überführt. In Warschau selbst wurden zahlreiche Haussuchungen vorgenommen, wobei zwei Ingenieure und fünf junge Damen arretirt wurden. Die Warschauer Ciradelle ist überfüllt.
Berlin. 24. April. Die „Sreuzztg." berichte: auS Belgrad: Man nimmt jetzt hier allgemein an, die Königin Natalie werde dauernd ihren Aufenthalt hier nehmen, während der König Milan Serbien für immer verläßt.
Berlin, 24. April. Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe wird heute Abend von Schillingsfürst hier wieder emtreffen.
Berlin. 24. April. Bor etwa 1000 Personen sprachen gestern Abend in den Germaniasälen die ReichSmgSabgeord- neren Ahlwardt und Dr. Böckel über daS Thema: Der freiheitliche Antisemitismus, ein Bollwerk gegen Reaction und Rechtsbeugung, und die Umsturzvorlage, das Grab deutscher Freiheit. Ahlwardt ergriff zunächst das Wort. ®r_ sprach sein Bedauern aus, gegen seine früheren Parteigenoffen sprechen zu müssen. Böckel, der seine fünfzigste Rede gegen daS Umsturzgesetz hielt, wendete sich in schärfster Weise gegen dieses Gesetz. Die Dersammlung nahm eine Resolution an, worin sie sich mit Ahlwardt und Böckel einverstanden erklärt, die Umsturzvorlage als ein Attentat auf die Freiheit de» deutschen Volkes verurtheilt und sich verpflichtet, für den freiheitlichen Antisemitismus zu wirken.
Frankfurt a. M., 24. April. Die „Franks. Zeitung" meldet auS Remscheid, daß die Narioualliberalen und .jreiconservativen beschloffen haben, bei der Stichwahl für tin freisinnigen Candidaten zu stimmen.
Karlsruhe. 24. April. Kaiser Wilhelm traf heute Bormittag 9'/, Uhr hier ein. Der Großherzog, der Erb- großherzog uno der commandirende General deS 14. Armee- corpS, von Schlichting, waren am Bahnhofe zum Empfang anwesend. Um 11 Uhr 20 Min. traf die Königin von England mit Extrazug hier ein. Der Kaiser, das Großherzogliche und daS erbgroßherzogliche Paar begabeu sich in den Wagen der Königin und verblieben dort längere Zeit. Rach 10 Minuten Aufenthalt setzte die Königin von England ihre Reise nach Darmstadt fort. Um 2l/t Uhr wird sich der Kaiser mit dem Erbgroßherzog nach Gernsbach im Murgthal und von dort nach Kaltenbronn zur Auerhahnjagd begeben.
Brüffel, 24. April. DaS Votum der Lütticher Handelskammer, welche sich mit großer Mehrheit für die Annexion des Tonga st aates ausgesprochen hat, ruft hier große Erregung Hervor.
Paris, 24. April. Nach einer Meldung aus Lyon sind daselbst elf Soldaten wegen anarchistischer Umtriebe verhaftet worden.
Loudon. 24. April. DaS Blatt „Mercury" in Shanghai veröffentlicht ein Telegramm auS Peking, wonach der Friedensvertrag umgeändert werden soll. Anstatt Peking soll der Hafen von Nanking und anstatt Hu-chone soll der Hafen Woo-choo dem Handel geöffnet werden. Weihaiwei soll während zehn Jahren von den Japanern besetzt bleiben, als Gewähr für Ausführung der Bestimmungen des Vertrages.
H. Darmstadt. 25. April. Die Kaiserin Friedrich, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen sind in der Mittagsstunde von Eronberg angekommen und vom Großherzog und Prinzessin Heinrich am Bahnhof empfangen und zur Königin Victoria geleitet worden.
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Gießet», den 25. April 1895.
♦♦ Bou der Universität. Aus Grund deS § 16 der Vorschriften, betreffend die Prüfung der NahrungS- mittelchemiker, ist die pharmaceutisch-chemische Abtheilung des chemischen Laboratoriums der LandeSuniverfität den staatlichen Anstalten zur Untersuchung der NahrungS- und Genußmittel gleichgestellt worden.
