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vom 21. Juni theilnehmen, wird sich^auf 41,^ einschließlich der Torpedoboote, belaufen.

Der Bundes rath genehmigte in seiner am 14. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung die Novelle zum Zuckersteuergesetz, sowie die Vorlage, betreffend die Zollbehandlung der vom AuSlande als Muster eingehenden Maaren, in der Faffung des Reichstages.

Berlin, 15. Juni. Wie aus Rendsburg berichtet wird, gerieth der AvisoKaiseradler" auf der Fahrt von Kiel nach Brunsbüttel im Äudorfer See auf Grund. Von Kiel wurden telegraphisch Schlepper beordert.

Berlin, 15. Juni. Das Preisgericht für das BiSmarck-Denkmal erkannte einen ersten Preis: Robert Bärwald und Otto Schmalz, Ludwig und Emil Cauer, Gustav Eberlein, O. Echtermeyer, HilgerS und B. Schmitz, O. Lesfing und H. Jaffoy, W. v. Ruemann, F. Schaper, Fritz Schneider und R. Siemertng zu,- einen zweiten Preis: Max Baumbach und B. Schaede, L. Brunow, Joh. Goetz, E. Herter, Max Klein, P. Peterich, Joh. Pfuhl, Joh. Schilling, v. Uechtritz und Max Unger- einen dritten Preis: Ed. Albrecht, Clemens Buscher, Dietsche-Läuger, Jos. Engl, H. Magnuffen, A. Reichel, H. Richter, Jos. Uphues, H. Volz und M. Wiese zu.

Berlin, 15. Juni. DaSDeutsche Colonialblatt" meldet: Der Oberführer der kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika, v. Manteuffel, ist am 13. Juni einer plötzlichen Erkrankung erlegen.

Kiel, 15. Juni. Das amerikanische Geschwader ist in den Kieler Hafen eingelaufen. Bet FriedrichSort salu- tirte die Landflagge- der Salut wurde von der Strand- batterie erwidert.

Leipzig, 15. Juni. Redacteur Katzen st ein von der Volkszeitung" und Mohs, der Verfasser eines Flugblattes, wurden wegen in der Flugschrift enthaltener Beleidigungen des Raths und der Stadtverordneten anläßlich der Einführung des Dreiklassenwahlshstems zu 5, bezw. 3 Monaren Gefängniß verurtheilt. ^Franks. Ztg.

Hamburg, 15. Juni. DaSFremdenblatt" meldet: Im benachbarten Ahndorf, das 700 Einwohner zählt, zerstörte eine Feuersbrunst in einer Stunde neun Gehöfte mit 40 Gebäuden - die Kirche, das Schulhaus und das Gut blieben verschont. 600 Menschen sind obdachlos. Die Hufner sind größkentheils versichert, die kleinen Besitzer aber unver» sichert. Der Schaden ist bedeutend.

Hamburg. 15. Juni. DerHamb. Corresp." meldet: Otto Ehlers wurde auf seiner Forschungsreise durch die Grenzländer Assams überfallen und liegt fieberkrank in einem Dorfe der Ragas darnieder.

An-land.

Wien, 15. Juni. Richard Genöe ist heute Nach­mittag S1/« Uhr in Baden (bei Wien) gestorben.

Brüssel, 15. Juni. Die christlich-demokratische Kammer­gruppe stellte zum Zolltarifgesetz einen Antrag, wonach das Ergebniß der erhöhten Zolleinnahmen ganz für die Arbeiter- Versicherung und den Schutz der Landwirthschaft verwendet werden soll.

Paris, 15. Juni. Die Interpellation James über die allgemeine Politik, welche heute in der Kammer debattirt werden sollte, ist auf den 29. Juni verschoben worden.

