Ausgabe 
18.8.1895 Drittes Blatt
 
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ist 200000 Mann und darüber stark gewesen und fitzt nun in der Falle. Außer den Resten deS Mac Mahon scheu CorpS ist nur noch auf daS von Failly und Canrobert zu rechnen. Der größte Theil der Armee des Prinzen Friedrich Carl und des Kronprinzen werden den Marsch auf Paris fort- setzen, während die Armee des General Steinmetz und ein Theil derjenigen deS Prinzen Friedrich Carl genügen werden, Metz einzuschließen, bis frische deutsche Truppen, die schon auf dem Wege find, sie dort ersetzen. Die Verluste deS sranzösischen Heeres müffen ungeheuer gewesen sein. Die letzten Kriege in der Krim, Italien und Oesterreich, selbst Königgrätz weisen nicht solche vernichtende Metzelei auf. Aber auch die deutsche Armee hat außerordentlich starke Verluste zu beklagen. Tausende unserer Brüder werden für daS Vaterland da» Schlachtfeld getränkt haben und bald wird die Trauerkunde zu Tausenden von Familien gelangen. Wir schließen einen Augenblick die todeSwüden Augen vor den Bergen von Leichen und den Strömen von Blut, die sie ge­kostet und sehen auf die Erfolge. Sind eS doch diese, die die Hoffnung geben, daß der menschenmordende Krieg einem raschen Ende zuetle.

* Erfurt, 12. August. Ein scheußlicher Kind er - mord wurde gestern hier verübt. Die etwa 24 Jahre alte Dienstmagd Friederike Benkert hat zwei uneheliche Kinder, die sie in Pflege gegeben hat. Gestern bestellte nun die un­natürliche Mutter die Pflegerin sammt dem zwei Jahre alten Knaben zu sich, nahm der Frau das Kind ab, und verließ daS Zimmer. Kurze Zeit darauf hörte die Zurückgebliebene einen herzzereißenden Kinderschrei, sie stürzte hinaus und sah hier die Benkert auf dem Flur stehen, während sich daS Kind, anscheinend von Schmerzen gequält, auf dem Boden krümmte. Die entmenschte Mutter hatte dem Kleinen Larbol­säure eingegeben. DaS Kind wurde zwar sofort in daS katholische Krankenhaus gebracht, aber jede ärztliche Hilfe war umsonst. Heute früh 5 Uhr starb der arme Knabe. Die Mörderin legte vor dem Untersuchungsrichter ein um- fassendes Geständntß ab und erzählte mit kühler Ruhe, daß sie die bestimmte Absicht hatte, das ihr lästige Kind aus der Welt zu schaffen.

* Glogau, 14. August. DerNtederschles. Anzeiger" meldet: In der verflossenen Nacht brach in der Brücken­kopfkaserne Großfeuer aus. Die gesammte Garnison wurde alarmirt,- nach einstündigem Kampfe war man des Feuers soweit Herr, daß der größte Theil der Mannschaften abrücken konnte. Zwei MontirungSkammern find völlig aus­gebrannt. Der Materialschaden ist bedeutend.

* Mannheim, 15. August. Ein 17jähriger Bursche Namens Ludwig Volz hat zwischen Mundenheim und Ludwigshafen den 72jährtgen Bürgermeister von RödeSheim erstochen, aus Rache, weil dieser über den ersteren eine kleine Polizeistrafe verhängt hatte.

* Die amtliche Wertschätzung der Stenographie. Die Bayerischen Blätter für Stenographie" berichten, der Frank­furter OberlandeSgerichtSpräfident Dr. HagenS habe erklärt, daß er nur solche junge Leute als Civilanwärter für den GerichtSschreiberdienst annehme, die der Kurzschrift mächtig seien.

* New Bork, 15. August. Neuntausend Schnetder- gesellen stellten, durch den Erfolg deS letzten Ausstandes der Schneider veranlaßt, die Arbeit ein. Sie verlangen Herabsetzung der Arbeitsstunden auf wöchentlich 59 und eine 20procentige Lohnerhöhung. Man erwartet, daß in dieser Woche 20000 Arbeiter die Arbeit niederlegen. Die in Urlaub weilenden Polizisten sind zurückberufen.

