Ausgabe 
2.7.1895 Erstes Blatt
 
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dtrectorS Rr qu§ e. Der von letzterem im Verein mir Herrn Btud. jur. Behrtn ger componirteTurnermarsch" mußte wiederholt gespielt werden. Faßt man den Eindruck der gestrigen Vorfeier zusammen, so kann sie nur als eine in jeder Beziehung gelungene Generalprobe bezeichnet werden zu dem in kommender Woche stattfindrnden großen F?st; sie befriedigte auch, was hier nicht verschwiegen werden soll, finanziell, denn es wurden an den Kaffen ca. 1200 Mk. eingenommen. Die als Vertreter des KreisausschuffeS anwesenden Herren Hetdecker-Wiesbaden und Schatt- Hanau sprachen sich sehr befriedigend über die getroffenen, allerdings noch nicht ganz vollendeten Arrangements aus. Wenn das kommende Hauptfest das hält, was die gestrige Vorfeier versprochen, so wird sich daS 22. Mittelrheinische Turnfest zu einer Feier gestalten, die lange in Erinnerung Aller bleiben wird, die daran Teilnahmen. Gur Heil!

* 22. MittelrheiuischeS Turnfest. Die Festtage des 22. Mittelrheinischen Turnfestes stehen vor der Thüre! Tausende von Jünglingen werden alsdann zum edlen Wert- streit nach der Fesiftadt Gießen eilen, Tausende von Be- wohnern der Stadt und Umgebung auS Nah und Fern her­zuströmen, sich an den friedlichen Kampfsptelen zu ergötzen. DaS Turnen fördert wie keine andere Leibesübung die Körper- und Geisteskräfte der Jugend und findet auS diesem Grunde überall, bei Hoch und Niedrig, bei Groß und Klein Förderung und Verehrung! Die Behörden und die Be­wohner GteßenS haben gleich wie bet früheren Turn­festen auch diesmal weitgehendstes Entgegenkommen durch Ueberlaffung des erforderlichen Raumes innerhalb der Stadt, durch Gewährung von Freiquartieren an auswärtige Turner, durch Geldspenden rc. gezeigt. Jetzt gilt eS, den Gästen auch ein freundliches Willkommen zu bereiten! Darum rufen wir Euch zu: Einwohner Gießens! Schmücket die Häuser zum Turnfeste mit Kränzen, Guirlanden und Tannengrün, mit Fahnen und Wimpeln zum Ausdruck der Freude darüber, daß es unserer Stadt vergönnt ist, dies schöne Fest in unseren Mauern zu feiern!

Gäste zum Turnfest. Es sind bis heute gemeldet 2355 Turner, von denen ca. 1700 Quartier brauchen. Es meldeten u. A. Marburg 3 Vereine 120, Mainz 66, Hanau 50, Coblenz 50, Darmstadt 62, Frankfurt a. M. 144, Offenbach 60, Rödelheim 60, Wiesbaden 86 Turner. Täglich laufen noch neue Meldungen, selbst aus Orten, wo die Mel­dungen schon gemacht find, ein, so daß man auf 2800 bis 3000 zu kommen hofft.

* 22. MittelrheiuischeS Turnfest. Extrazüge. In liebenswürdigem Entgegenkommen hat die Direction der Oberhessischen Eisenbahnen die Einlegung folgender Extrazüge für Sonntag, den 7. Juli beschlossen: 1. von Alsfeld nach Gießen: ab Alsfeld 750 Vorm., an Gießen 980 Vorm.; 2. von Gießen nach Alsfeld: ab Gießen 1010 Abends, an Alsfeld 1150 Abends - 3. v o n HungennachGießen: ab Hungen 935 Vorm., ab Lieh 950 Vorm-, an Gießen 1020 Vorm.- 4. von Gießen nach Nidda: ab Gießen 945 Abends, an Nidda 1085 Abends.

