Ausgabe 
1.7.1896 Zweites Blatt
 
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Scheuer« uiederzuretheu und die Nachbargebäude zu schütze«. Da- Har» de» Herrn Becker brannte ganz, da- Hau- des | Herrn L^dw'g Messer teilweise nieder, har aber durch die Wassermaßcu ganz ecortren Schaden gelitten. Die Feuer­wehren tdaren in vdllstn« Maße ihre Schuldigkeit, was auch allaemei« anerkannt wird, haben aber heute noch wit Miß­ständen z, fuKpfen, deren schleunigste Beseitigung im Interesse der öffentlichen Sicherheit dem Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr hiermit dringend ans Herz gelegt wird.

n. Gld6-Pm6cp, 28. Juni. Unter großer Betheiligung von außen und den Sympathien der gesammten Einwohner« schäft, welcher mit dem schönen Schmuck der Hauser Ausdruck gegeben vaar, fand heute dahier das dritte Bun des fest des Wetterauer TurnerbuudeS statt.

A Äir.w>, 29. Juni. Der Handelsmann Feist Stern von hier, ttn noch junger und erst fett einigen Jahren oer- heiratheter Mann, befichtigte am letzten Dienstag in einem Stalle in Oler-Breideobach ein Rind. Da» Thier wurde hierbei unruhig und drückte den Genannten vermuthlich gegen die Krippe, jodaß Stern außer ctnem Beinbruch schwere innere Verletzungen davontrug, welchen der Bedauernswerthe in der Nacht von Freitag zu Samstag erlegen ist.

8. Bingenbri«, 28. Juni. Gestern feierte der Niddaer Zwetgverein der Gustav«Adolf-Stiftung sein Jahres- fest in hiesiger Kirche. Bon auswärts waren zehn Geistliche erschienen. Herr Pfarrverwalter Wolf von Ranstadt hielt die Festpredigt über den Trxt: Lastet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber au des Glaubens Genosten. Die Kirche war geschmückt und bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Gesangverein trug ein geistliche- Lied vor und erwarb sich bet dec Nachfeier im Münch'schen Saale durch weitere gute Vorträge Verdienste um daS Wohlgelingen des Festes. Die Dvrfstraßen waren mit Fichtenbäuwchen und Fahnen geschmückt. Herr Drcan Hofmeier von Nidda, der Vor­sitzende des Vereins, und Herr Pfarrer Klotz von Wallern­

hause«, der beeretär, hielten Ansprachen tu der Kirche uud schilderten die Wirkung deS Gustav-Adolf-BereivS in beredten Worten. Bon besonderem Jntereffe für unsere Gegend ist, daß daS kleine Heuchelheim in Bezug auf Wohlrhatigkeitsfion stets in der vordersten Linie steht, wie dies in dem Rechen­schaftsberichte gebührend hervorgehobeu worden ist. Bet der Nachfeier im Münch'schen Saale wurden noch eivtgejAvsprachen gehalten. Die Feier, welche auch von auswärts besucht war, verlief in schöner uud würdiger Weise.

NlSfeld, 29. Juni. Nächsten Mittwoch den 1. Juli wird die neu errichtete Bade-Anstalt bet den Erlen der öffent­lichen Benutzung übergeben.

WormS, 29. Juni. Ein Mannheimer Verein, der jüngst tu einem Nachbarorte ein Waldfest abhielt und daS für die Theilnehmer an dem Feste mitgeführte Bier auch an Einwohner dieses Nachbarortes verabreichte, hat nunmehr wegen Steuerhinterziehung und Ausschank von Bier ohne Erlaubniß ein Strafmandat von 300 Mk. erhalten.

Offenbach a. M., 29. Juni. Der gestern hier abgehaltene vierte Hessische Katholikentag, der in Schlosser» Liegenschaft tagte, war von rund 8000 Personen besucht. In zwei Sälen fanden zu gleicher Zeit Versammlungen statt, in denen über dasselbe Thema referirt wurde. Im vorderen Saale führte Rechtsanwalt Dr. Frenay aus Mainz den Vorsitz- Pfarrer Helf er ich von Klein-Krotzenburg verbreitete sich über die Schule und wendete sich gegen die angeblich daS katholische Elternrecht verletzenden Bestimmungen des hessischen Volksschulgesetzes. Frhr. v. Köth behandelte die sociale Frage uud geißelte scharf die Genußsucht. In der zweiten Versammlung mit gleicher Tagesordnung präfidirte Rechts­anwalt v. Brentano-Offenbach, während sich Wetnhäudler Josef Molt Han über die Schulfrage, insbesondere die Schule als Ergänzung der elterlichen Erziehung und Pfarrer Dr. Schieler-Offenbach über die Stellung des CentrumS Und der Socialdemokraten zur Arbeiterfrage verbreitete. ES

wurden Resolutionen über die römische Frage, ferner bezüglich der Ordensfrage, der Schule, der Preffe uud der socialen Frage angenommen. Der CentrumSfraction des Reichstag» wurde eine ErgebeuheitSadreffe übersandt. Der Bischof von Mainz übersandte den bischöflichen Segen. Von Mainz war ein Extrazug abgelaffen worden.

A Mainz, 28. Juni. Auf vielseitige Anregung hin hat die hiesige Handelskammer in Sachen der Neuregelung der Sonntagsruhe ihr Gutachten dahin abgegeben, daß in erster Linie die für die Gefchäftsstunden freigelaffene Zelt in einer ununterbrochenen Stundenfolge festgesetzt werde und zwar für die Sommer- und Winterzeit gleichmäßig auf die Zeit von 10 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags. Da der § 105 b des Gesetzes nur die Berücksichtigung der für den öffentlichen Gottesdienst bestimmten Zeit vorschreibt, öffentlicher Gottesdienst aber in der katholischen Kirche schon von den frühesten Morgenstunden an stattfindet, wahrend in der evangelischen Kirche bei einigem Entgegenkommen der Geistlichkeit ebenfalls ein Gottesdienst derart festgesetzt werden könnte, daß er um 10 Uhr sein Ende findet, so würden der vorgeschlagenen Regelung gesetzliche Hinderniffe nicht im Wege stehen. Sollte jedoch die Durchführung des Vorschläge» an dem Widerstand der evangelischen Geistlichkeit scheitern, so empfiehlt die Handelskammer die Festsetzung der Geschäfts­zeit auf die Stunden von 11 bis 2 Uhr im Sommer und 11 bis 3 Uhr im Winter.

Bodeuheim. 27. Juni. Die Frau ci-iep in Mainz be­schäftigten Arbeiters hatte gestern einen E'wer Waffer in ein Zimmer ihrer Wohnung gestellt,- al- sie das Zimmer nach einigen Minuten wieder betrat, bemerkte sie zu ihrem Schrecken, daß ihr ein Jahr altes Kind mit dem Kopf in das Waffer deS Eimers gerathen war und kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, das Kind war in dem Eimer ertrunken.

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