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2.7.1895 Erstes Blatt
 
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KeßDr Anzeiger

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Generat-Mnzeiger

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2lmt^äs unfc Änzeigedlcrtt für den Kreis (Stegen

] Hratisöeitage: Gießener Jamilienötätter

Unnah» r von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden Tag erfcheinendm Nummer bi» Borm. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Burenux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Die Gießener A«mikiendtä1ler toerben dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag».

WB. Kolberg, 1. Juli. ReichStagS-Stichwahl. Schlußresultat. Benoit 9143, Gerlach 7433 Stimmen.

Attslarrd.

©em, 29. Juni. Die General - Versammlung der Schweizerischen Nord-Ost-Bahn bewilligte weiterhin einstimmig 50,000 Francs zu Vorstudien für schweizerische Nebenbahnen und für die Engadin-Orientbahn.

Budapest, 29. Juni. In dem Hause, wo sich die Bureaus der VersicherungsgesellschaftAdriatica di Sicurta" befinden, fand gestern ein kleiner Knabe in einer Maucrlücke 21 der Nähe der Wohnung des DirectorS eine in Zeitungs- Papier gewickelte Bombe mit noch glühender Lunte. Die Bombe war mit Pulver und Bleistücken gefüllt. Herbei- gerufene Personen konnten die Lunte noch rechtzeitig zum Verlöschen bringen, so daß Unheil verhütet wurde. Man vermurhet einen Racheact eines entlassenen Beamten.

Madrid, 29. Juni. AuS Cuba wird gemeldet, daß große Regengüsse eingetreten find, welche Kriegsoperationen unmöglich machen. Für die als Verstärkung nach Cuba ab­gegangenen 25,000 Mann wird die Regierung im December, event. auch sofort Reservetruppen einberufen.

Lon den drei Aufgaben der philosophischen Facultät würben zwei Bearbeitungen als eines Preises würdig erachtet- Verfasser der einen mit drm halben Preis ausgezeichneten ist ßtnd. hist, et phil. Johann Kippenberger aus Ober- jiigrlheim, der der anderen mit dem vollen Preis aus- Zeichneten stud. phil. August Keßler aus Büdingen. ilt zum ersten Male vorgelegte Bearbeitung um den Diez- KretS wurde des Preises für würdig erachtet, als Verfasser ergab fich stud. phil. Josef Luley aus Gießen. seiner Rede gedachte der Herr Rector ferner der jür -die Universität wichtigen Ereigniffe des Jahres, der Knadenbeweise unseres Fürstenhauses und der der Universität Depeschen des Bureau »Herold". Uu Theil gewordenen Zuwendungen mit dem Ausdruck deS

Berlin, 30. Juni. DieBerliner Neuesten Nachr." ®anteS Qn die Geber. Mit dem vom Academischen bestätigen, daß der Reichstagsabgeordnete von K ar dorff Gesangverein zum Vortrag gebrachten Chor: gestern officiell sein Mandat niedergelegt hat und fügen '*** * * **" w-*-*-*«* «»'-t« hinzu, daß Herr v. Kardorff bei der Ersatzwahl wieder cari- didiren wird.

Vierteljähriger AöoonemeotspreiB r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

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Gießen, den 1. Juli 18#

* Srnennnngen. Seine Königliche Hoheit der

Herzog haben Allergnädigst geruht, den Steuerconn^r

Georg Balzer zu Gießen zum Hauptsteueramtscontt^eur |

Paris, 30. Juni. Der internationale Congreß sür Gefängnißwesen wurde heute im großen SitzungS- saale derSorbonne" eröffnet. Vierzig französische und 160 auswärtige Theilnehmer waren anwesend. Der Prä­sident Faure wohnte der Sitzung bei. Der Minister des Innern, LeygueS, und der Delegirte der Niederlande, Pols, hielten Ansprachen. Der Ackerbauminister G a d e a u hat seine amtliche Thätigkeit wieder ausgenommen.

