Ausgabe 
25.10.1894 Erstes Blatt
 
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weiblicher Fabrikinspectoren, auf Ausdehnung derGerichtsbarkeil der Gewerbegerichte auf die Handlungögehülfen und HandlungS» gehülfinnen, ferner auf Wtedereinbringung des früheren social- demokratischen Arbeiterschutzgesetzentwurfs. Weiter soll die Fraction tnterpelliren über die Absichten der Regierung gegen­über der Arbeitslosigkeit und soll beantragen, daß die Unter­stützung aus öffentlichen Mitteln nicht mehr den Verlust der staatsbürgerlichen Ehrenrechte zur Folge haben soll. Abgelehnt werden die Anträge, welche eine Versicherung gegen Arbeits­losigkeit bezwecken, der Antrag auf Beseitigung des Impfzwangs und andere Anträge. Angenommen wird noch der Antrag, im Reichstag die Sicherstellung des Arbeitslohnes zu fordern, abgelehut jedoch der Antrag, welcher die Sicherstellung des Arbeitslohnes am Arbeitsproduct verlangte. Zu der badischen Angelegenheit lagen drei Anträge vor, von denen der Antrag der Mannheimer Genossen, der Parteitag wolle die Streitig­keiten der badischen Parteigenoffen untersuchen, bezw. schlichten, an die Beschwerdecommission verwiesen wurde, ebenso Absatz 2 des zweiten Antrags, der, von den Genossen Dreesbach, Fentz, Kapp und Pfeiffer in Mannheim gestellt, ersucht, der Parteitag möge seine Mißbilligung über die ein­seitige, durch die gegnerische Presse beeinflußte Stellungnahme des Offenburger Volksfreund, durch die der Streit unter den badischen Genoffen entfacht und persönliche Verbitterung hervorgerufen sei, aussprechen. Im Plenum verhandelt werden Absatz 1 des zweiten Antrags der eben genannten vier Mannheimer: Der Parteitag wolle beschließen, das Ver­halten des Genoffen Dr. Rüdt bei der Ordenssrage im badischen Landtage entspricht nicht den Principien der Partei und spricht der Parteitag seine entschiedene Mißbilligung darüber aus und der Antrag der Berliner Genossen, Steg­müller aus der Partei auszuschließen und ihn seines Landtags« Mandats, soweit er es als Socialdemokrat ausübt, verlustig zu erklären. Die Entscheidung erfolgt erst morgen, da heute nur noch Dreesbach als Ankläger und Rüdt als Angeklagter zum Worte kamen. Beide ernteten für ihre Ausführungen Beifall. Geck ließ Abends ein Circular gegen das am Morgen vertheilte, angeblich von Dreesbach verfaßte, ver> theilen.

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Gießen, den 24. October 1891.