* Tine Heldin. Zur 25jährtgen Wiederkehr der Eriune- rungStage einer großen Zeit werden allerhand Heldenthaten aus dem Kriege 1870/71 aufgesrischt. Dabei verdient auch eine Barmherzige Schwester, die Französin Theresia, Superiorin der Barmherzigen Schwestern zu Tongking, eine lobende Erwähnung. Schwester Therefia, schon erprobt auf verschiedenen Schlachtfeldern, wurde bei Wörth verwundet, wo man sie unter einem Haufen todter Kürassiere hervorzog. Später siel eine Granate mitten in die ihrer Sorge anvertraute Ambulanz. Sie ergriff sie schnell und trug sie etwa 80 Meter weg. Als die Granate platzte, wurde Schwester Theresia

nochmals schwer verwundet. Wie heldenmüthig diese Jung- srau überhaupt war, geht am besten auS der ihr gewordenen Ehrung hervor, die im December 1889 zu Tongking statt- sand. In Gegenwart aller französischen Truppen, die in der Hauptstadt von Tongking in Garnison liegen, überreichte der General Gouverneur mit seinem Generalstabe ihr daS Kreuz der Ehrenlegion. Die Truppen hatten Carre gebildet und m Mitte derselben hielt der Gouverneur die folgende An­sprache:Schwester Maria Therefia? Kaum zwanzig Jahre alt, wurden Sie auf dem Schlachtfelde von Balaklava (im Krimkriege) verwundet, als Sie den Verwundeten Ihre Dienste widmeten. Bei Magenta find Sie in erster Reihe verwundet worden. Sie haben dann unsere Krieger in Syrien, China und Mexiko gepflegt. Bei ReichShofen (Wörth) hob man Sie verwundet vom Schlachtfelde auf. Später fiel eine Granate mitten in die Ihnen anvertraute Ambulanz. Sie ergriffen sie schnell und wurden schwer verwundet. Nachdem Sie ge­heilt waren, sind Sie dem Ruse nach Tongking gefolgt." Dann ließ der General die Schwester niederknieen, zog den Degen und berührte dreimal ihre Schulter, indem er sagte: Im Namen des französischen Volkes und Heeres ertheile ich Ihnen da» Kreuz für bewiesene Tapferkeit. Niemand kann heldenmüthigere Thaten zur Erlangung desselben auf- weisen. Niemand wird einen entsagungsvolleren Lebenslauf, so gänzlich dem Dienste seiner Brüder und seines Vater­landes gewidmet, nachweisen können. Soldaten, präsentirt die Waffen!"

* Nothfigual in den Alpen. Auf Anregung des Alpine Club in London wird von den alpinen Vereinen ein inter­nationales Nothsignal eingeführt, dessen sich Berg­steiger, welche Hülfe bedürfen, bedienen sollen. Das Wesen dieses Nothsignals besteht darin, daß während einer Minute sechsmal irgend ein sichtbares oder hörbares Zeichen, dessen Art von den jeweiligen Umständen abhängt, abgegeben wird, worauf eine Minute pausirt, in der nächstfolgenden Minute das Zeichen abermals sechsmal wiederholt wird und so fort, bis eine Antwort gegeben wird, welche durch dreimalige Wiederholung eines Zeichens in der Minute erfolgt. Der Deutsche und Oesterr. Alpenverein hat die betreffende Anleitung für die deutschen und österreichischen Alpen entworfen und dieselbe in Placatsorm in seinem Arbeitsgebiete an die Schutz­häuser und Gasthäuser, sowie an sämmtliche Führer vertheilt. Die gleiche Instruction haben auch der Niederöfterr. Gebirgs- Verein und der Oesterr. Alpenclub in ihren Arbeitsgebieten verbreitet.