** Sein 55jahrige8 Dienstjubilaum feiert heute Herr Bürgermeisterei-Secretär Demuth. Wir gratuliren.

* Die Gewerbebank Gießen, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, hielt am SamStag im Hotel Einhorn" ihre 36. Generalversammlung ab. Da der dem Anzeiger" betgegebene Rechenschaftsbericht die Genossen ein­gehend über den Stand des Instituts orientirt, so konnte sich der Vorsitzende des AufsichtSrathS, Herr C. LooS, auf einige erläuternde Bemerkungen über den Geschäftsgang der Bank beschränken- er konnte u. A. constatiren, daß sowohl der Geschäftsstand ein sehr befriedigender sei, wie, daß auch die Mitgliederzahl sich vergrößert habe- Verluste hat die Bank nicht zu verzeichnen gehabt. Herr LooS forderte schließ- t

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Bromberg, 30.Juni. Der Thurm deS Carmeliter- klöfters am Theaterplatze hatte durch die Herstellung des Fundaments zu dem neuen Stadttheater so stark gelitten, daß der Einsturz befürchtet wurde. In Folge dessen wurde der Thurm in der vergangenen Nacht durch Pulver ge­sprengt. Die Detonation war sehr bedeutend. In den dem Kloster benachbarten Häusern wurden zahlreiche Scheiben zertrümmert.

dei dem Hauptsteueramte daselbst, die Bauaufseheraspiranlen JuftuS Fink aus Pfungstadt und Otto Rudlof aus Trais-Horloff zu Straßenmeistern und den Bauaufseher- alpirant Heinrich Bender aus Eberftadt zum Hochbau- aussrher bei dem Hochbauamtc Alsfeld zu ernennen.

** Kirchliche Dieustnachrichl. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarr­verwalter Emil Mahr zu Offenheim im Decanat Alzey die erledigte evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen.

* Bon der Universität. Die akademische Feier des Jahresfestes der Großherzog l. Ludewigs - Universität fand heute Vormittag 11 Uhr in der Aula statt. Unter den Klängen der Beethoven'schenEhre Gottes aus der Natur" hielten Rector und Lehrerschaft ihren Einzug in die mit den Fahnen aller Verbindungen und Facultäten ge­schmückte Aula, woselbst nach dem von dem Akademischen Gesangverein vorgetragenenMorgengebel" Se. Magnificeuz Herr Rector Prof. Dr. Gaffky den Katheder bestieg, um die Festrede zu halten. In derselben wurde zunächst bar» gethan, daß die Universität wieder zurückblicken könne auf ein Jahr erfreulicher Arbeit, daß angesichts der immer größer werdenden Schwierigkeit, sich neben einer allgemeinen Bildung in Folge der stetig wachsenden Anforderungen eine tiefe wissenschaftliche anzueignen, unablässig die Huld unseres Landesherrn aus die unbehinderte Entfaltung der Kräfte der Univerfität gerichtet sei. Hierfür sei besonders der Dank der Universität darzubringen. Das Thema, welches akademischen Brauches gemäß der Herr Rector feiner Festrede zu Grunde legt, behandelte diesmal dieBedeutung der experimentellen Leistungen der Hygiene für die Gesundheitspflege." Die Rede verbreitete sich über das wichtige Gebiet der erst seit wenigen fahren an unserer Universität das Bürgerrecht als DiSciplin genießenden Hygiene und endete mit dem Wunsche, daß das demnächst zur Eröffnung kommende neue hygienische Institut eine der Wissenschaft zum Segen gereichende Arbeitsstätte werden möge. Die Preis­aufgaben für das Jahr 1894/95 hatten sämmtlich BearbeitmS, gefunden. ES wurde zuerkannt der volle Preis für bie von der theologischen Facultät gestellte Aufgabe dem stud. theol. Gustav Mahr aus Eberftadt. Die von der juriMen Facultät gestellte Preisausgabe hatte zwei Bearbeitungen gefunden, doch konnte der ersten nur eine lobende Anerkennung, der zweiten der halbe Preis zu Theil werden. Der Aufforderung des Hrn. RectorS, daß der Be­arbeiter der mit der lobenden Anerkennung ausgezeichneten Arbeit sich nennen möge, wurde nicht entsprochen, als Ver­fasser der zweiten mit dem halben Preis ausgezeichneten Arbeit ergab sich stud. jur. Ludwig Neur oth aus Griesheim. Der akademische Preis für die von der medtcintschen Facultät gestellten Aufgaben wurde zuerkannt dem stud. med. Wilh. Kohl auS Unter» abtsteinach, während der Preis der Balser-Stiftung zufiel der Arbeit deS Dr. med. Fried. Langguth auS Gräfenthal.

