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Der tüfcewet **|daet erscheint täglich, eit Aulnahmk bei vloutag».
Die Likßenrr M«»ikte«vtS1ter Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelegt.
Erstes Blatt. Dienstag den 8. Derember -------------
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
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vierteljähriger Avonnemeatrpret» r 2 Mart 20 Pfg. mit vringerloh».
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
«edaction, Trpeditio« und Druckerei:
Schntstrnße
Fernsprecher 51.
Amts, imd Anzeigeblatt für den Ureis Gietzeir.
chratisöeikage: Gießener Jamitienßkätter.
machung.
Die
8 Tagen bis zu 3 Monaten bestraft.
Hamburg, 30. November. Fürst Bismarck empfing gestern Mittag in FrtedrichSruh trotz heftiger GefichtS- fchmerzen die aus sechs Mitgliedern bestehende Deputation der Akademie der Künste und nahm aus den Händen des , -r-—- -- - -- - ' ■- ,YcfthT,n
PrSfldentrn, Proftsior« t>. Ende, die dem Fürsten anläßlich | das deutsche Gewehr eine neue wichtige Umänderung ersahien
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Paris, 30. November. Der Gemeinderath lehnte den Antrag zu einer Vertretung beim Begräbniß Alexander DumaS ab. Maßgebend für diesen Beschluß war DumaS seiuer Zeit gegen die Commune Helden gerichtete Publikation.
PartS, 30. November. Ein hiesiges Blatt meldet, daß
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Hamburg, 30. November. Bei dem Versuche, ein Dampf- boot zu betreten, fiel in der Außen-Alster der Amtsrichter Dr. Schultze in» Wasser und ertrank.
Arrslaird.
Wien, 30. November. Graf Taaffe, der ehemalige österreichische Minifterpräfident, ist am 29. November auf seinem Schlosse Ellischau tu Böhmen im Alter von 62 Jahren nach längerem Leiden verschieden. An seinen Namen knüpft sich eine der unheilvollsten Epochen in der inneren Geschichte Oesterreichs, jene der berüchtigten „Versöhnungsaera , an deren Nachwirkungen der Kaiserstaat wohl noch lange zu tragen haben wird. Unter dem Taaffe'schen Regime sind dem Demschthum in Oesterreich die schwersten Wunden zu- gefügt worden, führten die Polen, Czechen und Slovenen das große Wort, wurde schließlich eine Nationalität gegen die andere auSgesptelt, und es ist sehr fraglich, ob sich die tiefen Spuren dieser langjährigen, unheilvollen Politik ic wieder auSttlgen lassen werden. — Der Verstorbene trat 1852 in den Staatsdienst zunächst als Statthaltcreise^retar in Ungarn, dann wurde er Statthalterrath in Prag, Landeschef von Salzburg und endlich Statthalter von Deftet* reich. Am 7. März 1867 übernahm Graf Taaffe das Ministerium des Innern an Stelle Belaredis im Cabinet Beust und dann im Ministerium Auersperg das Portefeuille des LandesvertheidigungSministers. AlS Fürst Auersperg im September 1868 zurücktrat, erhielt Taaffe den Vorsitz im Cabinet, welchen er bis 15. Januar 1870 führte. Drei Monate später trat er, wiederum als Minister des Junercn, in das Cabinet Potockt ein, wurde am 7. Februar 1871 Statthalter von Tyrol und 1879 abermals Minister des Inneren in dem neugebildeten Cabinet Stremayr, bis er am 12. August 1879 die Ministerprästdentschaft übernahm. Erst am 1.2. November 1893 demissionirte Graf Taaffe mit feinem ganzen Cabinet in Folge der Wahlresormfrage, seitdem führte er bis zu seinem Tode ein Leben in Zurückgezogenheit.
Wien, 30. November. G r a f T a a f f e vermachte seinem einzigen Sohne Heinrich die beiden Güter Silberberg und Kolinetz mit der Verpflichtung, daß Graf Heinrich seinen drei Schwestern je 250000 Gulden auSzahle.
Laibach, 30. November. Die große Ortschaft PretnS- b a ch bet RudolfSwerth im Krain ist durch einen verheerenden Brand vollständig eiugeäschert. Sämmtliche Wohn- und WirthschaftSgebäude mit allen Vorräthen wurden ein Raub der Flammen.
