Depeschen bei Bureau .Herold^.
Berlin, 2. September. Der Kaiser ernannte die Großherzogin von Baden zum Andenken an bte Kaiserin Augusta zum Chef de- Kaiserin-Augusta Grenadier- Regiment- Nr. 4.
Berlin. 2. September. Bor der Parade hat heute der Kaiser die amerikanischen Veteranen, welche sich zu dem militärischen Schauspiel erngefunden hatten, sämmtlich durch Ansprachen beehrt. Zu dem Veteranen En derlei» au- Augsburg sagte der Kaiser: „T)ie Industrie Ihrer Stadt findet man in der ganzen Welt. Selbst in Schweden habe ich bei meiner letzten Reise Augsburger Waaren gefunden. Zu einem Herrn aus Rottweil am Neckar sagte der Kaiser: Ihr König ist ja auch da- ähnlich äußerte sich der Kaiser zu einem auS Sachsen gebürtigen Herrn. Die auf dem Tempelhofer Felde abgehalrene große Parade gestaltete fich zu einem Volksfeste im wahrsten Sinne des Wortes. In der festlich geschmückten Stadt, deren Arbeitögetriebr heute eine bedeutende Einschränkung erfahren hat, bewegen sich viele tausend Personen, alle festlich gekleidet. Die Fremden stellen ein großes Contingent. Allen Personen merkt man an, daß Begeisterung sie beseelt. Auf dem Tempelhofer Felde stand die Menge Kopf an Kopf, um dem präch- ligen militärischen Schauspiel beizuwohnen. Um 81/4 Uhr begab fich der Kaiser und gleich darauf die Könige von Sachsen und Württemberg auf daS Paradefeld. Die Kaiserin, die sehr wohl auSfieht, fuhr in einem sechsspännigen Wagen auf daS Tempelhofer Feld. Die Parade, die um 9 Uhr begann, befehligte der Commandirende des Gardecorps, General der Infanterie v. Winterfeld. ES fand nur einmaliger Vorbeimarsch statt. Gegen J/>12 Uljr war die Parade beendet und die Rückkehr in die Stadt erfolgte. Der Kaiser ritt an der Spitze der Fahnen-Compagnie von der vieltausendköpfigen Menschenmenge mit begeistertem Hochrufen begrüßt. Unter den Linden bildeten 31,000 Schulkinder Spalier und brachten bei der Ankunft des Kaisers fortwährend Hurrahrufe aus. Die Könige von Sachsen und Württemberg wurden mit Hochrufen und Tücherschwenken begrüßt. Vor dem Zeughause ließ der Kaiser die ihn begleitenden Truppen vorbeimarschtren und die Fahnen wurden »ach dem Schloß gebracht. Die lebende Mauer in den Straßen begann sich langsam aufzulösen, wobei es natürlich zu metDachen Verkehrsstörungen kam.
Berlin. 2. September. Der Mlnister des Innern hat alle socialtsttschen Protest-Versammlungen gegen die Sedanfeier in Preußen verboten.
Berlin. 2. September. Der „ReichSanzetger" veröffentlicht men Erlaß der Kaiserin, worin daS Central-Comitv der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz beauftragt wird, die Veranstaltung einer Gedenkseter an den Krieg 1870/71 in die Wege zu leiten.
Berlin, 2. September. Die ganze Stadt prangt tu einem Lichtmeer. Nur wenige Fenster find nicht erleuchtet. Hauptsächlich die großen Geschäfte haben eine Pracht und Mannigfaltigkeit in der Illumination entfaltet, die überall gerechte Bewunderung erregt. Man weiß kaum, welche Dekoration und Illumination man die schönste nennen soll. Rudolf Hertzog, das weltbekannte WaarenhauS, das fich bei jeder Gelegenheit besonders hervorthut, hat auch diesmal prächtig beleuchtet und zwar in Gestalt riesengroßer Pyramiden. Hermann Gerson hat ebenfalls in verschwenderischer Weise beleuchtet. Die Berliner ElectricitätSwerke haben in ganz neuer Weise mit bunten Glühkörpern decorirt. Die großen Bankrnstitute und anderen gewerblichen Etabltffe- mentS haben eS an reichem leuchtenden Schmuck nicht fehlen laffen.