** Rudersport. Die Juntor-Mannschaft der Gießener Ruder-Gesellschaft betheiligte sich auf der Frankfurter Regatta am 29. und 30. Juni an zwei Rennen (StaatS- preiS und Ermunterungspreis) und bot namentlich am Samstag im Vorrennen gegen den Frankfurter Ruder-Verein und die Kasteler Ruder-Gesellschaft eine anerkennenswerthe Leistung, indem sie die betr. beiden Mannschaften leicht besiegte. Dieser Erfolg ist um so höher anzurechnen, weil die Frank­furter Mannschaft durch einen englischen Drtllmeister aus­gebildet ist. Wenn diesem anfänglichen Erfolge keine weiteren folgten, so ist in Betracht zu ziehen, daß zu den beiden Rennen zusammen dreißig Boote gemeldet waren, von welchen nur je ein Boot siegreich werden konnte und 22 Boote bereits durch Vorrennen ausgeschlossen wurden. Ist dieser Steg auch kein sportlich vollgiltiger, so wird er ohne Zweifel unsere Ruderer ermuthigen, sich weiter zu vervollkommnen, damit ihnen zur Regatta in EmS, jedenfals aber in Gießen, der wohlverdiente volle Erfolg zu Thetl wird.

** PreiSsechleu. Bei dem gestrigen 16. Preis- und Schausechten des Mittelrheinischen Fechtclubs zu Butzbach erfochten sich die Herren Carl Hartmann den 10. PretS im Florett-, den 9. im Säbel-, den 10. im Schläger Fechten und einen Ehrenpreis, Adolf Noll den 6. Preis im Säbel-, den 7. im Schläger Fechten und einen Ehrenpreis, gewiß eine recht gute Leistung, wenn man in Betracht zieht, daß die Herren in ihren Uebungen nur aus sich selber angewiesen sind. Die Preise und Tafeln sind bei Buchbinder H. Noll, Markt 1, ausgestellt.

** Radfahrsport. Gestern startete Carl Duill in Fechenbeim bet Frankfurt a. M. beim Straßenrennen von 5 und 10 Kilometer und errang bei dem 10-Kilometer-Rennen den 3. Preis, bestehend in einer silbernen Medaille. Die Leistung des jungen Fahrers ist nur eine großartige zu nennen, da er erst 15 Minuten vorher daS 5-Kilometer- Rennen gefahren und circa 100 Meter vor dem Ziele ab- floppen mußte, weil einige Fahrer zusammenstteßen und ihm dadurch die Paffage versperrt wurde. Er trat beim 10 Kilo­meter-Rennen gegen 22 Fahrer von Frankfurt, Hanau, Offen- bach, Marburg u. s. w. in Concurrenz und wäre hierbei als Erster übers Ziel gegangen, wenn ihm nicht durch ein fahrendes Tandempaar der Endspurt unmöglich ge­worden wäre.

* * Technische Hochschule Darmstadt. Der Königlich Preußische Regierungsbaumeister, Herr Georg Wickop, ist zum ordentlichen Professor der Baukunst an der Großherzog- l chen Technischen Hochschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. October dieses Jahres ernannt worden.

* * Oberhesfische Eisenbahnen. Ernannt wurden am 15. Juni der Heizer Ferdinand Dauern heim zum Locomotivführer, der Bremser Johannes Sehrt zum Schaffner.

* * Trauerparade. Heute Vormittag 10 Uhr 25 Min. fand vor der Wohnung des verstorbenen Premierlieutuaut

Händen lockende

seinen Sparpfennig künftig reellen und und sicheren anzuvertrauen und nicht auf so unzuverlässige und Verheißungen sich einzulassen.

Hugo Georg Alfred von CarlShause tärischen Pomp die Trauerparade statt, derselben führten Premierlieutnant Becker lieuteuaut Stein. Die Leiche des Verew Station Gelnhausen und von dort nach dem Alten-Haßlau überführt worden. Zur Beisetzung gi« der Reg'mtntscapelle 1 Major, 1 Hauptmann, 1 lieutenant, 2 SecondelieurenantS und 6 Unterosfizie. Alten-Haßlau.

Derutifcfctts*

* Wetzlar, 26. Juni. Bei der am 14. ds. Mts. statt­gehabten Berufs- und Gewerbezählung hat sich für die hiesige Stadt eine Einwohnerzahl von 8258 Seelen herauSgeftellt. Bet der Volkszählung am 1. December 1890 betrug die Einwohnerzahl 8126 Seelen. Die Vermehrung der Einwohnerzahl ist daher eine sehr geringe, sie beträgt nur 132 Seelen, also etwa lf/3 pCt. DaS ist kaum so viel, als der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle beträgt.

* Buozlau, 29. Juni. Die Arbeiterfrau S ch o l z wurde in einem Kornfelde mit einem Schuß durch die Lunge tobt aufgefunden. Wahrscheinlich liegt Lustmord vor. Der Thäter wurde in bet Person des 20jährigen DienftkuechteS Liersch festgenommen.

