weiften, nämlich 110,416 Kg. tm Hauptfteueramt-bezirk Darmstadt.
A Aus dem Kreise Alsfeld, 22. October. Nachdem vor einiger Zeit eine Jnspection durch den KreiS-Feuerwehr- Jnspector von sämmtlichen Löschmannschaften der KreiSorte vorgenommen, ist nun die Uniformirunq und Ausrüstung der Feuerwehren erfolgt. ES macht nicht nur einen äußerlich besseren Eindruck, eine geschulte, geordnete Löschmannschaft vor sich zu sehen, sondern auch das Bewußtsein einer besieren Hilfe erweckt ein stärkeres Gefühl der Beruhigung. Wenn auch die Opfer mancher Gemeinden, besonders derjenigen, wo neue Feuerspritzen erforderlich, groß sind, so müssen sie eben um deßwillen gern getragen werden, weil des nächsten Schutz ein Hauptpunkt in der Wohlfahrt deS Ganzen bildet.
§ Aus dem Ohmthal, 22. October. Es ist glücklicher Weise ein seltenes Vorkommen, daß dem Landwirth durch die Unbilden des Wetters die Ausstellung der Herbstfelder in einer solchen Weise erschwert wird, wie gegenwärtig. Wohl kann ja der Landwirth mit dem Ergebniß der diesjährigen Ernte zufrieden sein, aber mit der Be- wirthschaftung seines Feldes in keinem Falle. Noch immer hatte man gehofft, die Korn- und Weizensaat, wenn auch sehr verspätet, auSsühren zu können, allein die abermals erfolgten gewaltigen Niederschläge benehmen jede dahin gehende Aussicht. Die Kornsaat hat nicht zu Ende geführt werden können, Weizen ist fast noch gar nicht gesäet worden.
Ja es stecken noch genug Kartoffeln in der Erde. Dazu
fi> d die Erdgewächse noch lange nicht alle nach HauS gebracht. Wer nicht bereits das Kraut heimgefahren, dem
fault eS auf den Aeckern. Auch die bereits aufgegangene Kornsaat roiro durch die allzu große Nässe ersichtlich geschädigt. Wir vermögen uns nicht zu entsinnen, daß in einer solchen Weise die ursächlichen Bedingungen einer guten Winterfruchternte für das kommende Jahr vereitelt worden sind. Trotz deS denkbar schlechtesten Wetters begeben sich die Leute auss Feld, um die Erdgewächse aus der nassen Erde zu holen, weil eben die Zeit zu weit vorgerückt ist, daß eine Befferung fast aussichtslos erscheint. Wie das vorige Jahr durch seine unheilvolle Dürre, so wird das heurige durch seine große Nässe der jetzigen Generation unvergeßlich bleiben.
B. Büdingen, 21. October. Bekanntlich ist unsere Gemarkung eine von den wenigen der Provinz Oberhessen, in
! welcher sich ziemlich viele Weinberge befinden. Man hat bei unS begonnen, den 1894er zu herbsten. Manche Frühtraubensorten z. B. Guiedel, sind alS Eßtrauben auch dieses Jahr ganz gut zu verwenden. Die Spätsorten aber lasten recht viel zu wünschen übrig. Vorgenommene Proben, bei denen die verschiedenen Sotten durcheinander kamen, haben ein Mostgewicht von 40 bis 45 Grad nach Oechsle gegeben. Das erinnert einigermaßen an die Weinberge zu Grünebcrg in Schlesien, die ja durch ihren Ruf als Rambas und Dreimännerwein weithin bekannt sind. Dagegen bauen sich unsere Aepfelweine, die hier mit großem Sachverständniß hergestellt und weithin versandt werden, recht gut auS und ver- | sprechen ein guter Tropfen zu werden. Im Vergleich zu f‘ den hiesigen 1894er Traubenweinen, die 40 bis 45 Grad Mostgewicht Haben, bemerken wir, daß unsere Aepfelweine bezw. Aepfelmoste 48 Grad lieferten, woraus hervorgeht, ■ daß der Aepselmost süßer gerieth als der Traubenmost. , Durch längere« Hängenlasten wird der Letztere auch nichts ’ mehr gewinnen, denn die Witterung ist die schlechteste, die man sich wünschen kann.
