solle die Schwierigkeiten nicht noch verstärken. Herr Petri erklärt, in der Baudeputation auch Bedenken gegen die Durchfahrt gehabt zu haben, er habe jedoch lediglich im Interesse deS Verkehrs dafür gestimmt. Herr Dr. Ploch spricht fich gegen die Anlage auf Oswalds Garten aus, da man nicht wisse, ob sich nicht mit der Zeit ein Bedürfniß zur Erhaltung des OswaldSgarteuS geltend mache. Herr Beigeordneter Georgi bemerkt, daß kein Werth darauf zu legen sei, ob der Bahnhof etwas mehr oder weniger aus der Stadt heraus gelegt werde, auf ein paar Schritte komme es dem Publikum nicht an; wenn sich der Viehmarktplatz nicht eigne, so sei er dasür, daß der Bahnhof jenseits der Lahn errichtet werde; der Locomotivenverkehr innerhalb der Stadt biete auch Unannehmlichkeiten. Das Gesuch wird, unter Befürwortung der Anlage eines bahnseitS entlang der Hamm- straße zu legenden AnschlußgeletseS nach der Margarethen­hütte, abgelehnt und Herr Oberbürgermeister Gnauth er- mächligt, der Kleinbahngesellschaft einen Platz zur Anlage eines besonderen Personenbahnhofes jenseits der Lahn anzu­bieten, falls zu große technische Schwierigkeiten der Anlage am Biehmarktplatz entgegenftändeu.

Der folgende Gegenstand der Tagesordnung: Ver­größerung des bestehenden, bezw. Anlage eines zweiten Friedhofs, wird abgesetzt, da der Referent, Herr Prof. Dr. G a f fky, erkrankt ist. Nach dem, was Herr Oberbürgermeister Gnauth aus den CommissionS- Verhandlungen mittheilt, soll sowohl von einer Wiederbelegung deS alten ThetleS des Friedhofs wie von einer Erweiterung abgesehen, sowie ein neuer Friedhof angelegt werden und zwar im Norden der Stadt, etwa zwischen Rodberg, Mittel­weg und der alten Marburgerstraße; eS hatten angestellte Erhebungcn ergeben, daß im Verhältntß der Zahl der Todes­fälle sowohl in der Stadt selbst wie in den Kliniken die An­lage des Friedhofs am Rodberg am zweckmäßigsten sei. ES sei dabei inS Auge gefaßt, daß vorerst die Beerdigung in den Kliniken Verstorbener von einer auf dem Friedhof zu errichtenden Leichenhalle aus erfolgen solle, später werde das Gleiche mit den übrigen Leichen geschehen.

Die Kosten sür Anlage einer Zapfstelle der Wasser­leitung auf dem neuen Theile deS Friedhofs (in der Nähe deS Mahla'schen Erbbegräbnisses), sowie einer solchen am FriedhosSbassin, wie für Anschluß der Wohnung deS Friedhofs- aufsehers an die Wasserleitung werden bewilligt. Von der an­geregten Erhebung einer besonderen Vergütung für Ent­nahme deS Wassers durch die Friedhofsgärtner soll abge­sehen werden.

Die vorliegenden Concesfionsgesuche zum WirthschaftS- betrieb werden wie folgt erledigt: Das Gesuch deS Herrn Carl Kinkel (Haus am Riegclpfad) wird befürwortet, weil es sich um Uebergang einer bestehenden Wirthschaft handelt- das Gesuch deS Herrn August Weber (Ecke Landmann und Grünbergerstraße) wird mit Rücksicht darauf, daß in unmittelbarer Nähe mehrere Wirthschaften mit Branntwein- AuSschank sich befinden, nicht befürwortet; bejaht wird die Bedürfnißfrage bezüglich der Gesuche von Gg. Kinkel (Bergstraße 22) und Peter Weihrich (Darmstädter HauS).

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Gießen, den 31. Juli.