Budapest, 30. November. Infolge der eiogetretenen kalten Witterung beeilen sich die Getreideschiffe, welche auf der unteren Donau liegen, Budapest zu erreichen. 60 Schiffe passtrten gestern MahacS und noch etwa 80 sind j unterwegs. In Rumänien liegen 50 Schiffe, welche wegen ! des niedrigen Wafferstandes das eiserne Thor nicht passiren
Berlin, 30. November. Die vom Colonialrath durchberathene Land frage hat die Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers erhalten. Die betreffende kaiserliche Verordnung über die Schaffung, Besitzergreifung und Ver- äußerung von Kronland und über den Erwerb und die Veränderung von Grundstücken in Deutsch-Ostafrika besteht aus 14 Paragraphen. Vorbehaltl'ch aller EtgcnthumSrechte und sonstigen Ansprüchen wird darin alles Land innerhalb Deutsch OftafrikaS als herrenloses Land erklärt. Das Eigen» thum daran steht dem Reiche zu. Bei der Besitznahme von | Kronland werden den angrenzenden Eingeborenen die den Unterhalt der Leute sichernden Flächen Vorbehalten. Die Ermittelung und Feststellung deS Kronlavdes erfolgt durch Landescommissionen, die auch die Entscheidung über etwaige Privatansprüche darauf treffen. Die Ueberlaffung von Kron» land erfolgt durch den Gouverneur entweder durch Ueber- tragung zu Etgeuthum oder Verpachtung- ausgenommen davon bleiben die unterirdischen Bodenschätze. Eine obrigkeitliche Genehmigung ist nicht erforderlich, wenn Grundstücke, die sich im Besitze eines Nichteingeborenen befinden, erworben oder gepachtet werden sollen. Die Ueberlaffung von städtischen Grundstücken über ein Hcctar Fläche ist nur mit Genehmigung dcs Gouverneurs zulässig.
Berlin, 30. November. Im Beisein deS Handelsministers und deS FtnanzminifterS fand am Donnerstag in der preußiichen Central-GenossenschaftLkaffe mit Vertretern des Handwerks eine Besprechung Über die genossens chaft- ltche Organisation des Handwerks statt, um prae- tffche Grundlagen für eine Förderung des Handwerker- GenoffenschaftswesenS zu gewinnen. Als zweckmäßig erschien eS zunächst, mit der Bildung von Credtt-Genoffenschaften vorzugehen. Der Handelsminister machte bekannt, daß ihm Mittel zur Unterstützung der GenoffenschastSbewegung unter den Handwerkern zur Verfügung gestellt seien und ersuchte um einiges Mitarbeiten daran.
Berlin, 30. November. Der „RetchSanzeiger" veröffent» licht folgende Bekanntmachung des Berliner Poli- , zetpräsidenten von Wtndheim vom 29. November: | Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nachstehende Vereine: 1) bis 6) die sechs soctaldemokratischen Wahlvereine für die seckS Berliner Reichstagswahlkreise, 7) die Preßcommission, 8) die AgitationScommiffion, 9) die Localcommiision, 10) der Verein „öffentlicher Vertrauens- männer" (7 bis 10 der Berliner Mitglieder der soctal- demokraüscheu Partei Deutschlands), 11) der Parteivorstand der soctaldemokratischen Partei Deutschlands auf Grund deS § 8 der Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden M'ßbrauchs deS 93er» sammluugS* und BcreinSrechtS vom 11 März 1850 vorläufig geschlossen sind. Jede fernere Betheiligung an diesen Vereinen ober an etwaigen Neubildungen, welche sachlich als Fortsetzungen derselben erscheinen, wird nach § 16 I c. mit Geldstrafe von 15 bis 150 Mk. ober Gefängntßstrafe von
Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Monate beantragt. . . et1
— Die Verurtheilung des Abgeordneten Liebknecht wegen der Majestätsbeletdtgung, \ das Gericht in seiner bekannten Breslauer Rede Stunden hat, erregt in Folge der jetzt stattgefundenen Veröffentlichung des Wortlautes deS Urtheils erneut lebhafte Erörterungen in der TageSpresse. Da indessen Herr Liebknecht d e Eut- schetdung deS Reichsgerichts angerufen hat, so erscheinen all die Besprechungen diese- neuesten „Falles Liebknecht zunächst als ziemlich überflüssig. Unierd-sien macht eine neue Maze- stätSbeleidigungS-Affaire von sich reden. Dr. Förster, Herausgeber und Redaeteur der „Ethischen Kultur , ist vom Berliner Landgericht wegen Majeftätsbeleidignng, begangen in einem Artikel der genannten Zeitschrift vom 15. September d. I., zu 3 Monaten Festung verurtheilt worden. Der Staatsanwalt hatte sogar 9 Monate Gesangniß
seiner Ernennung zum Ehrenmitgiiede der Akademie gewid mete, von Prosesior Geselschap künstlerisch auSge ühr.e Adr sie entgegen. Pros-sior v. Ende gedachte bei der U-berreichung der unsterblichen Verdienste de- Fürsten um das deutsche Vaterland und Prosessor Geselschap gab zu der Adresse einig Erklärungen, nach denen der den Drachen besiegende Ritter Georg den Kamps und Sieg de» Fürsten gegen die inneren und äußeren Feinde, da» RelchStagSgebäude, die Emigung Deutschland» zu einem Reiche dargestellt. Der Fürst dankte ftdänn in längerer Rede sür die ihm erwiesene hohe Ehre leien i die er um so dankbarer empfinde, al» er wahrend seines amt welche Ilten Wirkens sehr wenig sür die Kunst habe thun können.