♦* Protest. Versammlung. Die vom Freisinnigen Verein auf gestern Abend in den „Gießener Festsaal" einberufene Versammlung zum Zwecke der Stellungnahme gegenüber der U m st u r z v o r l a g e war nicht so zahlreich besucht, wie man im Hinblick darauf, daß alle Parteien vertreten waren, hätte annehmen sollen. Das einleitende Referat erstattete, nachdem Herrn F. T. B. Koch der Vorsitz übertragen worden war, Herr Rechtsanwalt Grünewald. Er erklärte, daß die freisinnige Partei deshalb mit einer Kundgebung hierorts gewartet habe, bis eine Anregung auS wiffenschaftlichen Kreisen gegeben würde, denn die Frage interessire alle Parteien. ES scheine hiernach auch selbstverständlich, daß die Bevölkerung Gießen» Stellung nehmen werde dieser Vorlage gegenüber, der Unwille gegen den Gesetzentwurf erhebe sich auS allen Schichten der Bevölkerung, in allen Kreisen, die politisch denken- er bedauere da- Fehlen der Jugend, die dadurch schlecht auShalte den Vergleich mit der früheren Jugend aus der Zeit der Freiheitskriege sowohl wie der freiheitlichen Bewegung, er hoffe, daß der Protest auch in diese Kreise dringen werde. Hierauf ging Herr Grünewald auf die Entstehung deS Umsturz-Gesetz- EntwurfS ein, knüpfte an die Ermordung TarnotS, den Ruf des Kaisers zum Kampfe für Sitte, Religion und Ordnung an, zog Vergleiche zwischen dem ursprünglichen, von den Nationalliberalen mit veranlaßten Entwurf und dem jetzigen, nach Gefallen deS TentrumS zugestutzten- in dem von letzterem eröffneten Kampfe gegen alle freiheitlichen Regungen, die Freiheit des Gewissens und Bekennens reichten ihnen die Tonservativen die Hand zum Bunde, die Nationalliberalen sähen ein, zu wa» sie eigentlich den Anlaß gegeben und heute kämpften sie Schulter an Schulter mit den Freisinnigen, e» set mit Genugthuung zu begrüßen, daß von einem nationalliberalen Abgeordneten im hessischen Landtage der Antrag auf Ablehnung der Umsturzvorlage eingebracht worden sei. Der Geist der Umsturzvorlage sei, den freien Geist, die freie Liffenschast und Forschung, die Freiheit der Kunst und
Literatur in Fesseln zu schlagen. Redner nahm hierauf die einzelnen, die Bestandtheile der Vorlage bildenden Paragraohen deS Strafgesetzbuches durch und legte dar, wohin es führen würde, wenn die Lerke unserer besten Dichter und Denker, unserer Künstler, ;a nur deren Veröffentlichung und An- küudigung auSgeliefert würden dem Strafrichter, lediglich deshalb, weil findige Staatsanwälte darin Vergehen wider die ©Ute, Religion, das Eigenthum, die Familie u. s. w. finden und die Angeschuldigten mit den schweren, im Gesetz angedrohten Strafen belegen würden- jede noch so berechngte, ja vielleicht uothwendige Shrttit würde unmöglich, daS Gebiet der Muse verschloffen, jede Rechtfertigung auS Noth begangener Vergehen, der Vortrag wahrer Thatsachen Über militärische :c. Einrichtungen strafbar gemacht, Wissenschaft und freie Forschung, wenn sie sich mit diesen Gegenständen beschäftigten, in Fesseln gelegt, strafbar würden ferner die auf daS Gebiet der Religon sich beziehenden Schriften Luthers und Anderer, die Kritik des Unfehlbarkeitsdogmas, dar Susstellen und Anpreisen von Schriften und Abbildungen, sobald darin von irgend einem Polizeibeamten die Kriterien der Unanständigkeit vermuthet würden, bedroht sei ferner die Kunst, und der Umgang mit Kunstwerken werde schließlich für Verkäufer, Buchhändler usw. so gefährlich, wie der Umgang mit Spreng- stoffen - in hohem Maße gefährdet sei aber die Preffe, sie werde der ConfiScatiou und damit dem Untergänge ausgeliefert durch die Polizei, deren Organe mitunter recht unklare Begriffe von dem hätten, was