geordnet hat, hat im ganzen Lande große Erregung hervor- gerufen. Man nimmt an, daß die Regierung wichtige Gründe haben müsse, welche eine derartige Maßregel rechtfertigen.
Brüssel, 28. Mörz. Sollte die Situation in den Kohlenbezirken sich nicht bald bessern, dann werden weitere 7000 Mann Reserve eingezogen - der diesbezügliche Befehl ist bereit- unterzeichnet.
Brüssel, 28. März. Der allgemeine Ausstand ! erfaßt immer weitere Kreise. Nun hat auch der Schneider- j verein beschlossen, sich dem Strike anzuschließen. — Am 1. April soll in den Straßen Brüffel- eine Riesendemonstration veranstaltet werden.
Antwerpen, 28. März. Heute Nachmittag hat die von den Handelskammern veranlaßte Abstimmung über die Annection des CongostaateS seitens Belgiens statt« gefunden. 373 Mitglieder haben für die sofortige Ueber- nähme, 93 haben dagegen gestimmt. Zwei Mitglieder be- theiligten sich nicht an der Abstimmung. Diesem Resultat wird die größte Bedeutung beigemeffen, weil man glaubt, dorau- schließen zu dürfen, daß die Vorlage in der Kammer ebenfalls zur Annahme gelangen werde.
Paris, 28. März. Nachdem der Finanzminister den Arbeitern der Zündholzfabriken die geforderten Lohnerhöhungen verweigert batte, versammelten sich gestern die Arbeiter und beschloffen nach langen Debatten mit 197 gegen 187 Stimmen, den AuSstand zu erklären. Die Arbeiter sämmtlicher Zündholzfabriken wurden sofort telephonisch benachrichtigt und aufgefordert, die Arbeit einzustellen.
Pari-, 28. März. Der in dem Pasteur'schen Institut thätige Arzt, Alexander Marnorek, ein geborener Wiener, har die Ursachen deS WundfteberS, des WochenbettfieberS und de- RorhlausS entdeckt- ferner ist es ihm gelungen, das erforderliche Mittel zu finden, durch welches diese Krankheiten verhindert oder im ersten Stadium unterdrückt werden können. Die bisher mit dem Mittel vorgenommenen Versuche verliefen äußerst günstig.
Marseille, 28. März. Eine auS 22 Personen, Deutschen und Italienern, bestehende Theatertruppe, welche im hiesigen Theater lebende Bilder aufführte, erhielt von der Behörde den Befehl, die Vorstellungen einzustellen, weil in j denselben die französische Fahne beschimpft worden sei. Ohne die Intervention der Polizei wäre ein blutiger Zusammenstoß zwischen Franzosen, Deutschen und Italienern nicht zu vermeiden gewesen.
Cocoles unb provinzieller.
Gieße«, den 29. März 1895.
• • Kirchliche Dieustuachrichlen. Seine Königliche Hoheit , der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarrer : Franz Götz zu Ranstadt die evangelische Pfarrstelle zu ; Langenhain, Decanat Friedberg, und c>em Pfarrer Wilhelm Fuchs zu Reichelsheim i. O. die evangelische Pfarrstelle zu Wixhausen, Decanat Darmstadt, zu übertragen.
• • «in kurzes, ober heftiges Gewitter mit Hagel stellte sich heute Nachmittag gegen 2Vs Uhr ein, eine um diese Jahreszeit gewiß seltene Erscheinung.
Hochwasser. Lahn und Wteseck bieten jetzt daö interessante Schauspiel der Ueberfluthung ihrer Ufer. So« wohl der Diehmarkt bis an die Krofdorfer Straße, cm Theil j der Blechen, der Burk'schen Insel, die Badeaustalten, als I auch das Neustädter und Heuchelheimer Feld sind Uber- ; schwemmt. Die Wteseck hat das ganze Wiesenthal zwischen Stadt und Philosophenwald unter Waffer gesetzt, ebenso ist ; ein Theil des zwischen Rodberg und Afterweg gelegenen ; Gebietes überschwemmt.
