Ausgabe 
30.9.1894 Drittes Blatt
 
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Nr. 229 Drittes Blatt. Sonntag den 30 September

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Feuilleton.

Herbst.

Des Laubes Färbung und Fallen.

Don Dr. Otto Gotthilf.

(Schluß.)

Bekanntlich wird aber daS Laub im Herbst meist nicht sofort gelb, sondern es erscheint vorher mehr oder weniger in schönen Farben, welche vom fahlen Gelb über das brennende Roth bis zum satten Dunkelbraun übergehen. Der eigent­liche Farbstoff, welcher den Blättern solch mannigfaches Colorit verleiht, ist das sogenannte Anthokyan. Ist es im Zellsafte mit Säuren verbunden, so erscheint es roth, ohne diese blau, und wenn die Menge der vorhandenen Säuren eine sehr geringe ist, violett.

So bieiet die herbstliche Waldlandschaft ein herrliches Farbensptel dar, das um so mannigfaltiger ist, je zahlreicher die Pflanzenarten sind, welche an einem Orte in geselligem Verbände vereinigt sind. Am farbenreichsten aber gestaltet sich der Bestand, wenn demselben auch noch Gewächse mit immergrünen Blättern eingesprengt find- es kann dann dazu kommen, daß Flur und Wald auf verhältnißmäßig beschränktem Raume mit allen Farben des Regenbogen- in der mannig­faltigsten Abwechslung geschmückt erscheinen.

Es tritt aber im Herbst nicht nur ein Verwelken und Verfärben des grünen Blätterschmuckes ein, sondern auch eine Entlaubung. Welches ist nun der Grund hierfür? Im Haushalte der Natur nämlich geschieht nichts ohne bestimmten Zweck, wenn wir auch denselben jnoch nicht überall richtig

erkannt haben. Auch für den herbstlichen Blätterfall gibt es zunächst einen rein äußerlichen Grund. Wenn wir eine Schneelandschaft betrachten, so erkennen wir, daß nur Pflanzen, deren Laub glatt am Boden aufliegt, oder solche, deren Blätter nadelförmig und deren Aeste und Zweige sehr elastisch find, durch Schneedruck fast gar keinen Schaden leiden. Dagegen Bäume, Sträucher und Stauden mit breiten Fach- blättern, wie Ahorne, Buchen, Linden, sind nicht im Stande, die Last des sich auf die großen Blatlflächen auflegenden Schnees zu tragen.

Wenn dann einmal zeitig im Herbste, bevor noch der Laubfall begonnen, Berg und.Thal eingeschneit werden, oder wenn im Spätfrühlinge, nachdem die jungen neuen Blätter schon eine ziemliche Flächenentwickelung erreicht haben, zum Schrecken des Forstmannes in Hain und Wald dichter Schnee fällt, so sind die dadurch angerichteten Verheerungen sehr bedeutend: die großblätterigen Stauden sind niedergedrückt und ihre Stengel geknickt, und von den Bäumen sind arm dicke Aeste zersplittert. Solche Verheerungen müßten aber in Gegenden mit schneereichem Winter in jedem Jahre wieder- kehren, wenn dort die Laubhölzer ihre Blätter nicht rechtzeitig abwerfen würden. Man kann sich leicht ein Bild davon machen, wie es nach einer Reihe solcher Katastrophen in den Laub­wäldern aussehen müßte.

Aber es gibt noch einen anderen Grund für die herbst­liche Entlaubung der Blätter. Diese würden nämlich, wenn sie am Baume haften blieben, denselben durch ihre fort­währende Transpiration zu Grunde richten, da sie wegen der mangelnden Zufuhr der Saugwurzeln alle Lebenskraft und allen Saft aus dem Stoffvorrath des Stammes ziehen müßten.

Nun scheint es freilich mit der Oeconomte der Pflanze" nicht übereinzustimmen, daß alle die Stoffe im Gewebe der Laubblätter, deren Herstellung doch ein gutes Stück Arbeit gekostet hat, so ohne Weiteres mit dem Abfallen derselben verloren gehen sollen. Diesem Verluste hat aber Mutter Natur sorglich vorgebeugt.

Noch ehe die Laubblätter sich ablösen, werden nämlich die Kohlehydrate und Eiweißstoffe, überhaupt Alles, was für die Pflanze von Werth ist, aus den Blattflächen in die holzigen Zweige oder in die unterirdischen Wurzclstöcke geleitet und dort an Stellen deponirt, wo sie ein sicheres Winterquartier finden. Das welke Laub ist jetzt nur noch ein Fächerwerk von ausgeleerten Zellen, eine tobte Hülle.

In gleicher Weise nun, wie sich bet unS der Baum gegen die Kälte des Winters schützt, sichert er sich in den Lropen gegen die Hitze der dürren Periode. In diesdr Zeit tritt auch dort eine Entlaubung der Bäume ein. Blieben die Blätter haften, so müßten sie bei dem gänzlichen Mangel an Feuchtigkeit verdorren. Nur in jenen Ländern, in welchen das Jahr nicht in zwei verschiedene Perioden zerfällt, in jenen Gegenden, wo immer die zum Pflanzenleben nüthige Wärme und Feuchtigkeit vorhanden ist, nur da ist ein Laubfall zwecklos, und in der That sind dort alle Gewächse immergrün, d. h. sie kennen keinen periodisch wiederkehrenden Laubfall. In jenen glücklichen Ländern ist immer Frühling und Sommer, Blüthe- und Erntezeit, dort filiden wir neben den jung aussprossenden die fruchrfchweren Pflanzen und auf ein und demselben Stamme zu gleicher Zett Knospen, Blüthen und reife Früchte.

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