Paris, 15. Juni. DerGaulots" schreibt: Die Re­gierung und die Polizeipräfectur seien beunruhigt wegen der chauvinistischen Manifestationen, welche für den 19. bis 21. d. MtS. geplant sind,- aus den dem Minister deS Innern zugegangenen Berichten geht hervor, daß große Kundgebungen an der StatueStraßburg" stattfinden sollen. Die Polizei erlaubt die Niederlegung von Kränzen, verhindert jedoch Reden, Ansammlungen und Schleifen mit für Deutschland beleidigenden Inschriften. Die Regierung trifft geheime energische Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung.

Paris, 15. Juni. Das Monument zu Ehren der 1870/71 gefallenen Soldaten, für welches die Regierung eine Credit- forderung von 250,000 Frcs. eingebracht hat, soll im Mittelschiff des Pantheons errichtet werden.

Nerreste Nachrichten.

Depeschen deS Bureau .Her^d".

Budapest. 16. Juni. Der Bäckerstrike ist heute wieder ausgebrochen, nachdem er erst gestern beigelegt worden ist.

Paris, 16. Juni. Die Blätter heben hervor, daß bisher nur 2 Präsidenten der Republik, nämlich Mac Mahon und Carnot, vom russischen Kaiser der Andreasorden verliehen worden sei. Zar Nicolaus benutze den jetzigen Augenblick der Überreichung der Kette zum Andreasorden zum Zeichen, daß trotz der Festlichkeiten in Kiel das franco-rusftsche Bündniß fortdauere.

Paris, 16. Juni. Auf der place de la Madelaine stürzte sich ein russischer Nihilist, der von einem Polizisten verfolgt wurde und verhaftet werden sollte, auS dem sechsten Stock eines Hauses auf die Straße.

Schwurgericht.

W. Gießen, den 17. Juni 1895.

Heute Vormittag 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Herr Landgerichtsrath Hellwig, die Verhandlung gegen den Hausirer Friedrich Wilhelm Sommer, geboren am 31. December 1869 zu Harsleben, Kreis Halberstadt, wohn­haft zuletzt in Bremen, beschuldigt des Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Zimmermann. Die Vertheidigung führt Herr Rechts­anwalt Hirschhorn. Der Angeklagte hat die ihm zur Last gelegte Thal am 7. März zu Gießen begangen. Während der Beweisaufnahme wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Sechs Zeugen sind zu vernehmen; als medicinischer Sach- > verständiger ist Kreisasfistenzarzt Dr. Wengler zur Stelle.

Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten, nachdem die Geschworenen durch ihren Wahrspruch dessen That nur als Versuch zum Verbrechen bezeichnet hatten, die Frage wegen mildernder Umstände ebenfalls bejaht hatten, zu 10 Monaten Gefängniß, unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Zur Aberkennung der bürgerlichen Ehren­rechte, welchen Antrag die Staatsanwaltschaft auf die Dauer von drei Jahren gestellt hatte, fand der Gerichtshof keine Veranlassung, weil die That des Angeklagten sich nicht als ehrlose qualificire. Die Anklagebehörde hatte 1 Jahr und 6 Monate Gefängniß beantragt.

CocoUs rrn- 4>ror»Litzrelle-,

Gießen, den 17. Juni 1895.

** Ernennung. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben allgnädigst geruht, den Stationsassistenten bei denOberhesfischen Eisenbahnen Hermann Mai nzer mit Wirkung vom 25. d. M. zum Stationsassistenten bei den Hessischen Staatsbahnen zu ernennen.

** Fortsetzung des Verzeichnisses der Sitzungen des Schwur- gerichtS pro 2. Quartal 1895. Dienstag 'den 18. Juni, Vormittags 9 Uhr: Angeklagter: Carl Plank von Gießen wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Vertheidiger: Rechtsanwalt Grünewald. Mittwoch den 19. Juni, Vormittags 9 Uhr: Conra'd Hildebrand, Georg Konrad Koch, Heinrich Wilhelm, Konrad Bill, Heinrich Häuser von Nieder-Weisel wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch. Vertheidiger: Rechts­anwalt Grünewald und Rechtsanwalt Dr. Jung. Donnerstag den 20. Juni, Vormittags 9 Uhr: Angeklagter Johannes Zinn von Brauerschwend wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Ver­theidiger: Rechtsanwalt Dr. Rosenberg. (Wiederholt, weil in vor. Nr. theilweise unrichtig.)

