Ausgabe 
25.8.1895 Drittes Blatt
 
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Er formte sich nämlich bl- auf eine ganz kurze Entfernung an eine ein Sraubbad nehmende Rette heranlchleichrn und einen Schrotschuß in eie sitzenden Hühner abgeben. Mancher ältere Waidmann wird allerdings ob solcher Heldenthat be- tenklich den Kopf schütteln und nicht begreifen können, daß man die Hühner so massenweise im Sitzen schießt. Die Händler zahlen für- Stück eben 1 Mk.

Stangenrod. 21. August. Als am vorigen Montag der Schornsteinfegermeister in einem hiesigen Hause beschäftigt war, legte die Frau vom Hauke daS Fegegelb auf den Tisch der Wohnstube mit der Weisung an den Schornsteinfeger, nach beendigter Arbeit den Betrag an sich zu nehmen. Darauf entfernte sich die Frau, um in dem nahen Garten zu arbeiten. DaS siebenjährige Töchterchen der Frau kam unbeachtet in die Stube, sah daS Geld auf dem Tische, betrachtete, steckte zwei Geldstücke (ein Zehn- und ein Zweipfennigstück) in den Mund und verschluckte dieselben. Biß jetzt haben sich noch keine üblen Folgen eingestellt.

? Dannenrod. 22. August. Bei der heute hier statt- pefunbenen Bürgermei ft erwähl wurde unser seitheriger Bürgermeister Herr Johannes Georg einstimmig wieder« gewählt. In der Familie deffelben ist jetzt schon daß Bürger­meisteramt seit 1856. Ein zweiter Eandidat wurde überhaupt nicht aufgestellt.

§ Rieder Moos, 22. August. Nächsten Sonntag, den 25. August, findet hier im Mhl'schen Locale eine Versamm­lung der Bürgermeister und Beigeordneten amtlicher Orte der Umgegend statt, behufs Besprechung über Bekämpfung der Tuberkulose beim Rindvieh. Ein- bcrufer und Referent ist Herr Dr. Nuß, Veterinärarzt dahier.

Laubach, 22. August. Bei der heute vorgenommenen Gemeinderathßwahl wurden unter fünfzehn Candidaten die seitherigen F. R. Kratz, F. Müll, Thß. Wagner II. wieder in den Stadtvorstand gewählt. Die Betheiligung v ar eine sehr geringe, es machten nur etwa 25 Procent der Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

W. Alsfeld, 23. August. Der Großherzog mit Gemahlin treffen Donnerstag Vormittag nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, um 10 Uhr, sondern erst um 11 Uhr hier ein. Die Rückfahrt nach Darmstadt, die ebenso wie die Herfahrt über Gießen erfolgt, ist auf 6 Uhr ab Romrod festgesetzt.

§ Bom höheren Vogelsberg, 22. August. Die Ernte- Arbeiten gehen, gefördert durch die warme trockene Witterung, bedeutend voran. Daß Thermometer zeigt biß zu 33* R. in der Sonne. Möge unß vergönnt fein, tiefe Witterung noch eine Zeitlang zu behalten, damit wir, maß ja selten ist, eine gute Ernte haben.

Dermtfdptcn,

* Elberfeld, 21. August. Die Stadtverordneten be- schlofien gestern, den Veteranen, deren Jahreseinkommen 1500 Mk. nicht Übersteigt, bezw. den Wittwen derselben eine Ehrengabe von je 30 Mk. zu bewilligen. 20,000 Mk. wurden zu diesem Zwecke auß der Stadtkaffe zur Verfügung gestellt, dec Rest soll auß freiwilligen Beiträgen der Bürger­schaft aufgebracht werden. An letztem sind bereit« 13,985 Mk. eingegangen. Nach den vorläufigen Ermittlungen haben 1821 Personen auf die Ehrengabe Anspruch.

* Hamburg, 19. August. Neunzehn Personen ertrunken. Der sorgsamen Pflege des jungen allgemein beliebten hiesigen Arzteß Dr. med. Laski war gelungen, den wohlhabenden hiesigen Kornhändler Beckmann von schwerer Krankheit zu heilen. Seit 14 Tagen hergestellt, hatte der dankbare Kaufmann die ganze Familie des Arztes zum letzten Sonntage zu einer mit feiner Petroleum-Motor- Barkasie auf der Elbe zu veranstaltenden Vergnügungsfahrt eingeladen und 23 Personen stark hatte eine luftige Gesell-

war fertig. Die feinsten Speisen und Getränke haben mir nie so tressiich geschmeckt, als die gebratenen Kartoffeln mit Milch bei Verny nach 30ftünbigem Fasten.

