Ausgabe 
17.7.1895 Erstes Blatt
 
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Obwohl die Anker schon früher geworfen, konnte der Ballon doch nicht gehalten werden. Nach Aussage deS Fräulein j Paulus soll die Fahrt eine rocht gefährliche gewesen sein. Wenn nicht noch Leute zu Hilfe gekommen wären, würde dec Ballon noch weitere Strecken weiter gegangen sein. Eigen- j rhümlich ist es zu hören, welche Begriffe die Leute bei dem Herannahen des Ballons hatten; der Eine meinte, es wäre der Teufel, der Andere es sei ein Drache, der Dritte eine Windblase" usw. Die beiden Insassen des BallonS über­nachteten bei Gastwirth Schmalbach hier und ließen sich dann anderen Morgens per Wagen jammt Ballon nach Gedern fahren." Fräulein Paulus erhielt für die hier unternommene Auffahrt 300 Mark- sie hätte 500 Mark er« halten, wenn der Absturz hätte stattfinden können. Die Ballonfüllung geschah auf Kosten der Festkaffe. Morgen, Mittwoch, wird Fräulein Paulus in Worms eine Auffahrt mit Absturz unternehmen.

** Der Behringer'sche Festmarsch, welcher gelegentlich d-S 22. Mittelrheinischen KreiSturnfefteS wiederholt gespielt und auch nach einer von einem hiesigen Herrn verfaßten Dichtung mit Gesang begleitet wurde, ist in den Musikalienhandlungen erhältlich. Hoffentlich findet diese gediegene Compofition in der musikalischen Welt viele Liebhaber.

* * Elfter Deutscher Torutag. Am 22. und 23. ds. Mts. findet zu Eßlingen im Feftsaale der Realschule der 11. deutsche Turntag statt. Als Vertreter des Gaues Heffen wird Herr Fritz Helm an den Berathungen theilnehmen.

Der Wein Consum auf dem 22. Mittelrheiuifcheu Turnfest stellt sich nach der nunmehr vorliegenden Uebersicht

w:e folgt:

a) Weißwein:

V1 '/-

Flaschen

Nr.

3231 530

1 Festwein (Helm)

3134 650

1 bto. (Zinßer)

705 166

2a Dürkh. Frohnhof (Patz)

309 99

2b KönigSbacher (Schott)

94

3 Nackenh. Rothenberg (A. & G. Wallenfels)

107

4 Brauneberger Mosel (Schwan)

17

5 Neroberger Domaine (Saame)

5

6 Dürkh. Feuerberg-AuSlese (Schwan) b) Rothwein:

157 87

7 Aßmannshäuser (Saame)

9

8 Ober-Ingelheimer (A. & G. Wallenfels) c) Sch aurnwein:

18

9 Turnersect (A. & G. Wallenfels)

21 -

10 Gebr. Hoehlschwarze Marke" (Fischbach)

23 -

11 Burgeffgrüne Etikette" (Schwan)

12

12 Gebr. HoehlKaiserblume" (Fischbach)

7842 1532

d) Wasser:

2591 natürliches (TaunuSbrunnen Meyer)

2422 künstliches (Dr. Mettenheimer)

5013

46 v) Limonade (Dr. Mettenheimer). In obiger Aufstellung ist der beim Wein entstandene Bruch mitgerechnet.

* * Zum Wormser Schützenfest werden heute vom Gießener Schützenvcrein zwanzig Mann unter Führung des Ober- schützenrneifters Brück sich begeben.

* * Bet größeren Volksfesten kommen im Gedränge öfter kleine Kinder abhanden. In den großen Concertgärten Berlins z. B. bringt man die Kleinen dadurch schnell wieder in Besitz ihrer Eltern, daß man sieausblasen" läßt, d. h. die Kinder werden nach der Musikbühne gebracht und durch ein Trompetenfignal das Publikum benachrichtigt, wobei das betr. Kind in die Höhe gehalten wird. Dieses Verfahren wurde auch während deS hiesigen Turnfestes, wo mehrfach Kinder sich verirrten, eingeschlagen und Ihatte den Erfolg, daß die weinenden Kleinen sofort wieder in die Obhut ihrer Eltern kamen.

