Der Kaiser wurde mit großer Begeisterung empfangen. Auch die Stadt Uokohama trägt festlichen Schmuck.
Depeschen beß Bureau „Herold".
Berlin. 30. Mai. Heute Vormittag hat Hierselbst auf dem Tempelhofer Felde die große Truppenschau, welche alljährlich im Frühjahre abgehalten wird, stattgefunden. Die ganze Garnison, mit Ausnahme der Potsdamer, bethei- ligte sich daran. Der Kaiser sprengte auf einem prächtigen Halbbraunen, umgeben von einer glänzenden Suite und begleitet von dem künftigen Thronfolger von Belgien, auf das Paradefeld, ihm folgte die Kaiserin zu Wagen, neben ihr saß der Graf Philipp von Flandern, der Bruder des Königs der Belgier. Beim zweiten Vorbeimarsch setzte sich der Kaiser mit gezogenem Säbel an die Spitze des 2. Garde- Regiments zu Fuß und führte dasselbe der Kaiserin vor. Nach Schluß der Parade hielt der Kaiser Kritik ab und ritt sodann an der Spitze der Fahnen-Compagnie in die Stadt zurück. Die Parade über die Potsdamer Garnison findet morgen Vormittag statt.
Berlin, 30. Mai. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Titels und Ranges eines außerordentlichen Gesandten an den Vortragenden Rath im Auswärtigen Amte, Geheimen Legationsrath Graf Pourtales.
Cottbus, 30. Mat. Gestern Abend tagte hierselbft eine von 4000 Personen besuchte Textilarbeiter- Versammlung, welche sich mit der Beilegung des ausgebrochenen Strikes beschäftigte. Die 15er-Commtssion theilte mit, daß fu mit der Fabrikanten Commission eine Vereinbarung dahin erzielt habe, daß die gekündigten Arbeiter wieder eingestellt werden und alles beim Alten verbleiben solle. Der Regierungspräsident, der Oberbürgermeister und die Gewerberäthe haben zwischen den beiden Commissionen vermittelt. Um weiteren Streitigkeiten vorzubeugen, wurde eine ständige Arbeiter Commission eingesetzt.
Berlin, 30. Mai. Der Colonialrath wird um Mitte Juni zu seiner Frühjahrssession zusammentreten. Wie die „Kreuzzeitung" vernimmt, wird beabsichtigt, die Zahl der Mitglieder von 20 auf 25 zu erhöhen. An Stelle des zum Statthalter von Elsaß • Lothringen ernannten Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg wird, wie verlautet, der neue Präsident der deutschen Colonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, in den Colonialrath berufen werden.
Jnowrazlaw, 30. Mai. Nach einer Meldung des „Kujawischen Boten" find in Mogilno zwei russische Offiziere in Ctvil unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden.
Wien. 30. Mai. Infolge des resultatlosen Verlaufes der Bürgermeister Wahl ist die Situation der inneren politischen Bewegungen noch verworrener geworden. Die Antisemiten sind aufs Höchste aufgeregt. Demonstrationen werden befürchtet. Schon gestern Abend nach Schluß der Wahl fanden große Demonstrationen vor dem Rathhause und dem Abgeordnetenhause statt. Viele liberale Gemeinderäthe und Abgeordnete wurden insultirt. Allgemein geht die Ansicht dahin, daß die Regierung, trotzdem fie sich gegen die Auflösung des Gemeinderaths sträubt, gewiffe Maßregeln wird vornehmen und die Neuwahlen ausschreiben müssen. Die Antisemiten hoffen, daß fie dann die Majorität im Gemeinderath erhalten werden. Die Liberalen dürften bei der am Freitag stattfindenden Wahl vielleicht einen Com- promiß einzugehen versuchen. Es verlautet, daß die Auflösung des Parlament- unvermeidlich sei und zwar sofort nach Schluß der Delegation.
Madrid, 30. Mai. Nach den neuesten Meldungen aus Cuba hat sich die Lage daselbst verschlimmert.