Deutsches Reich.

Kiel, 29. Juni. Die Explosion auf der Ptnasse soll dadurch entstanden sein, daß nach beendigter Uebung nicht revidirt wurde, ob die Sprengpatrone wieder verschloffen sei. Als der Seecadett Bahlen den Stöpsel 'der Sprengpatrone, welcher zwecks Sprengung der im Waffer liegenden Mine abgeschlagen wird, aufnehmen wollte, entzündete fich die Sprengpatrone und erplodirte.

Kiel, 29. Juni. Der Heizer Schulz, dem die linke Sette von der Hüfte bis zur Schulter zerriffen wurde, ist iv der vorigen Nacht im Lazareth gestorben. Die übrigen Verwundeten find außer Gefahr. Heute früh hat sich der Geschwaderchef Viceadmiral Köster persönlich nach dem Befinden der Verwundeten erkundigt. Auch der Hofrath Kampf hat aus Wunsch der Kaiserin und der Prinzessin Heinrich feinen schriftlichen Rapport über das Befinden der Opfer der^Kata- strophe und darüber, ob deren Zustand Besuche erlaubt, eingeholt.

Cöslin, 29. Juni. Nach neuester Meldung hat der Candidat der Freisinnigen, Benoit, 6803 Stimmen erhalten. Für den conservativen Candidaten v. Gerlach wurden bis jetzt 4609 Stimmen gezählt.

Berlin, 30. Juni. DerLocalanzeiger" meldet? Paris Das revidirte SPionengesetz (Isx Drehst wurde in der Kammer vertheilt. ES unterscheidet zwisckro Franzosen, die als Verräther, und zwischen Fremden, die $ Spione behandelt werden. Erstere trifft unter allen W ständen die Todesstrafe.

lich die Genoffen aus, die Geschäftsstunden bei der Bank bester einzuhalten, damit den Beamten möglich sei, die übrigen Arbeiten zu bewältigen. Dem Vorstande wurde hierauf be­züglich der Rechnung, die mit einem Kaflenvorrath von 29 204 Mk. abschließt, Decharge ertheilt. Die hieraus vaernenommene VorstandSwahl ergab Wiederwahl der biS- hWgen, satzungsgemäß ausscheidenden AufsichtSrathSmitglieder C. Schmitt, Dr. Gut fleisch, C.A. Faber, C. Loos und A. Scheyda. Dem Antrag des Vorstandes auf Aus­schluß von elf Mitgliedern wurde, nachdem die Namen der Betreffenden verlesen, stattgegeben. Ebenso wurde, dem Vorschläge deS AufsichtSrathS entsprechend, beschloffen, den Mk. 21 109.86 betragenden Reingewinn wie folgt zu ver- theilen: dem Reservefond zu überweisen 3127 Mk., dem Dubiosen - Conto gutzuschreiben 800 Mk., dem Beamten- Pensionssond zuzuweisen 3000 M. und den Mitgliedern auf deren bis Ende December 1893 eingezahlte Geschäftsanteile von 236 381 Mk. 6 pCt. Dividende zu gewähren mit Mk 14 182.86. Von den 1160 Mitgliedern der Bank haben 659 ihre An­teile voll eingezahlt. Der folgende Punkt der Tages­ordnung betraf die Anstellung eines dritten VorständSbeamten. Der Vorsitzende wies auf die durch Arbeitsüberhäufung der beiden Beamten bedingte Notwendigkeit hin, einen dritten Beamten anzustellen - die Notwendigkeit sei auch bereits von der ReoisionSbehörde anerkannt worden, die Genostenschaft sei infolge ihrer stetig zunehmenden Ausdehnung auch dazu in der Lage. Die Versammlung hob diesen Antrag ihres AufsichtSratheS zum Beschluß- die Stelle eines dritten Be­amten, welcher ein Anfangsgehalt von 2000 Mk., steigend von 5 zu 5 Jahren um je 300 Mk. bis zum Maximalgehalt von 4000 Mk. beziehen soll, soll demnächst ausgeschrieben werden- desgleichen fand die vom AufsichtSrath vorgeschlagene, die Gehaltsverhältniste der bisherigen Beamten regelnde Skala, wonach die Gehälter des Rechners und ControleurS von 5 zu 5 Jahren um 400 Mk. auszubestern sind bis zum Maximalsatz von 5000 Mk., die bisherigen Nebenbezüge und Tantiemen aber Wegfällen, einstimmige Annahme. Schließlich wurde ein weiterer Antrag d?S Auffichtsrathes angenommen, nach welchem den Beamten im JnvaliditätSfälle eine Pension von 40% ihres derzeitig bezogenen Dienstein­kommens zu gewähren ist. Diese Pension soll bewilligt werden aus den Zinsen deS hierfür bestimmten Fonds, und auS den Beträgen, welche fich bei eintretender Bacanz zwischen dem Maximalgehalt des Abgehenden und dem Minimalgehalt des neu Anzustellenden ergeben.