** Feuerlärm. Gestern Abend kurz nach 10 Uhr ent­stand in der Neustadt Feuerlärm. In einem Fabrikhofe bemerkte man Feuerschein und fand daselbst einen mit Ruß gefüllten Holzkasten brennen. Die Gejcchr der Weiter­verbreitung des Feuers wurde durch alsbaldiges Ablöschen des Rußes Seitens einiger Feuerwehrleute beseitigt.

. ** Laudwirthschaftliche Ausstellung. Der Landwtrthschaft-

Uche Verein für Rheinhessen hat beschloffen, bei der im Sep­tember laufenden Jahres hier stattfindenden landwirthschaft- lichen Ausstellung eine Ko st Halle für rheinhessische Weine zu errichten.

** Kriegerkaweradschafthasfia". Nach Erfüllung der satzungsmäßigen Pflichten sind in den Landesverband der KricgerkameradschaftHasfia" ausgenommen worden: 1) Der Krieger- und Soldatenverein Zornheim mit 48 Mitgliedern, Bezirk Nieder-Olm- 2) der Kriegerverein Klein-Eichen mit 12 Mitgliedern, Bezirk Lauterbach. Ferner wurden als Einzelmitglieder in den Landesverband angenommen die Herren Kameraden Landgerichtsrath Sandmann, Landgerichtsrath Kullmann, Premierlieutenant d. L. a. D., und CollegienhauS- beschließer F. W. Storck, sammtlich in Gießen.

** Gießen und Göttingen in Marburg. DasMarb. Tgbl." schreibt unter dem 15. d. Mts.: Einer Einladung der Marburger Docenten folgend, erschienen die Göttinger und Gießener Collegcn, zum Theil von ihren befferen Ehehälften begleitet, in erheblicher Zahl gestern in unseren Mauern zu einem gemüthlichen Beisammensein. In den mittleren Hallen unserer Universität fand von 11 i/2 Uhr Morgens ab Früh­schoppen statt. Im großen MuieumSsaale vereinigte sich dann gegen 2 Uhr die Festversammlung zu einem Bankette. Den ersten Toast brachte der Rector der hiesigen Universität, Herr Proseffor Fischer, aus. Derselbe galt den Göttinger und Gießener Collegen und deren befferen Hälften, die stets bemüht seien, himmlische Rosen inS irdische Leben zu flechten. Der derzeitige Rector der Göttinger alma mater feierte Marburgs Naturschönheiten sowie deffen historische Bedeutung.

Nicht wie die Wittenberger Profefforen seien sie gekommen, um zu streiten, sondern um in gemeinsamer Fröhlichkeit neue Kräfte zu sammeln. Möge Marburg stets das geistige Erbtheil seiner Väter hüten und an idealen Gütern stets wachsen und durch sie blühen und gedeihen. Der Rector der Gießener Universität brachte den Frauen sm Hoch, nicht aber denen, die ringen wollen um die Palme der Gelehrsamkeit, sondern den im Hause waltenden züchtigen Hausfrauen, den Müttern der Kinder. Da gegen 4 Uhr der Himmel sich aufkärte, so wurde der ursprünglich geplante, später aber des ungünstigen Wetters halber fallen gelassene Spaziergang nach Spiegelslust auf Vorschlag deS Herrn Rectors Fischer doch noch zur Ausführung gebracht! Auch die Musik zog mit und coucertirte oben noch eine Stunde. Nach der Rückkehr von SpiegelSluft erfolgte die Ver- abschiedung im Ritter.

* Neues Geld. Auf den deutschen Münzstätten sind im Monat Juni d. I. geprägt worden: 6433 980 Mk. in Doppelkronen, 130 355 Mk. in silbernen Fünfmarkstücken und 42 436 87 Mk. in Einpfennigstücken. Die Gesammt' ausprägung an Reichsmünzen, nach Abzug der wieder ein- gezogenen Stücke, beziffert sich bis Ende Juni d. I. auf 2 947 453 005 Mk. in Goldmünzen, 477 369 896 50 Mk. in Silbermünzen, 52 610 436 90 Mk. in Nickel- und 12 972 545 23 Mk. in Kupfermünzen.

