Paris über die deutsche Erzieherin in Frankreich. Die Nachmittagssitzung, welche um 3 Uhr begann, erhielt eine besondere Weihe durch die Anwesenheit Seiner Königl. Hoheit deS Großherzogs und der Großherzogin sowie der Kronprinzessin von Rumänien. Die Verhandlungen bewegten sich zunächst über einen Antrag deS Vorstandes aus Errichtung eines Stipendiums für studirende Lehrerinnen sowie über die Stellenvermittelung innerhalb des Vereins. Mit dem größten Jntereffe folgten die höchsten Herrschaften den erstatteten Berichten und dem Vortrag der Vorsitzenden über Erziehung und Bildung unserer Kinder und erst gegen Ende der Verhandlungen verließen dieselben die außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung. Auch die in dem Turnsaal der Victoriaschule veranstaltete Ausstellung von Schüler- Arbeiten beehrten die Herrschaften mit einem Besuch und sprachen ihre volle Befriedigung aus. Nach zweitägigen Verhandlungen wurde der dritte deutsche Lehrerinnentag heute geschlossen.
** Ernannt wurden: am 1. Juni der Lehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach, vr. Wilhelm Lahm zum Director der Realschule zu Gernsheim, der Lehrer an der Realschule und dem Progymnafium zu Alzey Dr. Wilhelm Bremme zum Lehrer an der Realschule zu Gernsheim, der Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Gernsheim, Ludwig Schmitt zum Lehrer an der Realschule daselbst, der Lehrer und Dirigent an der höheren Bürgerschule zu Geinsheim, Sebastian Jost zum Lehrer an der Realschule zu Bingen, der Lehramtsassessor Karl Steinmetz zu Offenbach, zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule daselbst und der Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, Conrad Grein zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnafium zu Friedberg, der Gerichtsvollzieher-Aspirant Wachtmeister Friedrich Wagner in Darmstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Herbstein, der Hetzer bei den Oberhessischen Eisenbahnen Friedrich Bindewald zum Locomotivführer bei diesen Bahnen, der Hilfsheizer bet den Oberhessischen Eisenbahnen Georg Röddtger aus Rosenthal zum Heizer bei diesen Bahnen, der Hilfsbremser bet den Oberhesfischen Eisenbahnen Heinrich Dechert aus Bernsfeld zum Bremser bet diesen Bahnen.
** Die Großh. LaudeS-Braudverficherungsaustalt veröffentlicht ihren Jahresbericht für 1894. Die Brandentschädigungen mit Abschätzungskosten betrugen in der Provinz Starkenburg 349 711 Mk., in Oberhessen 189340 Mk., in Rheinhessen 446 210 Mk., Alles zusammen also 985 267 Mk,, wozu dann noch die Derwaltungskosten re. kommen, sodaß im Ganzen Ausgaben von 1 138 401 Mk. erwachsen sind. Die Ausgaben werden durch einen Ausschlag von 9 Pfg. aus je 100 Mk. Umlagecapital aufgebracht. Dieses Capital beträgt
in Starkenburg 531905080, in Oberheffen 339612710, in Rheinhessen 473063330, im Ganzen 1334581120 Mk. Die Erhebung des Beitrages erfolgt in den ersten 25 Tagen des Juli in einem Ziele.
Oppenheim, 4. Juni. Es kommt häufig und zwar allerorts vor, daß Eltern oder sonstige Angehörige ihre Kinder bei Benutzung der Eisenbahnen, Dampsboote usw. oder bei dem Ueberschreiten von Staatsbrücken jünger ausgeben, als diese eigentlich find, um entweder das Fahrgeld zu ersparen oder um einen niederen Preis für die Kinder bezahlen zu müssen. Daß derartige falsche Angaben sich bitter rächen können, dafür diene folgender Vorfall. Der Viehhändler Daniel Moses aus Leeheim hatte bei der Benutzung der hiesigen fliegenden Brücke seinen Sohn für noch nicht 8 Jahre alt ausgegeben, um das Brückengeld im Betrag von 3 Pfg. zu ersparen (!). Das Brückenpersonal untersuchte die Sache aber und fand, daß der Junge längst 8 Jahre vorüber. Es wurde deshalb gegen den Moses eine Untersuchung wegen Betrugs zum Nachtheil des Großherzoglichen Fiskus eingeleitet. Das hiesige Schöffengericht hatte sich kürzlich mit dieser Sache zu befassen und wurde der Angeschuldigte zu einer Geldstrafe von 6 Mark und die entstandenen Kosten verurtheilt. Zur Vertretung seiner Angelegenheit hatte der Beschuldigte einen Rechtsanwalt aus Darmstadt bestellt und dürften sich daher die Gesammtkosten für den Fall auf mindestens 50 Mk. belaufen! D. Ztg.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle tu Gieße«.
22. Woche. Dom 26. Mai bis 1. Juni 1895. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSziffer: 23,21%» bezw. 9,29 nach Ausschl. der Ortsfremden.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsme: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts n«t> Gießen gebrachte Kranke kommen.
Lungentuberkulose
Acute Miltartuber-
2 (2)
2 (2)
—
—
kulose
1
—
1
—
Lungenentzündung
1
1
—
—
Neubildungen
Sonstige benannte
1 (1)
1 (1)
—
—
Krankheiten Nicht angegebene
2 (2)
2 (2)
1 (1)
—
—
Krankheiten
3 (1)
2
—
Summa:
10 (6)
7 (6)
3
—
Verkehr, rrird Volkrwirthschaft.
Liuttmrg, 5. Juni. Frachtmarkt. Roth er Weizen X 14.05, weißer Weizen X 00.00, Korn X 10.40, Gerste X 0.00, Hafer X 5 65.
Schtsfsiinchrrchterr.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agentm Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 5. Juni. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Weimar, Capitäu C. Steencken, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angenommen.
Thermometer: min. + 9’ R., max. 4- 20° R.
Hygrometer: Gewitterbildung.
3 8 ff
81 nm er tun g: Die punktirte Linie bei der Barometerscala gibt den Stand deS vorhergehenden Tage- an.
am 6. Juni Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage)
Barometerstand
Witterungsbericht vom 5. Juni.
Das Maximum über Nordwest-Europa hat noch an Intensität gewonnen und liegt fein Kern heute über den britischen Inseln. Secundäre Maxima sind über Griechenland und an der Küste von Algier zu erkennen. Zwar ziehen fortgesetzt kleine Theil-Mintma von Westen nach Osten, sowohl längs der Nordsette der Alpen wie durch das Mittelmeergebtet. Unter dem Einflüsse derselben treten in Süddeutschland vielfach Gewitter auf. Auch in der Po-Ebene fanden heute Morgen solche statt. Die Temperaturen sind im Allgemeinen wenig verändert, nur im Innern von Rußland hat sich das Wetter mehr abgekühlt.
DorauSftchttiche Witter»«« r
Warmes Wetter, wechselnde Bewölkung mit Steigung zu Gewitter- bildungen.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 6. Juni, zwilchen 11 und 12 Uhr Mittag-. Wasser 16°, Luft 14° im Schatten.
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von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich und von der großen Teichwiese, Gemarkung Hof-Albach, zunächst der Staatsstraße Lich-Gießen, xuf- ca 20 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke.
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Donnerstag den 18. Juni,
Vormittags PrLeiS S Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemark. vurShardsfelde«, zusammen 70 Morgen- Zusammenkunft in der Mönchwiese. 4844
Lich, am 30. Mai 1895.
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