Anstoß zu erregen geeignet sei, der Presse, die die Pflicht habe, besonders die socialen Mißstände zu besprechen, werde lebe Kritik derselben abgeschnitten. DaS neue Gesetz bedrohe die höchsten Güter, die Freiheit der Wiffenschast, deS Glaubens und BekenntniffeS - ein Volk aber, dem die Freiheit .des Wortes beschnitten werde, sei nicht mehr stark genug, revolutionären Bewegungen von oben wie von unten Widerstand zu leisten, deshalb würden mit Annahme des Gesetzes btc Socialdemokraten den Vortheil von demselben haben- das Gesetz enthalte einen Angriff auf daS freie, directe und geheime Wahlrecht, so etwas hätte man dem deutschen Volke 25 Jahre nach seiner Einigung und Erhebung doch nicht bieten sollen- der VolkSgetst müffe sich mächtig regen und dahin wirken, daß der Reichstag die Vorlage ablehne. — Herr Herrn. Eichenauer brachte hierauf folgende Resolution ein, dieselbe zur Annahme empfehlend: „Diel heute zu Gießen tagende Versammlung von Männern aller! Parteien erhebt Protest gegen die Annahme eines Gesetzes,! wie eS gegenwärtig auf Grund der Beschlüffe der Reichs-! tagScommifsiou als Vorlage gegen den Umsturz in Berathung! steht. Sie erblickt in dieser Vorlage eine Bedrohung der! Freiheit der Wiffenschast, des Denkens und Bekennens, eine! Unterdrückung des freien Wortes. Im Jntereffe der gedeih-M lichen Entwickelung unseres Volkslebens fordert die VerI sammlung die Ablehnung eines Gesetzes, das den cultur-I feindlichen Bestrebungen die Wege ebnen würde."—Herr« Prof. Schwarz bemerkte gegenüber der Eingangs seines Referats geäußerten Verwunderung deS Herrn Grünewald über daS bisherige passive Verhalten der Wiffenschast, daß die Wiffenschast sich die Freiheit noch nie habe beschneiden lassen, sie würde sich immer wehren, wenn dies versucht werde - was die studirende Jugend betreffe, so denke er besser von ihr, wie der Vorredner, wenn die Jugend sich nicht betheilige an allen Partei-Bewegungen, so könne noch lange keine Rede davon sein, daß sie das Erworbene aufgebe, diese Erklärung glaube er der Universität schuldig zu sein. AlS Mitglied der nationalliberalen Partei aber erkläre er sich einverstanden mit den Ausführungen des Vorredners, er halte eS für die Pflicht der nationalliberalen Partei, gegen die Umsturzvorlage Stellung zu nehmen- er habe schwere Bedenken gegen die leitende und führende Rolle der Clericalen und halte cS für die Pflicht der National- liberalen, solchen Uedergriffen entqegenzutreten, im Uebrigen sei er mit der Resolution einverstanden. — Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr hebt die bereit» auf dem Frankfurter Parteitag von der nationalliberalen Partei eingenommene Stellung hervor - daS Socalistengefetz sei gefallen, weil die Partei nicht für eine Verlängerung desselben zu haben gewesen sei, die Partei wolle nicht die sociale Bewegung treffen, sondern nur entgegeugrtreten wissen den auf gewaltsamen Umsturz deS Bestehenden gerichteten Bestrebungen, die vom deutschen Bürgerthum geschaffene Tultur dürfe aber auch nicht gefährdet werden und daher solle nun durch Beseitigung vorhandener Mängel in der Gesetzgebung ein einheitlicher Weg gegangen werden zum Schutz deS Bestehenden, ohne Cautelen zu schaffen, die die freie Entwickelung unseres socialen und geistigen Lebens irgendwie gefährden könnten - hierfür geeignet scheine aber auch ein gewisses Einhalten in der socialen Gesetzgebung, man solle daS bis jetzt Geschaffene sich erst auswachsen lassen, aber vor Allem die Regierung in den Stand setzen, sich gegen gewaltsamen Umsturz zu schützen- er könne den Widerstand der nationalliberalen Partei gegen den Gesetz-Entwurf