Berlin, 2. September. Ein reges Leben herrscht schon seit den frühen Morgenstunden auf den Straßen, besonders in denjenigen, durch welche die Theilnehmer an der großen auf dem Tempelhofer Felde stattfindenden Parade ihren Weg nehmen. DaS Militär zog bereit- von 7 Uhr an mit klingendem Spiel zum Paradefelde. Eine große Anzahl fremder Offiziere in glänzenden Uniformen zu Wagen und zu Pferde nahmen ihren Weg gleichfalls zum Paradefelde. Da- Wetter ist prachtvoll.
Berlin, 2. September. Wie der „ReichSanzetger" meldet, hat der Kaiser dem Fürsten Bismarck heute früh folgendes Telegramm zugehen laffen: „Heute, wo ganz Deutschland die 25jährige Wiederkehr de- weltgeschichtlichen EapitulationStageS von Sedan feiert, ist eS mir HerzenS- bedürfntß, Euer Durchlaucht erneut auszusprechen, daß ich mit stets empfundener Dankbarkeit der unvergeßlichen Verdienste gedenke, welche Euer Durchlaucht sich in jener trüben Zett um meinen hochseligen Herrn Großvater, um daS Vaterland und die deutsche Sache erworben haben." Hieraus ist auS FrtedrichSruh folgendes Antworttelegramm eingegangen: „Euer Kaiserlichen und Königlichen Majestät lege ich mit Ehrfurcht meinen Dank zu Füßen für die gnädige telegraphische Begrüßung am heutigen Tage und für Euer Majestät huldreiche Anerkennung meiner Mitarbeit am Nationalwerk deö hochseligen Kaisers und Königs.
Effea, 2. September. Krupp machte tausend Dete- r an en ein Geldgeschenk von je hundert Mark.
München, 2. September. Anläßlich der gestrigen Sedanfeter hatte sich Abend- eine hunderttausendköpfige Menge in der Nähe der Feldherrnhalle versammelt. Die Ludwigstratze, durch welche sich der Zug der Veteranen-, Turner- und Schützen-Vereine bewegte, schwamm In einem Meer von Lichte. DaS Kriegsmtnisterium allein erstrahlte im Glanze von Tausenden von weiß blauen elektrischen Glüh' ltchtlampen. Die Feldherrnhalle, in der fich vor dem Armee- Denkmal der Festact vollzog, war auf daS prächtigste decorirt. Mächtige Fcuerbrände loderten zum Abendbimmel empor. An 50 Herolde halten auf dem Dache der Halle Aufstellung genommen, wo sie Fanfaren bliesen. Gegen 9 Uhr langte der aus etwa 4000 Fackelträgern bestehende Zug an, worauf die Fahnen lämmtliche: Vereine in die Halle gebracht wurden. Nach Absingen de- MännerchorS: „Die
Krone im Rhein" hielt der zweite Bürgermeister Brunner die Festrede, welche in ein Hoch auf daS HauS Wittelsbach und Bayern, daS deutsche Vaterland sowie Kaiier und Reich auSklang. Der in Stellvertretung des Prinzregenten anwesende General-Jnspecteur Prinz Leopold dankte hierauf, dabei ermahnend, daß die Deutschen immer der Worte des großen König- Ludwig I. eingedenk sein möchten, welche lauten: „Bergeffet nie, was die Freiheitskriege nothwendig machte und wodurch wir stark wurden". Sodann wurden am Denkmal zahlreiche KrLrze niedergelegt und unter den Klängen de- Pariser EinzugSmarscheS defiltne der Fackelzug vor Sr. Königl. Hoheit.
Stuttgart, 2. September. DaS 25jährige deutsche National fest wurde hier bereits gestern durch Gottesdienst eingeleitel. Nachmittags 3 Uhr fand daS öffentliche Schauturnen der hiesigen Turnvereine statt. Um 6 Uhr ertönte Glockengeläut von allen Thürmen der Stadt und es wurde eine Todrenfeier auf dem FlangelSbacher Friedhöfe abgehalten. Mit Eintritt der Dunkelheit wurden auf den Höhen rings um Stuttgart Freudenfeuer abgebrannt.
