Ausgabe 
23.6.1895 Drittes Blatt
 
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Deutsches Reich

später in der Marine - Akademie großes

Z Brief- und

Packet-Siegelmarken

tüjuetten

Das Verhör war beendet, der Staatsanwalt zieht die Anklage zurück- der Staat trägt die Kosten, auch die des

fertigt tu MOigtn Prtituu «e Br-QMsche Druckerei.

Ballfest.

Berlin. 21.

WB.Mel, 22. Juni, 8 Uhr Norm. Die Kaiserrede bei dem gestrigen Festdiner wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen, sie wurde aufgefaßt als eine bedeutsame Thronrede, gewidmet nicht allein dem deutschen Volke, son­dern allen Nationen, um allen über den frtedsamen Character des großen Werkes keine Zweifel zu lasten. Nach dem Fest« mahle begab sich der Kaiser vor die Festhalle, wo er Cercle abhielt, währenddem spielte die Musik. Im Hafen begann das großartigste Feuerwerk und Illumination, die Kriegs« schiffe prangten im reichsten Ltchterglanz und hatten electrische Glühltchter an der Bordwand, in den Masten und Raaen. Unter fortwährendem Feuerregen stiegen Raketenschwärme auf, mit welch herrlichem Schauspiel der Festtag in un­vergeßlich schöner Weise abschloß.

Auszug aus den Mrehen-üchern

der Stadt Gieße«.

Svangelifche Gemeinde.

Getraute.

Markusgemetnde.

Den 18. Juni. Georg Groth, Pfarrverwalter zu Wingers­hausen, und Luise Wilhelmine Charlotte Nowack, Tochter des Kauf­manns Karl Wilhelm Nowack zu Gießen.

Getaufte.

Matthäusgemetnde.

Den 16. Juni. Dem Lademeister Dietrich Vogel ein Sehn, Ludwig Heinrich Dietrich, geboren den 18. Mat.

Den 16 Juni. Dem Schuhmacher Georg Baum II. eine Tochter, Anna Luise Katharine, geboren den 15. Mat.

Denselben. Dem Mechantkus Wilhelm Spörhase ein Sohn- Ludwig Heinrich Karl, geboren den 24. Mat.

Denselben. Dem Schneider Heinrich Keil eine Tochter, Emma, geboren den 13. März.

Markusgemetnde.

Den 16 Juni. Dem Bierbrauer Wilhelm Trötsch ein Soho, Karl, geboren den 30. Mai.

Denselben. Dem Postschaffner Balthaser Bögler ein Sohn, Rudolf Ludwig, geboren den 17. Mat.

ML Lukasgemetnde.

»ruea Den 16. Juni. Dem Bahnarbeiter Jakob Dingel eine Tochter, Kätha Angela, geboren den 29. April..

Denselben. Dem Calculator Peter Daniel Lantelme ein Sohn, Georg Otto, geboren den 25. Mai.

Den 20. Juni. Dem Kaufmann Albert Scheel eine Tochter, Lola, geboren den 15 April

Johannesgemeinde.

Den 19. Juni. Dem Handschuhmacher Jakob Hengst eine Tochter, Mathilde Meta, geboren den 2. Februar.

BeieMt«« Matthäusgemeinde.

Den 20. Juni. Margarethe Velten, geb. Oetterich, Ehefrau des Schneiders Heinrich Velten, 46 Jahre alt, starb den 19. Juni.

Denselben. Friedrich Ohr, Bahnwärter i. P., 73 Jahre alt, starb den 19. Juni.

AmOMg «ms -en Stan&esamtsregiftcsii Ut Stadt Gieße».