* DaS VorlefungSverzeichniß der Landes-Univerfität für das Wintersemester 1896/97 ist erschienen und in den bekannten Buchhandlungen und bei Curt v. Münchow zum Preise von 20 Pfg. zu beziehen.

* * Auszeichnung. Herrn Geheimen Baurath Altvater, Director der Oberhesfischeu Eisenbahnen, wurde von Seiner König!. Hoheit dem Großherzog von Baden daS Ritter­kreuz 1. Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen.

Da« Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner

König!. Hoheit deS Großherzogs vom 15. Juli dem Mir, gliede der freiwilligen Feuerwehr zu Bretzenheim, Landwinh Nicolaus Schmalbach II.

Evangelisches Schwesternhaus Als Erwiderung auf die von uns gestern in dieser Angelegenheit veröffentlichte Zuschrift geht uns von betheiligter Seite folgende M' .. tHeilung zu: Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege kann nur dankbar sein für daS durch seine Erörterung bethätigte Interesse für den SchwefternhauSbau. Er theilt auch völlig die darin vertretene Ansicht, daß ei eine Lebensfrage für das Schwesternhaus ist, für den uner- läßlichen Neubau einen Bauplatz zu finden, der dem Mittel- punkte der Stadt möglichst nahe gelegen ist. Der Vorstand ist seit dreivtertel Jahren ernstlich bemüht, einen solchem Bauplatz zu finden, und eS gibt wohl kaum noch eine Mög. lichkeit, die dabei nicht erwogen worden wäre. Leider bäte, alle Verhandlungen bis jetzt noch zu keinem erwünscht Ziele geführt, theils um sachlicher Schwierigkeiten willen, tu entgegenstanden, theils weil so unerschwingliche Preise gt» fordert wurden, daß jeder Gedanke an den Erwerb an»- geschloffen war. Der Allgemeine Verein würde dem wohl­wollenden Einsender sehr dankbar fein, wenn er einen völlig geeigneten Bauplatz zu einigermaßen annehmbarem Preise nachweifen könnte. Andernfalls wird der Verein schließlich doch, so schwer eS ihm auch wird, fich für einen Platz ent* schließen müssen, der zwar nicht ungünstig gelegen ist, jedoch nicht allen Wünschen gleichmäßig entspricht.

