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VreSlau. 15. Mai. Der Senat der Universität ) har einstimmig beschlossen, dem Kultusminister zu erklären, bah das gegen die studentischen Unterzeichner der beschlag­nahmten Petition gegen die Umsturzvorlage vom Minister geforderte DtSciplmarverfahren deshalb nicht eingeleitet werden könne, weil die Studenten im Einverftändniß mit den Uni« verfilätßbehörden gehandelt haben.

Leipzig, 15. Mai. Heute Nachmittag fand vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen Otto Werner und Schmidt statt, welche am 12. Februar den Geldbrief­träger Breitfeld hier zu berauben versuchten. Beide An­geklagten wurden zu je 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt.

Wien, 15. Mai. Prinz Albrecht von Preunen ist heute früh mit der Militär-Deputation hier eingetroffen und wurde vom Kaiser Franz Joseph am Bahnhofe empfangen. Mittag» fand beim Kaiser feierliche Audienz statt, in welcher derselbe den preußischen Feldmarschallstab entgegen« nahm. Abends findet ein Besuch der Hofoper statt. Morgen früh wird auf dem Schmelzer Exercterplatz eine Parade ab­gehalten.

Lemberg. 15. Mai. Aus allen Theilen Galiziens werden infolge der großen Trockenheit große Brände gemeldet.

Lemberg, 15. Mai. Die Agitation der Arbeits­losen gegen die fremden Arbeiter dauert fort. Neuerdings fanden au mehreren Punkten der Stadt Unruhen statt, sodaß die Polizei mit blanker Waffe einschreiten mußte. Mehrere Verwundungen und Verhaftungen kamen vor.

Paris, 15. Mai. Der aus Rom zurllckgekehrte Ab­geordnete Lemyre ist von einem Redacteur derLibre Parole" interviewt worden. Er theilte mit, der Papst habe bittere Thränen geweint, als ihm das Votum bekannt ge­worden sei, wodurch die französische Regierung eine neue Steuer gegen die SongregationSgüter eingeführt habe, er habe im Begriff gestanden, den Nuntius Ferrata aus Paris zurückzuberufen, doch sei er wieder von diesem Vorhaben ab­gegangen wegen des großen Schadens, welchen die Mission dadurch erleiden würde.

CocaUs und provinzielles,

Gießen, den 16. Mai 1895.

* Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädtgst geruht, den Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen Rudolf Glaser zum Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, den Lehrer an der Realschule zu Michelstadt Ludwig Falkenhagen zum Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt, den Apotheker Georg Kraußer >u Büdingen zum Mitglied der Abtheilung des Ministeriums deS Innern und der Justiz für öffentliche Gesundheitspflege mit dem Amtstitel Obermedicinalrath, den Kreisveterinärarzt des KreisveterinäramtS Schotten August Zi n ßer zu Schotten zum KretSveterinärarzt des Kreisveterinäramts Alsfeld und den practifchen Veterinärarzt Josef Oehl in Seligenstadt zum KretSveterinärarzt des KreisveterinäramtS Schotten zu ernennen.

** Zum Nachfolger des Herrn Kreisarzt Medicinalrath Dr. FolleniuS wurde der Kreisarzt des KreiSgesundheitSamtS Heppenheim Dr. Julius Haberkoru ernannt.