• • Die vorgestrige Jahresversammlung de- Allgemeinen Senin» für Armen- und Krankenpflege war, namentlich seitens der Herren, schwach besucht. Der Vorsitzende, Pfarrer Schlosser, drückte in seiner einleitenden Ansprache sein lebhaftes Bedauern darüber aus. Andere Vereine machten : ja dieselbe Erfahrung und man tröste sich dann damit, daß i die Mitglieder durch »hr Nichterscheinen ihr vollkommenes Zutrauen zu dem Vorstand bewiesen. DaS möge ja nicht unbegründet sein. Aber nicht minder werde dadurch der Mangel an wirklichem Jntereffe für die BeretnSarbeit erwiesen. Und daS könne keine Arbeit weniger vertragen, als die > Armenpflege. Grade bei der Armenpflege gehe es nicht an, daß man sie beruhigt einigen Leuten überlaffe, deren „Lieb- haderet" sie einmal sei. Jede BeretnSarbeit auf dem Gebiet der Armenpflege könne nur dann gedelhen, wenn in der gesammten Gemeinde da- ernste Gefühl der Verpflichtung gegenüber den Armen und Nothleidenden lebendig und wach fei. Woher sollen die willige Mitarbeit, woher die nölhigen Mittel kommen? WaS bisher gethan worden, sei nur ein Tropfen auf einen beißen Stein. ES gebe ganz unerträgliche Nothstände. Sie ernstlich zu bekämpfen werde der Verein nur im Stande sein, wenn da- Gefühl für diese Unerträglichkeit auch den Wohlhabenden auf dem Gewissen brenne und sie darum seine Arbeit al- ihre eigene Angelegenheit be« trachten lernen. Auf eine zwanzigjährige Arbeit im Verein blicke er, der Vorsitzende, nun zurück. ES sei die zwanzigste Jahresversammlung, die er zu leiten habe. Der Bereln sei in diesen Jahren in- Große und Weite gewachsen und gebe viel Anlaß zu Dank und Freude. Aber an diesem Punkt bleibe, wie die heutige Versammlung beweise, immer noch viel zu wünschen. Au- dem nun von dem Vorsitzenden im Namen de- Vorstände- erstatteten Jahre-berlcht heben wir kurz Folgende- hervor : Rechnungsmäßig betrugen fite Einnahmen 18602.56 Mk., die Au-gaben 18601.50 Mk. In Wirklich« kett biteben die Einnahmen hinter de« Ausgaben um 550 Mk. zurück, welche- Deficit au- früheren Beständen gedeckt werde« mußte. In der Armenpflege wurden 179 Personen und Familien unterstützt in 877 Fällen (1893: 187 Personen in 987 Fällen). Dafür wurden aufgewendet 4742.51 Mk.
(1893: 4960.60 Mk ). Von diesen Unterstützungen fallen auf Baarunrerftützungen (incl. Stiftungszinsen- 1961.72 Mk., Milchlteserung 922.95 Mk., Brennmaterial 215.02 Mk., Wein 296.10 Mk., Kostgeld an die Slewkinderschule und Snabenhort 41 Mk., Surkosten in Bad Nauheim 1011 Mk. (für E wachfene 160 Mk., für Kinder 851 Mk.) auf Dar- . lehen270Mk. Unsere Schwestern pflegten rn 637 Fam lien : mit 495 Nachtwachen, 86 ganzen Tagpflegen und 19 938 Pflegbesuchen (1893. 645 Familien, 603 Nachtwachen, 225 ganze Tagpflegen, 22 710 Pflegbesuchen). In der Krippe waren im Ganzen 33 Kinder m Pflege, die Gesammr- • zahl der Pflegetage betrug 4061. 29 iÜndcr wurden in da- KmderhoSpital nach Bad-Nauheim geschickt, 5 zur Winterkur und 24 zur Sommerkur. Zu den dadurch entstandenen Kosten von 851 Mk. wurden von der städtischen Ärmenfieputation 300 Mk., von anderer Seite 50 Mk. beigesteuert. Zu den zwei in unserm Besitz befindlichen Häusern (Kirchenplatz 2 und Lindengaffc 14) und dem der Statt abgemletheten (Brandplatz 14) ist im verflossenen Jahre kein neues hinzu- gekommen. Jedoch wurde mit der städtischen Armendeputation die Uebernahme der Verwaltung eines von dieser angekausten Hause- (Neustadt 37) für den Anfang des neuen Jahres verabredet und der Umbau dieses HauieS nach unfern Vorschlägen begonnen. Die Nähabende wurden wieder jeden Freitag in zwei Abteilungen, einer für Schulkinder, einer für Erwachsene, unter wachsendem Zudrang gehallen. Anmerkend sei erwähnt, daß daS für diesen