Auch die Quartierverhältmffe bewerten sich- der findige Bursche deß Traincommandanten entdeckte ein Häußchen, in welchem eine kleine Kammer noch unbesetzt war. Dorthin wurden Stroh und einige Pferdeteppiche geschafft und für den Herrn Premierlieutenant und mich ein acceptobleß Lager hergerichtet. Die Besitzer deß Häußchenß, ein uraltes Ehe- paar Philemon Baucis, jammerten und klagten in einem schrecklichen Französisch-Lothringisch-Deutsch, beruhigten sich aber sogleich, als sie unsere friedliche Absichten vernahmen.

(Fortsetzung folgt).

Feuilleton.

W-chknbrirsk ans der Rrsiden?.

(Criginalberidü desGießener Anzeigers").

Z. Darmstadt, 23. August. Rachkiänge zu deu Festtagen. Allerlei.

Die abgelaufene Woche stand ganz und gar unter dem (Slnfluß der herrlichen Festtage. Darmstadt war ganz ver­wandelt, ein Leben und Treiben herrfchte auf den Straßen bis spät in die Nacht hinein, daß man sich in eine Großstadt erfien Ranges versetzt glauben konnte. Der Festplatz hat an Anziehungskraft bis jetzt noch ganz und gar nicht verloren, wenigstens fanden die sogen.Nachfeiern" am Dienstag und Mittwoch wieder ungeheure Bctheiligung, und ganz gewiß bleibt dies auch morgen Abend so, wo in der Festhalle zum letzten Male die lebenden Bilder aufgeführt werden sollen.

Um Ihren Lesern einen Begriff von dem W i r t h s ch a f t S - betrieb in der Halle zu geben, laden wir sie zu einem kurzen Besuch in den Küchenräumen deS Restaurateurs Herrn Fei Ibach ein. Da sind gewaltige Reffei und Bottiche auf« gestellt, die zur Bereitung und Aufbewahrung der Speisen

scheit dieser Einladung Folge geleistet. Der Tag verlief vergnügt und Abends 11 Uhr war dabei daS flinke Boot auf der Heimfahrt Blankensee gegenüber angelangt, als zwei von Hamburg elbabwärtS fahrende Dampfer dieConcordia" und derStabe" baS hier nur schmale Fahrwasser bei Elbe beengten. Die Barkaffe glaubte den ersten Dampfer pasfiren zu können, kam jedoch, wahrscheinlich infolge deS starken Stromes dem Radkasten deS großen Dampfers zu nahe, die Schaufeln des RadeS ergriffen daS kleine Fahrzeug und drückten derartig unter den Radkasten, daß mit allen Insassen sofort unterging. Ein einziger schrecklicher Schrei wurde von den Passagieren derConcordia" gehört, dann war alleß still. Den sofort von beiden Dampfern herab­gelassenen Booten gelang, vier der unter Wasser gedrückten Personen zu retten; von den übrigen ist keine Spur mehr aufgefunden. Unter den Ertrunkenen befindet sich Dr. LaSki, und dessen siebenzehnjährige Braut, die Tochter deß beliebten Lotterie - Collecteurß Steinberg, ferner fein Vater, Haus- besitzet Laßki und dessen vier erwachsenen Kinder, sowie der neunzehnjährige Bruder der Braut und mehrere Freunde von diesem. Die Ehefrau Laßki, die einzige die von der ganzen Familie gerettet ist, soll heute infolge der erlittenen Strapazen gleichfallß gestorben sein.

* Wien, 22. August. Der neunzehnjährige Schuhmacher- Geselle Mathias Prohaska erschlug heute Vormittag seine Meisterin Anna Leitgeb mit einem Hammer, und trennte ihr durch einen Schnitt in den Halß den Kopf vom Rumpfe- sodann raubte er mehrere Werthsachen und flüchtete. Beim Uebersetzen deß Wienflusseß wurde er festgenommen und verhaftet.