* SicherhettS-Sleigbügel. Die Zahl der Verunglückungen von Reitern durch Hängenbleiben im Steigbügel und damit verbundenes Geschleiftwerden ist wahrlich nicht gering. Um so lebhafter wird daher jeder Reiter die von Herrn Fr. Boenick in Liebenwerda (Provinz Sachsen) gewachte und gesetzlich geschützte Erfindung eines Sicherheits-Steigbügels,

affen müßten. Gegen die Auffassung, daß der Staat Übung eines Staatshoheitsrechtes die im Jahre 1893 ig gewordenen Bahnen ohne Zahlung einer Entschä- g in den Besitz nehmen könnte, müffen rott heißt es X dem Proteste weiter entschieden Verwahrung einlegen. Niemals seit Bestehen der Gesellschaft sei daS Rückkaufsrecht deS Staates anders als ein privatrechtlicheS Erwerbsrecht Seitens der Regierung aufgefaßt und behandelt worden. Zum Schluffe heißt es in der Verwahrung:Die in den Sländekammern gefaßten Beschlüsse ztelen dahin ab, einen für die Gesellschaft unzur ichenden Preis für das ganze Unternehmen zu erzwingen und werden daS in seinem jetzigen Bestände und Umfang auf das Innigste mit dem deutschen Verkehrswesen verbundene Unternehmen zerstückeln und hierbei alle betheiligten Interessen in gleicher Weise gefährden und schädigen. Wir müffen gegen die Betretung dieses von den Kammern empfohlenen Weges der Gewalt, das nicht nur mit den Grundprinzipien einer jeden Rechtsordnung und eines jeden RcchiSstaateS im Widerspruch steht, sondern auch mit den Bestimmungen der Hessischen Verfassung nicht in Einklang gebracht werden kann, hiermit in aller Form pro- teuren. Wir erklären uns aber bereit, nach unseren besten Kräften für die Herbeiführung einer gütlichen Verständigung mirzuwirken und zu diesem Zwecke die Verhandlungen fort- zusetzen, und glauben auch, daß der Staat sich wohl zu einem Gebote entschließen kann und wird, welche- wir den Actionären zur Annahme empfehlen können."

** Mililärdieustoachrichteu. Dr. Orth I, Assist. - - 1. Kl. der Landwehr 1. Aufgebots vom Landw.-Bez. I Dar ftadt, zum Stabsarzt, Dr. Berger, Assist. - Arzt 2. K, der Reserve vom Landw. Bez. Mainz, Dr. Schultz, Assist.» Arzt 2. Kl. der Reserve vom Landw. Bez. Worms, zu Assist.- Aerzten 1. Kl. befördert,- Dr.Zabel, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und RegtS.-Arzt vom Drag.-Reg.König Alben von Sachseo" (Ostpreußisches) Nr. 10, zum Großh. Hess. Feld - Art. - Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-CorpS), Beck, Asfist.-Arzt 2. Kl. vom 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regt. Nr. 115, zum Thüriug. Ulanen - Regt. Nr. 6, Dr. Osann, Assist. - Arzt 2. Kl. vom 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag. Regt.) Nr. 23, zum Hess. Feld - Art. - Regt. Nr. 11 versetzt - Dr. Sich äfer, Ober-Stabsarzt 1. Kl. und Regts.-Arzt vom Großh. Hess. Feld-Art. Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), mit Pension und seiner bisherigen Uniform, der Abschied be­willigt- Dr. Reisinger, Assist. - Arzt 1. Kl. der Landw. 2. Aufgebots vorn Laudw.Bez. Mainz der Abschied bewilligt.

* * Caf6 Ebel, lieber den, morgen Dienstag hier auf­tretenden Billardkünstler Professor Franz Etscher aus Ungarn liegen uns eine Reihe Berichte vor. Was nun fein Billardspiel anbetrifft, so wird daffelbeeinfach" als groß­artig bezeichnet. Ermacht" jeden Ball, alle Bälle, selbst dieunglaublichsten". Und dann spielt er mit einem Lieb­haber-Spieler eine Parthie, bei welcher er auf 200 Bälle 150 vorgiebt.