Zweck dem verein auS dem Ertrag eines früheren Bazars zur Verfügung stehende Grundcapital von 1700 Mk. durch den Ertrag deS jetzt abgehaltenen Bazars aus 4000 Mk. erhöht worden ist. Zugleich wird zum Zweck der Richtigstellung von allerlei irrigen und unbegründeten Urteilen über die Nähabenfie auf die eingehenden Ausführungen deS demnächst im Druck er» scheinenden Berichtes hingewiesen. In der Koch sch ule konnten auS Mangel an Theilnahme nur zwei (Surfe abgehalten werden. Alsdann wurde die von Herrn RechnungS- rath Kren der geprüfte und richtig befundene Rechnung vorgetragen und dem Rechner, Herrn A. Wilk er, unter dem lebhaften Dank der Versammlung für seine Mühewaltung, Entlastung ertheilt. Ebenso ertheilte die Versammlung ihre Zustimmung zu den von dem Vorstand vorgeschlagenen Schritten betreffs der unabweisbar nothwendigen Erweiterung des Schwesternhauses. Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurden die statutenmäßig ausscheidenden Mitglieder: die Herren Dr. Baur, E. Kauf f mann, Pfarrer Schlosser, Fräulein P. Stammler und Frau L. Homberg er durch Zuruf wtedergewählt und an Stelle der eine Wiederwahl ablehnenden Frau I. Haustein und Frau O. Kempff, der weggezogenen Frau Director Stammler, sowie des gleichfalls wegziehenden Herrn DirectorS Dr. Landmann durch Stimmzettelwahl Fräulein Johannette Zimmermann, Fräulein L. Wortmann, Frau Profeffor Siebeck und Herr Amtsrichter Dornfetff.
* Ausstellung. Die dem hiesigen Gewerbeverein unterstellte Erwettene Handwerkerschulc eröffnete am 28. März in ihren Schulräumen (Asterweg 25) etne Ausstellung der Schülerarbetten. Dieselbe verdient durch ihre Reichhaltigkeit und das durch Fleiß und künstlerische Ausbildung Gebotene allseitiges Jntereffe, namentlich aber seien Gewerbetreibende, Väter, Gehilfen und Lehrlinge darauf aufmerksam gemacht, umsomehr, als der Besuch der Ausstellung Jedermann offen steht. Man sieht in den Sälen in fortschreitender Entwickelung des Lehrgang-, vom Erfassen deS Gesehenen durch einfachste Wiedergabe und Anfänge der DetallS bis zur formvollendeten perspectivifch > künstlerischen Wiedergabe deS Ganzen, die verschiedenartigen Ausführungen im Entwerfen, Zeichnen, Malen und Modelliren. Ganz besonders hervorzuheben ist, daß die angefertigten Arbeiten keine schablonenmäß'ge Wiedergabe eines vorgeführten Modells rc. sind, sondern freie Entwürfe mit freier Ausarbeitung, allerdings unter Führung des den Schüler auf correcteste Fertigstellung hinleitenden Lehrers. Die schriftlichen Arbeiten geben Zeugmß über die vielseitige Lehrtätigkeit der Anstalt. Der Anstalt und ihren Lehrern kann im Hinblick auf die vorgeführten Leistungen alle Anerkennung zugesprochen und ihr ein gedeihlicher Fortgang gewünscht werden.
- h.*e Omnibus/ Fahrplanauderuug. Mit dem 1. Mai treten nicht unbedeutende Aenderungen in den Eisenbahn- Fahrplänen ein, wodurch auch die Omnibus - Gesellschast gezwungen ist, dementsprechende Aenderungen in ihren Fahrplänen vorzunehmen - wir machen unsere Leser heute schon bar auf aufmerksam, um denselben Gelegenheit zu geben, allenfallsige diesbezügliche Wünsche frühzeitig bei dem Vor- stand anregen zu können. — Wie und weiter mitgetheilt wird, hat der Vorstand beschlossen, bei eintretender besserer Witterung versuchsweise jeden Nachmittag einen seiner Sommer- wagen vom Marktplatz bezw. Ludwig-Platz nach dem Schiffen- bergerwald und zwar um */a 3 und Va 4 Uhr gehen zu laffen. Die Wagen faffen 28 Personen und wird der Fahrpreis ein mäßiger sein. Etne Neuerung, die gewiß von den Freunden deS Waldes und der Natur mit Freuden begrüßt wird; ist man doch schneller tm Wald und hat nicht nöthig, die schattenlose, meist staubige Ehavffee zu Fuß zurückzulegen.