♦♦ Auf da« Vertilgen von Raupen in den Gärteu können jetzt die Gartenbesitzer und Obstbaumzüchter nicht genug aufmerksam gemacht werden. Die Raupennester befinden sich in den zusammengebogenen Blättern und sitzen größtentheis an den äußersten Spitzen der Zweige. Wenn man die Nester öffnet, so findet man in den meisten derselben schon kleine lebendige Raupen, die demnächst ihre Schlupfwinkel verlaffen und sich über den ganzen Baum verbreiten werden. Es ist also jetzt die höchste Zett zur Vertilgung dieses schädlichen GethierS.

** Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 4. bis 11. Juli.) Der Getreidemarkt zeigte in der verflossenen Woche ganz seltsame Gegensätze. Am 6., 7. und 8. Juli zogen überall die Preise stark an, weil in Amerika und Rußland wegen ungünstigen Wetters ein bedeutender Ernteausfall zu be­fürchten sei, und schon am 9. Juli sanken die Preise für Weizen und Roggen wieder ganz bedeutend, weil sich die Ernteaussichten gebessert hatten und noch sehr viel altes Getreide angeboten wurde. Es kann also darüber doch kein Zweifel bestehen, daß noch viel Vorräthe vorhanden .sind, denn sonst hätte jetzt, unmittelbar vor der doch in mancher Hinsicht noch zweifelhaften Ernte ein Preissinken nicht ein­treten können. In Berlin und Leipzig wurden gekauft: Wetzen per 20 Centner für 136 bis 152 Mk., Roggen für 116 bis 122 Mk., Gerste für 108 bis 156 Mk., Hafer für 123 bis 148 Mk. je nach Qualität.

Romrod. 13. Juli. Bei der heutigen Wahl eines Bei­geordneten wurde der seitherige Beigeordnete Jost Schmidt, Candidat derRothen", mit 64 Stimmen wieder- gewählt. H. K. Schmidt, Candidat derSchwarzen", erhielt 20 Stimmen, 2 Stimmen waren ungtltig.Rothe" und Schwarze" befehden sich schon seit Jahrzehnten ganz er­bittert, was dem Wohle der Gemeinde gewiß nicht förder­lich ist. Darmst. Ztg.

§ Crainfeld. 14. Juli. Die Arbeiten an der hiesigen Gemeinde-Wasserleitung find in letzterZeit bedeutend vorgeschritten. Von der Quelle (dem sogenannten Haffel- brunnen) ist die Leitung bis an den Ort schon ziemlich fertig, so daß jetzt mit den Arbeiten im Orte begonnen wird. Der rasche Fortgang dieser Arbeiten ist dem Umstande zuzuschreiben, daß etwa 50 auswärtige Arbeiter daran beschäftigt sind, welche verhältnißmäßig mehr leisten, als Arbeiter aus hiesiger Gegend. ES darf angenommen werden, daß die Wafferleitung nun bis zum Herbste fertig wird.

ass Unter Seibertenrod. 15. Juli. Dem Knecht des hiesigen LandwirthS Bast ging kürzlich auf dem Heimwege, an einer sehr steil abfallenden Stelle der Straße, das Pferd durch. Der Wagen wurde umgeworfev, und die auf dem­selben befindliche Frau des Bast nebst dem Knecht herab­geschleudert. Die Frau renkte sich beim Fallen den einen Arm aus den Gelenken, während der Knecht durch einen auf ihn gefallenen Sack voll Mehl schwere innere Verletzungen erhielt. Diesen Verletzungen, die anfangs heilbar erschienen, ist er jetzt erlegen. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß sein Bruder, der ebenfalls im Bast'schen Hause bedienstet ist, um dieselbe Zeit einen Unfall erlitt. Dieser war mit seinem Dienstherrn zur Station Mücke gefahren, um Baumaterialien zu holen. Auf dem Heimwege wurde er von einem Wagen überfahren und dabei an Arm und Hand so schwer verletzt, daß an letzterer zwei Finger für immer steif bleiben werden. In derselben Viertelstunde waren die beiden Knechte und ihre Dienstherrin verunglückt.