। Vermischtes.
W. Diez, 23. October. Vorgestern Nacht versuchten Einbrecher einen Diebstahl auszuführen. Gestern Nacht stiegen vermutlich dieselben Spitzbuben durch Eindrücken einer präparirten Scheibe in die erste Etage bet einem Bäckermeister, umwickelten den dort stehenden Kassen- schrank mit Teppichen und Tüchern und ließen denselben mittels eines Taues zum Fenster hinaus. Schon hatten sie den Schrank auf des Bestohlenen Handwagen geladen, als die mitgebrachten Diebeswerkzeuge klirrend zu Boden fielen, wodurch die Gesellen M Bäckers geweckt wurden. Die : Diebe sind unter Zurücklassung der Beute entflohen.
* Salzwedel, 20. October. Bei der alljährlich stattfindenden Ausrangirung der Cavalleriepfcrde sollte in diesem Herbst beim 16. Ulanenregiment Hennigs v. Treffenield hier ein Pferd zur Ausrangirung kommen, daS sechsjäh.ig den Feldzug von 1870—71 und im Besonderen die Attaque von Mars la Tour mitgemacht hat. Auf den Antrag deS Regiments, dies brave Thier nicht zur Versteigerung stellen zu müssen, ist durch Verfügung des Kriegs > Ministers dem Pferde das Gnadenbrod bewilligt worden, das es nunmehr tu Bretzendorf durch den Landrath v. d. Schulen
burg, der sich hierzu erboten hat, erhalten wird. DaS Pferd ist bisher noch ste:S zum Dienst in vollem Umfang heran- gezogen worden- es har fitzt cm Alter von 30 Jahren überschritten.
AirchlicheAnzeigen -er evairg. Gemeiude.
Donnerstag den 25. October, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen L>tadtknabenschule Bibelstnnde. (Luc. 14, 28—33.) Psarr- verwalter Dr. Grein.
Wöchentliche Nrberficht der Todesfälle in Gieße«.
42. Woche. Vom 14 October biS 20. October 1894.
Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (tncL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 16,470/« bezw. 7,05 nach AuSfchl. der Ortsfremden. ! Kinder
ES starben an: Zuiammen: Erwachsene: im vom
. 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Lungentuberkulose 1 1 — —
Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — —
EntzündlicheErkrank-
ungen der Ath-
21 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
' mungs-Organe Atrophie
2 (1) 1
Ml)
1
—
Angeb. Bildungs-
» fehler
1 (1)
—
1 (1)
—
Neubildungen
1
1
—
Sonstige benannte
Krankheiten
2
2
—
—
Summa:
9 (3)
7 (2)
2 (1)
—
erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch angemessen auSgestaitct sind, ferner die richtige- Wahl der geeigneten Zeitungen ge- troffen wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an die Annoncen-Expedition
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> der Pmatklugchchk des Nathan Miltenberg in Aßlar, Prioatklägers, gegen den Löb Hirsch in Waldgirmes, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am
5. October 1894 für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen Beleidigung auf Grund des § 185 R. St.-G B. in eine Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark (25 Mark) eventuell 5 Tage Gefängniß, sowie zur Tragung der Kosten des Ver- fahrens, einschließlich der dem Privat- Häger erwachsenen nothwendigen Auslagen verurtheilt. Auch wird dem Letzteren die Befugniß zugesprochen, diese Verurtheilung auf Kosten des Angeklagten einmal im Gießener Anzeiger innerhalb 14 Tagen von der Zustellung rechtskräftiger Urtheils« ausfertigung an gerechnet, bekannt machen zu lassen.
Die Richtigkeit der Abschrift der
Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. 8774
Gießen, den 13. October 1894. (L- S.) Glässing, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts.
Für diese Abschrift
Für Rechtsanwalt Metz: Mendelsohn, Gerichtsassessor.
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