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:n 28. April 1894.
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ie Schülttzahl hiesiger ihren so erhöht, daß ein hulhause aus die Dauer weshalb vor drei Jahren hritten. Wie aus Sen Mich, steh' aa-h stnicr id tritt deshalb ml tcm er zweiten Steile osten, die her Gemeinde wie der weiteren Opfer, ilinie Grünberg-isondors n des Innern und der bet Gemeinde zur—' t einen
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wollte einen Baumstamm nach einer anderen Stelle des Hofes tragen, fiel aber zu Boden und wurde von dem Stamm erschlagen.
• Berlin, 25. April. Gestern Abend erschoß sich der 24jährige Schriftsteller Julius Kops-Derone, Heraus« gebet einer Localcorrefpondenz, weil feine für Sonntag bevor« stehende Heirath wegen feiner zerrütteten Verhältnisse rückgängig wurde.
• Berlin, 24. April. AuS Ragnit in Ostpreußen wird der „VolkSztg." gemeldet! Die ganze Familie des KäthnrrS ZebedieS in Werstenhoff ist daS Opfer eines Raubmordes geworden. Die Räuber überfielen dieselbe Rächt-, erschlugen den Mann mit einer Holzaxt und spalteten der Frau und zwei Kindern die Schädel. Den Räubern muß eS bekannt gewesen sein, daß ZebedieS kürzlich eine größere Geldsumme eingenommen hatte, doch sind nur 30 Mark den Räubern in die Hände gefallen.
* Braunschweig, 22. April. Dem Post • Museum ver« bieme eine dem „Br. T. B." vorliegende Reich-post karte überwiesen zu werden, welche zur Zurücklegung de- kleinen Wege- von Bechelde nach Braunschweig 18x/2 Jahre gebraucht hat. Ausgegebcn ist die Karte am 22. September 1880 in Bechelde und die eingedruckte Marke von der dortigen Post am selbigen Tage entwerthet. Dann traf die Karte laut Poststempel am 20. April 1894, Abends 8—9 Uhr in Hannover ein und wurde am nächsten Tage denn auch glücklich in Braunschweig dem nicht wenig erstaunten Adresiaten, einem hiesigen Geschäftsmann, zugestellt, beffen Bewunderung noch um einige Grade stieg, als die Reich-post für die Bestellung der Karte, weil sie den heute nicht mehr gütigen lila Markenaufdruck trug — — noch ein Strafporto von zwanzig Pfennig erhob!
’ Brüffel, 24. April. Der dreifache Giftmord in Antwerpen fährt fort, daS allgemeine Interesse so in Anspruch zu nehmen, daß von nichts Anderem die Rede ist. Mm. Joniaux ist heute unter strenger Aussicht in Brüssel angefommen, um vor dem Brüsseler Appelldof Einspruch gegen den Beschluß der Antwerpener Anklagekammer zu erbeben Die Sache wirb morgen vor bem Appellhof verhandelt. ES ist jeboch fein Grunb vorhanbcn, diesen Beschluß aufzuheben, und eS wirb allgemein bic einfache Bestätigung desselben erwartet. Wirklich neues Material hoben die letzten Tage nicht zu Tage gefördert. Am Moniog veröffentlichte die „Jndvpendance beige" ein neues I. terview eines ihrer Mitarbeiter mit der Geliebten Alfred Ablays, Marte Roguet, welche einfach daS schon Bekannte bestätigte,
nämlich, daß ihr Alfrd Ablay von dem Mordverdacht nach dem Tode der Leone Ablay gesprochen, und daß sie selber die größte Befürchtungen hegte, als Alfred von Paris ab« reifte, um in Antwerpen einige Tage in der Familie Joniaux zuzubringen. Sie erzählte auch — und daS ist dem Unter« suchungSrichter mitgetheilt worden, — daß vor ungefähr drei Jahren Mm. Joniaur eine Summe von 30000 Frcs. sich von dem noch lebenden Sohne Alfred AblayS borgte. Ich habe mehrere frühere Bekannte der Madame Joniaux gesprochen. Alle bezeugen, sie sei eine sehr energische Frau gewesen, außerordentlich eigensinnig, herrschsüchtig und in Geldangelegenheiten durchaus gewandt. Der Director der hiesigen Agentur der amerikanischen BersicherungSgesellschast „Gresham", bei welcher Alfred Ablay versichert worden war, sagte mir|, er habe von ihr Spitzfindigkeiten gelernt, die er nicht ahnte - sie habe die internationale Gesetzgebung über da- Versicherungswesen besser gekannt als er selbst. ES steht auch fest, daß Madame Joniaux nicht die Wahrheit gesagt hat, als sie von den Selbstmordgelüsten ihres BruderS sprach. DaS bezeugen die letzten Briefe von Alfred Ablay an seine Geliebte, Marie Roguet, die jetzt in den Händen dcS Ge« richts sind. Falsch ist auch Alles, was die Angeklagte über die Morphiomanie und Krankheit ihres Bruders behauptet hat. Die schriftlichen Gutachten von fünf Aerzten, die anläßlich der Versicherung Alfred Ablay besichtigten, liegen vor und alle stimmen darin überein, daß derselbe ein sehr gesunder und starker Mann war. Nach dem, waS bis jetzt bekannt ist, scheinen somit die Anklagegründe gegen Madame Joniaux sehr triftiger Natur zu sein.