Nufgadote. -

Juni: 15. Ferdinand Andreas Thetlmann, Sparkaffebuchhalter zu Mainz, mit Helene Bertram Hierselbst. 15. Gustav Otto Wtchand, Ober-Telegraphen-Asfistent zu Frankfurt a. M, mit Franztska Ka barine Frtederike Auguste Kahl hterselbst. 17. Friedrich Adalbert Heinrich Max Klingelhoffer, Gräflicher Oberförster zu Westerburg, nnt Sophie Ernestine Karoline Amalte Anna Jockel Hierselbst. 17. Gustav Friedrich Michael Peter Wahl, Gerichtsaccesfist zu Groß- Friederike Karoline Luise Wallenfels hterselbst. 18. Karl August Göbel, Schneider dahier, mit Marte Oppertshäuser hterselbst. 18. Franz Stephan Rentmeister, Taglöhner dahier, mit Anna Luise Bender hterselbst. 18. Julius Kaspar Wellböfer, Küfer und Wirch dahier, mtt Wilhelmine Nickel hterselbst. 19. Franz Martin Henn, Backer dahier, mtt Anna Elisabethe C'peller hterselbst. 21. Philipp

III., Hilfsarbeiter zu Kleinlinde,, mir Wilhelmine Schmidt daselbst.

«hefchltetzurrgirr.

Georg Groth, Pfarrverwalter zu Wingershausen, mit Luise Wilhelmine Charlotte Nowack hterselbst.

Gabore««.

Juni: 11. Dem Restaurateur Heinrich Elges Zwillinge, ein Sohn und eine Tochter. 12. Dem Juwelier Heinrich Huhn ein Sohn. 16. Dem Schreiner Jobann Karl Naurath ein Sohn, Karl HanS Philipp Louis August. 19. Dem Taglöhner Friedrich Jeschka ettl Sohn, Friedrich Wilhelm. 20. Dem Culturtnspector Phtl pp Wißmann ein Sohn, Erwin Ludwig.

GeKo ebene.

Juni: 13. Wilhelm Georg Ludwig Luft, 7 Monate alt, Sobn von Locomottvhetzer Heinrich Lust dahier. 15. Marte Auguste E"sabethe Schomber, 1 Jahr alt, Tochter von Dachdecker Heinrich Schomber dahier. 17. Adolf Petri, 17 Jahre alt, Kaufmann von Neunkirchen, Kreis Stegen. 18. Theodor Reh, 20 Jahre alt, Schreiner von Breitscheid, Amt Herborn. 19. Margarethe Velten, geb. Oetterich, 46 Jahre alt, Ehefrau von Schneidermeister Heinrich Velten dahier. 19. Adele Geldmacher, 22 Jahre alt, Tochter von Kaufmann Meier Geldmacher zu Hannover. 19. August Kleber, 31 Jahre alt, Bier­brauer von Katzenellnbogen. 19. Friedrich Ohr, 73 Jahre alt, Bahn- wärter t. P. dahier. 21. Heinrich Jullmann, 71 Jahre alt, Calcu­lator i. P. dahier.

Darmstadt, 21. Juni. Aus Holtenau, 20. Juni, geht derDarmst. Ztg." folgendes Privattelegramm zu: Gestern nach Ankunft in Hamburg nahmen Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog das Luncheon bet Generalconsul v. Gorrtffen und machten dann eine Rundfahrt in der Stadt, worauf später die Festlichkeiten und Abfahrt folgten. Heute Nachmittag 5 Uhr, nachdem verschiedene Schwierigkeiten bei der Fahrt auf der Canalftrecke RendsburgHoltenau glücklich erledigt waren, hier im Kieler Hafen angelangt/ das Wetter war prachtvoll bei der Einfahrt des FürstenschiffesKaiser Wilhelm LL", dazu großartiger Salut mit derHohen- zollern". Seine Königliche Hoheit begaben sich mit S. K. H. dem Prinzen Heinrich ans Land und nach dem Schloß in Kiel, um daselbst Wohnung zu nehmen- das Gefolge bleibt an Bord. Heute Abend 7 Uhr findet an Bord derHohen- zollern" für die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften Tafel statt und später in der Marine. Akademie großes

