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adlicdgfiltig in Verkehr bringt, oder wer solche verringerte LM^in gewohnheitsmäßig oder im EinverstSndniß mit dem, vvE^c fie verringert hat, all vollgültig in Verkehr bringt, iT-oÜn Mit Gefängniß bestraft, neben welchem auf Geldstrafe bWzo 1000 Mk., sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehren- r »ch erkannt werden kann." Die öffentlichen Kaffen haben t> «k rrpflichtung, beschädigte Münzen zu zerschlagen, um fie j ~i diese Weise auS dem Verkehr zu ziehen und die betr. AM lerer unter Umständen zur Bestrafung nnd zur Anzeige VIP hingen. ES hüte sich also Jeder, derartige Münzen ilkipehmen resp. wieder zur Ausgabe zu bringen.
Versendung von Mustern ohne Werth. Die Ber- feiddug von Mustern ohne Werth gegen die für Maaren- j;ruitu festgesetzte ermäßigte Taxe ist nach den Vorschriften -.-»Sostordnuug nur dann gestattet, wenn diese Muster keinen ÄMürlSwerth haben und nach ihrer Beschaffenheit, Form uuLKtrpackuog zur Beförderung mit der Briefpoft geeignet find. Die Sendungen sollen bestimmungsgemäß in iijljtß Ausdehnung 30 Ctm. in der Länge, 20 Ctm. in der ^Ocdte und 10 Ctm. in der Höhe nicht überschreiten. Bon 1 °® Beförderung als Waarenproben find Sendungen aus- geL^lossen, die nicht unzweifelhaft die Eigenschaft einer Probe ‘•er eines Musters haben, vielmehr eine Waare darstellen. Jyl letzt er Zeit haben die Fälle einer mißbräuchlichen Aus- k^chiag der Einrichtung zur Versendung von bestellten Waarcn r liieren Umfanges, von Ersatzstücken u. s. w. sich so auf- laüüiild vermehrt, daß die Post sich genöthigt gesehen hat, »üdo die all Muster ohne Werth zur Einlieferung gelangenden -sseibunjgen eine besondere Controle einzurichten. Diejenigen Meiubmtibenben, welche öfter in die Lage kommen, Maaren- jnraben zu versenden, seien hierauf mit dem Bemerken auf- .nerlinrr gemacht, daß fie sich unnütze Mühe machen, wenn siä Kmdungen als Muster ohne Werth einliefern, welche den olEkgm Bestimmungen nicht entsprechen. Die mit der Prüfung dexmstroigten Postbeamten sind angewiesen, die Prüfung nach flla-Richtungen hin sorgfältig auszuführen, und in zweifel- 'jcwifflrn Fällen die Sendungen mit fertigen Maaren dann uu- lemifmiöet zu befördern, wenn nach der Geringfügigkeit des ich WenheS und sonstigen Umständen anzunehmen ist, daß 'Stz sich wirklich nur um Proben handelt. Andernfalls werden Mei: Senkungen an die Aufgeber zurückgegeben.
Me AuS Kurheffen, 29. April. Verbrecher wieder e t tugtfnngen. Der aus dem Zuchthause in Untermaßfeld . Neu ingen auf räthfelhaste Weise auSgedrochene und ent
sprungene Einbrecher und Räuber Preßler ist tn Hümme (Station der Westfälischen Bahn Kaffe! - Warburg) wieder feftgenommen worden. Und zwar ist diese! einem eigen- thüwlich günstigen Umstande zu verdanken. Ein Landwirth auS dem Dorfe Stammen (Kreis Hofgeismar), welcher bei dem 32. Infanterieregiment gedient und vor dem Zuchthause in Untermaßfeld wiederholt Posten gestanden, dabei auch den Preßler gesehen hat, stand vor seiner Thüre, als der gesuchte Entsprungene in raschen Schritten vorbeimarschirte. Er erkannte denselben sofort, machte der OrtSpolizei Anzeige, welche den Gendarmen telegraphisch herbeirief, worauf derselbe sofort die Spur de! Flüchtigen von Stammen aus in der Richtung nach Karlshafen aufnahm und Preßler tn Hümme in einer Wirtschaft beim Effen überraschte. Derselbe zeigte zwar seinen angeblichen Paß vor, leugnete hartnäckig, Preßler zu sein, tndeffen eS half nichts, er wurde auf das Bestimmteste rccognoöcirt und sofort darauf per Schub nach Meiningen zurücktranSportirt.
* Dillenburg, 27. April. Unter den Arbeitern des naffauischen Industriegebietes ist eine Lohnbewegung im Gange, die schon längere Zett vorbereitet war. Auf den staatlichen Gruben bei Dillenburg versuchten heute die Arbeiter einen AuSstand, der jedoch nicht zum AuStrag kam, da eine vorläufige Einigung erzielt wurde.
* Vallendar a. Rh, 27. April. Der Lademeister Lor- scheid gerieth heute vormittag auf dem hiesigen Bahnhofe zwischen die Puffer einer Rangirabtheilung und starb alsbald infolge der Verletzungen. Er hinterläßt eine Wittwe und elf Kinder.