Graz, 2. September. In sämmtlichen großen Städten Steicrmarks findet heute feierliche Begehung des SedantageS statt. ES werden über hundert Versammlungen abgehalten.
Wien, 2. September. Der Münchener Tourist Knall, welcher auf einem Fahrrad eine Welttour machen will, hat gestern Wien pasfirt.
Paris, 2. September. Die Blätter veröffentlichen Artikel über die Schlacht von Sedan. Die meisten schreiben die Niederlage bei Sedan den Uneinigkeiten der Generale zu. Heute findet ein Trauergottesdienst statt, bei dem die französischen Veteranen zugegen sein werden.
Paris, 2. September. Der Veteranen-Verein von Straßburg versammelte fich gestern und beschloß, ein OrganisationS-Comitv zu bilden für die Feier, welche demnächst au der Straßburg Statue stattfinden soll.
London, 2. September. Die hiesigen deutschenVete- ran en veranstalteten gestern gemeinschaftlich eine erhebende Gedenkfeier zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Deutschen Reiches. An den deutschen Kaiser und den König von Sachsen wurden Huldigungstelegramme abgesandt.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
4. September.
Am 2. September gegen 8 Uhr verbreitete sich durch das Lager bei Sedan die Kunde, Napoleon sei gefangen und die in Sedan eingeschloffene, auS 60,000 Mann bestehende Armee Mac MahonS, der selbst verwundet, habe capitulirt. Obgleich eS bekannt, wie hilflos die Lage des feindlichen Heeres, wagte doch Niemand, dieser Freudenbotschaft Glauben zu schenken. Ich machte einen Gang durch den hinter BazeilleS liegenden Park, wo im hohen Grase, im Schatten herrlicher Bäume Hunderte von wackeren Streitern den TodeSschlaf ruhen, als plötzlich donnernde, nicht enden wollende Jubelrufe mein Ohr trafen. AlSbald fiel auch die Mufik ein in das Jauchzen, das fich immer wetrerzupflanzen schien. Vom Feld und von den Höhen immer neues Hurrah und Hoch. Ein Mufikchor nach dem andern stimmte Freudenmärsche an. „Heil Dir im Siegerkranz!" schallte eö über daS Schlachtfeld dahin. Rasch eilte ich zum Lager zurück. Da sah ich denn, wie die Generale durch die Reihen dahin ritten und bald auch vernahm ich die Freudenkunde, die den unbeschreiblichen Jubel hervorrief. Hier tauschte man Händedruck, Umarmung und Kuß, da liefen Thränen der Freude über wettergebräunte Wangen, da lachte und tanzte man. Das Strafgericht hat fich vollzogen, groß und gewaltig.
Varenueö, 4. September, Vormittags 8 Uhr. Welch ein ergreifender Augenblick, die Begegnung mit Napoleon! Er war gebeugt, aber würdig in seiner Haltung und ergeben. Ich habe ihm Schloß WilhelmShöhe bei Kaffel zum Aufenthalt gegeben. Unsere Begegnung fand in einem kleinen Schlößchen vor dem westlichen Glacis der Festung Sedan statt. Don dort beritt ich die Armee um Sedan. Den Empfang kannst Du Dir denken. Er war unbeschreiblich. Beim Einbrechen der Dunkelheit, halb 8 Uhr, hatte ich den fünfstündigen Ritt beendet, kehrte aber erst um 1 Uhr hierher zurück. Gott helfe weiter! Wilhelm.