* Reiche« Geschenk. Die Offiziere deß 13. Ulanen» Regiments (Königß- Ulanen) in Paderborn Überreichten iijrem Stabstrompeter am Gedenktage der Schlacht von Mars la Tour eine Ehrengabe von 6000 Mk. Der Kaiser ver- lieh ihm den Hohenzollemschen Haußorden.

* 9 Bruder im Feldzüge 1870/71. Der Fall, daß einzig basteht, baß 7 ©rüber bie Campagne 1870/71 mit« gemacht (vergl. Nr. 197 beßGieß. Anz." D. Reb.) ist unrichtig. Von ben 14 Söhnen ber Frau v. Treßkow Rabojewo haben 1 Sohn bie Campagne 1864, 7 Söhne 1866 unb 9 Söhne 1870/71 mitgemacht. Einer ist bei St. Privat im Kaiser Alexander-Regiment geblieben, zwei sind 1866 unb -wei 1870 verwunbet. Sie erwarben in diesen 3 Feldzügen: 1 Orben pour le merite, 6 Rothe Abler-Orden mit Schwer­tern, 1 Eisernes Kreuz 1. Klasse unb 7 Eiserne Kreuze 2. Klaffe.

* Ob Zuchthäusler eine Unfonrente weiter beziehen tonnen, ist kürzlich burch baß Reichßversicherungßamt in einem pecieüen Fall entschieben worben. Ein Arbeiter hatte einen Betriebsunfall erlitten unb erhielt von ber Berufsgenossen- chaft eine Rente. Nicht lange darnach verübte der Renten­empfänger ein schweres Verbrechen und erhielt dafür mehrere Jahre Zuchthaus, welche er gegenwärtig verbüßt. Nunmehr teilte die Berufßgenoffenschaft die Rentenzahlung an den Zuchthäusler ein, und machte geltend, letzterer erhalte schon im Zuchthaus völlig ausreichende Verpflegung, eine Renten­zahlung außerdem wäre eine Prämie für den Verbrecher, welche dem Geiste beß Gesetzeß wiberspreche. Gegen biefen Bescheid legte ber Zuchthäußler Berufung bei bem Schöffen­gericht ein unb beantragte, bie Berufßgenoffenschaft zur Rentenzahlung verurtheilen zu wollen. Daß Schiedsgericht lehnte jeboch bie Berufung alß unbegründet ab. Der Be« treffende beruhigte sich aber bei dieser Entscheidung nicht unb ergriff baß Rechtßmiltel beß Recurses an baß Reichßverfiche- rungßamt. Die Berufßgenoffenschaft trat hier ben An­sprüchen beß Klägerß entgegen und roieß auf § 34 III des Jnvaliditäts- unb Altersversicherungs-Gesetzes hin, wonach ber Anspruch auf Rente bei längeren Freiheitsstrafen ruhe. ES habe boch sicher nicht in ber Absicht bes Gesetzgebers

bienen. Allein 4000 Pfunb Fleisch würben bei bem Fest« wähle am Sonntag verbraucht. Dann sehen wir in ben Nebenräumen Unmassen von Conserven aufgehäuft, ferner ©tob, Kartoffeln, Gemüse usw. Tausenbe von Tellern, Gläsern unb Schüsseln stehen auf ungeheueren Gestellen. Ein gewaltiges Dienstpersonal ist aufgeboten, bas unter Leitung eineß Oberkochsarbeitet". Es zerfällt in drei Sectionen, eine weiße, eine ro'the unb eine blaue. Die Be« bienung der Gäste besorgen 200 fest engagirte Kellner, denen am Sonntag bei dem Veteranenessen 400 Soldaten zur Hülfeleistung beigegeben waren. Das Küchenpersonal beläuft fid) auf 200 Personen, darunter find unter Anderen fünf Metzger und mehrere Küfer. Täglich werden 50 Zentner EiS zum Kühlen des Weins abgeliefert. Der Weinkeller ist großartig bestellt, am Sonntag war er für den Ansturm der Veteranen mit 30000 Flaschen edlen Rebensaftes außgeftattet. @r steht unter ganz besonderer Obhut zweier sachkundiger Herren des AufsichtSpersonalS. Natürlich find zahlreiche Personen mit ber ständigen Uederwachung beß ganzen Materials ®,etr'cb6 Getraut. Fünfzehn von ihnen haben sogar bie Nachte in ber Halle zu verbringen, um für bie Sicherheit ber aufgeftapelten Schätze einzuftehen. Der Festwirth hat fid) schon bei bem Mittelrheinischen Turnfest hier ausgezeichnet bewährt unb auch diesmal herrschte über baß von ihm Ge- botene nur eine stimme rühmender Anerkennung. Allerdings dürfte auch er mit dem Geschäft zufrieden sein, war ja doch !mDKT ganz colossal. Ueberhaupt werden wohl