Lardenbach (Kr. Schotten), 15. Juli. Gestern wurde hier das Bezirks-Krieger fest des Bezirks Laubach in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins gefeiert. Der Ort hatte ein prächtiges Festkleid angelegt, und ebenso schön war der Festplatz geschmückt. Der Besuch deS Festes war trotz des zweifelhaften Wetters ein sehr starker. An dem mit Festreitern eröffneten glänzenden Fest­zuge betheiligten sich 23 Vereine, worunter solche in einer Stärke von 5060 Mann. Der Präsident deS hiesigen KriegervereinS, Herr Ruppel, begrüßte die Vereine und Gäste in warmen Worten. Der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Weinberger, weihte die neue Fahne, die von einer Feft- jungfrau unter kurzer Ansprache dem Kriegervereine über­reicht wurde. Hierauf sprach noch der BezirkSpräfident, Herr Goldmann, Begeisterung weckende Worte. Inzwischen aber hatte der Himmel seine Schleußen geöffnet, und der Regen goß in Strömen herab. Beeinträchtigte auch ein solches Wetter die frohe Festesstimmung, sie kehrte doch bald wieder, nachdem der Regenguß aufgehört und da- Fest, auf

das Lardenbach stolz sein kann, nahm seinen ferneren schönet?- Verlauf.

§ Aus dem höheren Vogelsberg, 14. Juli. Nachdem der im vorigen Winter verhaftet gewesene David Sommer III. von Crainfeld sich dem irdischen Richter am Gründonnerstag dieses Jahres im Untersuchungsgefängniß in Gießen durch Erhängen entzogen, sollen dem Vernehmen nach noch dessen Erben nachträglich wegen Steuerdefraudation belangt werden. Sommer hat schon seit Ende der 60er Jahre Wucher, Viehhandel und Geldwechslergeschäfte betrieben, er ist jedoch erst im vorigen Jahre aus Veraulaffung Großh- Amtsgerichts Herbstein inS Handelsregister eingetragen worden und hat daraufhin ein Gewerbepatent als Bankier und Geld­wechsler erhalten, während er früher nur ein solches als Viehhändler im Kleinen" besaß.

Vermischtes.

* Vom Millionär zum Bettler. Vor dem Amtsgericht am Alexanderplatze in Berlin erschien dieser Tage ein Mann, der eher alles andere erwartet haben mag, als dieses Schicksal: v. Quistorp, der einst Millionen reiche Gründer der Colonie Westend, hatte sich wegen groben Unfugs zu ver­antworten. Der ehemalige Millionär, der in den letzten Jahren bei Spandau wohl noch gebaut hatte, ohne daß die Oeffentlichkeit von seiner Thätigkeit erfuhr, wurde alS Wohnungsloser mit Aufgegriffenen aller Art vorgesührt. Man schenkte seiner Darstellung des Falles Glauben und verurtheilte ihn daher zu der geringen Strafe von 3 Mk. Aber auch dieje konnte der Mann, der ehemals Über Millionen verfügte, nicht bezahlen. Er verließ den Gerichtssaal nicht, ohne daß ihm eine Unterstützung zu Theil geworden war.

* Faljche Schinken. Die in Berlin erscheinende Fleischeczeitung" berichtet in ihrer neuesten Nummer über eine Fälschung gewiffenlosester Art- in der fraglichen Zeit­schrift wird behauptet, daß eS ausländischen Fleischexporteuren und Fischräuchereien gelungen ist, Seehundfleisch ähnlich wie Schweinefleisch zu Schinken zu präpariren. Diese Präparate bestehen aus den Vorderschinken des Seehundes, die wie die Hinterschinken der Schweine zupescknurcn werden. In der Saargegend wurden viele falsche Schinken für die dortigen Kohlen- und Bergarbeiter verkauft, außeroem an den Rhein und sogar nach Mainz kommen diese Seehundsschinken und werden hier verkauft. Zu Gunsten der Verkäufer wird an­genommen, daß dieselben sich über den Ursprung und Character^ der Schinken im Unklaren waren.