* * Die Aliceschule für Frauenbildung und -Erwerb ver- theilt soeben ein neues Unterrichtsprogramm, welches gegen das frühere in mehreren Punkten verändert ist und die Aufmerksamkeit aller Familien mit Heranwachsenden Töchtern verdient. Wir find in der Lage, auS demselben Folgendes mittheilen zu können. Zunächst ist die Zahl der Unterrichts- gegenstände erweitert durch Einrichtung französischer und eng- ltscher ConversationScurse, welche von einer Dame, die längere Zeit in Frankreich und England gelebt hat, ertheilt werden. Die Dauer eines CursuS beträgt 21/1 Monate, wöchentlich wird in je zweimal 2i/i Stunden unterrichtet, daS Honorar beträgt je 20 Mark. Diese Einrichtung wird besonders von denjenigen Familien begrüßt werden, welche eS vorziehen, ihre Töchter bet sich zu behalten, statt sie in ein Pensionat zu schicken. Sodann ist neben den Einzelcursen, welche bisher bestanden, ein Klassenunterricht eingesührt worden, in dem die jungen Mädchen gleichzeitig in mehreren Zweigen weiblicher Arbeit unterwiesen werden. Dem Unterricht soll sich die Ausbildung, welche die jungen Mädchen während ihrer Schulzeit, sei eS in der höheren ober erweiterten Töchter­schule ober in bcr Stadtschule erhalten haben, anschließen und demgemäß in drei Klassen ertheilt werden. Curse be­ginnen im Herbst und im Frühjahr und dauern je 21/* Monate. In der ersten Klasse (Honorar 50 Mk.) sind wöchentlich 18 Stunden Unterricht, die fich auf 10 Stunden Conver- sation in fremden Sprachen, 6 Stunden weibliche Hand­arbeiten (Schneidern ober Weiß- unb Maschinen Nähen ober Sticken) unb 2 Stunden Bügeln vertheilen. In der zwetre, Klasse, welche sich an die erweiterte Mädchenschule anschtteßt, erstreckt sich der Unterricht auf Weißzeug- unb Maschinen- Nähen, auf Handsticken unb alle mobernen Arbeiten, aus Literatur, häusliche Buchführung unb Bügeln ober, nach Wahl, auf Klcidermachen unb Bügeln. DaS Honorar beträgt hier für ben ^^monatlichen Unterricht von wöchentlich 20 Stunden 20 Mark. In der dritten, an die Stadtmädchev- schule fich anschließenden Klasse wird in wöchentlich 26 Stunden Unterricht ertheilt in Hand- unb Maschtnen-Nähen, Flicken, Stopfen, Wetßfticken, Färb- unb Freihanbzeichnen. DaS Honorar beträgt hier 15 Mark. ES ist felbstverstänblich, daß in der kurzen Zeit von 2V2 Monaten keine gründ­liche Ausbildung in den genannten Fächern erreicht werden kann. Aber die ist auch in vielen Fällen nicht nöthig, el genügt für viele junge Mädchen, wenn fie eine Anleitung erhalten, auf Grund deren fie später selbstständig weiter fich auSbilden. Für solche, die eine berufsmäßige Aus­bildung in einem besonderen Fache weiblicher Handarbeit fich zu erwerben wünschen, bestehen ja längst und bleiben weiter­bestehen die ausführlichen Curse im Kleibermachen, im Weißzeug Nähen rc. Unsere Aliceschule, welche vor einigen Jahren burch die Einführung deS stets lebhaften Zuspruchs sich erfreuenbtn KochcursuS ihr Programm in erwünschter Weise bereicherte, hat fich burch bie Aufnahme ber Conver- sation in fremden Sprachen und durch die Einrichtung eine» Klassenunterrichts wieder den Dank vieler Familien gesichert.

UaglnckSfall. In einem Steinbruch im Gießener Stadtwalde verunglückte am vorigen Mittwoch ein Arbeiter, ber Sohn beS Unternehmers, inbcm eine infolge beS Regeo- wetterS losgelöste Steinmasse abftürzte und ihn verschüttete. Schwer verletzt wurde derselbe von seinen Mitarbeitern unter dem Schutte hervorgeholt unb in bie Klinik gebracht.

* Verhaftet wurden heute Morgen zwei legitimationS- lose Fremde, angeblich Kellner, welche mit zwei von ber Polizeiverwaltung zu WormS ausgeschriebenen Falschspielern identisch zu sein scheinen. Ferner wurde ein Arbeiter von hier wegen Vergehens gegen § 176 des R Str.-GesetzeS feftgenommen.

Unfug. In dem HauSgarten einer Wirthschaft am SeltcrSweg wurden in verflossener Nacht bie Anpflanzungen zertreten unb bie Bohnenstangen uwgerisien.

AlSfeld, 29. Juli. Infolge ber Verstaatlichung ber Hessischen LubwigSbahn unb bereu zukünftigen gemeinschaft­lichen Betriebes burch Hessen unb Preußen, in welchen Betrieb auch die Oberhesstsche Eisenbahn mit einbegriffen werben soll, bürste nunmehr ber richtige Zeitpunkt gekommen sein, vm dem schon längst auSgedachten Projecte eines Eisenbahn- baueS Kirchhain Alsfeld HerSfeld wieder näher zu treten. Wie «an dem hiesigen Kreisblatt mittheilt, hat der Vorstand deS hiesigen Kanfmännischev Vereins bereits den Entschluß gefaßt, die erforder­lichen Schritte zu thun, um diesen Bahnbau nach Rräftes

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