* * Mit der Unsitte des FrofchwerfenS, wie solche sich bei dem letzten Feuerwehrfeste mehrfach lästig machte, wurde am Samstag von einem noch unbekannten Herrn der Anfang gemacht. ES soll bei dem kommenden Feste ganz entschieden gegen diesen, nicht besonders nervenstarke Personen empfindlich in ihrer Gesundheit schädigenden Unfug eingeschritten werden. Außer der zu gewärtigenden Polizeistrafe setzt sich Jeder, der Lust zu derartigen dummen Späffen verspüren sollte, der Gefahr aus, daß ihm die Festkarte entzogen wird.

* Zur Warnung vor Erwerbung von Rateuloseu kann folgender Fall bienen, der sich in Worms ereignet hat. Im November 1893 hat, wie dieDarmst. Ztg^" meldet, ein dortiges Dienstmädchen bei der Firma A. Kirsch & Co. in Hamburg zwei Barlettaloose gegen dreißig monatliche Ratenzahlungen ä 6 Mk. gekauft. Nachdem daS Dienst­mädchen beinahe zwei Jahre lang fast seine ganzen monat­lichen Ersparuiffe etngezahlt hat im Ganzen 180 Mk. erhielt es jetzt zwei Loose, die heute einen Werth von 60 Mk. zusammen haben, eine Enttäuschung, die es veranlaffen dürfte,

u mit allem mr,e$ -/Reinertrag" bezeichnet wirb. Während die DaS Commat^ unter //Reinertrag" öenjenigen Theil des BettiebS- und Secoverstehe, welcher nach Abzug der Schuldzinsen 'Egten ist sehe dagegen die SraarSregierung den Brutto- ^isetzungA^ vlS Retnertrag an. Die Auffassung der Regie­ren a bc in 'hrer Wirkung dahin führen, daß die Actionäre L^rem)x Abfindung ungefähr 20 pCt. der ganzen AnlehenS- zu deren Heimzahlung zuzulegen hätten oder sich ab-

T Lich, 30. Juni. Gestern wurde auf dem hiesigen Friedhöfe der zu Grüningen verunglückte Dachdecker- meister Walz zu seiner letzten Ruhestätte verbracht. Eine außergewöhnlich große Menschenmenge gab demselben das letzte Geleit. Sowohl die tiefergreifenden Worte des Pre­digers, als auch die thränenumflorten Augen der Zuhörer gaben den beredten Beweis, daß die Stadt Lich einen braven, deshalb in hoher Achtung stehenden Bürger, die verschiedenen Vereine, denen er angehörte, ein treues Mitglied, der Verein Kampfgenossen aus 1870/71" einen seiner besten Kameraden verloren haben. Der tieftrauernden, nunmehr alleinstehenden Gattin aber möge Gottes reichster Trost zu Theil werden.

-b- Melbach i. d. W., 30. Juni. Das zweite Bund es­sest des Wetterauer Turnerbundes wird heute und morgen hier bet uns gefeiert und damit zugleich die Weihe und Uebergabe der neugestifteten Fahne des hiesigen Turn­vereins verbunden. Das Preisturnen begann um 1/21 Uhr. Gegen Mittag trafen die auswärtigen Vereine ein, welche sehr zahlreich erschienen. Um 2 Uhr wurde der Feftzug aufgestellt, welcher sich sehr stattlich ausnahm; der Zug ging durch den mit Fahnen und Kränzen reichgeschmückten Ort nach dem Festplatze, wo nach der Festrede die Fahne ein geweiht und überreicht wurde.

Darmstadt, 29. Juni. Der Verwaltungsrath der hessi­schen Lubwigsbahn hat gegen die rechtliche Zulässigkeit deS von den Ständekammern beschlossenen Weges der einseitigen Besitzergreifung der kauffähig gewordenen hessischen Linien durch den Staat in einer Protesterklärung an die Staats« regierung Verwahrung eingelegt.

A Mainz, 30. Juni. Seit heute ist in den städtischen Hafenanlagen electrische Beleuchtung im Betrieb. Gestern fand eine eingehende Prüfung der Anlage durch Prof. Dr. Kittler in Darmstadt statt, worauf die officielle Abnahme und Uebernahme in städtischen Betrieb erfolgte. In der letzten Zeit circulirt wieder massenhaft falsches Geld in hiesiger Gegend. Hauptsächlich sind es Zweimark­stücke. Die Prägung ist nicht schlecht, dagegen lassen Klang und Farbe die Fälschung leicht erkennen. Die bereits sehr niederen Br odp reise haben mit Schluß der ver- \ stoffenen Woche einen wetteren Abschlag erfahren. Der vierpfündige Leib kostet jetzt hier 43 Pfennige.