Sofia, 30. Mai. Der Untersuchungsausschuß ist nunmehr entschlossen, gegen Stambulow die Anklage zu erheben. Ob die Untersuchung von der Sobranje oder vom Richter geleitet wird, ist ungewiß. Die Rückkehr des Fürsten hat sich verzögert. Neuerdings ist wieder das Gerücht verbreitet, Fürst Ferdinand werde erst wieder hier eintreffen, wenn in der Affaire Stambulow eine definitive Entscheidung erfolgt ist. -
CocoUs nttö
Gießen, den 31. Mat 1895.
** Pramiirnng des Kunstgewerbes. Um die in der Ausbildung für das Kunstgewer.be begriffene Jugend Darmstadts zu tüchtigem Vorwärtsstreben anzuregen, bewilligte der Großherzog acht Geldprämien. Ueber die Vertheilung der Preise wird der Großherzog auf Grund des Gutachtens einer Commission beschließen.
22. Mittelrheinisches Kreisturnfest am 7., 8. und 9. Juli jti Gießen. Der Preßausschuß versendet zur Aufnahme in die Zeitungen des Mittelrheinischen Turnkretses nachstehenden Festgruß: Alle Vorbereitungen find im Gange, um das Fest zu einem der Turnsache und dem Mittelrhetnkreise würdigen zu gestalten. Gießen, die altbewährte Feststadt, rüstet sich zum würdigen Empfang der bereits in stattlicher Zahl angemelderen Turner und bietet alle seine Kräfte auf, um denselben genußreiche, frohe Stunden zu bereiten. Der schöne, herrlich inmitten der Stadt gelegene Turnplatz, ausgestattet mit den besten Geräthen, ladet die Turner zum edlen Wettkampfe. In nächster Nähe deffelben befindliche große, geräumige Schulturnhallen sichern auch bei schlechter Witterung einen guten turnerischen Verlauf deS Festes. — Eine große, stattliche Festhalle, unter der trefflichen Wirth- schaftsleitung der Herren Seb old, Restaurateur vom Palmengarten in Frankfurt a. M. und Feid el-Gießen stehend, und zahlreiche Bier- und Weinwirthschaften werden auf dem Festplatz genügend Gelegenheit zur Erholung bieten. Freiquartiere werden den Turnern bereitwilligst geschaffen, und dürften darum aus allen Gauen fröhliche Turngenoffen nach Gießen zusammenströmen, das ihnen auch durch seine landschaftlich schöne Lage und die Gastfreundschaftlichkeit seiner
Bewohner frohe Stunden bereiten wird. Die Feststadt entbietet allen Turngenossen und Turnfreunden schon als j Pfingstgruß ein herzliches Willkommen! Gut Heil!
* * Steins Garten. Die in diesem Frühjahr in Sorrent j stattgefundene Tassofeier wurde durch eine der besten ‘ italienischen Muntcipalcapellen verherrlicht, die durch ihre ! exacte und künstlerische Ausführung der Compositionen ! italienischer und deutscher Meister sich die Sympathien aller • Fremden im Sturm erobert hat. Es war die Banda Muni- cipale di Pratola Preligna, eine jener Capellen, welche zum Tragen osficteller Uniformen berechtigt find und stets eine Stärke von über 50 Personen haben. Die Capelle wird auf Bemühungen des Herrn Restaurateurs Stein in der ersten Hälfte des Juni dahier in Steins Garten concertiren. DaS Orchester trägt die kleidsame Uniform der italienischen Kürassiere und wurde gelegentlich eines Congresses in Rom mit dem ersten Preis prämiirt.
* * Weiolteserung zum Turnfest. Mit Bezug auf die gestrige Notiz, betr. Vergebung der Weinlieferung, theilt uns die Firma I. Kann Söhne hier mit, daß sie von dem Wirthschaftsausschuß zur Einreichung von Proben nicht ein- geladen worden, mithin an der Concurrenz nicht theilnehmen konnte.
* * Am Pfingstsonntag wird Morgens 7 Uhr vom Thurme der Johanneskirche ein Choral geblasen werden.