• • Realschule. Bei der am Mittwoch an der hiesigen Realschule stattgehabten Abgangsprüfung bestanden von 17 Examinanten 16. 7 wurden von der mündlichen Prüfung befreit.
• • Befitzwechfel. Herr Gottlieb Nauheimer hat sein Frankfurter Straße Nr. 1, Ecke der Südanlage, belegeneS Hau- an den darin wohnenden Herrn Eondttor Hettler für den Preis von 78,000 Mk. verkauft. Der neue Besitzer laßt nach der Frankfurter Straße zu noch einen zweiten Laden brechen und gedenkt seine Wirthschast-localitäteu durch einen Anbau nach dem Hofe hinau- zu vergrößern. — DaS in der Südanlage 23 gelegene HauS des Herrn Eonditor Hettler ging für den Preis von 52,000 Mk. in den Besitz de- Herrn Gottlieb Nauheimer über.
Friedberg, 27. März. Hier besteht ein Baue tret n (e. G. m. b. H.) unter dem etwa- langen Namen „(Siginer Herd ist Goldes rombM. Derselbe besitzt nach der Bt anj vom 31. December 1894 eine Actiomaffe von 11,701 Mk. 96 Pf. DaS Actiencapital, daS 51 Mitgliedern gehört, beträgt 6400 Mk. Der Verein ist mit dem 1. Januar 1895 in kein zweites Rechnungsjahr eingetreten.
Ans dem Kreise Echotten, 26. März. Bei der gefteni in Ulfa stattgefundenen Bürgermei st erwähl wurde Herr Earl Döll daselbst mit 114 Stimmen gewählt. Die Gegenpartei trat mit 107 Wählern auf. Der Wahlkampf war sehr lebhaft. AIS Beweis dafür kann gelten, daß sich ein fett längerer Zeit schwer krank daniederliegender Mann auf einem Wagen vor daS Wahllocal fahren ließ- derselbe ist in voriger Nacht gestorben. Darmst. Ztg.
E. Echzell, 27. Matz. Da- BahnvermesfungS- personal ist gestern bei uu- eingetroffen und arbeitet mit größtem Eifer auf der neuen Bahnlinie, obgleich die Witterung zuweilen recht unangenehm rauh und naßkalt ist. Die Fixpunkte werden eingeschlagen und die Grenzsteine auf de« durchschnittenen Grundstücken u. s. w. bezeichnet, um dem- nächst definitiv gesetzt zu werden. In den beiden vorhergehende« Wochen, vom 11. bi- 23. d. MtS., wurden diese Arbeite« in den beiden Gemarkungen Beienheim und WeckerSheiw erledigt. Die Gemarkung Reichelsheim mußte überfprunge« werden, weil man hier |mit den FeldbereinigungSarbeuert noch nicht weit genug vorgeschritten ist. In unserer Gemarkung werde« die Arbeiten nur bi- zur GemarkungSgrenze geführt, weil die erste Kav mer der Stände, entgegen den Beschlüsse« der zweiten Kammer beschloffen hat, die Bahn nicht über Salzhausen nach N'dda, sondern nach Ober-Widder-Heim z« führen. Wir sind also jetzt gerade wieder soweit, wie im Herbste vorigen Jahre-. Da nicht daran zu zweifeln, daß die zweite Ständekammer auf ihrem Beschlüsse beharren wird, so ist man in unserer Gegend der Ansicht, daß eine Verzögerung im Bahnbau doch nicht stattfinden wird. An nnsrrer östlichen GemarkungSgrenze befindet sich ungefähr der Punkt, wo die Bahnlinie die Wendung nach Salzhausen—Nidda oder nach Ober • Widdersheim zu machen hat. Die Arbeite« können daher nicht eher wettergeführt werden, bis von de« Kammern definitiv entschieden ist, welche Richtung eingeschlage« werden soll. — Die Vorarbeiten für den Viaduct bei Friedberg, der ähnlich demjenigen bei Affenheim eine Eisen- conftructlon fein wird, sind soweit vorangeschritten, daß die Lieferung der Eisentheile, die Maurer- und Erdarbeite, zwischen Ostern und Pfingsten zur Beraccordirung gelangen. Wir haben unS also durchaus nicht über daS Voranschrenen der Bahnangelegenheit zu beklagen, wie die- anderwärts nicht selten zu geschehen pflegt, sondern müssen dem Ver- meffungspersonale daS Zeugniß ausstellen, daß eS sich weder durch strenge Kälte und Schneestürme, noch durch Regengüsse und sonstige WitterungSunbilden in seinen strapaziösen Arbeite« beirren läßt.