A Mainz, 30. Juni. In einem vom 25. ds. MtS. batirten Schreiben hat der Verwaltungsrath der Hessischen Ludw'gSeisenbahn bei dem Großherzoglichen Staatsministerium I tn Darmstadt gegen die jüngst von den Ständekammern ' betreffs der LudwigSbahn gefaßten Beschlüsse sowie der dabei zur Aeußerung gelangten Anschauungen der Regierung Protest ' eingelegt. Dem Proteste geht eine eingehende Darlegung ' der Verhältnlffe voraus, wobei als Cardinalpunkt in der i Sache die grundsätzliche Verschiedenheit in der Auffassung

der bereits die Anerkennung des Kaisers gefunden, begrüßen. Während man den gewöhnlichen Steigbügel mit dem Fuß erst suchen muß, braucht man bet dem offenen Sicherhettü- Steigbügel, der äußerst solid und elegant conftruirt ist, einfach nur oben hineinzutreten- die löffelartige Trittfläche verhindert auch jedes Hinausgleiten des Fußes, ebenso ist ein Drehen der Riemen ntchr mehr möglich. Kein Reiter sollte versäumen, sich von dem Erfinder und Patentinhaber einen Prospectus über diese Neuheit senden zu lassen.

Eingesandt.

Gieße«, 1. Juli 1895.

Die Polizei-Verordnung, daß Morgens und Nachmittags vor jedem HanS gegossen werde« mutz, und bk strenge Durch­führung derselben ist gewiß von Jedem mit Freuden begrüßt worden Doch hat diese Verfügung auch einen Mißstand mit sich gebracht, dem leicht abzuhelfen wäre. In den Zeiten, in welchen gegossen werden muß, findet auch sonst der größte Wasserverbrauch im Jahre statt. Nun sind sehr viele Privatbrunnen durch unsere Wasser- leitung eingegangen, und dadurch eine große Anzahl von Haus­besitzern genöthigt, das Gießwasser aus der Wasserleitung zu ent­nehmen. ES wird dadurch bei Vielen der Wasserverbrauch über das festgesetzte Maximum gesteigert werden und werden den Hausbesitzern zu der Arbeit, die sie im öffentlichen Interesse thun müssen, und wohl alle gerne thun, noch Kosten auferlegt, die man ihnen wohl sparen könnte. Es bedarf wohl nur einer Anregung, um untere Stadt­verwaltung, die ja für das öffentliche Wohl mehr, wie irgendwo, thut, zu veranlassen, daß für solche Zeiten daS Maximum de4 Wasserverbrauchs erhöht wird. M.

Unterhaltungen zu Bad-Nauheim in der Woche vom 2. Juli bis 6. Juli.

Die Kurcapelle spielt täglich Morgens von 78 Uhr an dem Kurbrunnen, Nachmittags und Abends siehe unten, bei weniger als 10° R. Wärme im großen Speisesaale des Kurhauses.

Dienstag den 2. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr und von 8 bis 10 Uhr aus der Terrasse: Concert von der Capelle de $ Kürasfier- Negtments von Sepdlttz (BtSmarck-Kürasstere) aus Halberstadt unter Leitung des Köntgl. Musikdirectors Herrn Damm. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Mittwoch den 3. Juli, Nachmittags von 5 bis? und von 8</i bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale Theatervorstellung. Madame Bonioard. Donnerstag den 4. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8/i bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Von 8*/f bis 10 Uhr werden Tänze gespielt und kann auf dem nordwestlichen TheUe der Terrasse getanzt werden. Abends 8 Uhr im Saale Vor- stellung Anschütz'scher electrischer (auch beweglicher) Lichtbilder auS allen Gebieten (8 zu 5 Meter groß) mit erklärendem Vortrage von Dr. Emil Kindler. Freitag den 5. Juli, Nachmittag» von 5 di» 7 Uhr: Concert der Kutcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uvr im

Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Fritzchen unb Lieschen. Papa hat'S erlaubt. Liederoortrag von Frau von Eeidlitz. Samstag den 6. Juli, Nachmittags von 5 dis 7 und uon 8 bt8 10 Uhr auf der Terrasse: Concert von der Ungar tfäen Clite»Tavelle Gyigyi-Laczi auS Budapest in Landestracht. (Die Kapelle spielt ohne Noten.) Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 8 dis 10 Uhr am Teiche bei freiem Zutritt. Die Kähne sind beleuchtet