in Aussicht stellen. — Herr Dr. Gut fleisch weist hierauf auf einige Gegensätze zwischen Freisinn und Nationalliberalismus in der Behandlung deS Gesetzentwurfs wie unserer staatlichen und socialen Entwickelung hin- eS handle sich nicht nur darum, daß große revolutionäre Bewegungen bekämpft würden, cS handle sich darum, die Ursachen der Unzufriedenheit auf geistigem und socialem Gebiete aufzusuchen und zu beseitigen, die sociale und geistige Bewegung ließen sich durch Gesetze, wie Tocia- listengesetz und Umsturzvorlage nicht beseitigen, c» seien hierin schon recht verfehlte Experimente gemacht worden- die Jurisprudenz habe z. B. au» dem Socialistengesetz alle möglichen Angriffspunkte geschaffen (er erinnere nur an die Betrachtung der Stimmzettel als verbotene Drucksachen), dies führe zur Verwilderung der Jurisprudenz, und sei schon im Interesse der Juristen zu wünschen, daß daS Umsturzgesetz falle. An Allem, wa» jetzt unternommen werde, sei daS Volk selbst schuld, die Regierung würde e» nicht gewagt haben, dem Volke etwas derartige» zu bieten, wenn das Volk nicht zu schläfrig und in Versumpfung gerochen sei und da» Unver
mögen documentirt hätte, große GesichtSpunke in die Be- rachungen der Parteien hineinzubringen. von der Freiheit deS Denken» wolle man nicht» wissen, kleinliche Fragen intereffirren mehr, aber dann dürse man sich auch nicht wundern, wenn die Regierung dem Volke so etwa» biete, e» sei angesichts der traurigen Verhältnisse in unserem ge ammten Volk»- und Parreileben besser, wenn alle Jahre eine Umsturzvorlage komme, die da» Volk aufrüttele, letz.eres sei da» einzige Su:e, waS die gegenwärtige Vorlage mit sich gebracht. — Herr Scheide- mann warf in seiner nun folgenden Rede u. A. den Nationalliberalen vor, daß sie nicht» gegen die Umsturzvorlage gethan hätten, wenn sie nicht selbst durch daS Bündniß zwischen Tonservativen und Tlericalen gefährdet wären, die anderen Parteien sollten sich nicht so um die Ideale der Jugend streit^, denn die Jugend werde der Sozialdemokratie zufallen, auch er sei der Ansicht, daß die Umsturzvorlage daS Volk auf rüttele; er widerlege die Behauptung, daß die Sozialdemokratie den Umsturz wolle, die Umstürzler seien ganz wo ander» zu suchen, eine Veranlassung zu der Vorlage sei also gar nicht vorhanden, denn Anarchisten hätten wir in Deutschland nicht, Dank der Sozialdemokratie. — Herr Prof. Schwarz widerspricht hierauf der Behauptung, daß die Nationalliberalen die Geschädigten seien und wiederholt die Versicherung de» Einverständnisse» mit den Ausführungen deS Herrn Dr. Gutfl eifch. — Herr Grünewald verwahrt sich gegen den Verdacht, der Jugend Vorwürfe zu machen, er habe nur bezwecken wollen, daß eine Petition zu Stande komm:, er bedauere die Untätigkeit deS Bürgerthum» gegenüber dem Petitionssturm und hob unter Hinweis auf de» preußischen Schulgesetzentwurf den Werth de» Petitionierens hervor- er habe gewartet mit einer öffentlichen Kundgebung gegen die Vorlage in der Annahme, daß die Wiffenschast, die in erster Linie von thr betroffen werde, die Initiative ergreifen würde. Daß die Jugend, sowohl die studirende wie die erwerbende, so wenig Interesse der Vorlage gegenüber zeige, und sich nicht darum kümmere, inwieweit dadurch ihre Zukunft beeinflußt werde, bedauere er. Richt ein vor- wurf gegen die Lehrer, sondern ein Mahnruf an die Jugend sei eS gewesen, den er erhoben. — Herr Orbig erhielt hierauf daS Wort, um zunächst den seiner Ansicht nach vom Vorredner ungerecht erhobenen Vorwurf der Lauheit auch der sozialdemokratischen Bürger zurückzuweisen- Herr Grünewald habe als Veranstalter der Bewegung hier