Ausgabe 
25.3.1894 Fünftes Blatt
 
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Christabei" nach Abbazia, wo die Ankunft um 4 Uhr erfolgte; an der Landungsbrücke bet der Villa Angiolina erwarteten die älteren kaiserlichen Prinzen ihre erlauchten Eltern. DaS zahlreiche Publikum begrüßte den Kaiser mit lebhaften Kund» gedungen, ein osficieller Empfang fand jedoch infolge aus­drücklichen gegenrhetligen Wunsches des hohen Herrn nicht statt. Bald nachdem Kaiser Wilhelm in der Villa Amalia abgestiegen war, meldete sich Statthalter Ritter v. Rinaldini bei dem Oberhofmarschall Grafen Eulenburg, um sich im Auftrage seines Souveräns nach den eventuellen Befehlen Kaiser Wilhelms zu erkundigen. Unmittelbar nach der Landung in Abbazia hatte Se. Majestät bereit- ein BegrüßungS- telegramm des Kalsers Franz Josef empfangen. Nach neueren Berliner Meldungen gedenkt der Kaiser nur bis in die zweite Aprilwoche hinein in Abbazia zu weilen und dann nach Berlin zurückzukehren, um sich daselbst während der nächstfolgenden Zeit ganz militärischen Besichtigungen zu widmen. Noch im Laufe deS April soll die Uebersiedelung deS kaiserlichen Hoflagers nach dem Neuen Palais vor sich ' gehen. Ob die Kaiserin mit den kaiserlichen Kindern nach

Beendigung des Kuraufenthalts in Abbazia sofort ihre Residenz ebenfalls in Potsdam aufschlagen oder zuvor noch einen Aufenthalt auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel nehmen wird, ist weiterer Entscheidung Vorbehalten.

Berlin, 22. März. Ueber den Beginn und die Dauer der auch in diesem Jahre vom Reichskanzler Grafen Caprivi geplanten Karlsbader Kur verlautet bis jetzt noch nichts Bestimmtes. Nur scheint festzustehen, daß diese Kur im Laufe des Monats Mai oder Juni vorgenommen wird. Der Reichskanzler wird auch diesmal wieder von seinem Adjutanten Major Ebmeyer nach Karlsbad begleitet werden.

Berlin, 22. März. DieNordd. Allg. Ztg." constatirt gegenüber einem Artikel in einer landwirthschaftlichen Zeitung, daß der Reichskanzler in seinen Reden wiederholt ab­lehnte, daß der Industrie eine bevorzugte Stellung im Staate gebühre, und wiederholt betonte, daß die Existenz und der Schutz der Landwirthschaft unumgänglich nothwendig seien. Der Reichskanzler hat den Egoismus der wirthschaftlichen Interessen für berechtigt erklärt, für den Staat aber in Anspruch genommen, daß derselbe beim Abwägen der wider­streitenden Interessen das Gemeinwohl im Auge zu behalten habe. Dem Reichskanzler ist es nicht eingefallen, zu be­haupten, daß Deutschland an dem Ende seiner agriculturellen Leistungsfähigkeit angckommen sei, vielmehr erklärte der Reichskanzler unsere landwirthschaftliche Production für stetgerungssähig. So ist z. B. in der Rede vom 10. De- cember 1891 über die Handelspolitik vom Reichskanzler darauf hingewiesen, daß die Vermehrung des Absatzes der Erzeugnisse deutscher Arbeit im Auslande möglichst dem Wachstdum der Bevölkerung entsprechen müsse.

Berlin, 22. März. Wie dasBerl. Tagbl." meldet, erwartet man täglich das Eintreffen des amtlichen Berichts des Untersuchungscommiflars Rose aus Kamerun über die bekannten Vorgänge. Wie die Untersuchung auch aussallen möge, soviel sei sicher, daß der Kanzler Leist nicht auf seinem Kameruner Posten verbleiben werde.

Ausland.

Wien, 23. März. Ludwig Kossuth, der ehemalige Dictator Ungarns, ist am Dienstag Abend nach langen, schweren Leiden und hartem Todeskampfe in Turin ver­schieden, im fast vollendeten 92. Jahre seines reichbewegten Lebens. Der Name des großen ungarischen Revolutionärs war im übrigen Europa, mit Ausnahme seines Heimaths- landes, seit Jahrzehnten unter dem Eindrücke der großen

Ein kurzer Blick mitleidigen Entsetzens.Unglaublich, ober wahr!" bringt endlich der so über alle Möglichkeit hinaus Enttäuschte langsam hervor.Und gestern ganz auf der Höhe? Na, da liegt wirklich Character drin. Sag mal: Du bist wohl sehr zugänglich für Witterungs- rinflüffe?"