* Olwutz, 29. April. Der von Wien hierher zurückkehrende Regimentsarzt Dr. Schulla wurde im Eisenbahncoupe von einem mitreisenden jungen Manne überfallen und durch einen Revolverschuß verwundet. Hierauf erschoß sich der Attentäter selbst.
Eingesandt.
Gießen, den 30. April 1896.
Dem Eingesandt der Herren Architecten Stein & Meyer in Nr. 99 des Gießener Anzeigers, beftättge ich gern meine Nicht- betheiligung beim vortgjäbrigen Wettbewerb znr Erlangung von Plänen einer Aesthalle und -aupteingang, was mir aber nicht den Gesinnungsaustausch mit Fachgenossen verbieten konnte. Dem mit in Erwähnung gebrachten, vom Kausmänntschen Verein ausgeschriebenen Wettbewerb, dürfte die Ueberlegenheit des Entwurfes der Architecten Stein & Meyer etwas niedriger zu stellen sein, wenn man den Beschluß der letzten Generalversammlung des Kaufmännischen Vereins, ebenfalls in Nr. 99 des Gießener Anzeigers
veröfienllicht, näher ansieht. Hu8 dem Eingesandt obengenannter Herren war klar zu sehen, daß der Klimm sche Entwurf bei ihrer Preisarbeit benutzt wurde, e8 bleibt nur noch zu entscheiden, ob eine vollständige (Kopte oder eine daran grenzende Nachahmung stattgefunden hat. _3ebermann setzt aber bet einem Wettbewerb voraus, baß eS selbstständtge geistige Arbeit sein muß, welcher man einen Ehrenpreis juerfer.nen soll und nicht der vorwiegende ober sogar vollständige Werth der Arbeit anderem Geiste gekört. Die Veröffentlichung dieser Angelegenheit glaubten die Gießener Prtvak- Architeclen — in beten Ein vernetz men ich bin — der Oeffentlichkelt nicht vorentdalten zu dürfen, und sieht man mit Interesse dem Spruch der Sachverständigen entgegen.
4239 H. »-«erbe». Architect.
Gottesdienst in der Synagoge.
SamStag den 2. Mai.
Vorabend 7" Uhr, Morgens 8* Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbalhauSgang 880 Uhr.
Witterungsbericht vom 29. April.
Im Norden Europas lagert eine ausgedehnte Depression, von welcher aus sich der Einfluß deS niederen Druckes in südlicher Richtung bis zu den Alpen herab erstreckt. Im äußersten Westen scheint langsam wieder hoher Druck einzutreten, lieber dem Gebirge und im Süden beS ErbtheilS besteht hoher Barometerstanb, brnv entsprechen!) herrscht über ©Übeuropa meist heitere- unb warmes Wetter, währenb in ben conlütentölen Lagen vielfach trübe Witterung mit stellenweise» Niederschlägen eingetreten ist. Die Temperaturen sind in Nvrb- unb Mitteldeutschland wieder gesunken, während sie im Süden unsere! Gebietes wenig Aenderung zeigen.
voravlftchUiS« »tttmmet
Zunächst meist trübes, etwas kühlere! Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
Verkehr, £anb« tmfc DolfstvirtojcbafL
Gießen, 30 April. Der gestrige Ochsenmarkt hatte nur eine schwache Auffahrt. Es standen nur ca. 70 bis 80 Thiere, meist Simmenihaler Rasse, zum Verkauf. Der Handel war flott und wurden auch sehr gute Preise gezahlt. Besonders war schwere Waare sehr knapp und gesucht. Händler aus der Provinz Sachsen, die am Markt waren, konnten ihren Bedarf in bester Qualität nicht dicken unb mußten unverrichteter Sache ben Markt verlassen. Es würben bezahlt Fahrochsen 1. Dual, bis 950 Mk., 2. Dual. 750 bis 850 Mk., 3. Dual. 650 dis 700 Mk. baS Paar. Fettoich war nicht am Markt. — Der Auftrieb am Schweinemarkt belief sich auf etwa 650 Stück Läufer unb Ferkel. Der Hanbel war hier stockend und flau, so daß der Markt nicht geräumt wurde. Die Verkäufer lehnten, wenn nich: annehmbare Preise geboten wurden, das Geschäft ab und nahmen ihre Waare lieber wieder mit nach HauS. Es wurden gehandelt Ferkel bis 10 Wochen alt mit 35 bis 48 Mk., Läufer, «/»jährig, 70 bt6 80 Mk. bas Paar. Anbere Sorten waren nur vereinzelt am Markt. Schlachtvieh fehlte gänzlich.
LiiadrrrO, 29. April. Fruchtmark!. Rother Weizen X 14,25, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.85, Gerste X 8.55, Hafer X 6.40.
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1. Schön- und Rechtschreiben (Terminologie).
2. Stenographie (Gabelsberger System).
Diejenigen jungen Kaufleute, welche an dem Cursus theilnehmen wollen, werden gebeten, an obengenanntem Tage, Abends präcis 8 Uhr, im Schullocal, „Poftkeller", zu erscheinen. 4232
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