Pr. Neues Theater. Mit der gestrigen Vorstellung von FlotowS reizender OperMartha" fand das Gastspiel des Pollak'schen Opern-EnsembleS einen schönen, würdigen Ab­schluß. Die Aufführung verlief, wie gleich hier hervor- gehoben sei, sehr glücklich, und ließ daS Können sämmtlicher daran Betheiligten noch einmal im günstigsten Lichte er­scheinen. Der Umstand, daß Herr Duff-Gießen als Gast die Parthie deS Lyonel übernommen hatte, hatte der Vor­stellung einen außerordentlich starken Besuch gesichert, so daß der Zuschauerraum nahezu ausverkauft war. Herr Buff hat die Erwartungen, die an sein gestriges Auftreten geknüpft waren, in schönster Weise erfüllt. Sein klangschöner Tenor ist namentlich in der Höhe von herrlicher Wirkung, und wenn die Stimme in der Mittellage und in der Tiefe auch etwas an Kraft verliert, so wird dieser Mangel durch den Vorzug einer deutlichen Textaussprache und durch einen wunderbaren seelenvollen Vortrag wieder ausgeglichen. Wir haben Herrn Buff bisher nur als Concertsänger kennen gelernt, glauben aber getrost sagen zu können, daß die Parthie deS Lyonel zu seinen besten gehört. Die Aufnahme seiner gestrigen Darbietung seitens deS Publikums war dem entsprechend eine äußerst enthusiastische, namentlich erweckte daS Lied:Ach wie so fromm" einen wahren Beifallssturm, so daß er sich genölhigt sah, eS zu wiederholen. Die übrigen Mitwirkenden sanden sich mit ihren Parthieen in fast durchweg befriedigen­der Weise ab. Fräulein von Linken ging im Anfang mit ihren Stimmmitteln offenbar etwa» sparsamer um, doch zeigte sich im weiteren Verlauf der Vorstellung, namentlich in den großen Ensemble-Schlußstellen der beiden letzten Acte, daß ihr Organ besonders in der Höhe recht au-giebig ist. Fräu­lein Krüger als Nancy und Herr Island als Plumkett leisteten in Gesang und Spiel recht Gutes, während Herr Rieck den Lord Tristan in der gewohnten vorzüglichen Weise darstellte. Die kleineren Rollen waren genügend besetzt, der Thor hielt sich tm Allgemeinen wacker, und daS Orchester spielte unter der hinreißenden Leitung d:S Herrn Eapell- meister Wolfheim vor allen Dingen exact und sicher, so­daß nicht nur die solistischen Leistungen, sondern auch die Ensrmbleftellen, von denen wir nochmals die Schlußscenen der beiden letzten Acte erwähnen, voll und ganz zur Geltung kamen und reichlichen, wohl verdienten Beifall ernteten. Wenn wir jetzt noch einen Rückblick auf den verfloffenen EycluS werfen, so können wir nicht ander- sagen, als daß derselbe beim hiesigen Publikum fast nur günstige Eindrücke hinterlassen hak, und eS ist anzunehmen, daß ein jeder Theaterbesucher, der die Vorstellungen dieses Opern-EnsembleS gehört hat, namentlich wenn er nicht mit allzu großen An­sprüchen aus decorative Ausstattung in den hiesigen Musen­tempel eingetreten ist, dieselben in guter Erinnerung be­halten wird. ES tst zu bedauern, daß Herr Direktor Pollak sich jetzt nicht länger in Gießen aufhält, aber wir geben unS

der Hoffnung hin, daß er nicht zum letzten Male in unseren Mauern geweilt hat, sondern daß er später wiederkehren wird, um uns ähnliche Genüffe zu bieten.