Juni. Die erhebenden Friedens­worte, welche Kaiser Wilhelm in der illustren Fest« Versammlung im Hamburger Rathhause gesprochen, haben in ganz Europa ihren mächtigen Widerhall gefunden. In markiger, packender Weise bezeichnete der erlauchte Monarch das soeben eingeweihte Canal-Unternehmen in den Nordmarken Deutschlands als ein Werk, das dem Völkerfrieden zum Segen gereichen, die Nationen einander noch weiter nähern solle. Auch die gewaltige internationale Flottenmacht, welche die Eröffnung des Nord - Ostsee - Canals in Kiel vereinigte, wurde von dem kaiserlichen Redner als eine entschiedene Demonstration für die Völkerharmonie Europas, als ein Sinnbild des einträchtigen Zusammenwirkens aller europäischen Culturnationen zur Erfüllung ihrer gemeinsamen Aufgaben characterisirt. Weiter betonte der Kaiser die Friedenssehnsucht aller Völker und wies darauf hin, wie sich der Welthandel nur unter dem Schutze des Friedens entfalten könne, dieser kostbare Friede aber solle auch fernerhin erhalten werden. Diese gewichtige Versicherung des deutschen Kaisers hat be­greiflicher Weise allenthalben in Europa die größte Genug- thuung hervorgerufen und erneut die Zuversicht befestigt, daß die Politik des deutschen Reiches und der mit ihm ver­bündeten Staaten auch fernerhin auf die Erhaltung des Friedens gerichtet sein werde.

Holtenau, 21. Juni. Bei Hellem Sonnenschein hat der Kaiser heute Vormittag 11 Uhr die Schlußstein- legung des Nordostseecanals und die Grundstein­legung für das Kaiser Wilhelm-Denkmal vollzogen. Die Leibcompagnie des Potsdamer 1. Garderegiments zu Fuß und ein Seebataillon umgaben den Schlußstein. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe verlas die in den Grundstein zu legende Urkunde. Der bayerische Gesandte Graf Lerchen- fcld überreichte dem Kaiser die Kelle unter einer Ansprache. Der Präsident des Reichstages, Freiherr von Buol-Beren- berg, überreichte unter einer Ansprache den Hammer. Hierauf vollzogen der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, die an­wesenden Fürsten, Prinzen, der Reichskanzler, die Vertreter der hohen Reichsämter ?c. die drei Hammerschläge. Beim ersten Hammerschlag des Kaisers ertönte der Salut der Ge­schütze. Während der Vollziehung fiel die Musik ein. Der Reichskanzler brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Die Musik spielte die Nationalhymne. Der Jubel der Menge war sehr groß.

Holtenau, 21. Juni. Der Kaiser sagte bei der Schluß­steinlegung: In Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. taufe ich diesen CanalKaiser Wilhelm-Canal."

Holtenau, 21. Juni. Zu der heutigen Schluß- und Grundsteinlegung wird noch gemeldet, daß um 10 Uhr 15 Min. das Landen der Schiffe, welche die Festtheilnehmer brachten, begann. Reichskanzler Fürst Hohenlohe war mit seinem Sohne und den Adjutanten zuerst auf dem Festplatze erschienen. Bald darauf kamen die Bundesfürsten an. 7 Minuten vor 11 Uhr näherte sich die Hohenzollern mit dem Kaiser, dem Kronprinzen, Prinz Eitel Friedrich und Prinz Waldemar an Bord. Auch die Kaiserin befand sich auf der Hohenzollern. Der Kronprinz nahm am Schlußstein Aufstellung, während Prinz Ettel Friedrich beim ersten Garde-Regiment und Prinz Waldemar bei der Matrosen-Artillerie eintrat. Der Kaiser begrüßte die Ehrenwache mit einem lautenGuten Morgen". Diese beantworteten ihn unter dem Spiele des Präsentirmarsches. Nach Beendigung der Feier kehrten der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge an Bord der Hohen- zollern zurück.

FriedrichSort, 21. Juni. Von 1 Uhr ab wurde der Hasenverkehr für die Dampfschiffe wegen der Flotten- revue verboten. Die Ufer sind dicht besetzt. Die Fried- richsorter Artillerie hält die Holtenauer Höhen besetzt. Das Wetter ist warm mit Neigung zu Gewittern. Die hiesige Brieftaubenstation ließ einige Tauben nach der Schlußstein- legung nach Straßburg ab. Trotz des heißen Wetters harrten Tausende von Menschen stundenlang aus, um das überwältigende maritime Schauspiel zu genießen, das erst in den späteren Nachmittagstunden seinen Anfang nahm.