Heinz ist doch etwas pikiert über die boshafte Stimmung deS Onkels: seine Antwort klingt gereizt.

Na, soviel weiß ich, mein Junge, in meinem ganzen 'Leben rathe ich keinem Menschen unter fünfunddreißig Jahren wieder zur Vernunft... Hm, hm, also verlobt... Heinz, offen und ehrlich gesagt: fühlst Du Dich jetzt glücklich, bist Du durchdrungen davon?"

Unbeschreiblich."

Glaubst Du, daß dieses Glück anhalten wird in der Ehe? Ich denke, Du hattest alles Gefühl für das Mädchen verloren, seit Du es nicht mehr zur Hand gehabt? Und das war Dir doch ein Beweis, daß Deine Liebe nicht echt war?"

Onkel, zu Ostern stehen die Todren auf! Nein, ich will anders reden- ich weiß es jetzt: ich habe von der Liebe etwas verlangt, was man nicht von ihr verlangen kann. ES ist naturwidrig, zu fordern, daß ein leidenschaftlich ge­steigertes Empfinden sich ohne Anregung von selbst auf der Höhe halten soll. Ein jedes Feuer erlischt, wenn ihm alle Nahrung verweigert wird. Und das habe ich grundsätzlich gethan, habe selbst meiner Phantasie verboten, Holz zuzutragen. Ich habe nicht meine Liebe auf die Probe gestellt ich habe sie systematisch umzubringen ver- Mcht!"

//Das scheint Dir aber richtig mißlungen zu sein. Also Du glaubst, sie wird Dich dauernd glücklich machen, diese

//Ja ja ja!"

Der Onkel wanderte dreimal auf und ab - endlich blieb tx mit eingekniffenem Auge vor Heinz stehen und legte ihm gemüthlich die Hand auf die Schulter.

Ja? Na dann sollst Du meinen Segen und Deine Braut eine anständige Aussteuer haben."

politischen Ereigniffe der «eueren Zeitperiode fast ganz in Vergesienhelt gerathen, aber im Ungarlande war der Name Kossuths immer hoch gehalten worden, Koffuth blieb auch in der Stille des Exils für weite Kreise des Magyarenvolkes der nationale Märtyrer und der eigentliche Vorkämpfer für die Freiheit und Selbstständigkkit des heutigen Reiches der Stefanskrone. Nun, dieses Ziel ist ja seitdem im Großen und Ganzen durch den Ausgleich zwischen Ungarn und Oester­reich erreicht worden, wenngleich nicht vollständig im Sinne Kossuths, der ja bis an sein Lebensende ein erbitterter Gegner des Hauses Habsburg und seiner Stellung in Ungarn ge­blieben ist. Auch ist in Ungarn seit dem Ausgleiche eine neue Generation herangewachsen, in der kaum noch flüchtige Spuren der grimmigen anti - österreichischen Gesinnung der alten magyarischen Freiheitskämpfer aus den Jahren 1848 und 1849 zu finden sind, und so erklärt es sich, wenn heute die politischen Gesinnungen und Anschauungen im Magyaren­lande ganz andere geworden sind, als sie es vor nun bald fünfzig Jahren waren. Dennoch hat Ludwig Kossuth seinen Platz im Herzen des Ungarnvolkes als einer von dessen nationalen Helden allem Wechsel der Zeiten zum Trotz be­hauptet, und dies erscheint auch begreiflich, zeichnete sich doch Ludwig Koffuth durch eine herrliche und begeisternde Vaterlands, liebe aus, die alle seine Schwächen als Mensch und Politiker wett überstrahlte, und groß ist daher auch die Trauer, welche allenthalben in Ungarn um den großen Todten herrscht. Dieser ihrer nationalen Trauer wollen die Ungarn anläßlich der Beisetzung der Leiche Kossuths besonderen Ausdruck ver­leihen, wie weit dies aber geschehen kann und wird, ohne mit der pietätvollen Ehrung der Gedenkens des verblichenen Patrioten zugleich die dynastische Treue und die schuldige Rücksicht gegen Oesterreich zu verletzen, das scheint noch ein ungelöstes Problem zu sein. Hoffentlich werden sich jedoch jene magyarischen Chauvinisten und oppositionellen Politiker, welche das Ableben Kossuths zum äußerlichen Anlaß nehmen möchten, um das ihnen verhaßte Cabinet Wekerle zu stürzen, in ihren Berechnungen getäuscht sehen.