* Allein mit einer Wahnsinnigen im Eiseubahncoupe. Ein seltsames Abenteuer hatte vor einigen Tagen em Reisender auf der Strecke Wien Köln a. Rh. zu be­stehen. Als der Schnellzug in Aschaffenburg hielt, war es schon spät in der Nacht. Der Bankbeamte wurde durch baß Aufschieben der aus dem Seitengang des Durchgangwagens in das Innere des Coup6s mündenden Thür aus dem Schlummer geweckt und erblickte zu seinem nicht geringen Erstaunen eine elegant gekleidete und noch junge Dame, die sich rasch und schüchtern in eine Sitzecke drückte. Dem Procuriften war diese Beeinträchtigung seiner Ungenirtheit nicht besonders angenehm- er zündete sich deßhalb eine Cigarre an und dampfte mächtig. Aber die Dame rührte sich nicht. Ist es Ihnen nicht zu rauchig hier?" fragte der Prokurist. O nein, mein Herr! Ich ertrage alles, alles, wenn Sie mich bloß hier lassen!" tönte zaghaft zurück. Der Wiener stutzte und betrachtete seine Reisegenosfin aufmerk­samer. Sie hatte ein schönes, bleiches Gesicht- goldblondes Haar quoll in anmuthig gruppirten Löckchen unter dem Stroh- Hütchen hervor- die Händchen trugen rostbraune Handschuhe, ein goldenes Ketten-Armband umschloß daß zarte Gelenk die Reisende sah durchauß nicht verdächtig auß. Weßhalb dann die sonderbare Aengstlichkeit?

Sie könnten aber doch in daß Damencoupö," begann Herr U. wieder.O, ich danke ich will hier bleiben!" kam in flehentlichem Tone über die schönen Lippen.

Eine längere Pause. Dann erschien der Conducteur.' Mein Herr ich muß nachzahlen, denn ich erreichte in Aschaffenburg den Train einige Secunden vor dessen Abfahrt. Ich will nach Köln reifen. Verschaffen Sie mir ein Billet." Der Schaffner entfernte sich.

Noch aufmerksamer als früher beobachtete der Wiener

den auf Pergament und Elfenbein gemalten Porträts der Künstler und Gelehrten deß Jahrhunderts, einen Rück- fdjlufj auf die Bildung der Markgräfin gestattet, und das Chinesische Zimmer, dessen Wandfiguren s. Z. beweglich waren.

Größeren Reiz als das, was man zu sehen bekommt, Übt auf unsere Phantasie jedoch baß, waS uns nicht birect gesagt wirb, wa» wir nur halb unb halb erraten: baß ver­borgene, geheimnißvolle Leben, baß die Dinge in Favorite auSstrahlen unb für welches unß baS volle Verstänbniß erst ausgehen könne, wenn unß verstauet wäre, mit längerer Muße unb als grünblicher Beobachter in diesen Räumen zu verweilen, hinter deren Seidentapeten und GobelinSvorhängen sich ©eenen abgespielt haben mögen, die an die tollen Abenteuer der Baloiß unb Orleans erinnern.

Welche Geschichte verbergen unß bte fest geschloffenen, ast männlich geschnittenen Züge der stolzen Markgräfin, die in diesem abgeschiedenen Favorite ihre Träume außspann unb ihre Phantasien Wirklichkeit werben ließ?! Selbst ein nur fuchtiger Gang durch diese Raume, welchen fie den Stempel ihrer Wesenheit aufgedrückt hat, muß unß sagen, daß im «eben von Sybilla Augusta die widerspruchsvollsten Züge bunt nebeneinander lausen. Dieselbe Frau, bte Jahre lang mit ihren Hofdamen der Anfertigung kostbarster, unerschöpf­liche Geduld erfordernden Handstickereien obliegt, fielst zugleich eine leidenschaftliche Spielerin, und die eingerahmten Karten- blätter in einem Zimmer beziehen fich auf einen pikanten Vorfall auß dieser LebenSphase.