Holtenau, 21. Juni. Wie heute bekannt wird, ereigneten sich bei der gestrigen Durchfahrt durch den Canal mehrfache Zwischenfälle.Kaiser Wilhelm II." saß verschiedene Male fest. Die die ganze Flotte begleitenden Schlepper mußten schon bei Kilometer 8 zur Hilfeleistung herbeieilen. Der norwegische AvisoViking" lag auf dem halben Wege zwei Stunden lang quer 4m Canal. Das folgende amerikanische SchiffMarblehead" mußte deßhalb vertäuen. Da kein anderes Object vorhanden war, wurden die Telegraphen­stangen zum Vertäuen benutzt, welche dadurch umgebogen und zum Theil ausgeriffen wurden. Dem russischen AvisoGroß- jaschtschi" brach eine seiner beiden Schrauben.

Rendsburg, 21. Juni. Der Bahnbetrieb in der Nähe des Canals war gestern vielfach gestört und unregel­mäßig. Die Drehbrücke über dem Canal bei Kuden hatte Beschädigung erlitten und versagte für längere Zeit den Dienst.

Berlin, 21. Juni. DieBerl. N. Nachr." melden aus Kiel: Admiral Menard hatte in Hamburg eine ungefähr 20 Minuten währende Unterredung mit dem Kaiser, die befriedigend verlaufen sein soll.

Berlin, 21. Juni. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des königlichen Kronenordens zweiter Klaffe an den russischen Capitän zur See von Berg, Comman- kanten der FregatteGeneral-Admiral".

Kiel, 21. Juni. Auch der DampferTrave" mit den Abgeordneten an Bord wurde gestern theilweise an der Leine durch den Canal geführt.

Paris, 21. Juni. DerMatin" meldet aus Kiel, daß der Admiral Menard auf dem gestrigen Balle in der Marine-Akademie feine große Genugthuung über die liebens­würdige Aufnahme der französischen Offiziere seitens der offiziellen Persönlichkeiten, sowie der Bevölkerung ausge­sprochen hat.

f Rechtsanwalts des Angeklagten. Diese dem Staat jur Last gefallenen Kosten sollen dem Vernehmen nach einige | neunzig Mark betragen haben für eine zerrissene Drachenschnur! Mein allerdings durch allerlei Fach- wiffen getrübter Laien - Verstand bäumt sich, so schreibt man derT. R.", auf gegen dieses Erkenntniß. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung hätten im vorliegenden Falle die Gerichtskosten dem Vater des Drachenjungen auf­gebrummt werden müssen, denn was sollte auS unserer herwachsenden Jugend werden, wenn alle Väter ihren Jungen nach allen Streichen blmd Glauben schenken wollten? Hier mußte der Vater, bevor er um einer solchen Nichtigkeit willen einen unbescholtenen Schüler auf die Angebank brachte, seinen Jungen sehr ernst ins Verhör nehmen, dazu war er als Vater und Erzieher seines Sohnes verpflichtet. Weil er dies unterlassen, so mußten ihm, nach meinem Empfinden, Zum allermindesten die sämmtlichen Gerichtskosten, wenn nicht noch eine Strafe zur Sühne des an dem Verklagten be­gangenen Unrechts auferlegt werden. Von alledem ist nichts geschehen. Unsere Gerichte klagen über Arbeitsüberbürdung, die Landtagsabgeordneten über die hohen Kosten unserer Rechtspflege. Wir sind der Ansicht, daß hier sich doch einiger Wandel schaffen ließe, wenn man sich entschlösse, die Recht­sprechung dem deutschen Empfinden anzupaffen.

und wurde mit brausenden Hurrahrufen empfangen, als er i sämattliche Schiffe umfuhr. Aus den Flaggschiffen spielte die Munk den Präsentirmarsch.