* * Entsprungen ist gestern Vormittag ein zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilter Verbrecher bei seinem Transport nach Ziegenhain aus einem hiesigen Local, nachdem er seinem Transporteur etwas vorgespiegelr. Die Verfolgung wurde sofort seitens der hiesigen GenSdarmerie ausgenommen und der Flüchtling durch den berittenen Gensdarm Kaiser zwischen dem Daubringer Wald und der Wtesecker Mühle eingefangen und seinem Transporteur wieder ausgeliefert.
* * Für Pfiugstreiseode. Die Rückfahrkarten, welche am SamStag vor Pfingsten gelöst werden, haben eine viertägige Gültigkeit. Die Rückfahrt muß also spätestens Pfingst- Dienstag, Abends vor 12 Uhr angetreten und darf daun nicht mehr unterbrochen werden.
* * Studentisches Leben wird sich in der P f i n g st w o ch e ; in Eisenach entfalten. Die deutschen Burschenschafter halten s in jenen Tagen ihren Congreß, den A. D. C. dort ab und \ außerdem versammeln sich auch einige hundert Mitglieder j des Studentenbundes „Wtngols" dort, um Berathungen zu pflegen, die der Regel gemäß alle 2 Jahre in der Wartburg stattfinden.
* * Die Schenkungen, zu deren Annahme Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog die Genehmigung ertheilt hat, sind für den Bereich der Provinz Oberhcssen die folgenden: Schenkung der Wittwe des Oberquartiermeisters und Lazarethverwalters Georg Lang zu Darmstadt an das Kurhospital zu Bad- Nauheim im Betrage von 200 Mk.- Schenkung deS Kirchenbauveretns zu Friedberg an den evangelischen Kirchenvorstand daselbst zur Herstellung der Stadtkirche, j im Betrage von 25 00 Mk.; Schenkung des Geh. Com- I merzienraths Buderus zu Hirzenhain an die evangelische Kirche daselbst zur Erbauung einer neuen Orgel, im Betrage von 2000 Mk. - Schenkung des Directors der Großh. Badischen Kunftgewerbeschule zu Karlsruhe, Professor Götz an die Landesuniverfität Gießen, bestehend in einer Anzahl von ihm verfaßter Werke mit Illustrationen rc. im ungefähren Werthe von 400 Mk.
Verkehr auf de» Oberheffifcheu Etseubahueu. Auf den Oberhesstschen Eisenbahnen (Hauptbahnen) find im vergangenen Monat gegen den Monat April des Vorjahres die Einnahmen aus dem Personenverkehr um nahezu 15,1 pCt. gestiegen, was hauptsächlich darin seinen Grund hat, daß das Osterfest in diesem Jahr in den Monat April fiel,- dagegen sind aus gleichem Anlaß die Einnahmen aus dem Güterverkehr zurückgegangen. Auch bei den Nebenbahnen sind infolge der veränderten Lage des Osterfestes die Einnahmen aus dem Personenverkehr gewachsen, im Güterverkehr dagegen Einnahmeausfälle hervorgerufen worden.
* * Die Abschaffung eines alten Zopfes ist der Mainzer Metzgerinnung gelungen. Gemäß eines Beschlusses des Be- zirksverbandtstages in Worms ist auf dem letzten Großviehmarkte der Handel nach Karolin, nach alten und neuen Thalern, Guldenstücken und sonstigen nicht mehr existirenden Münzsorten aufgegeben worden. Auch die Unsitte der schweigenden Trinkgelder an Händler und der bei manchen Metzgern übliche Abzug sollen beseitigt werden.
* * Zum Dienen der Volksfchullehrer. Vom nächsten Jahre ab müssen bekanntlich die zum Militär ausgehobenen Volksschullehrer ein Jahr dienen. Damit nun diese Neuerung keinen Lehrermangel zur Folge habe, beabsichtigt die preußische Unterrichtsverwaltung an verschiedenen Lehrerseminaren zwei parallele dritte Klassen zu bilden.