** Psychiatifche Klinik. An die Zweite Kammer der Stände des Großherzogthums richtet das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzogS das Ansinnen, dieselbe möchte ihre Zustimmung dazu ertheilen, daß zur Erwerbung von Anlagen nächst der psychiatrischen Klinik in Gießen ein Betrag von 15500 Mk. zu Lasten eer Ueberschüsse der HauptstaatSkaffe verwendet wird. Es wird hierzu folgendes bemerkt: An der westlichen Ecke des Ge­ländes der p ychiatrischen Klinik in Gießen, anstoßend an die Frankfurter Straße, befindet sich ein Besitzthum, auf welchem b'S vor Kurzem eine Schlosserei bezw. Schmiede betrieben wurde. Die ganze Niederlassung wie der Gewerbebetrieb war für die dicht anstoßende Psychiatrische Klinik, die demnächst ihrer Bestimmung übergeben werden soll, im höchsten Grade mißständig. Schon die äußere Erscheinung der fraglichen Hofraithe mit ihren zum Theil in primitivster Weise zusammen­geflickten Bretterschuppen (die der Localbaupolizei viel Aergerniß bereitet), bildete einen zu störenden Contrast zu den Kliniks­bauten, als daß sie, ganz abgesehen von dem Lärm der darin betriebenen Schlosserei und Kesselschmiede, auf die Dauer hätte ertragen werden können. Die Stadt Gießen hat sich in richtiger Voraussicht der für die Kliniksbauten eintretenden Mißstände bereit finden lassen, noch bevor eine vom Besitzer angestrebte Vergrößerung der störenden gewerblichen Anlage bewirkt war und nachdem ihr die spätere Uebernahme durch den Staat in Aussicht gestellt worden, das Besitzthum für 13 000 Mk. anzukausen. Durch den Ankauf dieses einzigen noch in nächster Nähe der psychiatrischen Klinik bestehenden Privathauses, deffen Besitz in fremder Hand später recht mißständig würde empfunden werden, ist die unabhängige Lage der Klinik für alle Zeiten gesichert. Außerdem wird durch den Kauf ein Besitzthum gewonnen, welches sich nach Entfernung der mißständigen Anbauten für eine Gärtnerei- Pflanzfchule und Gärtner-Wohnung zur Unterhaltung und In­standsetzung der ausgedehnten Garten-Anlage der gesummten Kli­niken einrichten ließe. Der Staat würde in den von der Stadt Gießen vollzogenen Kauf eintreten und derselben die Selbstkosten nebst etwaigen Zinsen und Kosten ersetzen. ES liegt ferner im Interesse des Staates, das an das genannte Anwesen anschließende, der Stadt gehörige 1673 Quadratmeter große Gelände gleichzeitig zu dem 1248 Mk. 70 Pfg. betragenden Selbstkostenpreis von der Stadt mitzuerwerben, so daß ein­schließlich der Nebenkosten, Einfriedigungen und Verbesserungen zur Erwerbung der Gesammtanlage 15 500 Mk. erforderlich werden.

II. Neues Theater. Die Idee des Moserschen Lustspiels eine Frau, die .n Paris war", ist an sich nicht schlecht, aber was der fleißige Komödiendichter daraus gemacht hat, läßt kalt. Wenn dieses Stück wirken soll, müssen schon her­vorragende Kräfte mit den Rollen betraut sein. Die Wirkung der gestrigen Vorführung wurde leider sehr beeinträchtigt durch das hastige und undeutliche Sprechen von Fräulein Ronneberg, in deren Händen die Titelrolle lag. Dadurch, daß man von dem, was in der ersten Scene des ersten Actes auSeinandergesetzt wurde, so gut wie nichts verstand, ging das Verständniß und damit die Wirkung eines großen Theiles deS Stückes verloren. Als Husar war Fräulein Ronneberg btsser. Recht gut gefiel uns Frau Reiners in der Rolle der eifersüchtigen Frau, während ihr Partner, Herr Otto, den OSkar von Siburg mit gewohntem Geschick vertrat. Herr Nagel spielte den Major von Stern mit Eleganz und Glück, wie er für die Darstellung vornehmer älterer Herren, besonders Offiziere, überhaupt großes Talent hat. Herr Hacker war in seiner kleinen Rolle ein leidlich flotter

Husarenoffizier. Einen Uebelstand, der allerdings mehr den Localitäten zur Last fällt, möchten wir noch rügen: das allzulaute Sprechen hinter der Scene. Wir wissen ja, daß es den Damen schwer fällt, ganz zu schweigen, aber um möglichste Dämpfung der Stimme bei der Unterhaltung hinter den Coultssen möchten wir doch höflichst bitten.

** 0. Lamborg, der Clavier- und Gesangs-Humorist aus Wien, welcher am Montag den 29. October in Steins Garten concertiren wird, ist so eigentliches Einziger seines Standes zu bezeichnen. Es ist deshalb auch nicht zu ver­wundern, wenn nicht blos Theater- und Concertunternehmer, Vereine und Gesellschaften den beliebten Künstler zu sich ein laden, sondern ihm auch die hohe Auszeichnung zu Theil wurde, an folgenden Höfen zur Soiree befohlen zu werden: Sr. Majestät des Kaisers Alexander II. von Rußland, an den kgl. württemb. Hof (4mal), an den kgl. dänischen Hof (3mal). Ferner concertirte derselbe vor Ihren Majestäten: Dom Pedro II., Kaiser von Brasilien- König Milan von Serbien, Königin von Hannover, König von Griechenland und Allerh. Familie, Sr. Köntgl. Hoheit dem Großherzog von Heffen-Darmstadt und dem Herzog von Sachsen Coburg, Ihren k. u. k. Hoheiten der Frau Kronprinzessin-Wlttwe Erz­herzogin Stephanie und dem Erzherzog Friedrich und Johann von Oesterreich, den kgl. Hoheiten: den Prinzessinnen von Wales, dem Herzog von Cumberland, Kronprinzen von Por' tugal, Prinzen Karl von Schweden und Norwegen, Prinzen von Leuchtenberg, Sr. Hoheit dem Fürsten zu Schaumburg- Lippe und Alexander I. von Bulgarien, den egypt. Prinzen H. Abbas Bey und M. Ali Bey u. s. w.

** Das photoplastische Panorama des Herrn Schmidt in der Neuen Bäue 1 bietet gegenwärtig eine ganz neue und herrliche Serie den Besuchern dar. Es ist eine malerische Reise nach den Ufern des Lago Maggiore, Como und Lugano-Secs. Am Lago Maggiore ist bemerkenswerth die herrliche Insel Jsola Bella bei Palanza, dann der Verkehr der Dampfschiffe im Hafen von Angera, sowie der Sonnen- Auf und Untergang auf dem See, welcher bei bester Be- leuchlung ausgenommen und so vortrefflich ausgeführt wurde. Dann kommen wir nach Como, sehen das Rathhaus, den Dom, Schloß Baradello, die Ansichten sind vortrefflich, so daß man Alles in Wirklichkeit vor Augen zu sehen glaubt. Weitere Ansichten machen uns mit Torno, Dongo, Argegno am Como See bekannt, wir kommen dann nach dem Lugano- See, wo wir den Hafen von Lugano, sowie eine Aussicht nach San Georgio bewundern. Auch erhalten wir einen übersichtlichen Anbl'ck über San Salvatore, Saint-Mamette, Osteno mit der großartigen Grotte von Orrido 2C. Kurzum, ein Jeder sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und daß Panorama besuchen.

Vortragsabend im Kaufmännischen Verein. Gestern Abend hielt die Schriftstellerin Frau Ottilie Stein aus Mannheim den angekündigten Vortragüber das Gebiet weiblichen Erwerbs." Daß die Frauenfrage eine der brennendsten sozialen Fragen der Gegenwart ist, bedarf keines weiteren Hinweises und ift es deshalb selbstverständlich, daß sich ein großer, aus Damen und Herren bestehender Zuhörer­kreis eingefunden hatte, um weitere Anregung und Belehrung über diese wichtige Frage zu gewinnen. Frau Stein legte zu Beginn ihres Vortrages die Verhältnisse dar, welche es verschuldeten, daß heutzutage nicht mehr alle Frauen ihrem von der Natur bestimmten Beruf als Gatkin und Mutter zugeführt werden könnten. Die in sozialen Mißverhältnissen begründete Zunahme der Ehelosigkeit schließe Millionen von Frauen, in Deutschland allein 2 700 000, aus, Gattin und Mutter zu werden, und damit entstehe ein drittes Geschlecht, welches zum einsamen Leben un-, Sterben, zum selbstständigen Erwerb verurtheilt sei. Diesem müsse die Gesellschaft den Weg erleichtern, statt ihn, wie so mannigfaltig zu beobachten fei, zu erschweren. Der Kampf der ledig bleibenden Frauen um ihre Existenz hat mit der zunehmenden Verwendung der Maschinen in der Industrie zugenommen, und damit die Be­schäftigung im Hause unmöglich gemacht. Am schlimmsten feien die Töchter des Mittel- und kleinen Beamlenstandes daran, denn der Prozentsatz der von Arbeitern geschlos­senen Ehen sei ein ungleich größerer, als der in den höheren Kreisen; der weibliche Erwerb in den niederen Klassen werde nicht beanstandet, dagegen in den mittleren und höheren als Emanzipationssucht bezeichnet. Es gäbe zwei Parteien in der Frauenfrage, deren eine der Frau das Recht zum selbstständigen Erwerb abspräche, deren andere wieder einer radicalen Emanzipation das Wort rede. Hier sei der goldene Mittelweg der beste, und Pflicht der Gesellschaft sei es, Berufe zu finden für die Frau. Absolute Gleichstel­lung der Frau mit dem Manne sei nicht durchführbar, weil die Frau von der Natur physisch wie geistig anders angelegt sei, anzustreben sei aber die Zulassung der Frau zu solchen Berufen, in deren Ausübung die natürliche Bestimmung der Frau nicht ausgeschlossen sei. Es gäbe nun eine ganze Reihe von Erwerbszweigen, die, ursprünglich von Frauen ausgeübt, von Männern ergriffen worden seien (Weberei, Küche rc.). In Amerika fei das Gebiet des weib­lichen Erwerbs ein viel größeres als bei uns, doch könne sie die Annahme amerikanischer Verhältnisse bei uns nicht em­pfehlen - weibliche Prediger und Advocaten wie drüben würden bei unS eine klägliche Rolle spielen. Weibliche Erwerbs­zweige seien bei uns nicht nur auf geistigem Gebiete zu suchen, sondern zum größten Theile auf gewerblichem - aber hier sei es vielfach die Maschine, welche alle Arbeit weg- nähme. ' Die Rednerin gab einen umfassenden Ueberdlick über die heute von der Maschine geleisteten' Arbeiten, die früher den Frauen einen häuslichen Erwerb boten; sie zeichnete die großen socialen Mißstände, die die Arbeit der verheiratheten Frauen in den Fabriken für die Familien derselben mit sich bringen, aber auch die Zustände, die durch die Beschäftigung unverheiratheter Frauen in Fabriken sich ergeben, seien ver­derblich. Die Frau der mittleren und höheren Stände werde mehr geschützt in Bezug auf den Satz:Die Frau gehört ins Haus", die Arbeiterfrau nicht. Die Eltern hätten die

Pflicht, ihre Töchter practisch in einem Erwerb ausbildcn zr lassen, ehe sie ihnen die Freiheit geben, in der Gesellschaft gleich Schmetterlingen herumzuflattern. In erster Linie seien die Putz- und Modewaarenbranchen, besonders aber das Kleidermachen Erwerbszweige, in denen noch viele Frauen beschäftigt werden könnten, aber hier veranlasse falsches Bor- urtheil die Frauen der Mittelstände, sich gesellschaftlich der Schneiderin fernzuhalten, in deren Launen sie sich doch sonst rückhaltlos fügten; ein großes Gebiet weiblichen Erwerbs er« öffne sich den Frauen in dem Beruf als Erzieherinnen, Hand­arbeitslehrerinnen,Verkäuferinnen, in feinen Arbeiten derMetall- industrie, Graviren, Ciseliren und der Lithographie, Photo­graphie, Schriftsetzerei, im Kunstgewerbe. In hohem Grade werde der kaufmännische Beruf der Frauenarbeit dienstbar, ferner die Stenographie, die Arbeit an der Schreibmaschine, die Zahntechnik, für dazu Beanlagte ferner der Hospitaldienst, die Ausübung der Massage, im Staatsdienst die Verwendung in der Post, Telegraphie, im Fernsprechwesen und Eisenbahn­schalterdienst. Wer es nicht zur Virtuosität in den Künsten zu bringen vermöge, werde sicher Verdienst im Ertheilen von Unterricht, sei es in Malen, in Zeichnen oder in der Musik finden. Warm befürwortete zum Schluffe Frau Stein die Zulassung der Frauen zum Studium, sei es als Aerztin, Pharmazeutin oder Lehrerin; mit Entschiedenheit trat sie da­für ein, daß den Frauen die ärztliche Behandlung der Frauen und Kinder überlassen werde, sie forderte, daß, nachdem man mit Gründung von Frauen-Gymnasien vorgegangen, nunmehr auch die deutschen medizinischen und philosophischen Facultäten ihre Hörsäle nicht ferner verschließen möchten, Theologie und Jurisprudenz solle man den Männern überlaffen; ebenso ent­schieden sprach sie sich gegen die von radikaler Seite gefor­derte Betheiligung der Frauen an Staats- und Gemeinde­angelegenheiten aus, hier müsse die Grenze zwischen Mann und Weib bestehen bleiben. Um die Ziele des Frauenerwerbs zu erreichen, sollten Eltern ihre Töchter ebenso ausbilden lassen, wir ihre Söhne, der natürliche Beruf der Frau als Hausfrau müsse mit dem des Erwerbs verschmolzen werden. Herr Orbig, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, dankte der Frau Stein für den von der Versammlung mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag und gab der Hoff­nung Ausdruck, die geschätzte Rednerin noch öfter in Gießen zu hören.