VerMLschtes.

Ms, Hauau, 21. Juni. Eine Abteilung des hessischen Feld'Artillerie-Regiments Nro. 11, welches in Cassel und Fritzlar in Garnison liegt, befand sich mit den anderen Ab- theilungen des Regiments auf dem Wege zum Griesheimer Schießplätze bei Darmstadt. Gestern war die Abtheilung bis dicht vor Hanau gekommen, als Gegenordre kam. Nach kurzer Rast der Mannschaften wurde der Rückmarsch nach (Safte I angetreten. Die Erkrankung von Pferden soll die Ursache sein.

* Ei«Seufatiousproceß." Im Herbst des Jahres 1894 ließ im Süden von Berlin ein zwölfjähriger Knabe einen Drachen steigen. Der heftige Wind zerriß die sehr dünne Drachenschnur in dem Augenblick, als zwei Schüler eines Realgymnasiums darunter hinweggeschritten waren. Dieses Zusammentreffen mag den Drachenjungen zu dem Glauben veranlaßt haben, daß die Schüler die Drachenschnur zer­schnitten. Er verfolgte sie in das Elternhaus des einen und verlangte mit vielem Geschrei 50 Psg. für die zerschnittene Drachenschnur. Das Geld wurde ihm rundweg verweigert, weil schon eine bloße Besichtigung des Schnürendes keinen Zweifel darüber ließ, daß die Strippe gerlffen, nicht zer- schnitten war. Nach etwa zehn Tagen erhielt dieser eine Schüler eine Vorladung vor den Amtsvorsteher, um sich hier wegenSachbeschädigung und groben Unfugs" zu ver­antworten. Der Baler des Drachenjungen hatte eine vier Bogenseiten lange Anklageschrift lvsgelassen, in der er Mk. 1.25 Schadenersatz für die zerrissene Drachenstrippe forderte. Der schwere Fall kam aber hier nicht zur Ent­scheidung. Der Drachenjunge hatte sich nämlich geirrt; der vorgeladene Schüler sollte nicht der Bösewicht gewesen sein, sondern sein Mitschüler, dessen Vater zwar in demselben Ort, aber in einem andern Amtsbezirk wohnte. Zum weiteren Unglück besuchte der Schüler aber das Realgym nasium in einem anderen, in einem Nachbarorte und befand sich dort in Pension, so daß die Polizeibehörde dieses Ortes vom Amtsvorsteher in S. um Verhörung des Angeschuldigten ersucht werden mußte. Viele fleißige Beamtenhände hatten inzwischen stundenlang der Drachenstrippe wegen viele Bogen schönen Papiers beschrieben. Umsonst, der geforderte Schaden­ersatz wurde verweigert. Nach einigen Wochen erhielt der ; Director des Realgymnasiums, das der beschuldigte Drachen­strippenschneider besuchte, die Mittheilung der Staatsanwalt­schaft des Landgerichts Berlin, daß gegen den Schüler H. Anklagewegen Sachbeschädigung" erhoben sei. Anfang Januar 1895 saß der Schüler vor dem Schöffengericht auf der Anklagebank. Zu dem Termin waren fünf Zeugen ge­laden, zwei derselben in noch nicht strafmündigem Alter in Begleitung Erwachsener. Fünf erwachsene Menschen wurden für einen Vormittag ihrer BerufSthätigkeit entzogen. einer zerrissenen Drachenstrippe wegen. Das Verhör beginnt. Der Richter fragt den Drachenjungen, wie weit die Schüler von ihm entfernt waren, als sie ihm die Drachenstrippe zer­schnitten hätten, er zeigte nach der Länge des Saales etwa 20 bis 25 Schritt.Und tote lang war das Ende der Schnur, das Du an Deinem Stock behieltest?"Etwa so lang," hierbei zeigte er etwa einen Fuß Länge.So! hast Du denn gesehen, daß der Schüler ein Messer in der Hand hatte?"Nein!"Hatte er denn überhaupt etwas in der Hand?"Nein, ich habe nichts gesehen."