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Sonntag den 29. Juli
Amts- und 2ln5cujeblatt für d-n ICvci* Giefrcn.
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chralisbeikage^Hießener Zamikienvkätter.
Lösung der Flugfrage anzustreben.
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Aufsicht der Kochschule befindet sich in dem Gebäude ein Restaurant, welches nach Schluß des Theaters geöffnet ist. Bibliothek und Lesezimmer stehen dem Publikum offen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« «olgenden Tag erscheinenden Nummer big Bonn. 10 Uhr.
UPrim^ luMchlsM y Miidchm Mur solche mit ' l-ch melden, olattes. s8M
«tutet
'« am Hoch,
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Bibliotheca
AcadLemica et Senkenbergiana.
Ein Beitrag zur Geschichte der Hochschule Gießen.
Bon Dr. O. Buchner.
(2. Fortsetzung.)
Als 1844 das alte Senckenbergische Haus, das auf dem Brand an Stelle des jetzigen Kreisamts stand, abgerissen wurde, fand eine Verschmelzung der akademischen mit der Sencken- bergischen Bibliothek tm linken Flügel der alten Kaserne, jetzt alte Klinik statt und erhielt der katholischen Kirche gegenüber die Anschrift:
Bibliotheca Academica et Senckenbergiana.
Aber auch da hatte sie keine länger dauernde Stelle und wurde, als die Räume für Klinikzweckc gebraucht wurden, wieder auf den Brand in die Aula verlegt, wo jetzt dieselbe Aufschrift am Hause angebracht ist.
Die übrigen Theile des alten Senckenbergischen HauseS nebst Stallung, Scheuern und Gärten sollen zur Wohnung für den Bibliothekar eingerichtet werden, dem auch aus den Zinsen des vermachten Kapitals jährlich 200 fl. zufließen sollen. Er hat aber auch für Reinheit der Zimmer und Kamine derart zu sorgen, daß die Universität sich im Fall eines Brand- schadens an ihn halten kann. Ein kleinerer Theil des Hauses wird dem Diener zugewiesen.
Zum Bibliothekar kann von der Universität der jüngste Professor der Rechte oder der Geschichte gewählt werden, welcher die beste Handschrift schreibt. Er soll innerhalb eines Jahres einen Katalog anfertigen, wofür er von der Tochter als Universalerbin 200 fl. zu empfangen hat- für die 250 fl. als Rest der Zinsen des vermachten Kapitals sollen nur juristische und historische Werke und Hassiaca angeschafft werden. Auch soll der Bibliothekar jedes Jahr die Sammlung durch ein Buch schenkweise vermehren, auch dieselbe vor seinem Tode testamentlich bedenken, sowie jeden Studenten, der dieselbe benutzt hat, vor dem Verlasse» der Hochschule zur Stiftung eines Buches von wenigstens 1 fl. Werth veranlassen. Auch wird erwartet, daß jeder bücherschreibende Gelehrte, der die
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„gießerei von Sinn.
Zeigen, lübeli]
M. 175 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger
Kenerat-Unzeiger.
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* Koblenz, 26. Juli. Gestern ist ein junges Mädchen, das im Garten des Klosters Maria Trost in SchönbornSlust arbeitete, vom Blitz erschlagen worden. Bemerkenswerth ist, daß wohl in einem anderen Theile der Umgebung von Loblenz ein Gewitter war, nicht abe<bei Schvnbornslust, der Blitz kam vielmehr aus heiterm Himmel.
* Barmen, 26. Juli. Beim Fensterputzen stürzte heute am Altenmarkt eine Magd aus dem zweiten Stock und starb
Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag--
Die Gießener AamitienvtLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Nniverptät» - Nachrichten.
Berlin, 26. Juli. Nach einer Belannimachung im ,,9ieW= «meidet‘ ftnb anlä8lid6 der WWbrigen Jubelfeier der Unw-tstiät L?'"Lc.er'°°,s WttMch-7 d". Ai
xiahmn Khuiirnnp munftreben. 1 m a n n und dem Prof. K. um Pf envao,.
Bibliothek benutzte, ein Exemplar aller seiner Schrtsten der | Bibliothek widme.