Wien, 22. März. Officiös wird bestätigt, daß die Hiuderniffe, welche sich dem Abschluffe des österreichisch­russischen Handelsvertrags entgegenstellten, nunmehr beseitigt sind. Die Feststellung des Vertragstextes wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Budapest, 22. März. Ueber das Begräbntß Kos­suths ist noch nicht endgiltig entschieden worden. Die Söhne Koffuths erklärten, erst den Beschluß des Abgeordnetenhauses abwarten zu wollen. Sollte dasselbe für die Bestattung in Ungarn stimmen, so wird die Leiche über Venedig und Fiume am Dienstag nach Budapest gebracht werden.

Rom, 22. März. Ministerpräsident C r i s p i wird den medicinlschen Congreß mit einer Rede eröffnen. Der König spendete für den Congreß 2000 Lire.

Turin, 22. März. Die Leiche Kossuths wird Montag und Dienstag in der protestantischen Kirche ausgestellt werden.

Loudou, 22. März. In einer Versammlung der Mit­glieder der Londoner Grafschaft erklärte Rosebery, das jetzige Ministerium werde sich mehr mit der Verbesserung der Lage der Arbeiter beschäftigten als früher. Ein neuer Geist müsse das Ministerium in Bezug auf die Socialpolitik leiten. Wenn man den Arbeitern keine Zugeständniffe mache, würde ein Zustand eintreten, der schlimmer wie ein Krieg sei.

Madrid, 22. März. Rodrignez Zapata, einer der ältesten Richter Madrids, wurde kürzlich verhaftet, weil er sich an der Fälschung eines Testaments betheiligt hatte.

Santander, 22. März. Die Explosion in dem Wrack Machikago" fand gestern Abend 9 Uhr statt. Man nimmt an, daß die Taucher bei den Forträumungsarbeiten im Schiffs­rumpf zu unvorsichtig vorgegangen sind und die noch vor­handenen Dynamitkisten vielleicht durch einen unglücklich ge­führten Beilschlag zur Entzündung gebracht haben. Der Be­völkerung hat sich eine förmliche Panik bemächtigt, weil man weitere Explosionen befürchtet. Die benachbarten Quais sind von den Einwohnern verlassen- der Hafen ist theilweise ge­sperrt. Die Presse schiebt die Schuld an dem Unglück der Fahrlässigkeit der Behörden zu. Nach neueren Meldungen wurden 10 Personen getödtet und etwa 30 verwundet.

verMischter.

* Ein Kunstkenner. Der berühmte französische Maler David hatte eins seiner besten Bilder ausgestellt und befand sich zufällig in der Menge, die es bewundernd umstand. Da bemerkte er einen Mann, dessen Kleidung den Droschken­kutscher verrieth, und dessen Züge Verachtung zeigten.Das Bild scheint Euch nicht zu gefallen, lieber Mann?" fragte der Maler.Durchaus nicht."Aber es gehört doch zu jenen, davor alle Menschen stehen bleiben."Das will gar nichts sagen. Sehen Sie nur, der Dummkopf von Maler malt ein Pferd, dessen Maul mit Schaum bedeckt ist, und das dabei gar keine Stange oder Trense hat." David schwieg. Als die Ausstellung geschlossen war, tilgte er den Schaum.

* Was die Pariser wahrend der Belagerung aßen. Das Pariser städtische Museum hat den Briefwechsel erworben, den Geoffroy-Saint-Hilaire, Director des Jardtn des Plantes (Zoologischer Garten), während der Pariser Belagerung mit dem Schlächtermeister Deboos führte. Natürlich handelte es sich um die Thiere des Gartens, die dem Schlachtmesser über­liefert wurden. Der Schlächter hatte gehofft, eine theuere Kuh zu retten, und sie deshalb dem Director anvertraut, der sie ohne Verantwortung annahm. Schon im October, dem zweiten Monat der Belagerung, wurde sie auf höheren Befehl geschlachtet. Am 24. October kaufte DebooS 6 Jacks, 3 Zebras und 1 Büffel für 2650 Fr., ein wahrer Spottpreis. Wenige Tage darauf ein junges Rennthier für 200 Fr., einen Hahn für 150, 19 Stück Geflügel für 152, 23 kleine Enten für 145, 11 Gänse und 14 Enten für 300 Fr. Am 8. November wurde 1 Antilope geschlachtet, dann kamen 2 kleine Eber und 2 kleine Schweine für 1200 Fr.,

3 russische Rennthiere für 1200, ein Kasuar für 200, 2 ffclnr ®oer und 2 kle ne schwarze Schweine für 1200, 1 Rennthier für 400, 1 Ka uar aus Neuholland für 200, 2 Rennthiere j für 800, 2 Fasanen für 100, 2 Fasanen für 60, 1 Donau- GanS für 35, 1 Erne um 15, 2 Enten von den Karolinen um 30, 1 Käng ruh um ICO, 1 Schwein um 300, 2 ver­endete Fasanen um 50 Fr. Am 20. November wurden 3 Antilopen und 1 Silbersasan mit 1020 Fr. bezahlt. Eine andere Antilope nebst 3 Gambia-Gänsen und 1 schwarzer Schwan kosteten 1000 Fr. Am 25. November 2 große H'rsche 2500 Fr., dann 2 andere Hirsche 3000, 1 Bär 500, 3 afrikaniiche Antilopen 400, 1 Moufflon, 2 kleine Böcke 200, 1 Antilope 650 Fr., 2 Hirschkühe und 2 kleine Schweine 22g0 Fr. Am 20. December wurden 2 Kameelr mit 5000 Fr. bezahlt- am Vorabend des Weihnachtsfestes ein Dromedar mit 2880, 2 Gänse mit 120, 2 Pfauen mit 80, 4 Enten mit 100 Fr. Am 29. December zahlte Deboos 27 000 Fr. für 2 Elephanten, deren hartes Fleisch sonst wenig Liebhaber findet. Hieraus geht hervor, daß die Flelschnoth schon im November und December sehr groß ge­worden war, während die Belagerung erst Ende Januar endete. Nach Neujahr war denn auch kein Fleisch mehr zu haben, außer Pserdefleisch.

* Ein deutscher Tischler und Sultan Abdul Hamid. Vor einigen Tagen starb in Konstantinopel der Hoftischler des Sultans, Karl Jenssen, ein persönlicher Freund des Sultans. Jenssen, ein Deutscher, machte bereits die Be­kanntschaft Abdul Hamids, als letzterer noch Prinz war. Jenssen war damals beim Bau eines königlichen KioskS be- schäftlgt - öfter kamen die kleinen Prinzen, um den Arbeiter,: zuzusehen, und der spätere Sultan Abdul Hamid faßte Zu­neigung zu dem deutschen Tischler, der ihm allerhand in der Tischlerarbeit zeigte. Der Sultan hat eine merkwürdige Vorliebe für Tischler- und Holzarbeiten und beschäftigte sich in feinen Messeständen gern mit solchen Arbeiten, soll darin sogar Künstler fein. Jenssen genoß das unbegrenzte Ver­trauen des Großherrn. Letzterer nannte ihn immer nur Karlo"- unter diesem Namen war er im ganzen Serail bekannt. Jenssen hat viele Beweise des großherrlichen Wohlwollens genoffen, unter Anderem hat ihm der Sultan für jedes seiner vier Kinder ein Haus geschenkt.

Technische Fortschritte.

«alvanoS a«S Aluminium. Ueber eine neue Segirung? des Aluminiums mtt Chrom berichtet der französische Techniker Emil Bert imMoniteur des Brevets dinventions. Die Legiruug, welche durch Electrolyse erzeugt joirb, soll fast dieselbe Dichtigkeit haben wie das Aluminium selbst. Da sie von außerordentlicher Härte und Widerstandsfähigkeit ist, hofft man mtt Bestunmthett, fte für die Zwecke der Galvanotypie verwenden zu können. L. t.

«infache» Verfahre«, «m Papier auf MetaL- gegeustünde« festzukleven. Um Papier aus Metall zu befestigen bedient man sich ves Kölner Leims, Dextrins oder eines sonstigem KlebemittelS. Gar oft ober muß man schon nach kurzer Zeit die Erfahrung machen, daß sich das Papier von dem Metalle loöblittert und herabfällt. Besser hierzu ist Zwiebelsast und auch recht bequem, da ja stets Zwiebeln im Hause oorräthtg gehalten werden. Wenn z. B., waS häufig oorkommt, ein Ztnkgegenstand mit einer Marke. Zettel ic. aus Papier versehen werden soll, so wäscht man zuerst den Gegenstand mit einer Lösung von Waschfoda ab und streicht bann den Zwiebelsast darauf. Das Papier wird dann aufgedrückt und nach dem Trocknen ist es unmöglich, dieses von dem Metall- gegenstände loszumachen.