* Hinrichtung eine» Muttermorders. In Dijon (Frankreich) wurde bei 42jährige Metzger Laureau, ber seine Frau unb seine Mutter ermorbet und eine Nachbarin tödtlich ver« j tounbet hatte, hingerichtet. Als Muttermörder mußte er mit ! einem schwarzen Schleier über dem Kopf und barfuß zum I Schaffst schreiten.
* Ebefia, 25. April. Im großen Getreidefäl- v schungS'proeeß wurden 4 Angeklagte vom Bezirksgerichte i schuldig befunden und 3 freigesprochen. Es handelt sich in ’ bem Prozeß um bic Lieferung von minderwerthigem Betreibe ; an bas Lanbschaftsamt bes Gouvernements Slamara während ; ber letzten Hungersnoth. Die Landschaft hatte unter Ver- j Mittelung deS vereidigten Kiew scheu Börsenmaklers Wainstein - v. Ainhorn unb Bernstein, bie im Namen der Firma Drey' fuß auftraten, gegen 1000 Waggons Weizen, Roggen und ! Mais für ungefähr 500 000 Rubel gekauft. Wainstein war verpflichtet, das Korn auf den Stationen der Südwestbahn zu ( empfangen unb seine Versenbung zu controlliren, thatsächlich ; waren von seiner Seite gar keine Empfänger auf den Stationen - Ainhorn und Bernstein versandten das Getreide
selbst durch ihre Agenten uud erhielten nach Vorzeigung der Bahnquittungen baß Geld von Wainstein in Kiew voll auSgezahlt. Auch beim Empfange an Ort unb Stelle wurde das Getreide von der Landschaft nicht untersucht, da sie der Ehrlichkeit WainfteinS traute, die Waggon- wurden auf verschiedenen Eisenbahnstationen eilfertig entgegengenommen. Anfangs gingen dem LandschastSamt auch keine Klagen über die mangelhafte Qualität deS Getreides zu, erst als bie Obeffaer Staatsanwaltschaft bie Behörbcn von Ssamara ba» rauf aufmerksam machte, baß e- nothwendig sei, baß vom Süben kommende Gettetbe zu prüfen, erklärte bie Landschaft 125 Waggon- neu eingetroffenen Weizen- für untauglich. Darauf legte bie Firma Dreyfuß bie Sache im Guten bei, stellte ber Landschaft statt de- für untauglich erklärten Ge« treides völlig brauchbares, entschädigte die Landschaft für bie Verluste, entließ Ainhorn unb Bernstein und stellte die Versendung schlechten Getreide-, welche- 21 bi- 30 Procent untaugliche- Beimengsel unb barunter auch Kornrade enthalten hatte, ein.
* Daß der Berliner Witz den Dowe'schen Panzer bereits „fructificirt", darf nicht überraschen, da er den Ereignissen ja stet- dicht auf dem Fuße zu folgen pflegt. So wird jetzt folgende Scherzfrage colportirt: „Ihren Ueberrock gaben Sie wohl von Dowc machen lassen?" „Warum denn?" „Nun, er sieht so verschossen aus."