* * Der Oberheffische Geschichtsverein, der seine Sommer- thätigkeit nach auswärts verlegt, wird nach zwei genußreichen Ausflügen nach Grünberg und Hohensolms Sonntag den 23. Juni einen solchen nach Büdingen folgen lassen. Unter allen Städten und Städtchen unseres Landes und der wetteren Umgegend hat Büdingen am besten und vollkommensten sein malerisches mittelalterliches Aussehen bewahrt. DaS alterthümliche Schloß ist eine Fundgrube von architektonischen und anderen Kunstschätzen, die ganze Umgegend gehört zum Schönsten, was unsere Provinz bieten kann. In der Ver­sammlung versprechen geschichtliche Vorträge mancherlei Be­lehrung. Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben das leistungs­fähige GasthausZum Stern" und der unvergleichliche KaffeegartenRosenhöhe" am Fürstenhof. Alle Freunde der Geschichte und schöner Gegend sind etngeladen, an dem Aus­flug theilzunehmen und werden einen genußreichen Tag haben.

* * Straßenrennen Gießen Reiskirchen. Das gestern zur Feier des 10jährigen Stiftungsfestes des hiesigen Radfahr­vereins veranstaltete Straßenrennen hatte folgendes Ergeb- ntß: 10 Kilometer: 1) Karl Dutll-Gteßen- 2) Karl Balser-Biedenkopf- 3) Karl Schumann-Herborn. 20 Kilometer : 1) Fritz Reifenstein - Frankfurt - 2) Emil Stpp mann-Marburg- 3) Karl Wick-Marburg.

* * Der Specialitäteu-Circns ZmmanS gibt heute, Montag Abend seine letzte Vorstellung, wie im Jnseratentheil ersicht­lich. Wir constatiren auf's Neue, daß der bedeutende Ruf des Circus über Künstler und Künstlerinnen, deren Leistungen, sowie über die großen Erfolge auf dem Gebiete der Hunde- dresiur durch Herrn Director Jmmans ein wohlbegründeter und wohlverdienter ist.

* * Ueberfall. Heute früh gegen 6 Uhr wurde ein Mädchen aus Staufenberg, welches zur Fabrik nach Gießen gehen wollte, in der Nähe der Johannisburg von zwei rohen Burschen angefallen und zu vergewaltigen versucht. Das Mädchen, aus mehreren Wunden an Gesicht und Kopf blutend, hat sich in verzweifelter Weise zur Wehr gesetzt und so den Unholden ihr Vorhaben vereitelt. Auf erstattete Anzeige hin wurde einer der Thäter noch auf der Straße von einem berittenen Gendarmen von Gießen verhaftet, während der andere ins Kornfeld entsprang. Die Namen der Thäter, es sollen zwei Brüder sein, sind noch nicht bekannt.

* Schwere Verletzung. In einer hiesigen Maschinen­fabrik gerieth heute Morgen ein Arbeiter mit dem Arm in das Triebwerk und wurde in die Klinik gebracht.

* * Sachbeschädigung. In der Nacht von SamStag auf Sonntag wurden mehrere Fenster- und Straßenlaternen- schetben in muthwilliger Wesse zertrümmert. Die Thäter, zwei Studenten, sind ermittelt und zur Anzeige gebracht. Der Stock des einen trägt derartige Wahrzeichen an sich, daß man den Eindruck gewinnt, als habe er schon manche Attacke auf Glasscheiben bestanden.

* * Zerrissener Telephondraht. Am Viaduct in der Neu­stadt war am Samstag Abend spät ein Draht der Telephon­leitung heruntergefallen und gefährdete den Verkehr. Eine htnzugekommene Schutzmann-Patrouille band den Draht fest und zog denselben vorläufig an dem oberhalb des Viaducts befindlichen Eisengeländer empor.