die Pflicht gehabt, auch die sozialdemokratischen Bürger einzuladen, man solle deshalb gegen diese keinen Vorwurf erheben. — Herr Grünewald entgegnete, daß zur Unterzeichnung der Petition jeder Bürger durch die Zeitung elngeladen und angegeben worden sei, wo die Petition ausliege, der Vorwurs treffe alle Bürger. — Herr Orbig entgegnete, die socialdemokratischen Bürger, die man übrigens durch neuerliche Saalverweigerung al. Bürger zweiter Klasse behandelte, seien Arbeiter, die nicht über ihre Zeit so verfugten, um in die Läden zu gehen und Petitionen zu unterschreiben, das Verhalten der anderen Parteien fei. in der Praxis das Gegentheil von dem wa» ausgesprochen werde- in derartigen Dingen sollte man practisch vorgehen, in Bezug auf Praxis könnten die anderen Parteien von der ©ocinlbemofratte lernen, mitihrwerdc man inZukunft rechnen müssen, denn bat frühere freisinnige Gießen sei gewesen, jetzt sei die Socialdemokratie oben. — Herr Oberbürgermeister Gnan th erklärte, daS Wort genommen zu haben, um nur weniges zu sagen, nämlich den Schluß der Debatte zu beantragen - er habe sich gefreut, daß alle Parteien eingeladen worden und alle Parteien sich für die Frage interessirten, auch darüber, daß in der Behandlung der Frage in der heutigen Versammlung eine durchgängige llcbcreinftimmung in der Auffassung geherrscht habe, er wünsche nur noch, daß die verlesene Resolution einstimmig angenommen werde. — Nachdem Herr Grünewald noch auf die Ausführungen des Herrn Orbig entgegnet, daß die Socialdemokralie ja auch die Initiative hatte ergreifen können, wird die Resolution einstimmig angenommen. Herr Grünewald schloß hierauf die Versammlung mit der Aufforderung an alle Bürger, nicht müßig zu fein in der Abwehr eines Attentats gegen daS freie Denken und Forschen, und hoch zu halten die bürgerliche Freiheit unb daS deutsche Vaterland, auf welches in ein Hoch einzustimmen er die Anwesenden aufforderte. «
Fechivereiu Waisenschuh. Am Sonntag, den 9. Juni, findet hier die Lande»oers ammlung deS hessischenFecht- Vereins Waisenschutz statt. Die auswärtigen Delegirten werden voraussichtlich, wenn nicht früher, an dem Tage vormittag gegen 10 Uhr hier eintreffen. Um 11 Uhr beginnen die Berathungen im Gießener Festsaal (Tasv Leib). Nach denselben findet gemeinsamer Rundgang durch die Stadt statt. Abend» sst in Steins Garten Toncert und Ball und am Montag Vormittag Frühschoppen.
** Petroleumabschlag. AuS Darmstadt wird gemeldet: Durch die Deutsch Amerikanische Petroleum Gesellschaft ist daS amerikanische Petroleum wieder gehörig geworden worden und ist der Preis feit gestern im Rückgang begriffen. Die hiesigen Tolonialwaarenhändler haben sich erfreulicherweise sofort dem billigen Preise angeschlossen.
•* Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinte- schule zu Undenheim, Kr. Oppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
" Lchuldienst-Rachrichte«. Am 27. März wurde dem Schullehrer Leonhard Lutz zu Hamm eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eppelsheim, mit Wirkung vom 1. Mai an, — am 30. März wurde dem SchulamiSaSptranten Heinrich Scheppler au» Mainz eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mörlenbach, Kr. Heppenheim, übertragen, __ am 5. April wurde der von dem Herrn Grasen zu SolmS-Laubach auf die erste Lehreistelle an der Gemeindeschule zu Freienseen, SH. stotten, präsentirte Schullehrer Heinr. Zimmer das. für diese Stelle, — am 6. April wurde bet von dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg auf die
' zweite Lehrerstelle an ter Gemeindeschule zu König, Kr.
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