Eisenbahnwagen mit Petrale«m - Motoren. Die Secundär- und Localbahnen sind deßhalb oft ziemlich verfehlte Unternehmen, weil sie thells zu wenig Züge haben, thetlS im Loco motivenbetrieb zu theuer sind. Da sind nun die neu erfundenen Eisenbahnwagen mit Petroleummotoren ein gutes Aushülssmittel, in denen Wagen und Petroleummotore vereinigt sind. Sie enthalten 10 Sitz- und 10 Stehplätze, können binnen kurzer Zeit betriebsfähig gemacht, von einer Person bedient und also, je nach Bedarf, täglich öfter abgelassen werden. Da sich die Betriebskosten nicht hoch stellen, so können sie schon gedeckt werden, wenn sich kein starker Verkehr entwickelt. Diese Wagen, die zunächst von einer Fabrik in Cannstad' hergestellt und jetzt auf den Localbahnen Saulgau Sigmaringen und Hubertingen - Riedlingen ausprobtrt werden, dürften in Zukunft ein wichtiges Verkehrsmittel für unsere Kleinbahnen bieten.

Citeraiur unb Arrnst.

Schutz künstlerischen «nd literarischen Etgenthnm» 1« Dänemark. Nach dem Beschlüsse der dänischen Abgeordneten bleibt die deutsche Kunst in Dämmark nach wie vor schutzlos. Ob­schon eine bedeutende Mehrzahl des Ausschusses der Abgeordneten 8 von 11 den Beitritt zur Berner Convention empfohlen hatte, haben die Abgeordneten den Vorschlag verworfen. Die Majorität der Deputirten besteht aus Provinzredacteuren und Provtnztalblatt- actionären, die sich das Recht, deutsche Künstler und Schriftsteller nach Herzenslust auszustellen, eben nicht nehmen lassen wollen. Eine Freibeuterei wird hier getrieben, die auch den primitivsten Ehrbegriffen ins Gesicht schlägt. Das drastischste Beispiel, mit welcher Frechheit zu Werke gegangen wird, bildet wohl die Thatsache, daß ein Ehren­mann inKjöbevhavn" dieFliegenden Blätter" allwöchentlich von A bis Z stiehlt, ins Dänische übersetzt und für eine Krone pro Quartal ausbietet. Statt der schönen Holzschnitte derFliegenden"' werden natürlich miserable Zinkographien geboten, das Ganze fr schlecht wie möglich gedruckt, und so wird daS künstlerische Eigenthu« der Deutschen nicht nur geraubt, sondern auch verunstaltet. Die ClichsS zu denFlyvende Blade" werden, wie wir leider conflattren müssen, in derKunstanstalt" eines Deutschen gefertigt. Die Fälschung deS dänischen Verlegers erstreckt sich bis zur bekannten Kopfleiste der Fliegenden" und zur Farbe deS Papieres. Ein literarischer Dieb­stahl von solchem Umfang ist wohl noch nicht oft vorgekommen.

Der Kein- im Landl Erinnerungen aus dem Kriege 1870/71. Nach dem Tagebuche von Franzosen herausgegeben von Lud. Halvvy. Deutsche, autorisirte Uebersetzung von Dr. Altona. 3. Auflage. (5.-8. Tausend.) Preis 1 Mk. 50 Pf. Verlag von Otto Salle in Braunschweig. Innerhalb Jahresfrist ist von diesem äußerst interessanten Buche bereits die 3. Auflage erschienen ein Zeichen, daß dasselbe großen Beifall unter den vielen Freunden von Kriegeserinnerungen findet. Und in der That oerbienen diese von Franzosen berührenden Schilberungen aus dem letzten Kriege einen solchen Erfolg, denn selten sind wir so lebendig geschriebenen Kriegsberichten begegnet. Im Gegensätze zu den bet uns zahlreich vorhandenen und von Deutschen niedergef chriebenen Kriegserinnerungen hat sich das vorliegende Buch die Ausgabe gestellt, uns die Vorgänge bei der besiegten Armee zu beschreiben. Französische Soldaten er­zählen hier daS Leben auf dem Marsche, im Gefecht, im Lager mib lassen ihre Hoffnungen, ihre Stimmungen während der verschiedenen Phasen des Krieges an unserem Auge vorüberziehen.

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