Diese Fürstin, welche die feinsten ästhetischen Bedürfniffe hatte und sich im Florentiner Saal mit der unmittelbaren Gegenwart der Großen im Reiche deß Geisteß umgab, sie gewann es über sich, in der Büßerzelle, in der sogenannten Magdalenen-Capelle, in welcher sie die Fastenzeit verbrachte, roh und geschmacklos gearbeitete Wachspuppen, wahre Carricaturen von Heiligen, beständig vor Augen zu dulden.

Wie und weshalb führte der Weg der Gräfin aus den üppigen Prunkgemächern in diese dunkle Klause mit 'ihren Marterwerkzeugen?! Was für eine Bewandtniß hat eS mit dem großen Oelbilde, welches die Schwester der Markgräfin, eine Erzherzogin von ToScana, auf dem Todtenbette darstellt und daS hier wie eine stumme, ewige Mahnung hängt?!

Wer gibt unß Aufschluß über all diese Dinge?! Die panegyrisch verfaßte Schrift eineß Hofjunkerß auß dem Jahre 1856, die jetzt inFavorite" zu 50 Pfg. verkauft wird und die aus Augusta Sybtlla einen Tugendspiegel, ein Muster von gottseligem Wandel prägen möchte, gewiß nicht.

Soviel können wir unß sagen, auch wenn sich unß die Archive zu Rastatt nicht erschließen, daß in Favorite keine Elisabeth von Ungarn gelebt und gebüßt hat. Ein Moritz von Schwind fände hier zu Heiligenlegenden keinen Stoff. Wohl aber dürfte der glühende Pinsel deß Spanierß Salvador Cubellß an bieten alten, verschollenen Hofgeschichten feine Nahrung finden!

Bankbeamte sein Vis-ä-vig. Die Blondine rückte unruhig auf dem Sttze hin und her unb brach endlich tn ein Schluchzen auß. Der Procurlst konnte nicht umhin, fich nach der Ursache ihrer seltsamen Erregung zu erkundigen.

Ach, mein Herr!" hauchte die Dame.Sie werden Mitleid mit mir haben, mich nicht wieder in daß Gefängniß zurückschicken, auß welchem tch eben entflohen bin! ... ist ein entsetzlicheß Hauß, innerhalb deffen Mauern man mich wirklich dem Wahnsinne entgegenreifen lassen wollte! Gott, welcher weiß, daß ich nicht den Verstand verloren habe, son­dern nur das Opfer der Ränke der Familie meines ver­storbenen Mannes geworden bin, Gott gab mir meine Frei­heit wieder unb Sie, mein Herr, Sie werden nicht» gegen den Willen deß Allerhöchsten thun wollen! Ich besitze keinen Pfennig Geld. Mein Herr, bezahlen Sie mein Billet biß nach Köln und nennen Sie mir die Adresse, an welche ich die entsprechende Summe zurücksenden muß?"

Eine auß dem Jrrenhausc Entsprungene! Der Procurlst war nicht angenehm überrascht. Er wendete feine ganze Beredtsamkeit auf, um die Arme zu beruhigen; er sagte ihr seinen Schutz zu und bezahlte sogar ihr Eisenbahnbillet. Sie dankte ihm gerührt und wollte ihm sogar ihr Armband alß Pfand geben, welcheß Ansinnen er jedoch entschieden zurückwieß.

Der Zug fuhr in die nächste Station ein. Neue Passagiere tarnen in den Wagen - ein Herr zeigte sich an der Schiebethüre. Da sprang die blasse Blondine mit einem Lechzen auf und warf fich an die Brust deß Procuriften. Sie kommen, mich zu holen! Sie wollen mich zurück- bringen in daß fürchterliche Gefängniß o, mein Herr retten Sie mich!"

Der gute alte Herr wußte fich nicht zu helfen. Er be­fand sich in einer verteufelt unbequemen Situation, alß der zugekommene Passagier mit einem geschwäbeltenSchön guten Abend?" in daß Coups trat.

Da riß fich die exaltlrte Frau plötzlich von dem Pro­curiften loß und stürzte in den Durchgangß-Corridor deß Wagens hinaus.