Deutsch Oe-erreichifcher Alpenverein. Auf dem von der Gießener Section des deutsch österreichischen AlpenvereinS mit sorgfältigem Bedacht auf reichhaltige Abwechselung für den heurigen Sommer aufgestellten Tourenprogramm war für Sonntag den 12. Mai ein Ausflug in den nördlichen Theil des Taunus gewählt, da die sonnig wonnige Frühlingszeit zu reger Betbeiligung an der liebltch köstlichen Maienfahn ihren sanft schmeichlerischen Weckruf und Mahnruf an die DereiuSmttglieder richtet, um nach der Werkeltage gleichmäßig einförmigen Schritte an der läuternden und verjüngenden Kraft der GebirgSoatur sich zu frisch.fröhlichem Schaffen er­neut zu stählen. Wie man erwartet, traf e- zu, denn in der stattlichen Schaar von 18 Mitgliedern konnte man in aller Herrgottsfrühe bei denkbar prächtigstem Wetter in den köstlichen Sonntagsmorgen mit behaglichster und beschaulichster Stimmung getrost hiueiofahren, um zunächst Butzbach, das Ziel der kurzen Eisenbahnfahrt, zu erreichen und von dort auS unsere TaunuS-Berg- und Thalfahrt anzutreten. Auf der zum nahen Walde sanft aufsteigenden TaunuSstraße war man bald in zwanglosen Gruppen vertheilt. Unter der reichen Schattenspende deS im Walde zu natürlicher Gothik sich wölbenden Blätterdaches führt uns der von dem HauSberg- verein sorgfältig markirte Pfad bald über den althistorischen Boden deS Limes, der mit seinen daS bergige Waldland durchquerenden Erdschichten uns in Germaniens graue Vor­zeit zurückversetzte, in jene Zeiten, in welche wie in den tiefen WaldeSschatten das hellere Licht der Forschung im neckischen Spiel nur einige Lichtblicke durch die Geschichts­blätter hindurchschillern läßt. Jetzt bietet unS kein römischer Legionär hier auf diesem weit nach Norden vorgeschobenen Posten Halt, sondern friedlich können wir unsere Straße weiterziehen und die uuS zeitweilig begegnenden Dorfburschen mit ihrem freundlichen Sonntagsgruß und den frischen Mai­blumensträußen versetzen unS in die srischlebende Gegenwart, zumal auS nicht weiter Ferne einer Dorfglocke Helles Morgen­geläute an unser lauschendes Ohr dringt und zu frommer Sammlung am Tage des Herrn hier in seinem erhabenen WaldeSdome, als seiner schönsten und erhabensten Offen­barung, förmlich einladet, in dem tiefen WaldeSfrieden doppelt wirkungsvoll! DaS nahe Haufen ist eS, da» unS seinen SonntagSmorgengruß herübersendet und, bald erreicht, unS mit seinen in üppigster Baumblüthe prangenden Obstgärten bei den in allernächster Nähe auf allen Seiten umrahmenden Waldstrecken ein reizendes Dorfidyll in herrlichstem FrühlingS- schmucke uns darbietet, zugleich aber in seinem Namen daran erinnert, daß wir die Spitze deS gleichbezeichneten Berges bald erreichen. Schon auf dieser kurzen Wanderung bis zu unserem nächsten Ziele konnte ein weiter Blick nach Norden über die in allen Nüancirungen vom hellsten dis zum voll- saftigen Dunkelgrün gekleideten Berge und Thäler im präch­tigen Vorgenuffe schwelgen und dann auf die Höhe, dem HauSberge selbst, welch prächtiges Waldpanorama entzückendster Art über deS BerglandeS Tiefen und Höhen, an die sich ein zarter Schleier mit feinen ob der holden Frühlingspracht freudig hingezogenen, von der Sonne mild durchschimmerten silbergrauen Fäden zu keuschem Schmucke für die jungfräu­lichen Reize der erwachenden Natur sanft anschmiegte. Erste Rast, erster Imbiß, erste photographische Ausnahme der VereinSschaar in malerischer Gruppirung mit dem AuSfichtS- thurme und dem Triangulationsbau tm Hintergründe, wo eine militärische VermessungScommission deS günstigen Wetters halber auch heute am Sonntagsmorgen ihrer friedlichen Arbeit oblag. Aberweiter, werter", mahnen die Weg­kundigen, mit der richtigen Voraussicht, daß wir die ver­schiedenen Stationen der heutigen TageStour nur bei kurzem Verbleib erreichen können. So geht es denn wieder hinein in des Waldes kühles Schattendach, aber jetzt in bequemem Abstiege in das liebliche Thal der Issel, die uns in munteren Sprüngen eine längere Wegstrecke lang, zunächst an dem günstig gelegenen, zu einer zweiten photographischen Auf­nahme als natürlicher Staffage einladenden Unterstand-- Häuschen deS HauSbergoerelnS vorüber, dann längs saftiger, zu kurzer Kneipp'scher Kur wie geschaffenen Wiesengründen und zuletzt an mehreren die Landschaft Prächtig fchmückenden Weihern vorüber unS treues Geleit gibt und dann ihr dank­bar angenommenes Comitat abtritt, da wir ja bis zum nahen Münster zumal mit den MarkirungSstrichen des HauSberg- Vereins unS unschwer zurechtfinden. (Schluß folgt.)