* * Dir Theaterdirektorin Frau Baars ist mit ihrer Be­schwerde gegen den abweisenden Entscheid des Kreisamts, in hiesiger Stadt Vorstellungen geben zu dürfen, vom Großh. Ministerium abgewiesen, mit der Motivirung, daß außer § 32 d. G. O. der Art. 34 (§ 31) des -Gesetzes vom 8. Juli 1884 und der Verordnung vom. 23. Juli desselben Jahres hier maßgebend fei, wonach sich die verweigerte Er- laubniß wegen des mangelnden Bedürfnisses eines zweiten Theaters für die Provinzialhauptstadt rechtfertigt.

* * Zertrümmertes Kirchenfenster. In voriger Woche wurde an der Johanneskirche eine werthvolle Fensterscheibe eingeworfen. Der Thäter wurde in der Person eines Schulknaben ermittelt. Derselbe hatte nach einem Dogek geworfen und dabei die Scheibe getroffen. Die Eltern werden Ersatz zu leisten haben.

* * Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde ertheilt: durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Michelstadt Jacob Schmucker, Theodor Ihrig und Peter Knust; dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz Georg Sieglitz; dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Gau - Algesheim Anton Rohleder; den Mitgliedern der freiwilligen Feuer­wehr zu Klein - Steinheim Johann Theodor Braun und Leonhard Braun II.; den Mitgliedern der Turn- und Feuerwehrgkmeinde zu Osthofen Johann Schramm, Her­mann Knierim und Peter Dexheimer III.; den Mit­gliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach Karl Pohl und Heinrich Jakob Köhler.

* * Prüfung. Die Prüfung sür das G e r^ ch t s s ch r e i b e r- und Gerichtsvollzieherfach, welcher sich diesmal 11 Gerichtsschreiber - Aspiranten und 3 Gerichtsvollzieher- Aspiranten unterziehen, hat vorgestern im Justizgebäude zu Darmstadt ihren Anfang genommen.

* Jubiläum. Das Hans Schauenburg in Lahr begeht in diesem Jahre die Feier seines hundertjährigen Be­stehens. Diesem Jubiläum aber reiht sich eine Anzahl anderer an. So feiert Frau Schauenburg ihren 60. Geburts­tag; fünfzig Jahre sind es her, seit Herr Schauenburg im Jahre 1844 bet Baedecker in Essen in die Lehre trat und vor 40 Jahren (1854) vermählte sich das Ehepaar Schauenburg. Dazu kommt, daß es heuer 25 Jahre sind, feit der uner­müdliche Herr Albert Guth nach Lahr in das Schauenburg- Geiger'sche Geschäft kam Die Feier tiefer Jubiläen im Hause Schauenburg-Geiger findet heute, am 24. October d. J.^ im Gasthofezur Sonne" in Lahr statt. Infolge der großen Verdienste, die sich Herr Schauenburg und sein Hans, sowie dessen getreuer Mitarbeiter, Herr Guth, um die erhabene Reichswaisenhaussache in Lahr erworben, nehmen auch die verschiedenen Verbände an dem Ereigniß innigen Antheil. Auch der Fechtverband Gießen-Lahr gab heute feiner Dankbarkeit durch Absenden eines Glückwunschtelegramms Ausdruck.

** Bier soll ein aus Hopfen und Malz bereitetes Getränk fein, was beispielsweise vor einigen Jahren der frühere Reichstagsabgeordnete, Brauereibesitzer Ulrich aus Pfungstadt, im Reichstag unter dem ungetheilten Beifall des Hauses ver­kündete. Nach vorliegender Miktheilung der Großherzogl. Centralstelle für Landesstatistik über die Ergebniffe der Bier- beftcuerung im Jahre 189394 trifft dieser Satz für unser Großherzogthum zwar in der Hauptsache, aber nicht voll­ständig zu, denn in diesem Jahre wurden zur Bierbereitung in den sechs HauptsteueramtSbezilken des Landes, Darmstadt,- Offenbach, Gießen, Mainz, Worms und Bingen neben 23,242,967 Kg. Getreide auch 291,743 Kg. Malzsurrogate, besonders Reis verwendet, letzterer verhältnißmäßig am