Mit einem erleichtertenGott sei Dank!" fiel der Bank­beamte tn die Sitzkissen zurück und erzählte feinem nun­mehrigen Retsecollegen fein Abenteuer. Während die beiden Herren diearme Närrin" weidlich bedauerten, fiel Herrn U. ein, nach der Uhr zu sehen. Ader Uhr unb Gold- kette waren weg und ebenso seine Brieftasche.

Der Bestohlene merkte nun, daß in diesem Wahnsinn Methode lag, verschmerzte einen Betrag von über 200 Gulden und war froh, daß er sein Chekbuch und die Rundrelsebilletß in der Innenseite seiner Weste besser ocrwahrt hatte.

* Daß Schaf unb bet Fluß. Auß Schulaussätzcn fenbtt derOstd. Volkszeitung" ein Lehrer folgende Auszüge: Das Schaf. Wenn man dasselbe streicht, gibt einen fünften Ton von sich, weil fo sanft ist. Man benutzt zu Violinseiten, denn daß Schaf ist sehr geduldig. Man kann daher schlachten. Auch kann man daß Fell benutzen. Dasselbe hat vier Beine, welche unter dem Bauch sind, zwei sind am Kops und zwei am Schwanz." Der Fluß. Der Fluß ergießt fein Wasser in den Ocean. Obgleich er dort nicht seinen Namen behält, so vereinigt fich sein Wasser mit dem Wasser deß Oceanß. So wie der Fluß seinen Lauf beendet, so beendet auch der Mensch seinen Lebenßlaus. Ein jeder Mensch mutz seinem Leben ein Ende machen, denn es heißt: Alle Menschen müssen sterben."

* Ein neuer Kalender. Erster Student:Du, der wievielte ist denn heute?" Zweiter Student (in sein Portemonnaie blickend):Heute ist ungefähr der Zwanzigste." Erster Student:Wozu siehst Du denn dazu in Dein Portemonnaie?" Zweiter Student:Ja, daß ist mein Kalender. Es hat zwei Taschen. Dom 1. biß 10. ist rechtß Gold und links Silber, vom 10. biß 20. ist recht» Silber und links nichts, vom 20. an ist rechts nicht» unb links erst recht nichts?"

Verkehr, taub* unb Polfßwirtbjcbaft

Leberr»verstcherung»-Sesellschaf1 zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar biß Ende Juli 1895 3687 Versicherungen über 27049900 Mk. beantragt worden, 559 900 Mk. mehr alß im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 534 Mitglieder, die mit 3 200 150 Mk. versichert waren. Der Verficherungsdestand stellte fich Ende Juli 1895 auf 63 300 Personen mit 444 Millionen Mark Versicherungssumme, das Vermögen auf 129 Millionen Mark. Für fällig gewordene Verficherungß- summen sind bis jetzt auSgezahli 88 Millionen Mark, alß Divi­denden an die Versicherten gewährt 43 Millionen Mark; Dividenden- reseroen in Höhe von 22 Millionen Mark liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesell­schaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42 pEl. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Ver­sicherungen außerdem li/,pCl. der Summe der gezahlten Zusatz- pramien, was mit Rücksicht auf anberroeite Auslassungen über diesen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Dioi- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher al» 42 pCt.

Deutsche Laudwirthschaft» Gesellschaft. In der neuesten Ausgabe ihrerMittheilungen" hat die Deutsche Land- wirthschaftS-Gesellschast wieder eine neue Einrichtung inß Werk gesetzt, welche geeignet ist, dem reellen Zuchtoiehhandel einen Dienst zu erweisen. Gegen eine geringe Gebühr werden in den Mittheilungen" der D. L.-G. Angebote von Zuchtthieren veröffeut- licht, jedoch nur von solchen Zuchten, welche eine geordnete Zuckt- Buchführung haben. Das Angebot erfolgt unter Nennung der Nummer deS Herd- oder Zuchtbuches und anderer für die urtheilung erforderlichen Angaben.

A. Gretscher, Giessen Neustadt 55. dessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste.