Ausgabe 
24.11.1894 Erstes Blatt
 
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Prinz trug die Uniform des 33. russischen Dragoner-Regi- mentS.

Washington, 22. November. Reuter - Meldung. Der amerikanische Gesandte in Tokio ist als Vermittler etwaiger Friedensvorschläge Chinas von Japan angenommen worden. Der Staatssecretär Gresham telegraphirte den amerikanischen Gesandten in Peking und in Tokio, sie sollten derartige Vorschläge übermitteln.

Hiroshima, 22. November. Reuter-Meldung. China gab die Absicht zu erkennen, als eine Frtedensbedinguug die Zahlung einer Kriegsentschädigung im Betrage von 100 Millionen Taels und der Kriegskosten vorzuschlagen.

Depeschen deS Bure« »Herold''.

Berlin, 22. November. DerReichsanzeiger" meldet, baß der Königliche Hof heute für den Erbgroßherzog von Sachsen dir Trauer auf vierzehn Tage anlegt.

Berlin, 22. November. Heute Vormittag ^fanden, wie demB. T." ein Telegramm aus Wien meldet, auf-der soeben vollendeten Telephonlinie Wien-Berlin die ersten directen Gespräche zwischen den beiderseitigen staatlichen Organen statt. Das Ergebniß war ein ziemlich befriedigendes. Die Eröffnung des Verkehrs ist noch nicht bestimmt.

Berlin, 22. November. Wie dieNeuesten Nachrichten" vernehmen, trftt der Go uv ern eur von Kamerun, Zimmerer, von seinem Posten zurück. An seine Stelle kommt der oberste Beamte von Togo, v. Puttkammer, welcher wiederum durch den Bezirksamtssecretär in Kamerun, v. Oertzen, ersetzt wird. Der Bundesrath hielt heute unter dem Vorsitze des Ministers v. Bötticher eine Sitzung ab, in der die Umsturzgesetzvorlage dem zuständigen Ausschuffe überwiesen wurde. DieNordd. Allg. Ztg." meldet, daß nach dem augenblicklichen Stande der Etats- berathung im Bundesrathe anzunehmen ist, daß das Plus an Matrikularbeiträgen gegenüber den Ueberweisungen an die Einzelstaaten etwa 34 bis 35 Millionen betragen wird.

Frankfurt a. M., 22. November. Resultat der Stadtverordnetenwahlen. 1. Bezirk. Wtedergewählt: Hildebrandt, Müller, Scherlensky und Dr. Neukirch (Verein. Demokraten-Freisinn). 2. Bezirk. Neugewählt: Emmerling und Heyter (Verein. Dem.-Freis.). Stichwahl zwischen Kauf­mann (Dem.-Freis.) und Weitz (Steuerprot. und Natl.). 3. Bezirk. Stichwahl zwischen Sauerwein, Wirth (Dem.- Freis.) und Carl und Volcker (Steuerprot.) 4. Bezirk. Wiedergewählt: Harnier und Kugler (Verein. Dem.-Freis.). 5. Bezirk. Stichwahl zwischen Dr. de Bary, Ph. Bonn (Freis, u. Dem.), Dr. Oswalt (Natl.), Fries-Dondorf, Alfermann und Kayser (Steuerprot.) 6. Bezirk. Wieder­gewählt : Blecker, Creizenach und Funck (Ver. Dem. u. Freis.). 7. Bezirk. Voraussichtliches Resultat: Neugewählt: Stein­brinck (Steuerprot.), Nonne (Natl.). Stichwahl zwischen Hartherz (Freis.-Dem.) und Fröhlich (Natl.).

Wien, 22. November. Auch gestern konnte eine Ver­ständigung in der Wahlreform nicht erzielt werden. DieNeue Freie Preffe" constatirt, daß Alles auf die Haltung des Grafen Hohenwart ankomme. Besteht derselbe auf seiner bisherigen ablehnenden Haltung, dann ist die Sprengung der Coalirion und die Ministerkrisis unvermeidlich.

Wien, 22. November. Der auö Petersburg hier ein­getroffene Erzherzog Carl Ludwig überbrachte dem Kaiser ein herzliches Handschreiben des Czaren.

Graz, 22. November. Das Pulv ermagazin der Bürgermeisterei in Friedberg ist in dte Lufr geflogen­angeblich sollen Zigeuner bei einem versuchten Einbruch die Explosion verursacht haben. Ob Menschenleben zu beklagen find, ist noch unbekannt.

Budapest, 22. November. Das Armeeverordnungsblatt meldet die Ernennung des Czaren Nicolaus II. zum Oberstinhaber des 2. Alexander-Infanterie-Regiments. Das 5. Ulanen-Regiment nimmt den Namen des Czaren an.

Brüssel, 22. November. Die Gräfin von Flandern und Prinzessin Henriette reisen Samstag Mittag nach Berlin, um hier eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm zu haben.

Mons, 22. November. Der socialistifche Artillerie­offizier, der von seinen Kameraden aufgefordert wurde, öffentlich zu erklären, ob er im Falle soctalistischer Unruhen seiner Pflicht als Offizier nachkommen oder zu den Socialisten übergehen werde, veröffentlicht heute in den Blättern eine Erklärung, worin er ankündigt, der Minister des Innern werde in der Kammer demnächst darüber interpellirt werden, ob die Freiheit der politischen Meinckng in Belgien nur mehr eitle Phrase sei und ob der Umstand, daß er als Offizier der socialistischen Partei angehöre, ihn hinfort unwürdig mache, in der Armee zu bleiben.

Paris, 22. November. Anläßlich des Prozesses Drehfuß fordert derFigaro" strengere Gesetze für Spione. Dreysuß soll an fünf Abgeordnete und an vier Civtlpersonen geheime Schriftstücke gegeben haben. Infolge dessen wird der Proceß nicht vor dem Kriegsgericht, sondern vor den Assisen verhandelt.

Paris, 22. November. Die Kammer eröffnete heute Nachmittag die Debatte über die Madagaskar-Expe­dition. Der Socialist Grousset empfahl einen Vertagungs­antrag bis nach der Untersuchung über die politische Lage im Orient und in Asien. Der Antrag wurde mit 420 gegen 59 Stimmen abgelehnt. Im Verlaufe der Debatte tadelte der Abgeordnete Alype, daß der Minister des Aeußern mit den Hovas Diplomatie getrieben habe. Frankreichs Pflicht war zu imponiren, nicht zu disputiren. Redner erklärt, unter der Heiterkeit des Hauses, daß vor dem Jahre 1885 französische Diplomaten durch eine Flasche schlechten Cham­pagners die Königin von Madagaskar zu Zugeständnissen bewegen konnten. Alle Minister sind anwesend, nur wenige Abgeordnete fehlen.

London, 22. November.Daily Telegraph" hält die ^,Standard"-Meldung von einer JsolirungDeutschlands

bei dem etwaigen Zusammenbruch des Dreibundes für völlig unbegründet.

London, 22. November. Die Japaner haben ein Fort in der Nähe von Port Arthur eingenommen.

Loudon, 22. November. Aus Chefoo wird gemeldet: DerChesyün", das größte chinesische Kriegsschiff, scheiterte bei der Einfahrt in den Hafen von Wei Hai- Wei, während es die an der Hafenbucht von Lin-tai-Tsan liegenden Torpedos zu meiden gesucht hätte. Es verlautet, daß der Commandant des Schiffes in der Verzweiflung Selbstmord begangen habe.

Petersburg, 2?. November. Prinz Heinrich von Preußen und der Großherzog von Hessen sind für morgen zum Diner in der deutschen Botschaft angesagt worden. Prinz August von Sachsen begab sich heute auf die Rückreise nach Deutschland, ebenso der Herzog von Württemberg. Die Militärdeputationen von Bayern und Oesterreich reisten bereits gestern Abend zurück.