Darmstadt, 28. März. Herr Prälat D. Habicht schaut am 27. April auf eine 50jährige Thätigkett im Dienste der evangelischen Landeskirche Hessens zurück. Wie verlautet, beabsichtigen die Geistlichen, dem beliebten', Jubilar an seinem Ehrentage eine Summe zur Errichtung einer „Habicht-Snstung" zu überreichen.
Aus dem Weschuitzthal, 27. März. Dor einigen Tage« berichteten die Blätter, daß ein Bauersmann in R. eine Schneelieferung nach Weinheim auf den 15. April übernommen habe gegen eine Aversionalstrafe von 50 Mark im Falle der Nichteinhaltung des Contracts. Nun ist bereit» seit Ende letzter Woche der Schnee im Weschuitzthal geschmolzen. Gestern hat deshalb der Schneelieferant auf der Tromm und im Ueberwalde Umschau gehalten und gehen:tu, daß auch dorten nur noch vereinzelte kleine Schneemassen anzutreffen find. Dessenungeachtet ist der Betreffende nicht muthloS; denn er behauptet, „im April könne noch Schnee in Masse fallen." Darmst. Ztg
Bingen. 28. März. Rhein höhe Abends 8 Uhr 4,42 Meter, gestiegen feit heute früh 15 Zentimeter, da- Waffer steigt anhaltend, die untere Vorstadt ist aber noch wasserfrei. Bei Ganlsheim ist das Wasser bis «n sie Häuser der Rheinseite vorgedrungen, die Leute müssen Wohnungen und Stallungen räumen. Die Nahe steigt ebenfalls. Rheinabwärts zwischen Andernach und RolandSeck find vielfach Gärten und Felder überschwemmt, «ar uno Mosel sind stark angeschwollen. DaS Wetter ist noch regendrohend.
Worms, 28. März. Der Rhein ist seit gestern 24 Zentimeter gewachsen und zeigt heute einen Stand von 3,90 Meter, vom hiesigen Wafferbauamte find die uar faffendften Vorsichtsmaßregeln getroffen, um namentlich btt Dämme zu schützen.
Vermifcbtc*.
♦ Weilburg, 25. März. Die drei Zöglinge der hiesige« Unteroffizier-vorschule, welche am 19. März ander Anstalt entwichen, sind wieder ein geliefert worden.
• Speyer, 28. März. Pegelhöhe 6,30 Meter. Zu- nähme feit gestern 0,50 Meter Daß Rheinufer ist an einigen Stellen bereits überfluthet. Das Wasier steigt noch immer.
♦ Köln. 28. März. Der Rhein ist seit gestern Abend von 5,80 auf 6,06 Meter gestiegen. Im Zollhafen bespült der Strom die Werftkante. Die Werste werden schleunigst geräumt, ebenso die am Leystapel gelegenen Kellerwirth- schäften. Die Hasenarbeite» am Bayen sind größtentheilS eingestellt.
♦ Trier, 28. März. Bei anhaltendem Regen stetq die Mosel stark. Schon werden Vorkehrungen gegenHotz- wasier getroffen.
* Kreuznach, 28. März. Die Nahe wächst dedrohl'ch seit gestern ist sie 40 Etm. gestiegen. Oberstein melfiet Hochwaffergesahr.