Auch bestimmte er, daß die Blbltothek an allen sechs Wochentagen auch in den Ferien je 2 Stunden geöffnet sein solle. Den Rest erbt seine Tochter, die vermahlt war. Weil sic aber leider an einen Mann verheiratet ist, der sie nie glücklich gemacht und zuletzt sogar in mein Haus zuruck genvthigt hat, weßfalls sie auch wirklich mit ihm m Untei- handlungen einer freiwilligen Ehescheidung wegen steht, hierbei jedoch zu befürchten vorkvmmt, daß derselbe, wenn ich etwan unversehens, ehe gedachte Scheidung zustande gebracht worden, versterben sollte, meine gedachte Tochter um Jhc ansehnliche Erbschaft in seine Hände zu bekommen, durch glatte Worte und süße Versprechungen oder welche Künste es auch waren, wieder an sich ziehen möchte, so wird cs mir nothwendig, auch auf solchen Fall eine Vorsehung zu thun. Nun setzt« er feine Enkel zu Erben ein unter völligen Ausschlußes ihrev Vaters, ,der das ©einige während der 15 Monate, die er Jet meiner Tochter zugebracht, mit Pferden, Karten und liederlichen Weibspersonen durchgebracht, meiner Tochter aber kaum das nothdürstigste in die Haushaltung gegeben hat. Die Tochter wird auch ermahnt, nicht den Verlust des der Universität le- girten Hauses zu bedauern, da ihr übrig genug bleibe, um auch das beste Haus in Gießen ankaufen zu können. „Insonderheit bitte ich sie, das ihr zukommende s° ansehnliche Vermögen wohl anzuwenden und wie sie weiß, daß ich es auch gelhan habe, etwa ein Zehntel des jährlichen Einkommens siir Arme und Nothleidende---- -- lebenslänglich sich
anempfohlen sein lassen und sich ihrer thatig annehmen. Für den Fall des Todes der Tochter ohne Leibeserben werden dann andere Bestimmungen getroffen.
Qlim Schluß dankt er nochmals allen, die ihm in der Beit seiner Wanderschaft auf Erden etwas z^ieb oder zugut gethan haben, vergiebt allen Beleidigern, insonderheit dem Manne, der ihn zu den erwähnten Ausnahmebestimmungen veranlaßt Hai, bittet alle um Vergebung, die sich von ihm^ beleidigt glauben, und dankt Gott, der ihn in diesem Leben so reichlich ohne alles Verdienst mit Glücksgütern gesegnet hat
und der ihn auch lehrte, wie er sie zu Gottes Wohlgefallen Q Diese kurzen Andeutungen — das Schriftstück ist zu ausführlich, um hier ganz angeführt werden zu können - müssen genügen, um den Beweis zu führen, daß Renatus v o n S e n ck e n b e r g ein gläubiger Christ, ein liebender Vater war, der die Wissenschaften hochhielt und sie, ebenso wie die Armen und Leidenden nach Kräften unterstützte.
In einem Zusatz zu seinem Testament bestimmte er noch, daß es seiner Tochter frei stehen solle, aus der der Uriiversität vermochten Bibliothek Andachtsbücher und deutsche und französische Werke der schönen Literatur für sich auSzuwahlen.
Nur wenige Wochen nachNiederlegung des Testaments starb die Tochter, seine Universalerbin, dn den Blattern. Sie hinter ließ nur ein Kind, an dem der alte RenatuS mit zärtlicher Liebe hing. Doch machte ihn der schwere Verlust seiner-Tochter auch krank und veranlaßte ihn, am 16. October 1800 einen Nachtrag zu seinem Testament zu schreiben, worin er seiner Wittwe den unteren Stock seines der Hochschule vermachten Hauses auf Lebzeiten vorbehielt. Von den übrigen Bestimmungen ist nur die nach von Interesse, daß er allen fernen Schuldnern in Stadt und Land, die Honoratiores mit eingeschlossen, ihre Schuld schenkte.
Drei Tage später starb Renatus von Senckenberg cbensallö.