Sd>ift»nad> richten»
Hamburg, 25. April. Hamburg - Amerikanische Packetsahrt- ALtien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika Linie. Postdampfer „Hungaria" ist am 22. April, 9 Ubr Morgen-, von Hamburg via Boston in Baltimore angekommen. Postdampfer „Elberfeld" ist am 23. April in Vera Eruz eingetroffen. Postdampfer „Allemannia", von Hamburg nach W-st- indien bestimmt, ist am 24. April, 7 Ubr Morgen-, von Grimsby nach Havre abgegangen. Postdampfer „Flandria", von St. Thoma- via Havre nach Hamburg zurückkchrenb, ist am 24. April, 11 Uhr Morgen-, Lizard passirt. Postdampfer „Bohemia" hat am 24. April, 11 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Newyork fortgesetzt.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag, den 27. April, Passahfest. 7 Tag.
Vorabend 7»o Ubr, Morgens 8M Uhr.
Sam-tag, den 28. Avril 8. Tag
Vorabend 6" Uhr, Morgen- 8»° Uhr, Nachmittag- 4* Uhr, Festausgang 8» Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast.
Estern-Echlußfeft: Freitag den 27. unb Samstag den 28 April.
Donnerstag Abend 7« Uhr, Freitag Vormittag 8®J Uhr, Freitag Abend 7« Ubr.
Samstag Vormittag 8M Uhr, Sam-tag Nachmittag 3” Uhr, Samstag Abend 810 Uhr.
Gräsereiverpachtung.
Montag den 30. April l. I., vormittags 10% Uhr, soll bie Orasnuvung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen unb Heuchelheim für bas laufende Jahr loos- weise an Crt und Stelle öffentlich versteigert werben.
Zusammenkunst am rechten Lahn- user unterhalb der Wieseckmündung.
Mainz, den 24. April 1894.
Großh. Wafferbauamt Mainz.
3700 I. E.: Schmitt._______
Hoygeld-Erhebung.
Künftigen Samstag den 28. April d. I. soll die zweite auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgelbern stattfinden, und zwar:
1. von Vormittag- 8—11 Uhr in der Wirthschast des Herrn Karl Ranft in Beuern;
2. von Mittags 1—3 Uhr in der Wirthschast de» Herrn Ferdinand Gurrtrum in Reiskirchen. Londorf, 24. April 1894.
Der Rentmeister. 3674 Schmidt.
Dienstag den 1. Mai,
Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den «derhard Keuyer Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 26 Nr. 265,« — 50 qm Grabgarten amurderften Riegelpfad zwischen den Wegen,
Flur 26 Nr. 265,$ — 643 qm Hofraithe daselbst,
Flur 25 Nr 261,i — 647 qm Zimmer- platz daselbst, öffentlich meistbietend versteigrtt werden.
Gießen, 18. Avril 1894.
Grvßh. Ortsgericht Gießen.
I. 21.: Bogt. 3497
Aufforderung.
Die Rechnungen über Lieferungen und Arbeiten für die Universitäts- Institute aus dem abgelaufenen Rechnungsjahr — l. April 1893/94 — sind, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden JnstitutS-Directoren einzureichen.
Gießen, den 25. April 1894.
Großherzogliches Univ.-Rentamt. 3699 Schmitt.
Freitag den 11. Mai, I Nachmittag- 3 Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Adolf Vogt in Gießen gehörige Hof- raithe:
Flur 1 Nr 783—381 qm in der Sonn öffentlich meistbietend versteigert werden
Gießen, 30. Mär» 1894.
Großh. Ort-gericht Gießen.
I. A: Vogt. 2796
Jeilgeöotenes.
ML SWtijm.
Freibank. [3710
Heute und morgen:
Kuhfleifeh,
nicht ladenrein, per Psd. SO Psg.
Fleisch-Aufschlag!
psttdcÄtisch L W- 30 plg ,
stets gut und frisch zu haben. 3718
Kefzler, Pferdcmetzger.
Levendfrische [3713
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Donnerstag Abend r
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