alle LirthschaftS- unb Schaububenbesitzer bießmal eine aus­gezeichnete Erinnerung an Darmftabt mit davonnehmen, jo reiche Ernte haben sie wohl noch nie hier gehalten. Sin sogenanntes Rutschbahncaroussel, das sich den poetischen NamenBerg- und Thalbahn" zugelegt hat, brachte feinem Besitzer sogar Tausende in den wenigen Tagen ein ganj Darmftabt, Jung wie Alt, schien ausnahmslos von einer wahrenRutschbahnwuth" ergriffen zu sein, wie man bie neueste Modeliebhaberei hier getauft hat. Nun neigen

die Festtage freilich ihrem Ende zu, die Sedanfeier ufw.

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gelegen, für Verbrecher Kapitalien anjufammeln. Da« ReichSvecsicheruncSam: erklärte jedoch die Vorentscheidung für unzutreffend, hob dieselbe auf und sprach dem Kläger die Rente wieder zu, da nach Lage der gegenwärtigen Gesetze auch einem Verbrecher wahrend Verbüßung feiner strafe die Unfallrente nicht entzogen werken könne.

Schiffs ttacbricbfetu

Der PostdampferNoorbland" der ,Rcd Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 21. August wohlbehalten in Newyork angekornmen.

verkehr, £a«Ö< ttn» volk»n>ir1hschaft.

»«twerpe«. Die Red Star Linie stellt zwei neue Doppel. fchrauben-Dampfer in Dienst auf ihrer Linie Antwerpen New-,'lork DieselbenSoulhwark" unbKensington" genannt, sinb 1894 in Glasgow gebaut worden, unb zwar auß bestem Stahl unb nach ben höchsten Anforderungen von Lloyd unb Veritas: ihre Länge ist 485', die Breite 55' unb die liefe 40'; ber Realster-Tonnengehalt beträgt 8669 für dieKensington" und 8607 für dieSouthwark" unb beide Schiffe gehören sonach zu den größten Dampfern der Handels- marine.

Diese Dampfer haben zwei Schiffsschrauben, beren jede von einer eigenen Maschine getrieben rotrb; die Maschinen lammt ben »u jeder gehörigen Kesseln sind dmch ein Längßscholt vollständig oon einander getrennt, so daß, wenn an einer Malchine ober Schraube ein Unfall sich ereignen sollte, das Schiff doch leine Reise unter Dampf mit noch ziemlicher Geschwindigkeit fortfetzen kann. Die Doppdfd)rauben ermöglichen ferner nicht nur raschere Steuerung fonbern im Nothsalle kann damit ohne Steuer der Äurß gehalten roerhen und sie erböjen also auch in diesem wichtigen Punkte die Sicherheit. Die Maschinen, nach dem neuesten System vierfach expandirend, entwickeln 7500 inbictrte Pferbekräfle, die Probefahrten ergaben für dieSouthwark" 16,37, für dieKensington" 15 87 Knoten

Die Schiffe sind für den Nord - transatantischen Frachl- und Passaaiee-verkehr bestimmt. Ihre Ladefähigkeit beträgt über 10 000 Tonß und wird oon keinem Dampfer beß Continets über­troffen. Für daß Löschen und Laden solcher enormer Gütermassen sind 9 Ladeluken, zum Thell mit Doppel Dampf winden, versehen vorhanden.

Bezüglich der Passagier - Einrichtungen sei Folgendes erwähnt Die Schlafzimmer für ungefähr 200 Cajüten-Passagiere sind lämmt- lich in der Mitte des Schiffes, zum großen Theil in bem geräumigen Deckhaus, in welchem sich auch der Salon, daß Rauchzimmer x befinden. Während in der Außstaltung ein übermäßiger Luzus vermieden wurde, hat die Gesellschaft sehr darauf geachtet, daß die Zimmer bequem eingerichtet, geräumig unb gut veniiliri sind. Für Passagiere, welche auf mäßige Passagepreile sehen und doch Anspruch auf Bequemlichkeit machen, dürften diese Dampfer sehr zweck­entsprechend sein.