Jnbezug auf dieses wichtigste und bedeutendste aller Legate ist noch ui erwähnen, daß in dem weiteren Senat der Hoch schule die Gefühle der Dankbarkeit zwar weit Überwiegend waren, auch daß Professor Grvlmcm zum Bibliothekar ernannt und daß einstimmig der Beschluß gesaßt wurde, es solle dem verstorbenen Testator von der Hochschule ein gedruckter Nach rühm gewidmet werden, als aber der und jener vorgeschlagen wurde, er solle das elogium verfassen, so lehnte dies doch jeder unter dem Vorwand ab, er habe dazu absolut keine Zeit. Das sei Sache des Professors oloquentiae, dessen Lehrstuhl aber unbesetzt sei. Tlan solle biö zu seiner Berufung mit dem elogium wartet).
Und so ist denn niemals ein solches geschrieben und ge» druckt worden. (Fortsetzung folgt.)
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Alle Annoncen-Bureaux bc8 In- and Auslandes nehmet» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg.-u.
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S.No'w»-S. «utut.
® Thiele'und O. RUfteVn Der KSntdU-h- Kroneooed.n m°s^wu-d- v-L-b-n d.n Pr°,-swt-n Td. Schlrm er »k
£). Schade, der Kronen - Orden 3. Klasse dem Prof H. V v. »e.
ihm ins Leben gerufenen Untersuchungsanstalt für Jiabr »TM hatte sich einstimmig dagegen ausgesprochen.______________ -
Unterhaltungen in Bad-Nauheim
von Sonntao den 29. Juli bis Somstod den 4. August.
Sonntag den 29. JuU, Nachmittag von 4'/, 618 6V..unk a in Hßr• (Soncert der Kurcapelle aus der ^rrauc.
GapeUe7 beS SönioliÄöaXnf^nXrbe^^eit«^
I mittags von 4-/2 bis 7'/, Uhr: Eoncert der Kurcapelle auf dn Terraffe^ I Abcndü 8 Uhr tm Saale: Eoncert der ConcertsSngertnFrl.Hermin | csaiben des fcerrn Waldemar v Bautznern (Clavier), der Herren I Großb 'Öosmustker N. Hesse (Violine) und Alb. Hartmann (Violoncell) kuS Mannheim MMwoch den 1. August.Nachmittagsvon 4 bi» 7 Uhr: Eoncert der Kurcapelle aus der Terrasse. Abend8 Uhr
I im Saale: Theatervorstellung unter Mttwtikung der Kurcapell. I Die Fledermaus. Donnerstag den 2. August, Nachmittags von I bis 7 Uhr: (Soncert der Kurcapelle auf der Terrasse. AvendS 8 Uh im Saale: Tanz. Freitag den 3. August Nachmtt ags 4»/. bw
I G‘/j und von 8 bis 10 Uhr: (Soncert der Kurcapelle auf der Terrasse. I A^-nds 8 Ubr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel der Hos. I schauspielert» Frl. Thtlde Lippökt vom Hostheater in Wiesbaden und I beö HosschausptelerS Herrn Rudolf Possin vom Hostheater in Enchen. I Vtadame Sanö-Mne. SamStag den 4. August, ^Nachmittags^von
biö 7 Uhr: (Soncert bei Kurcapelle «us der Terrasse. Jia^‘tJa0ö 4 Uhr im Saale: Theatervorstellung sür Kinder und Erwachsme. Prinzeß Dornröschen. Abends 8 Uhr im Saale: Eoncer der I Herzogl. sächs. Kammersängerin Frau Schumann-Hetnk, erster Altist
vom Hamburger Stadtlheater. oeS Professors und HoscapellmeisterS I Sabla (Violine) und deü Fürstlichen EapellmetsterS W. Sichel vom I Hamburger Stadtlheater (Elavier).