* Für Lbstzuchter. Mit der allgemeinen Ausstellung landwirthfchaftlicher Producte HeffenS in Gießen vom 19. September dsS. IS. ab wird auch eine große Obst- auSstellung, welche Obst aus ganz Hessen umfassen soll, verbunden werden. Die Einrichtung derselben wird vom Oberhesfischen Obstbauverein durchgeführt. Wir machen deß- halb jetzt schon die Mitglieder deS Obstbauvereins darauf aufmerksam, daß eS einen Wettbewerb mit dem rheinischen Obste geben wird, und fordern dieselben auf, der Eultur und Pflege ihrer Bäume und Früchte in diesem Jahre eine ganz besondere Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen.

-o- Blofeld, 15. Mai. Obgleich der harte, lang- andauernde Winter ungünstig auf den Wild st and eingewirkt hat, sind die Jagdverhältnisse hier und in der Umgegend immer noch recht günstig. In erster Linie bezieht sich dies auf den Rehstand, denn der hiesige Jagd- pächter erlegte aus dem Anstande beim Blatten ober Buschiren bereits acht Rehböcke. Zwei davon wurden binnen einer Stunde von einem Frankfurter Jagdgaste erlegt, welcher Über da» seltene WaidmannSheil ein großes Vergnügen hatte. In zweiter Linie ist zu bemerken, daß auch an Hasen und Hühnern kein Mangel ist. Letztere werden, da die Kleefelder schon sehr hoch stehen, ihre Gelege in die Kleeäcker machen, waS man nicht gerne hat, weil daS Brüten durch daS Klee­abmachen häufig gestört wird. In den Getreidefeldern sind die Gelege sicherer. Die Schnepfen, jene köstlichen Lang­

schnäbel, scheinen sich ganz auS unserer Gegend verzogen zu haben, denn eS ist nicht bekannt geworden, daß Jemand eine erlegte. In früheren Jahren wurden häufig Schnepfen bei unS erbeutet.

F. gelbfrüden. 15. Mai. Ihre Meldung über die Holzpreise in der Cberforfterei Grebenhain, daß die Preise bedeutend angezogen hätten, trifft für unsere Gegend nicht zu, indem bei der 6. u. 7. kürzlich abgehaltenen H,iz. Versteigerung kaum die Tarifpreise oder nur wenig darüber erzielt wurden. Die Tanspreise sind aber bei uni niedrig.

H. An« dem Horloffthale. 15. Mai. Der Fischreich, thum scheint sich in unserem Flüßchen zu erhöhen. Die Pächter haben in letzter Zeit nicht bloß einige Parthieen Weißfische, sondern auch stattliche Hechte an! Land gebracht. Wiederholt wurde bemerkt, daß die Fische eifrig Jagd aus die Maikäfer wachten, wenn letztere von den an den Ufern befindlichen Bäumen durch den Wind ober burch Menschen­hände herabgeschüttelt wurden.

Worms, 14. Mai. Der heute hier zusammengetretenr Fleischertag ist von etwa 120 Thellnehmern besucht. Die hiesigen Metzger haben vielfach zu Ehren ihrer Gäste geflaggt.

Dermifcbtc».

Wetzlar, 15. Mai. Plötzlich gestorben. Mit dem früh Morgens von Aßlar abgehenden Arbeiterzuge fuhr heute auch ein Mann von Altenstädten Namen! Berg. Häuser. Kaum baß sich ber Zug In Bewegung gesetzt hatte, sank Berghäuser tobt nieber, ein Schlaganfall hatte seinem Leben em Ende bereitet. Der so rasch Verstorbene, besten Mutter sich in demselben Eoup6 befand, hinterläßt eine Wittwe mit drei Kindern.

Hamburg. 14. Mai. Die Gastwirthin Paasch wurde von einem unbekannten, entflohenen Thäler heute vormittag mittelst Beile- im Bett erschlagen.