Petersburg, 22. November. Mit Rücksicht aus die Er­ledigung dringender Regierungsgeschäfte hat der Czar den nach seiner Vermählung in Aussicht genommenen Aufenthalt in Zarskoje Sselo aufgegeben. Der Monarch besucht häufig seine Braut im Palais des Großfürsten Sergius und zwar legt er stets den Weg nach dort zu Fuß zurück. Die für seine Sicherheit verantwortlichen Personen ersuchten den Czaren, diese Spaziergänge einzustellen, worauf jedoch der Kaiser in energischer Weise diese Vorstellungen zurückwies mit dem Htnzufügen, daß er überhaupt nicht von einer zu großen Zahl von Sicherhettsbeamten begleitet zu sein wünsche.

Petersburg, 22. November. Die Beerdigun g An ton Rubinsteins übernimmt der Staat- sie wird voraussichtlich Mitte nächster Woche stattfinden. Die Obduction hat Ver­fettung aller Organe ergeben. Der Tag der Ueberführuna der Leiche nach Petersburg ist noch unbestimmt.

Petersburg. 22. November. Das kaiserliche Braut­paar hielt gestern ein Diner im Winterpalais ab. Es waren Einladungen an die anwesenden fremden Fürstlichkeiten, Großfürsten und Großfürstinnen ergangen.

Sofia, 22. November. An der Grenze ließ die türkische Regierung alle berliner, französischen, englischen und russischen Zeitungen vom 18. November, welche Drahtmeldungen über die ar metrischen Greuel brachten, mit Beschlag belegen.

Sitznng der Stadtverordneten

am 22. November 1894.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Bei­geordneter Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Faber, Habenicht, Jughardt, Helfrich, Heß, Heyligenstaedt, Homberger, Keller, Löber, Orbig, Schiele, Scheel, Dr. Thaer, Schmall, Vogt und Wallenfels.

Großh. Universitätsbibliothek hat um Überlassung von s. Z. für daS städtische Archiv gefertigten Photographien alter Häuser und Straßenzüge Gießens, wie solche auch dem Oberhessischen Geschichtsverein für seine Sammlungen über- laffen wurden, nachgesucht. Das Gesuch wird genehmigt.

Zur Vervollkommnung der Anpflanzungen im Schul­garten der höheren Mädchenschule, dessen Wichtig­keit für den botanischen Unterricht sowohl wie dessen sorg­fältige Instandhaltung anerkannt wurden, werden 50 Mk. bewilligt.

Herr Michael Kreiling hat um Concession zum Branntweinverkauf über die Straße in dem bisherigen Seu- ling'schen Specereigeschäft, Steinstr. 78, nachgesucht. Die Bedürfnißfrage wird bejaht. Bezüglich des Gesuches des Herrn Wilh. Seuling um die Erlaubniß zÄm Branntwein­verkauf über die Straße in dem Neubau des GesuchftellerS, Wetzstetnstraße 45, beschließt die Versammlung in Ueberein- stimmung mit Großh. Poltzeiamt Verneinung der Bedürfniß­frage. Die Bedürfnißfrage bezüglich des Gesuches des Herrn Johs. Gonder um Concession zum Branntwein­verkauf in seinem Laden, Brandgasse 6, wird mit Rücksicht darauf, daß der vorige Inhaber Concession besaß, bejaht. Dagegen wird die Bedürfnißfrage verneint bezüglich des Ge­suches des Herrn Wilh. Mayer um Erlaubniß zum Ver­kauf und Ausschank von Branntwein im Hause Nr. 1 der Neustadt.

Cocafc* ttitö LvovL-rBeVles

Gießen, den 23. November 1894.

** Kammern für Handelssachen. Durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden die seitherigen Vorsitzenden der Kammern für Handelssachen, und die seitherigen Stellvertreter der Vorsitzenden auch für die Geschäftsjahre 1895, 1896 und 1897 bestellt, und zwar. 1) zu Vorsitzenden der Kammern für Handelssachen am Landgericht der Provinz Starkenburg der Großh. Landgerichtsrath Schäfer- am Landgericht der Provinz Oberhessen der Großh. Landgerichtsrath Dr. Möbius- am Landgericht der Provinz Rheinheffen der Großh. Land­gerichtsrath Thaler- 2) zu Stellvertretern dieser Vorsitzenden: am Landgericht der Provinz Starkenburg der Großh. Land­gerichtsrath Weller- am Landgericht der Provinz Ober­hessen der Großh. Landgerichtsrath Dr. Schäfer- am Land­gericht der Provinz Rheinheffen der Großh. Landgerichtsrath Keller.

** Parlamentarisches. Den Bericht des ersten Ausschuffes der Zweiten Kammer über den Antrag der Abgg. Muth und Genossen, die Aufforstung von Gemeinde- Wüstungen und Hutweiden im Vogelsberg be­treffend, erstattete der Abgeordnete Haas. Gelegentlich der Budgetberathung beantragten die Abgeordneten Muth und Genossen: die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, im Nachtragsbudget die Beiträge zur Aufforstung von Ge­meinde-Wüstungen und Hutweiden im Vogelsberg zu erhöhen und mit 10 000 Mk. pro Jahr etnzustellen. lieber diesen Antrag äußerle sich die Großherzogliche Regierung:Da

voraussichtlich ein Nachtragsbudget, wie es früher beabsichtigt war, dem jetzigen Landtag nicht vorgelegt werden wird, wird die Großherzogliche Regierung in Erwägung ziehen, ob nicht durch besondere Vorlage den Ständen die Bewilligung eines entsprechenden Betrags zur Subventionirung von ärmeren Gemeinden bei Aufforstung von Wüstungen und Hutweiden, möchte anzusinnen sein, sobald die künftige Finanzlage des Großherzogthums mit mehr Sicherheit übersehen werden kann, als dermalen." Der Ausschuß beantragt: Großherzog­liche Regierung zu ersuchen, die in Aussicht gestellte Vorlage baldthunlichst an die Landstände gelangen zu lassen.

-g-. Das gestrige zweite Abonnementsconcert der hiesigen Regimentsmusik im Festsaal des Case Leib fand, Dank der gediegenen Zusammensetzung des Programms, eine unge­teilt beifällige Aufnahme, wie der reiche Applaus der zahl­reich anwesenden Hörer zur Genüge bewies. Ein näheres Eingehen auf das Programm sei uns erlassen, jedoch verdient hervorgehoben zu werden neben den classischen Piecen von Richard Wagner, Schubert u. A. die tadellosse Wiedergabe des da capo verlangtenVorspiel zu König Manfred" (5. Act) von Reinecke, die stimmungsvoll gemäthsinnige FantasieMendelssohniana" von Dupont, sowie in der letzten Abtheilung dieCzardas"- Wiedergabe aus der OperDer Geist des Woiwoden" von Großmann. Als ausführender Solist ließ sich Herr Schwarz, in einem Bravourstück für Piston überDer Carneval von Venedig" hören, dessen glänzende, alle Schwierigkeiten über­windende, ausdrucksvolle Vortragsweise über künstlerische Be­fähigung bestens Zeugniß ablegte. Die Abonnementsconcerte verdienen die Aufmerksamkeit aller Musikfreunde, umsomehr als Herr Musikdirector Krauße es sich angelegen sein läßt, durch gewählte Programme und gediegene Ausführung die­selben zu anziehenden zu gestalten. Schließlich noch einen Wunsch: auf dem Programmzettel vor dem Vermerk über das Räuchen auch:Störungen während des Vortrags der Piecen sind zu vermeiden", denn durch das, gelinde gesagt, rücksichtslose, stellenweise allzulaute Sichbemerkbarmachen wurde der Genuß einiger Nummern erheblich beeinträchtigt und gestört.

Wer dazu sich nicht kann verstehn, Der mag in eine Kneipe gehn.

** Das Präsidium der KriegerkameradschastHasfia^ erläßt folgende Bekanntmachung: Die von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog zum Andenken an die Aller­höchste Vermählung gestiftete Erinnerungsmedaille ist nunmehr in einer nach Allerhöchster Willensmeinung beschränkten Zahl zur Verausgabung gekommen. Bon den Truppen nehmen hieran Theil: nur Generalität, Regimentscommandeure und einzelne im spectellen Dienst gewesene Chargirte, dann die Flügeladjntanten, der Hofstaat, die Ministerien, sowie einige im Allerhöchsten Dienst gewesene Garde-Unteroffiziere und' Gendarmen. Auch entfielen mehrere Medaillen auf die Ver­tretung der Residenz und der hiesigen Corporationen sowie Vereine, welche beim Einzug betheiligt waren. Auch an 33 Angehörige derHassia", welche damals im Einzugs­spalier gestanden haben, hat die Großherzogliche Cabtners- direction in Allerhöchstem Auftrag Medaillen geschickt. ES wird dies zur Kenntniß unserer Mitglieder gebracht, um überflüssigen Anfragen, die bereits erfolgt, weiterhin vor- zubeugen. Eine Meldung Seitens der Beliehenen wird Allerhöchsten Ortes nicht erwartet.

Friedberg, 21. November. Die Bewohner eines Hauses in der Kirchgasse schweben fortwährend in der Gefahr, daß. ihnen die Wohnung plötzlich über dem Kopf zusammen­stürzt. Dor einigen Mocken entstand ein großes Loch vor dem Hanse, das man ausfüllte und mittels eines Gewölbes unschädlich zu machen suchte. In der verfloffenen Nacht fand nun abermals eine Erdsenkung statt und das bedrohte Ge­bäude mußte durch Stützen vor dem Zusammenbruch geschützt werden. Auch in der Allee befindet sich eine Stelle, wo schon einigemal eine Senkung des Bodens erfolgte. Jeden­falls sind diese Erscheinungen auf das Einbrechen früherer Kellergewölbe zurückzuführen.

Stammheim, 20. November. Frisch und gesund fuhr gestern ein im mittleren Lebensalter stehender hiesiger Ein­wohner aufs Feld, wurde aber nach kurzer Zeit seiner Familie als Leiche in Haus gebracht. Er hatte nämlich kaum zwei Furchen geackert, als ihn ein Unwohlsein befiel, so daß er einen gerade vorbeifahrenden Wagen bestieg, der ihn nach Hause bringen sollte. Wenige Minuten darauf starb er in­folge eines Schlaganfalles. Man kann sich den Schrecken der schwer heimgesuchten Familie, die aus Frau und vier Kindern, worunter noch eins schulpflichtig, besteht, denken.

8. Darmstadt, 22. November. Im Anschluß an das iw unserem Blatt kürzlich erschienene Inserat, das diesjährige Judithfest" betreffend, schreibt man uns:So ist denn endlich einmal wiederJudith", die Schutzgöttin der Affefforen- und Accessiftenwelt, aus sechsjährigem Schlafe erwacht und versammelt ihre .getreuen Jünger in Hessens Residenz zu fröhlichem Scherze. Wer die früheren Judithfeste mitgemacht, weiß, welcher Geist des Humors und der Satire sie durch­wehte und wird gerne aufs Neue dem Rufe der Göttin folgen, um auf einige Stunden des Amtes Bürde über heiterem Spiele zu vergessen. Wie stets wird auch diesmal und zwar am Abend des 8. December im städtischen Saalbau ein im Stile der früheren gehaltenes Fe st stück in Scene gehen^ mit daran sich anschließendem einfachen Festessen und Kneipe, worauf anderen Tages auch der Kater bei solennem Frühschoppen und event. Nachmittagsbummel zu seinem Rechte kommen wird. Wie wir hören, ist auch be­reits eine stattliche Anzahl Eintrittskarten zur Ausgabe ge­langt, so daß das diesjährige Fest auch an Umfang der Be­theiligung den früheren Nichts nachgeben dürfte. Es fei zu­gleich hierbei daraus aufmerksam gemacht, daß, wie wir aus bester Quelle erfahren, Diejenigen, welche noch am Feste Theil zu nehmen wünsche:', zu diesem Behufe baldigst bei dem In- dithfel: v'. n'iiv vi Darmstadt (Adr. Reg.-Assessor Dr. Weber)> um Zusendung der Eintrittskarten nachsuchen müssen, da sonst