* * Wegen Namensverweigerung, einem Schutzmann gegenüber, mußte in vergangener Nacht ein Herr, welcher Ruhestörung verursacht hatte, verhaftet werden.

* * Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und groben Unfugs wurde gestern Abend ein Soldat verhaftet und von einer Militärpatrouille auf der Polizeiwache abgeholt.

* * Die Einnahme an Wechselstempelsteuer im Ober- postdirectiouSbezirk Darmstadt betrug im Monat Mat 13 439,30 Mark. Hierzu die Einnahme in dem Vormonat mit 12777,80 Mark, ergibt die Summe von 26217,10 Mark. Die Ein­nahme in demselben Zeitraum des Vorjahres betrug 25 785,80 Mark, mithin in 1895 mehr 431,30 Mark.

* * Zu Amerika verstorbene Hessen. Bradford, Jnd., Frau Elisabetha H ö h n, 81 I. alt, aus Fauerbach. Chillicothe, O.,

' Georg Gärtner, 67 I. alt, aus Wald-Michelbach. He«, i peler, Canada, John Wehmer, 66 I. alt. Quincy, Jll., Mana Grimmer, geb. Schäfer, 51 I. alt aus Hessen.

E. Lollar, 16. Juni. In unserem festlich mit Tannen- grün und Blumengewinden geschmückten One hatten sich heute mehrere Hundert Feuerwehrleute aus der Provinz Oberhessen und den Nachbargebieten eingefunden, um den hier tagenden 16. Oberhessischen Feuerwehrtag, mit welchem die Feier des 20jährigen Stiftungs­festes unserer Freiwilligen Feuerwehr, ver­bunden war, feierlich zu begehen. Schon am frühen Morgen trafen zu Fuß und zu Wagen und per Eisenbahn die Gäste hier ein, an den OrtSeingängen empfangen und mit Musik nach den Standquartieren geleitet. Der Empfang war allerseits ein herzlicher. Don 912 Uhr tagte im Schönhof" der Delegirtentag, über dessen Verhandlungen noch näher berichtet werden wird. Nack dem Delegirtentage fand unter dem Commando des Herrn Feller eine Schulübung, nach derselben ein Brandangriff start, beide Vor­führungen bewiesen, daß die mit vorzüglichen Geräthen und Spritzen ausgestattete, über 100 Mann starke Wehr im Stande ist, jeder Gefahr entschieden und sachgemäß entgegen­zutreten. Nach der Uebung fand imSchönhof" ein Fest­mahl statt, bei welchem auf Kaiser und Großherzog, den Festort, den Vertreter der Regierung, Herrn Regierungsrath Hechler, den Feuerwehrcommandanten Feller, auf die För­derung der freiwilligen Feuerwehr rc. toaftirt wurde. Ein Be­grüßungstelegramm an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog hatte bereits die Delegirten-Versammlung abgesandt- die Tafelmusik führte die Capelle des 11. Jägerbataillons aus. An dem nach 2 Uhr ftattfindenden Festzuge betheiligten sich außer den. inzwischen an Zahl noch vermehrten Feuer­wehren die Gesang-, Krieger- und Turnvereine LollarS, so daß der Zug wohl einer der schönsten wurde, den Lollar je gesehen. Reben der obenbezeichneten Militärcapelle be­gleiteten denselben mehrere Feuerwehrcapellen, von denen besonders diejenige von Friedberg sich hervorthat. Der Zug wurde auf seinem Wege bis zum Fkstplatze jubelnd be­grüßt und Hunderte von Sträußchen, von zarter Frauen­hand gespendet, fielen auf die wackeren Feuerwehrmänne: nieder. Auf dem Festplatze wurden die Wehren NamenS der Stadt von dem Feuerwehr-Commandanten Feller bewill­kommnet- derselbe betonte, daß die Gemeinde die Bestrebungen der Feuerwehr zu würdigen wisse, sie habe eS sich zur Ehre angerechnet, die Feuerwehren zu empfangen, dies beweise der Festschmuck- es sei eine schwierige Aufgabe, welche sich die Feuerwehr gestellt, aber sie werde bestärkt durch den Spruch:Einer für Alle, alle für Einen." Er hoffe, daß das Fest beiträgen werde, das gemeinsame Band fester zu schlingen, viele junge Leute zum Beitritt zu veranlassen und zur Gründung von neuen Feuerwehren Anregung zu geben. Die Rede endete mit der Aufforderung an die Lollarer Feuerwehr, ein Hoch auszubringen auf die oberhessischen Kameraden und die Festgäste. Die Betheiligung an den hierauf folgenden Veranstaltungen, an Concert und Tanz, war recht zahlreich- leider verursachte en gegen 6 Uhr auf­tretender heftiger Regen etwas Störung. Morgen (Montag) . findet zur Feier des 20jährigen Stiftungsfestes der Frei­willigen Feuerwehr Festzug, Concert und Tanz statt.