Die Red Star Linie hat seit ihrem Bestehen der Beförderung ber Zwischenbeckspassaaiere ihre ganz besondere Fürsorac geroibm.i und viele jetzt allgemein eingefübrte Verbesserungen verdanken ihrer Initiative die Entstehung. So wurde auch auf diesen Dampfern durch Verlegung der Kajüten - Einrichtungen in baß Deckhaus unb die Mitte ermöglicht, ben größeren Lheil des Oberdecks für bie dritte Klasse zu benützen, während sonst auf ben modernen Dampfern bie britte Klasse sich ausschließlich im Unterberf befindet, welches in Bezug aut Ventilation, Luft und namentlich die Zugänge dem Ober­deck nachsteht. Für nicht roeniger als 1000 dritte Klasse Passagiere sind im Oberdeck Kammern vorhanden, und als eine glückliche Neuerung dürfen ferner die auf diesen Dampfern eingerichteten Kammern zu 2, 4 und 6 Betten bezeichnet werden, die eine noch bessere Trennung der Passagiere nach Familien ermöglichen, als dies- sonst im Zwischendeck thunlich war.

In sämmtlichen Raumen ist electrische Beleuchtung eingerichtet

Zu erwähnen ist noch, daß die Dampfer durch Quer- und Längßschotten in eine Anzahl wasserdichte Abheilungen zerlegt sind die, zusammen mit dem doppelten Boden, welchen die Schiffe haben eine Sicherheit gewährleisten, wie sie größer nach menschlichem Er­messen nicht erreicht werden kann.

= A. Gretscher, Giessen Neustadt 55. dessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste. ----

wirb sich nicht viel von denen ber früheren Jahre unter- scheiben. In ben Strafen verschwinben nach unb nach bie Triumphpforten unb Gmrlanben, btt Fahnen werben wieber eingezogen und fein säuberlich für künftige Festtage bewahrt. Die Bergnügungßlocale in der Stabt standen in diesen Tagen leer. Draußen im Orpheum, wo sich vordem bie Besucher in bichten Schaaren eingefunden hatten, unb auch im Sommertheater war still unb leer. Das letztere Unternehmen schließt in ben letzten Augusttagen seine in jeder Hinsicht erfolgreiche Spielzeit. Haben auch bie Auf­führungen moberner Schauspiele ben gewünschten Erfolg nicht gebracht hier lag boch em Vergleich mit ben Leistungen beß HoftheaterS zu nahe so entschädigten bafür bte Ope- rettenvorstellungen, bie, wie man hört, bann auch in künf­tigen Jahren von der Direction ausschließlich gepflegt werden sollen. Indessen rüstet sich daß Hoftheater zu seinem Winter- feldzug. Am ersten September will seine Pforten mit WebersEuryamhe" eröffnen, dann soll am brüten Kleists Prinz von Homburg" folgen. Bon Novitäten sind laut ben an bie Presse versandten Mittheilungen folgende erworben worden:Dalibor", Große Oper von Smetana,Donna Diana", Oper von Reznicek,Irrlicht", Oper von Grow- mann,Don Paßquale" von Donizetti,Der Vampyr" von Marschner. Außerdem will man Adoniß reizende Oper 8i jätais roi, die in Deutschland noch nie aufgeslth-t wurde, zum ersten Male geben unb schon jetzt soll ber LtN eigens für bie hiesige Hofbühne bearbeitet werden. Im Schauspiel sind folgende Novitäten in Aussicht genommen: Der Weg zum Herzen" von L'Arronge,Arria und Messalina" von Wilbranbt,Satisfaktion" von Roberts,Ferreol" von Sardou,Die Katakomben" von Lewis unbDiener zweier Herren" von Golbani. Außerdem sind in ber Oper wie tm Schauspiel zahlreiche Neueinstudirungen angekünbigt. Daß Personal weist viele neue Namen auf, beten Träger ihre Befähigung meist schon durch Gastspiele erbracht haben, fo daß eine interessante und genußreiche Spielzeit zu erwarten ist.

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