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26.5.1894 Zweites Blatt
 
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1894

Samstag den 26. Mai

Nr. 120

Zweites Blatt

Gießener Anzeig er

Kmerat-Mnzeiger.

2lmte< und Zlnzeigeblatt für den Nreis <6i«s;«n

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Der

Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag«.

Tie Gießener Pa «i sien h säl ler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Zur Naturgeschichte des (tzetreide- (tzcschäfts."

(Sin Blatt, besten Zeugniß in Börsen Angelegenheiten wohl als völlig einwandfrei gelten kann, dieBerliner Bank- und Handels-Zeitung", schreibt:DaS Getreidegeschäft liegt, wie bekannt, so darnieder, wie dies nicht der Fall gewesen ist, so lange die Berliner Getreidebörse überhaupt besteht. Sine Menge von örtlichen Ursachen haben im Verein mit der Wirkung der Staffeltarife, der langen Unsicherheit betreffs deS Ausganges der Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag, der Börsen Enquete, sowie der neuen Börsen­steuer eine Lahmlegung deS Geschäfts zur Folge gehabt. Die GeschästSunlust wurde durch den niedrigen Preisstand von Roggen und Weizen noch weiter verschärft. Unter solchen Umständen, welche nahezu eine Auflösung deS Getreidegeschäft» bedeuten, sollte man eS für kaum glaublich halten, daß G e« kreidespeculanten noch den traurigen Muth haben, durch künstliche Manipulationen diese Verhältnisse noch zu verschärfen, um vorübergehend «inen kleinen Nutzen zu erzielen. Der ganze Haß, welcher sich nach und nach gegen die Productenbörse gebildet hat, must folgerichtig in wilde Gährung übergehen, wenn man -steht, daß durch frivole Mittel eine weitere Ent- wcrthungdeSGetreidepreise« erzeugt wird. Hunderte oon Patrioten und Nationalöconomen studtren die Agrarfrage 4inb versuchen einen Ausweg auS der den Nationalwohlstand io schwer schädigenden Lage zu finden, während in cynischer Weise eine Börsenfirma durch schlaue Anwendung kleiner Mittelchen thatsächlich das Gegentheil von dem allgemein »utgestrebten Ziele verwirklicht. Ueber die Verwerflichkeit derartiger Handlungsweise zu sprechen, erübrigt sich, sie ist aber um so bedauerlicher, wenn dieselbe von Mühlen- Iadusuiellen auSgeht. Jetzt übt in Berlin eine solche Firma chren« verheerenden Einfluß auS, indem sie das Kunststück anwendet, die Böden, auf welchen daS angekündigte Getreide liegt, nicht weiter zu vermiethen, sondern leer stehen zu lasten. Für den Waarenerwerber und damit für den Börsenpreis bedeutet dies eine Differenz von 1 Mk. zu 4 Mk. also 3 Mk., indem der Abnehmer gezwungen ist, das Getreide abzufahren und auf einen anderen Speicher zu Lager zu bringen. Den nothwendigen Abzug nach der Provinz sucht die erwähnte Mühlenfirma dadurch zu verstopfen, daß sie an den Consum- plätzeu, wie z. B. Magdeburg, Dresden u. s. w. durch ihre Agenten dtc Waarenofferten der Getreideinhaber regelmäßig unterbietet. Da die betreffende Firma alsgute Ausgabe" nicht gilt, nimmt man zwar ihre Offerte in der Provinz nicht an, aber sie erreicht einen künstlichen Preisdruck dadurch un­fehlbar. Hier am Platze wird der GetreidtpreiS auch dadurch künstlich gedrückt, daß die betreffenden Speculanten die MndigungSscheine, welche in schwache Hände übergegangen sind, aufkaufen, um diese kleinen, aber dringenden Posten Getreide dann sofort billiger weiter zu offeriren und so den Markt vollständig in Deroute zu versetzen. Bei der Kleinheit der heutigen Umsätze an der Börse sowohl, alS im Maaren« geschäft ist es vergleichsweise leicht, durch derartige verwerf« liche Manipulationen einen PrciSdruck auszuüben. Wir be­dauern, daß eS ketn Mittel giebt, diesem schad- lichen Treiben auf legalem Wege entgegentreten

zu können. DieS Beispiel zeigt aber wieder einmal klar, wie wenig wählerisch einzelne Getreidespeculaoten in der Wahl ihrer Mittel sind."