Aber er liebe und verehre die Kunst. In Bezug au , die Muflk, die er nicht habe pflegen können, habe ihm die selige Fürstin, die gerade vor einem Jahre von ihm geschieden sei, das an sich selbst Vermißte ersetzt, da fie die Kunst der Mastk mit großer Liebe gepflegt habe. Rach wiederholtem Danke bat der Fürst die Herren, die Unterhaltung beim Frühstücke sortzusetzen. Die Tasel verlief in angeregtester Unterhaltung. Beim Abschied richtete der Fürst an jede« Mtiglied der Deputation herzliche Worte des DarckeS. Einige derselben begaben fich von Friedrichsruh nach Hamburg, die anderen kehrten direet nach Berlin zurück.
ßambnrg, 30. November. Infolge des niedrigen WasserftandeS fitzen aus der Unterelbe mehrere Segel»
unter Vorsitz deS L-ndgerichts.Direetor« Brau,eweiter wegen Beleidigung durch die Presse zu einem Monat Gesangniß verurtheilt. Landger.chtS.Dtree.ar Brausewe.ter kennzeichnete in der Urtheilsbegründuiig den „Vorwärts al» ein Blatt, welche» sich »weck» Agitation zu Besch,mpsungen und Verleumdungen von Beamten hinreißen lasie, um da» Volk aus- _ .mir. I -ureizen und mit Rücksicht aus da« Gebahreu dieser Zeitung
Das Großherzogüche Kretsamt Gießen sei gegen den Angeklagten nicht auf eine Geldstrafe, sondern n» di« Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises. | aus Gesängniß zu erkennen. Der Staatsanwalt hatte drei Wir sehen Ihrem Berichte binnen 14 Tagen darüber
entgegen, wie viele Scheine Sie im Jahre 1896 für zum Stbeden zu bringende Stuten bedürfen.
v. Gagern.
Amtlicher Theil.
Gieren, den 30 November 1895.
Betr.. Das Landgestüt; insbesondere die Bedeckung der Stuten durch Landgestütsbefchäler pro 1896.
Gießen, den 2. December 1895.
Betr.: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwalteru im Falle einer Mobil-
Manahvon Anzeigen zu der Nachmittags für be* fetgenbm Tag erscheinenden Nummer bi» Barm. 10 Uhr.
Sroßh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
au die Schulvorstände des Kreises.
Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig find, darauf aufmerksam macken, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzuretchen sind. I Später einlaufende Gesuche können nicht berückstchtigt werden.
In den Gesuchen ist anzugeben:
1) Ctvilstellung,
2) Vor und Zunamen,
3) Militärcharge und Truppengattung,
4) Genaue Angabe deS TruppeotheilS, Regiment, Compagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist und Datum des letzteren,
5) Bezirk des LandwehrbataillonS.
Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher ! bei uns reclamirt haben, bedarf es keiner Meldung.
Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allein» stehende Lehrer zur Reclamation berechtigt sind, wollen Sie sofort benachrichtigen.
v. Gagern.
Gießen, den 30. November 1895. Betr.: Erhebungen über die Einfuhr von Rindvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße«
MM die «rosth. Bürgermeistere4e« M «rette»
Auf Ersuchen des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen beauftragen wir Sie, möglichst genaue Erhebungen darüber anzuftellen, wieviel Rindvieh (Gebrauchsvieh) alljährlich von außerhalb des Großherzogthums Hessen in Ihrer resp. Gemeinde eingeführt wird, um auf Grund dieser Erhebungen einen Anhalt zu gewinnen, welchen Auf- «and jede Provinz für die Ergänzung der Viehbestände alljährlich zu machen hat. , t
Bis zum 15. Januar 1896 sehen wir daher Ihren Be» richten darüber entgegen, wieviel Rindvieh im Jahr 1895 von außerhalb des Großherzogthums in Ihren Gemeinden eingeführt worden ist. Vom Jahr 1896 an wollen Sie sodann eine Liste über das eingesührte fremde Vieh führen und auf Grund derselben uns Ende jeden Jahres Mittheilung Aber die Zahl des eingeführten Viehes machen.
v. Gagern.
Deutsche» Reich.
Darmstadt, 30. November. Nach der „Darmstädter Zeitung" wurde heute das Großherzogliche Paar beim Eintreffen auf der Grenzstation Wtrballen von dem General Fürst BariatinSky und dem Oberst Reuter, welche den Ehrendienst hatten, empfangen. Die Ankunft in Zarskoje Selo erfolgte nach gut zurückgel gter Reise heute Vormittag. Zum Empfange waren anwesend: der Zar, die Großfürsten Sergius und Wladimir mit Gemahlinnen sowie Großfürst Paul- das Großherzogspaar hat bei dem Czarenpaar im Palais Alexan» drowsky Wohnung genommen.
Berlin, 30. November. In Bestätigung unserer gestrigen Meldung, betreffend die Schließung der socialisttschen Wahl- vereine u. s. w. können wir heute mittheilen, daß der diesbezügliche Beschluß auf Schließung seitens der Polizei heute Mittag 12 Uhr dem Vorsitzenden des Partei Vorstandes der socialisttschen Partei Deutschlands, sowie den Vorsitzenden der sechs Berliner Reichstags Wahlvereine, der Local-, Preß- und Agitations-Ausschüsse zugestellt wurde.
Berlin, 30. November. Der frühere Redaeteur des Vorwärts, Josef Dierl, wurde heute von der Strafkammer