(«cak« m*ö
Gießen, den 3. September 1895.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Freitag den 6. September 1895, Nachmittags 4 Uhr: 1. Die AuSloofung zurück- zuzahlender Obligationen des 1893er Anlehens. 2. DeSgl. des 1894er Anlehens. 3. Den Bau einer directen Bollbahn Siegen(Weidenau)-Haiger. 4. Durchsührung deS ReichS- gefetzeS über die Gewerbegerichte, hier: Wahl eines Stellvertreters des Borsitzenden. 5. DaS KreiSturnfeft im Jahre 1895, hier Holzabgaben. 6. Veranstaltung einer landwirth- schaftlichen Ausstellung, hier Gesuch um Ueberlassung der Viehmarktplätze. 7. Die innere Einrichtung deS städtischen Archiv-. 8. Errichtung eines BedÜrfnißhäuSchenS bei der JohanneSktrche. 9. Nutzbarmachung der Leitung zur Gasbeleuchtung im Conferenzzimmer der Stadtmädchenschule. 10. Gesuch des Vorstandes der israelitischen ReligtonS- gesellschaft um Ueberlassung eines Raume- zur Abhaltung deS Religionsunterrichts. 11. Den Fluthgraben auf dem Burggraben, hier Gesuch der Firma I. B. Noll um Rohrlegung 12. Gesuch der C. Drabing W'ttwe um Erlaubmß zum WirthschaftSbetrieb im Hause Steinstraße 74.
•• Die Illumination zur Feier deS SedantageS am gestrigen Abend war eine allgemeine und wohl gelungene. Einzelne Straßen der Innenstadt, die eine längere Fernsicht gewährten, boten einen überaus schönen Anblick der in allen Farben flimmernden, durchweg schön arrangirten Lichter und
Lampions. ES gab saft fein HauS, an dem nicht wenigstens einige Lichter ober Papierlaternen ihren Schimmer verbreiteten. Auch in der Außenstadt prangten viele Häuser in Flammenschmuck. Die Zahl der Schaulustigen war denn auch sehr groß, am Markt, auf der MäuSbnrg, Kreuz und SelterSweg war zeitweilig schwer durchzukommen.
** Ungarn-Coocert. Auf das am Mittwoch Abend ?m Caf6 Leib stattfindende Eoncert des österreich-nnga- rischen Orchesters Rakoczi machen wir aufmerksam, zumal neben ungarischen Nationaltänzen als Novität für Gießen der Serpentiutanz vorgeführt wird. (S. Ins.)
*♦ Die Schleifen von den am Heffeudeukmal bei Gravelotte niebcrgelegten Kränzen, welche auf Anordnung der französischen Behörde abgenommen werden mußten, sind nach Mittheilung des „D. T." zur 25jährigen Feier des Sedanfestes in der Stadtkirche zu Darmstadt an den Gedenktafeln für die im Kriege Gefallenen aufgehängt worden und werden dort bis auf Weiteres verbleiben.
♦* Dem juristischen Studium wenden sich, wie die „Neuen Heff. Dvlksbl." melden, in Heffen neuerdings bedenklich viel Abiturienten zu, so Ostern 1894 in Bensheim 9 von 13, in Darmstadt 13 von 41, 9 von 20 und 8 von 20. Zu den bevorstehenden Reifeprüfungen an den hessischen Gymnasien sei aus den bevorstehenden Maffenandrang jU den juristischen Berufen aufmerksam gemacht. Noch vor wenigen Jahren bot das Rechtsstudium in Heffen erheblich mehr Aussicht.
•* Bon bet GewerbeAu-stellung bet Provinz Oberhesten zu Alsfeld. Der Besuch der Oberhessischen Gewerbe Ausstellung war bis jetzt selbst an den Wochentagen ein Über Erwarten guter, wofür schon spricht, daß an schwach besuchten Tagen in der Wirthschaft 6—7 Hectoliter Bier verzapft wurde». Am Sonntag betrug die Einnahme für Tageskarten 800 Mk., an diesem Tage wurden 27 Hectoliter Bier verzapft. ES war dies bis jetzt der best besuchte Tag. Gegen Abend waren zu gleicher Zeit mindestens 2500 Menschen in der Ausstellung. Die Schulen machen jetzt lebhaft davon Gebrauch, den Schülern für 10 Pfg. Entree die Erzeugniffe der Industrie vorznführen. In vergangener Woche haben bereits acht Schulen, darunter die Handwerkersckulen von Schlitz und Schotten, die Ausstellung besucht. 10 weitere Schulen sind noch angemeldet. — Die BeurtheilungScommis- sion unter Vorsitz des Fabrik-JnspectorS Moeser-Darmstadt ist seit gestern an der Arbeit, die ausgestellten Gegenstände nach jeder Richtung einer Prüfung zu unterziehen. — Heute heffen schon Delegirte für die Generalversammlung deS LandeSgewerbevereinS ein, denen zu Ehren morgen unt> Donnerstag große Militär-Concerte, auSgefÜhrt von der Capelle des 94. Jnfant. Regiments, stattfinden sollen.