* Für Ausbildung der Kinder kleiner Landvirthe hat der landwirthschafiliche Creditverein in Dresden der Meh- nertstiftung 160,000 Mk. überwiesen.

* Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel waren im Monat April säst sämmtlich erheblich hoher, alS im Vormonat. ES kosteten 1000 Kilogramm Weizen 137 Mk. (gegen 130 Mark), Roggen 120 (113) Mk., Gerste 120 (116) Mk., Hafer 118 (113) Mk., Kocherbsen 201 (200) Mk., Speisebohnen 275 (262) Mk., Linsen 380 (377) Mk.,- Kartoffeln 57,3 (55,8) Mk., Richtstrob 38,3 (36,7) Mk., Heu 53,6 (51,6) Mk. Der Preis für Rindfleisch im Großhandel war von 1091 auf 1077 gefallen. DaS Kilogramm Butter kostete 2,11 (gegen 2,07) Mk., da! Schock Eier 2,97) gegen 3,52) Mark.

* Eine Fälschung eigener Art ist vor neunzehn Jahre» in Nordhausen begangen worben. Man berichtet darüber: Am 2. Mai b. I. hätte die Nordhäuser Schützencompagnie da- Jubiläum ihre! 200jährigen Bestehen- feiern können, wenn e! nicht schon im Jahre 1876 mit allem Pomp festlich begangen worden wäre und zwar aus Grund einer Fälschung der StistungSurkunde, die von einem inzwischen verstorbenen Vorstand-rnitgliebe begangen worden fein soll. Wie erst später entdeckt wurde, ist nämlich da- Datum2. Mat 1695" durch Radirung in2. Mai 1676* verwandelt worden.

Aufruf!

In der Osternacht hat ein furchtbares Erdbeben unsere blühende Landeshauptstadt Laibach und in weitem Umkreise ihre Umgebung heimgesucht.

Schon ber erste, nahe ber Mitternacht erfolgte Srbstoß war von so entsetzlicher Gewalt, daß alle Häuser in ihren Orunbfeften wankten und Menschenleben zum Opfer fielen - die weiteren zahllosen Stöße vollendeten da! Werk ber Zerstörung.

Nach Millionen zahlt ber Schaber, an ben in Schutt sinkenden Gebäuden, da- noch drohende wirthschaftliche Elend ist unabsehbar.

Obdachlos sind Tausende, sie lagern in Zelten unb Baracken, darunter Kinder im zartesten Alter unb Schwer» kranke.

Die Bevölkerung steht dieser unheimlichsten aller Natur- gemalten ohnmächtig gegenüber. Im Vertrauen auf Gott wird sie sich aufraffen, die gebrochene Kraft wieder finden, doch muß ihr auch die Hilfe der Mitmenschen in reichem Maße werden, wenn el ihr gelingen soll, die zerstörten Kirchen und Schulen aufzubauen, sich neue Heimstätten zu gründen und dadurch die Bedingungen ihrer wirthschaftlichen Wieder- aufrichtung zu sichern.

Seine Majestät unser gnädiger und gütiger Kaiser hat, wie so oft, so diesmal die erste reiche Gabe geipenbet.

Wir aber noch immer auf bebender Erde stehend erfüllt nur von dem einen Gedanken, unserer unglücklichen Bevölkerung Beistand und Rettung zu bringen, richten in dieser schweren und kummervollen Zeit einen Appell an die weite Welt de- Mitleides unb der Nächstenliebe unb bitten um Hilfe!

Beiträge werben unter ber AdresseHilsscomitv für Laibach unb Umgebung" in Laibach, beffen Eentral- Sammel- stelle ba! Bankhaus L. E. Luck mann zu besorgen die Güte hat, erbeten.

Laibach, im April 1895.

Das HilfScomik^ für Haibach uud Umgebung:

Victor Baroa Heio k. k. LandeSprasident Ehrenpräsident.

Ott» Detela Peter Graßeli

Landeshauptmann in Krain Bürgermeister von Laibach.

I. Stellvertreter. H Stellvertreter.

Dr. Josef Nacic k. k. Hofrath Obmann.