* Aachen. 13. Juli. Als heute die Heiligthümer gezeigt wurden, fiel das Tuch Johannes des Täufers auf daS Dach der ungarischen Capelle. Darob entstand unter den Wallfahrern eine große Panik.

* München, 15. Juli. DieNeuesten Nachrichten" melden aus Salzburg: General Graf O'Donuel, welcher Kaiser Franz Josef bei dem Attentat im Jahre 1853 das Leben rettete, ist hier gestorben. Wie verlautet, wird der Kaiser der Beerdigung am Mittwoch Persönlich bei­wohnen.

* AugSbnrg, 15. Juli. Eine schreckliche Blut­that hat sich gestern hier zugetragen. In einem Bierkeller geriethen fünf junge Burschen mit einem Obermüller wegen eines Betrages von 30 Pfennigen in Streit, weshalb Letzterer das Local verließ. Als ihm nun feine Gegner folgten und auf ihn eindrangen, zog der Bedrohte feinen Stockdegen und stach auf seine Widersacher ein. Einer derselben blieb sofort tobt, ein Zweiter verstarb im Laufe der Nacht, der Dritte am Morgen. Alle drei sind Brüder. Der Thäter ist aus Jmmendorf und hat sich bereits freiwillig der Polizei gestellt. Er will in Nothwehr gehandelt haben.

* Verschiedene deutsche Offiziere, welche in Folge deS Hannoverschen Spielerprozeffes ihren Abschied nehmen mußten und vor längerer Zeit als Gemeine in die indische Armee, eintraten, sind, wie dieDeutsche Wochen-Zeitung" in den Niederlanden berichtet, theilweise zu Corporalen und Unter­offizieren befördert worden. Ihre Verführer haben sich aber solchen Mühen und Fährlichkeiten nicht auszusetzen brauchen- sie haben einfach ihre OperationSbafiS nach Holland verlegt und zwar nach Amsterdam, von wo aus sie ihre Be« ziehungen mit deutschen Geldbedürftigen weiter unterhalten.

Bern, 15. Juli. Auf dem Puschlaver See in Graubünden ertra nken gestern laut derZüricher Ztg." zwei Jünglinge und drei Mädchen. Drei Jünglinge konnten sich retten.

Dulden, 16. Juli. Am Samstag Nachmittag ist eine auS drei Herren und zwei Damen bestehende englische Touristentruppe ab gestürzt, als dieselbe ohne Begleitung von Führern den Ortler besteigen wollten. Die erste Hilfe wurde von einem durch die Hotelleitung in Sulden mit Führern entsandten Arzt geleistet- sodann wurden die Ab­gestürzten hierher gebracht. Beide Damen haben tiefe Kopf­wunden und Contusionen, die eine außerdem eine Gehirn­erschütterung und eine Verrenkung des Oberarms erlitten. Der Zustand der Damen ist ernst- die drei Herren haben nur leichte Verletzungen davongetragen.

* Englische Criminalstatifiik. Nach der vom englischen Ministerium deS Innern veröffentlichten Statistik über die in England und Wales begangenen Verbrechen hat die Zahl der englischen Sträflinge gegen srüher um 29,5 pCt. abgenommen. DaS kommt aber hauptsächlich daher, weil die Richter nicht mehr so lange Strafe zudictiren. Im übrigen kamen von 1874 bis 1878 auf je 100,000 Seelen 217 ver­brechen, 1889 bis 1893 nur 194. Merkwürdig ist, daß sich die Zahl der Vergehen gegen die Sittlichkeit bedeutend gesteigert hat. In den letzten zwanzig Jahren ist sie fast um das Doppelte gewachsen. Diel hat natürlich damit die sogenannte Criminal-Amendement-Acte zu thun. Die Zahl der betreffenden Vergehen stieg aber auch schon vor dem Erlaß diejer Acte. In Frankreich, Italien und Deutschland ist dieselbe Erscheinung zu beobachten. _ Auch die Zahl der Selbstmorde ist in der Zunahme begriffen. Die gewöhnliche

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