Ruppertenrod, 14. Juni. Ein eigenartige« Mißgeschick widerfuhr gestern einem hiesigen Landwirth. Als seine Tochter die Kühe aus dem Pfluge gespannt Hane, scheute die eine vor auf lern Zaune eines Gartens hängender Wäsche. Sie trat hierbei auf einen zugespitzten Reisigpfahl, der mit solcher Wucht emporschnellte, daß er ihr tief in das Euter eindrang, dieses aufschlitzend. Die Verletzung war so schwer, daß die werthvolle Kuh geschlachtet werden mußte. In unserer Gemeinde tritt gegenwärtig sehr stark die Influenza auf. Die von ihr befallenen Leute fühlen sich oft sehr krank, namentlich werden die Athmungsorgane stark in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl der Krankheit noch kein Kranker erlegen ist, scheint doch ihr Character ein heftigerer zu sein, als wie er seither in die Erscheinung getreten.

§ An8 dem Krdise Alsfeld, 14. Juni. Obwohl Mitte Juni, sieht man noch täglich viele Maikäfer in der Luft fliegen. Diese Nachzügler sind jedenfalls durch die kalte Witterung zur eigentlichen Maikäferzeit in ihrer Entwickelung zurückgehalten worden- sie dürften aber durch die gestrige und heutige kalte Nacht den Garaus erhalten haben. In beiden Nächten fror es Eis - die Mäher auf zugigen Wiesen hatten Eis auf den Sensen. An exponirten Stellen dürften Bohnen und Gurken geschädigt worden sein.

VeEischter.

Marburg, 14. Juni. Das an der äußersten Grenze unseres Wahlkreises nach dem Waldeck'schen zu gelegene Landstädtchen Böhl ist in großer Aufregung. Der Spar­kassenrendant Meier, der auch Amt San walt ist, hat sich seiner bevorstehenden Verhaftung durch die Flucht entzogen. Er soll, soweit die Untersuchung bis jetzt gediehen ist, 40 000 Mark unterschlagen haben. Viele kleine Leute find in Mitleidenschaft gezogen. Die Unterschlagungen batiren schon seit 1885. Die Bücher der Sparkasse find derart in Unordnung, daß sich die Höhe der Unterschlagungen nur schwer feststellen läßt. Der Flüchtige leitete auch eine Viehversicherung, an der sieben Gemeinden betheiligt waren. Die Bücher sind bisher nicht auffindbar.

* Biedenkopf, 15. Juni. Biedenkopf an der Lahn, in­mitten von Bergen, die von den verschiedenartigsten Wäldern bestanden find, sollte bet der Erörterung der Frage, wo man einen Sommeraufenthalt nehmen soll, entschieden in den Vordergrund treten, da eS in Folge feiner gesunden, reizenden Lage und seiner herrlichen Waldungen, wie auch seiner sonstigen Vorzüge, jeden Besucher nach allen Rich­tungen hin befriedigt. Die Auswahl der Spaziergänge, An­lagen und Ausflüge ist eine reichliche und die Verpflegung