* Der „Autihäudeindiehoseutascheuhaltenvereiu" ist das I Allerneueste. Er hat seinen Sitz in Berlin und bezweckt, die I Unsitte solcher Herren zu bekämpfen, welche in Gesellschaft I in protziger Weise die Hände in den Hosentaschen zu halten belieben. Mit gewinnender Freundlichkeit treten die Vereins- I Mitglieder an solche Mtffethäter heran und bitten sie, unter Hinweis auf die unästhetische Art und Weise der von ihnen angenommenen Stellung, um einen in Wiederholungsfällen zu erhöhenden Beitrag von — fünf Pfennigen. Bereits im I ersten Monat hatte der Verein, welcher sein Hauptquartier in einem Local am- Donhoffsplatz hat, einen Kaffenerfolg von infolge der Verletzungen bald nachher. I 8.75 Mk. erzielt. Die eingehenden Gelder sollen zu ästhetischen
* Ueber die Flugversuche und Erfolge deS Dr. Otto ntoe(fen bewendet werden.
Lilienthal haben die Zeitungen wiederholt berichtet. I ♦ g,nc HauShaltungSfchule in großem Stile wird in
Derselbe verschaffte sich einige zuverlässige Daten über Chicago geplant. ES hat sich dort eine
Erscheinungen aus der Welt der Vögel. Es handelte sich Eiltet, welche den Bau eines zehn bis zwölf Stockwerk hohen
hierbei um daS größte, von natürlichen Flügeln durch die Gebäudes beabsichtigt, in dessen unteren Stockwerken Kochen,
Lust getragene Gewicht. Nach den von ihm im Zoologischen ^ähen, Krankenpflege und tausend andere Dinge gelehrt |
Garten zu Berlin unter freundlichem Entgegenkommen des ^„den, die in der Sphäre einer Frau und namentlich einer
Directors Dr. Heck vorgenommenen Wägungen scheinen die cold)en Kegen, welche sich durch eigener Hände Arbeit zu er-
Condore die schwersten fliegenden Vögel zu sein. Der schwerste nät)rcn oder selbstständig einem Haushalte vorzustehen hat. von ihnen wiegt 27 Pfund. Es ist dies ein altes, fett ^in Hauptgewicht soll ferner auf Character. und GemüthS- 40 Jahren in der Gefangenschaft lebendes Männchen. Ob- I Ausbildung der Heranwachsenden weiblichen Generation gelegt wohl nun anzunehmen ist, daß dieser zur Unthätigkeit der- werden, damit dieselbe gegen die Gefahren einer großen Stadt dämmte Vogel abnormen Fettansatz besitzt, so dürfte die „x^ahrt wird. Die oberen Stockwerke des Gebäudes, dessen Natur doch vielleicht noch einzelne stärkere Exemplare aus- Kostenpunkt auf 200000 Dollars veranschlagt ist^ will man weisen und man greift wohl kaum zu hoch, wenn man das uerrniethen. Das Dach soll mit Blumen- und Baumschmuck Gewicht der Condore bis zu 35 Pfund steigend annimmt, versehen und der ärmeren Bevölkerung der Nachbarschaft zu- Die Raubvögel sind aber auch fähig, noch erhebliche Beute QänßIld) gemacht werden. An Sonntagen wird der Dach-
mit sich zu tragen. ES ist bekannt, daß der kleine Sperber Qrten ln ctne Sonntagsschule umgewandelt. Ein ^000 Per-
mit Tauben, welche fast so viel wiegen, wie er selbst, davon- I foncn fassendes Auditorium soll an Sonntagen als Kirche fliegt. Brehm stellt fest, daß der Bartgeier 15 Pfund schwere unb an Wochentagen als Theater verwendet werden. Unter Lämmer davonzutragen vermag. Der Bartgeier ist aber viel kleiner als der Condor und der letztere dürfte demnach ebenfalls 15 Pfund oder noch mehr zu tragen vermögen.
Hiernach läge nun zwischen 50-60 Pfund das größte Gewicht, welches jemals mit Vogelflügeln frei durch die Luft sich bewegte. Obwohl nun der Mensch dreimal so viel wiegt, als diese schwersten natürlichen Flugkörper, so ist dies dennoch kein so gewaltiger Unterschied, daß man deshalb ohne Weiteres an der Möglichkeit des Menschenfluges verzweifeln müßte, und es verlohnt sich wohl der Mühe, jetzt, nachdem der Ballon zur Erreichung des freien Fluges als ungeeignet sich erwiesen
1er.
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