** 22. Mittelrheiuisches Kreisturufest. Die Vorfeier zu unserem Turnfest ist vorzüglich bei bestem Wetter verlaufen. Der zum Samstag Abend noch in letzter Stunde arraugirte Biercommers war gut besucht und mundete den Theil- nehmern dasFörtsch-Bräu" ausgezeichnet, sodaß die Stunden bei fröhlichem Gesang und angenehmem Geplauder schnell vergingen. Die eigentliche Vorfeier am gestrigen Tage war vom herrlichsten Wetter begünstigt, was nicht wenig dazu beitrug, daß der Besuch des Festplatzes ein überaus starker wurde. Es war für Unterhaltung aber auch in ausreichendem Maße gesorgt. Der Vortritt in den turnerischen Vorführungen wurde gestern der Jugend eingeräumt und war eS ein er­quickender Anblick, die Schüler der höheren und der Stadt­schule so stramm und wohldurchgebildet aufmarschiren zu sehen. Während die Schüler der höheren Schulen von Herrn Dr. Pitz vorgeführt wurden, leitete die Uebungen der Stadt- schüler Herr Lehrer Leib. Ein von diesen Knaben auf­geführter Reigen unter dem GesangIch hab mich ergeben" und ein Stabreigenturnen, vorgeführt von Herrn Mar golf, bildeten den Uebergang zum Männerturnen beider Vereine, unter Leitung deS Herrn Wigandt. Es stolgte weiter die Vorführung der Musterriegen und ein Turnen derselben an den Geräthen, Kürturnen und Turnspiele. An dem Turnen nahmen bereits von auswärtigen Turnern Theil die Vereine zu Marburg (hier zeichnete fich der akademische Turnverein Marburg durch seine Spiele, Ballwerfen usw. hervorragend auS), Wetzlar, Lich, Großen-Linden, Klein-Linden, Wieseck, Heuchelheim, Krofdorf. Alle Aufführungen (tourben von bem sehr zahlreich zuschauenben Publikum burch Beifall ausgezeichnet. In ber Fefthalle fanden am Abenb statt: Gesangsvorträge ber vereinigten Männergesangvereine, Probe- turnen ber Damenriege des Turnvereins, Leiter- Pyramiden, Reigengruppen. Diese Veranstaltungen hatten denn auch vermocht, die geräumige Festhalle bis auf den letzten Platz zu füllen- manch kräftigesGut Heil" begleitete besonders die Vorführung ber Damenriege, als etwas hier in ber Oeffentlichkeit noch nicht DargeboteneS - gleich stürmisch ausgenommen würben bie Leiterpyramiben, bie Gesangsvorträge unb nicht zum Wenigsten bie musikalischen Darbietungen unsere RegimentScapelle unter Leitung bes Herrn Musik-

Berliner Neuesten Nachr." Dankes an bie Geber.

:Wach auf" unb benPatriotischen Marsch", auSgeführt von ber Capelle bes 1. Großh. Hessischen Jnfanterie-(Leibgarbe-)Regiments Nr. 115 würbe b»e akabemische Feier geschloffen.