* * Mit der Heuernte konnte in diesem Jahre so früh begonnen werden, wie selten zuvor, trotzdem wir einen recht langen Winter hatten. Der GraSwuchs ist durchweg ein reichlicher.
* ♦ Steigende Getreidepreise. Während der Preis des Roggens im Mai 1894 bis auf 110 gefallen war, ist er am Montag in Berlin auf 1401/* gestiegen. Der Preis des Weizens stand vor einem Jahre am tiefsten mit 134, am Montag wurde er mit 161 notirt.
* ♦ Für Weintrinker. Die Aussichten auf den 1895er sind keine erfreulichen. In der Zusammenstellung der land- wirthschaftlichen Vereine über den Stand der Reben heißt es: in den Bezirken Ingelheim, Mainz und WormS: mittel; in den Bezirken Bingen, Oppenheim, Osthofen und Pfeddersheim : mittel bis gering; in den Bezirken Flonheim, Nieder- Olm, Wöllstein und Wörrstadt: gering und im Bezirk Alzey sehr gering.
•* Warnung vor eisigen Getränke». Die letzten Tage haben bereits eine derart hohe Temperatur gebracht, daß es angezeigt erscheint, schon jetzt eine Warnung vom Stapel i zu laffen, die sonst erst einige Wochen später am Platze zu ' sein pflegt. Wir möchten unsere Leser nämlich davor warnen,
das in den heißen Tagen stärker als sonst auftretende Durstgefühl durch den Genuß eiskalter Getränke zu befriedigen. Insbesondere sei von dem Trinken derartig kalten Mineralwassers dringend abgerathen. Es giebt ja immer noch Leute, die an den heißen Tagen die Getränkt gar nicht kalt genug bekommen können. Diese mögen e£ sich gesagt sein lassen, daß schon in zahlreichen Fällen schwere Erkrankungen, ja selbst Todesfälle als die unmittelbaren Folgen dieser schlimmen Gewohnheit nachgewiesen worden find. Also Vorsicht!
§ Aus Oberheffeu, 30. Mai. Daß der Rabe ein ganz gesährlicher Vogelmörder ist, davon hatten wir auf einer größeren Tour durch das südliche Oberhessen unS zu überzeugen Gelegenheit. Zweimal bemerkten wir jedesmal von einem Rabenpaar Jagd auf kleine Vögel machen. In einem Falle gelang es, uns, den Raben ihre Beute, eine junge Lerche, abzujagen, dieselbe war aber bereits getödtet. Dn diese Vogeljagd von den Raben auf offener Landstraße geschah, so läßt sich leicht erwägen, daß denselben im Felde noch viel mehr kleine Vögel zur Beute werden. Wer in jetziger Zeit ein Rabennest findet, sollte eS, wenn ihm möglich, zerstören.
A Mainz, 30. Mai. Der Verband deutscher Kaufmännischer Vereine hält den 10. und 11. Juni hier seine diesjährige Generalversammlung ab. Vorträge haben zu demselben zugesagt: Generalsecretär Schloßmacher- Frankfurt, Oscar Goldschmitt-Berlin, Edmund Lotz- Coburg, Wttzigm ann- Mannheim, Sch euer l e-Ulm und Bruno Blechschmidt-Offenbach. Ueber den brennenden Gegenstand, den Gesetzentwurf zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, hat Schloßmacher-Frankfurt das Referat übernommen. An den geschäftlichen Theil der Generalversammlung reiht sich ein langes Vergnügungs- Programm. — Die zehnte Mainzer Regatta findet an den Tagen des 22. und 23. Juni statt. Meldeschluß für dieselbe ist am 7. Juni Abends 8 Uhr. Der Mainzer Ruderveretn ist bereits eifrig mit den Vorbereitungen zu der Regatta beschäftigt.
Bingen, 28. Mai. Am gestrigen Montag wurde hier der in weiten Kreisen bekannte Spracharzi Herr A. E. GerdtS unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen.