* Der englische Consul in Jerusalem gibt in seinem letzten Bericht an die Regierung einige interessante Mit- theilungen über die heutige Beschaffenheit der heiligen Stadt. Danach hat die Stadt weit hinaus über ihre alte Grenzen an Umfang zugenommen und wird in der nächsten Nachbarschaft derselben unausgesetzt stark gebaut. Aus der Westseite haben die Häuser sich so rasch vermehrt, daß an der Stelle, wo sich früher Feld und Weinberge befanden, eine, ausgedehnte Vorstadt entstanden ist. Jedes nur zu erlangende Stück Land wird von Privatpersonen oder von wohlthätigen Gesell­schaften und Missionen gekauft, sodaß der NameNeu- Jerusalem" dem genannten Viertel beigelegt worden ist. Im vergangenen Jahre wurde der erste DolkSgarten außerhalb des Jaffa-Thores vollendet. Der Handel der Stadt ist im Allgemeinen im Wachsen begriffen, so namentlich in Jaffa- Orangen, Olivenholzarbeiten und Olivenöl. Die Ausfuhr von Koloquinten ließ nach, weil die Behörden einen zu hohen Zoll auf diesen Artikel legten. Koloqainten werden von den Arabern in der Nähe von Gaza gesammelt, woselbst sie wild wachsen. Ein interestantes Unternehmen hat kürzlich be­gonnen, welches darin besteht, das auf der Oberfläche deS Tobten Meeres schwimmende Erdpech zu sammeln. Zwei Segelboote wurden per Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem gebracht und dann auf Wagen bis zum Jordan befördert. Darauf fuhren die Boote den Jordan hinunter und in daS lobte Meer, um daS Erdpech aufzufischen, welches von europäischen Händlern sehr gut bezahlt wird. Der Consul glaubt, daß es für den Handel sehr vortheilhaft fein müßte, wenn eine Dampf-Fähre und mehrere kleinere Boote das lobte Meer stänbig befahren würden, um die Erzeugniste Moabs herüderzusqaffen. Diese Landschaft sei reich an Getreide, Früchten und Vieh. Zur Zeit werden diese Erzeugniste durch Carawanen um die Nord« und Südspitze des Meeres herumgeführt, wodurch em Zeitverlust von vier bis fünf Tagen entsteht. Kerak, die bedeutendste Stadt Moabs, hat eine türkische Garnison; e« herrscht daselbst Ordnung und Sicherheit.

Der jüngste.Polizeisoldai der Welt ist sicherlich der fünf Jahre alte Louis Cla irin g, welcher als Findling von den Polizeiwachen der Charles-Streei-Station in Newyork adoptirt wurde, vollständige Uniforgi trägt und immer mit ausrückt.

* Die Vereinsmeierei, die nun mal dem Deutschen tief im Blute steckt, hat wieder ein spaßiges Früchtchen gezeitigt. Gegenwärtig tagt in Wien ein Congreß der österreichischen Pfeiferaucher, von besten weltcrschütternder Thätigkeit im Folgenden die Hauptsachen rotebergegeben seien. Die im Clublocal derCnasteriana" stattgehabte Delegirtenversamrn- lang beschloß die Beibehaltung des alten T'telL: Verband der deutschen Rauch- und Pfeifeu-Bereine Oesterreichs. AlS Ort deS nächsten, in zwei Jahren stattfindenden CongresseS wurde Linz bestimmt. Der Obmann Blenk bezeichnete hierauf als Zweck der Vereine Pflege der Geselligkeit und humani­

täres Wirken. Dem Verbände gehören 50 Vereine mit circa 1OOO Mitgliedern an. AlS VerbandSorgan wurde bte vier Mal im Jahre in Baumgarten erscheinendePsrise" bestimmt.

* Aos dem Reiche bet Zopfes. AuS Shanghai wird berichtet: Bis jetzt sind 18 Millionen TaelS oder fast 60 000000 Mk. von den chinesischen Beamten zur Feier de» 60. Geburtstages der Kaiserin-Wittwe aufgebracht worden. Aber diese Summe wird nicht für genügend erachtet, und e» sollen noch weitere 12 Millionen zu dem Zwecke gesammelt werden.

Citeratur «nd ICnnft.