§ Siechenhauseu (Kreis Schotten), 2. September. Die kürzlich hier stattgefundene GemeinderathSwahl wirb jedenfalls noch ein Nachspiel haben. ES soll nämlich AbendS gegen 11 Uhr ein Ansall gegen ein neugewählteS Mitglied auf offener Straße stattgefunden haben und wird Großh. Staatsanwaltschaft Gießen die nöthige Untersuchung demnächst vornehmen.
§ Grebenhain, 1. September. Heute wurde hier da» 25jährige Sebansest in würdiger weise gefeiert. Die Lehrer mit der Schuljugend und der hiesige Kriegerverein veranstalteten einen Zug durch den prächtig geschmückten Ort unter die alte Dorflinde, woraus Herr Lehrer Schäg hier die Festrede hielt. Zur Verherrlichung deS Feste» trug noch wesentlich der hiesige Musikverein bei.
n Staben, 1. September. Wie alljährlich, so feierten wir auch heute wieder das Sedanfest. Krieger- und Gesangverein zogen um 1 Uhr mit ihren Fahnen zum Feß- gottesdienft, in welchem der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Bern deck, auf Grund deS Psalmworts: „Lobet den Herr» meine Seele" die Fcsipredigt hielt. Abends um acht Uhr veranstalteten die genannten Vereine mit der Schuljugend einen Fackelzug nach der Curth'schen Gartenwirthschaft, woselbst Herr Pfarrer Bernbeck und Herr Lehrer Winn Ansprachen hielten. Der erstere feierte unsere Fürsten und unser Bater- lanb, der letztere unsere Armee. Die Pausen wurden durch Liedervorträge de- hiesigen Gesangvereins und deS Schüler- chorö sowie durch Declamationen patriotischer Gedichte Seiten» der älteren Schüler auSgesüllt.
Bübingen, 2. September. Bei der vor Kurzem stattgehabten Generalversammlung der Spar- und Leihkaffe hier hat dieselbe den Neubau einer Sparkasse beschloffen und zum Bauplatz den Garten deS Herrn Joseph Eulan fr. in der Bahnhofstraße dahier käuflich erworben. Die Materiallieferung soll Anfangs dieses Winters stattfinden.
Bübingen, 2. September. 50jährigeS Dienst- jnbiläum des Herrn Hofprediger Thylmann zu Büdingen. Am Tage deS Jubiläums selbst, Samstag, den 7. September, Beglückwünschung des Jubilars in seiner Wohnung. Die Hauptfeier ist auf den Sonniag gelegt worden. Herr Hofprediger Thylmann hat als Emeritus die übliche osficielle kirchliche Feier seine- Jubiläum- abgelehnt. Die evangelische Gemeinde Büdingen läßt eS fich jedoch nicht nehmen, den Ehrentag ihre- langjährigen Seelsorgers auch im Gottesdienst zu feiern. Im Hauptgotte-dienst' wird der Kirchengesangverein und der Stnabcndior geeignete Lieder singen, die Predigt wird deS JubeltageS gedenken und die Glieder der Gemeinde werden durch ihre Theilnahme ihr?" Liebe und Verehrung für den Jubilar kundthun.
A Mainz, 2. September. Der gestern Abend aal Anlaß der 25jährigen @cinnerungflfeter an die denkwürdigen Ereignisse von 1870/71 in der festlich decorirten „Stadthallc" hier abgehaltene FestcommerS war von weit übet 7000 Personen besucht, so daß sich die riesigen Räume unserer „Stadtballe" nebst deren großen, feenhaft beleuchteten Garten für die Zahl der Theilnehmer zu klein erwiesen. Den Reigen der Reden eröffnete Provinz aldirector Rothe mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Ihm schloß sich Geh. Comrnerztenrath St. C. Michel mit einemTrink'pruch