Alzey, 29. Mai. Auf Anregung des Herrn Kreis- Schulinspectors Pfaff dahier wurde schon im verfloffenen Jahre, besonders aber seit Beginn des neuen Schuljahres, die Blumenpflege in der hiesigen 1. Mädchenklaffe eingeführt. — Der hiesige Ortsgewerbeverein hat beschlossen, anläßlich der im Jahre 1897 in unserer Stadt stattfindenden Generalversammlung des Landesgewerbevereins, eine Industrie-Ausstellung, ähnlich derjenigen im Jahre 1876, abzuhalten.
•Ms. Aus Kurhefseu, 30. Mai. Im südlichen Theile Kurhessens, insbesondere in der Gegend von Fulda, Schlüchtern, in der Rhön rc. sind gestern und vorgestern Wolkenbrüche, die strichweise mit starkem Hagelschlag verbunden waren, niedergegangen und haben überall der Land- wirthschaft großen Schaden zugefügt. Besonders hart sind die Gemarkungen von Romsthal, Marborn, Hosenfelde, Flieden, Reulbach rc. betroffen. Bei Weisbach wurde eine Mutter und vier Kinder, welche aus dem Walde kamen, wo sie Waldmeister gesammelt hatten, vom Blitz getroffen. Die Mutter und zwei Kinder haben sich wieder erholt, die anderen beiden Kinder wurden dermaßen getroffen und verletzt, daß fie hoffnungslos darniederliegen. — In Roms- thal wurde der Lorenz Stoll'sche Gutshof durch Blitzschlag, eingeäschert, in Marborn und Hosenfelde je ein Wohnhaus. — In Flieden traf der Blitz drei nebeneinanderstehende Pappeln, sprang bami auf beiden Seiten zu den anstoßenden Gebäuden über uno lödtete in einem Stalle zwei Kühe, während er aus dem anderen Gebäude die ganze Ecksäule herausriß. — In Reulbach wurde eine Kuh, die von einem Knecht über den Hof geführt wurde, erschlagen, während dem Knecht kein Haar gekrümmt wurde! Ferner fuhr der Blitz in Reulbach mitten durch einen großen Kuchen, den eine Frau auf einem Kuchenbleche aus dem Backhause nach Hause tragen wollte, die Frau blieb ebenfalls unversehrt. — In der Schwalmgegend, bei Ziegenhain, Neukirchen, sowie in Oberhessen haben ebenfalls mehrere Gewitter gehaust, die mit Hagelschlag verbunden waren. Bet Neukirchen fiel der Hagel in wallnußgroßen Schloßen und bedeckte handhoch die Erde. Der Schaden an den Feldfrüchten ist ein beträchtlicher. Die Gemarkung Hubenrode bet Witzenhausen ist vom Hagelschlag ebenfalls stark mitge- genommen. — Bei Frankenau hat der Blitz mehrfach die Telegraphenleitung getroffen und 15 bis 20 Telegraphenbäume beschädigt. — In Frankenberg schlug der Blitz in den Thurm der Pfarrkirche und zündete. Die Feuerwehr, die gerade eine Hebung abgehalten, war zum Glück sofort zur Stelle und löschte das Feuer. Bemerkenswerth ist, daß an demselben Tage, 1607, also vor 288 Jahren, der Blitz in den Thurm derselben Kirche schlug und in Folge deffen den Thurm mit fünf Glocken zerstört wurde. — In Bürgeln bet Marburg schlug der Blitz in den neuerbauten Tanzsaal der Wirthschaft und betäubte mehrere Ander, die dort spielten, sich aber bald wieder erholten.
* München, 28. Mai. Vorgestern ist in der Gegend von Forstern und Schwaben (Oberbayern), wo im vergangenen Jahre der verheerende Cyclon gehaust hat, ein Wolkenbruch niedergegangen- das Wasser füllte Stunden lang mehrere Fuß hoch daS Thal. Viel Schaden wurde an- gerichtet.
* Innsbruck, 30. Mai. Bei Langen am Arlberg stürzte gestern ein jugendlicher, bei den Lawinenschutzbauten beschäftigter Bahnarbeiter, Namens Schmalager, 300 Meter ab und war sofort tobt _____________