Mit einer neuen Folge von »Meyers Bolkevächerm « der in vielen Millionen Bändchen verbreiteten Sammlung de« Besten auS allen Literaturen, erfreut unS die Verlagshandlung diS Bihiio- graphischen Instituts in Leipjig und Wien- Die gegenwärtige Fort- srtzuna umsaßt die Nummern 10211036. Bemerkenswerth daraus ist der Inhalt der Nummern 1023-1024. Henrik Jdfen, Die Frau vom Meer, eines der vielumftrittmen tocbaufpleie deS nordisch«'. Dramatikers, da« sich trotz aller Abfonderlichkeiten duich die vack«be Schilderung der Characlere und Situationen auSzeichnet. Nr. lOZn bis 1029 bietenTickS Leben und Werke', verfaßt von dem al« populärer Schriftsteller rühmlichst bekannten Dr. Gottbard Klee. Friedrich Hebbel, den wir in der voraufgegangenen totrit von ..Meyers Volksbüchern" als Dramatiker (Die "Nibelungen , Nr. 10121014) kennen gelernt haben. erscheint in den Wummern 10301032, welche eine gute und reiche Auswahl von HedbelS Ge­dichten umfassen, als Lyriker und als Epiker in Nr. 7033: »Mutter und Kind", ein Gedicht in sieben Gesängen. -Silvio Peliica, Meine Kerkerhaft (Nr. 1034-1036). Der berühmte italienische Romantiker giebt hier eine erbebende, gemüthStiefe Dchilderun« seiner langjährigen Gefangenschaft. Die in der ätzten Folge b«- gonnene«Haemeinc (Übersicht' über die Masten des Thierreichs aus Brehms Meisterwerk ichließt mit dem Inhalt der Nummern 1(£5: Die Jnsecien, 1026: Die Kriechihlere und Lurche, und 1027: Die Fische, nunmehr ab. Die Ausstattung vonMeyerS Volks­büchern" zeichnet sich voi theilhaft aus: der Druck ist fchars und klar, da« Papier ist stark, geglättet und von angenehmer Farbe, und lebet Bändchen, in braunem Umschlag, ist geheftet und befchnitten. PieiS jeder Wummer nur 10 Pfennig.

Da» eteatiredit M «rotzherzoglhum» Hrste«. Von Dr. Conr. Cosack, Professor an der Unroersttät Freiburg. Aerlag I. C. B. Mohr, Freiburg i. B. und Leipzig. Das als LieferungS- hest 3 des Handbuchs deS öffentlichen Recht« erschienene 10 Bogen starke Werk gibt kurze und faßliche Auskunft über Alles, roa« recht­lich im Gebiet unsres Großherzogthum« von Belang ist. Mr ver­weisen hier nur auf folgende Capitel: Staatsoberhaupt, Staats­angehörige und Staatsgebiet, Landtag, die Behörden und ihr «er. fahren, der Staatsdienst, Gesetz, Verordnung, Verwaltungszwang»- verfahren, Finanzwesen,Staatsvermögen, Staatseinnahme.Bud-eirttbt des Landtages, Rechnungscoutrolle, die Ortsgemeir.den, höhere «e- meindeverbände, Polizeibehörden, Vereine, Versammlungen, «reffe, Verwaltung in Bezug auf daS physische Leben, Verwaltung in Bezug auf das wirthschastliche Leben, Verwaltung in Bezug auf das geiiige lieben, Auswärtige Angelegenheiten. Ein ausführliche« Sach- und Wortregister erleichtert das Auffinden alle« d>ssen, was dem Ver­waltung«- wie richterlichen Beamten, dem Politiker wie dem Ge­schäftsmann zu wißen von Werth ist. In Anbetrach: der Auverläsig- keit und Zweckdienlichkeit ist der Preis von 4 Mk. ein mäßiger.

Ca. 6000 Stück Seidenstoffe - ab eiten« Fabrik schwarze, wehe u. farbige v. 75 Pf. bis «t. irr Meter - glatt, gestreift, farrfert, gemustert, Damaste ?c_ (circa 240 verseh. OuaL und 2000 versch Farben, Dessin« rc) unb steuerfrei in» Sa«»!! Catalog und Muster umgehend^ Hf* G, Hennebergs Seiden-Fabrik u.k. ho».), Zürich.

Bekanntmachung.

Alle Steigerer, welche bei den bi» einschließlich 9. April d. Js. in den Waldungen der Stadt Gießen ab» gehaltenen Versteigerungen Holz er­steigert und dasselbe noch nicht aus dem Walde abgefahren haben, werden aufgefordert, dies um so gewisser bi» zum 15. Juni l Js. zu thun, als sonst Anzeige gegen sie erhoben werden wird.

Gießen, den 23. Mai 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

4439 Gnauth.__

Die unterzeichnete Brauerei läßt Dienstag, den 29. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, auf ihrem Lagerplatz noch brauchbares Bauholz, sowie altes Bauholz als Brennholz meistbietend versteigern. 4300

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Samstag den 26. b. M., Vormittags 10 llhr wird Wallthor sfr ässe 38 eine Partie altes Bauholz, sowie eine Anzahl alte Ziegel gegen Baarzahlung versteigert.

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